Legendäre Spiele des VfB (1. FC Lok) Leipzig

Datum

Art

Spielpaarung

Ergebnis

20.03.1974

UEFA-Cup

1.FC Lok Leipzig - Ipswich Town

5:4 n.E.

Elfmeterkrimi gegen Ipswich krönte UEFA-Cup-Serie 73/74

Der 20. März 1974 ist ein denkwürdiger Tag in der Vereinsgeschichte. An jenem Abend erlebten 57.000 im Zentralstadion und Millionen an den Bildschirmen ein dramatisches Spiel, über das so mancher VfB-Fan noch heute ins Schwärmen gerät. Der Elfmeterkrimi gegen Ipswich Town weckt noch heute Begeisterung.

Im Viertelfinale des UEFA-Cups hatte der 1.FC Lok bei Ipswich kurz vor Schluß das 0:1 kassieren müssen. Das Rückspiel gewann die Mannschaft um Henning Frenzel, Rainer Lisiewicz und Werner Friese mit dem gleichen Resultat in der regulären Spielzeit durch ein Tor von Winfried Gröbner in der 48. Minute. Auch in der Nachspielzeit gab es keine Entscheidung. Was folgte, war ein denkwürdiger Elfmeterkrimi mit glücklichem Ausgang.

Nach jeweils fünf Schützen hieß es 3:3. Also noch immer keine Entscheidung und Fortsetzung des Krimis. Für die Engländer trat Hunter zum Elfmeterpunkt - Werner Friese im Lok-Tor hält bravourös. Dann tritt Lutz Moldt an - und trifft zum 4:3. Geschafft! 57.000 im weiten Stadionrund liegen sich in den Armen.

Der Mann des Abends hieß Werner Friese, drei Elfer der Briten wurden seine Beute. Der körperlich keineswegs robuste Schlußmann hatte sich in vielen Strafraumszenen und eben in diesem hochdramatischen Elfmeterduell gegen die knallharten Profis von der Insel als Meister seines Faches erwiesen.

Längst hatte sich zu diesem Zeitpunkt in ganz Europa die beeindruckende Serie der Nobodys aus Leipzig herumgesprochen. Bereits in den beiden Vorrunden und im Achtelfinale mußten der AC Turin (2:1 und 2:1), die Wolverhampton Wanderers (3:0 und 1:4) und Bundesligist Fortuna Düsseldorf (3:0 und 1:2) die Segel gegen die Sachsen streichen. Vor allem der Erfolg gegen die Wolverhampton Wanderers kam damals einer Sensation gleich. Erstmals konnte eine DDR-Klubmannschaft in einem internationalen Wettbewerb eine englische Profimannschaft schlagen.

Gegen die Wolverhampton Wanderers

Gegen die Wolverhampton Wanderers erzielt hier Hans-Bert Matoul per Strafstoß das 2:0 im Zentralstadion. Endstand: 3:0.

Der 1.FC Lok hatte sich in dieser Saison 1973/74 im UEFA-Cup so sensationell gut geschlagen, weil die gefährliche Doppelspitze Matoul - Löwe ebenso stach wie die anderen Mannschaftsteile um Gießner, Geisler, Hammer, Gröbner, Sekora und Fritzsche. Trainer Horst Scherbaum hatte seine Mannschaft hervorragend eingestellt.

Zurück zum Ipswich-Spiel. Als sich die Leipziger noch in den Armen lagen, kabelten britische Zeitungen die Sensation bereits auf der Insel. Der "Daily Telegraph" titelte am anderen Morgen: "Lok Leipzig ist zum Alptraum für den englischen Fußball geworden."

Daß aller guten Dinge doch nicht immer drei sind, mußte die Loksche dann am eigenen Leib im Halbfinale erfahren. Die Tottenham Hotspurs erwiesen sich als zu stark, um den Durchmarsch ins Finale zu schaffen. Die Heißsporne aus London konnten in beiden Partien nicht bezwungen werden (1:2 und 0:2). "Der Verschleiß für unsere Mannschaft war zu groß", meinte später Trainer Scherbaum. Aber schöne Erinnerungen an eine große Europacup-Saison mit jenem Elfmeterdrama gegen Ipswich sorgten auch heute noch für Gesprächsstoff an so manchem Stammtisch.

Hier geht es zu allen Ergebnissen, Zahlen, Aufstellungen, Torschützen usw. der Europacupsaison 1973/74!

von Ronny John

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