Legendäre Spiele des VfB (1. FC Lok) Leipzig

Datum

Art

Spielpaarung

Ergebnis

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FDGB-Pokal

"Pokalschreck" 1.FC Lok

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In bester Erinnerung: "Pokalschreck" 1.FC Lok

Wenn in diesen Jahren der Pokal auf dem Programm steht, erinnert man sich zwangsläufig an die besten Zeiten von Lok Leipzig, dem Vorgänger unseres VfB. Denn so kurios es scheint: Der 1.FC Lok wurde nie Meister, aber mehrfach Pokalsieger. Ob im Landespokal oder in internationalen Pokalwettbewerben, in diesen Konkurrenzen machten die Probstheidaer ihre besten Partien. Der oftmalige Medaillengewinner der Meisterschaften wurde zwischen 1976 und 1987 viermal Pokalsieger, stand zudem seit 1964 einige Male in den Finals.

Als Wolfram Löwe nach Beendigung seiner Laufbahn bei Lok zurückblickte, fiel ihm sofort die Diskrepanz zwischen Meisterschaft und Pokal ein: "In der Meisterschaft fehlte in entscheidenden Situationen die volle Konzentration, wurden taktische Fehler begangen, mangelte es oft an Nervenstärke und manchmal auch am Glück. In Pokalkämpfen aber konnten wir uns steigern und auf  den Punkt fit sein."

Hinzugefügt werden muß, daß der 1.FC Lok sich immer schwer tat, sich über eine lange Distanz zu konzentrieren. Großen Spielen folgten ganz schwache Partien, blendende Serien ohne große Ausrutscher waren höchst selten. Obwohl der bedingungslose Kampf nie Loks herausstechende Eigenschaft war, im Pokal fanden die Lok-Mannschaften zu diesen Tugenden, wußten sie mit einer spielerischen Steigerung zu verbinden. Unter dem jetzigen Trainer Uli Thomale gelangen übrings 1986 und 1987 die größten Erfolge, nämlich zwei Pokal-Triumphe. 1986 wurde der 1.FC Union Berlin im Endspiel mit 5:1 abgefertigt. Das war der höchste Finalsieg im DDR-Fußball. Und ein Jahr später verteidigte Lok Leipzig die Trophäe, der FC Hansa Rostock wurde 4:1 geschlagen. Das war übrings deshalb ein sensationeller Erfolg, weil in der Meisterschaft Bronze erreicht worden war, das Europacup-Endspiel in Athen gegen Ajax Amsterdam ganz knapp mit 0:1 verloren wurde und nun nach Bronze und Silber doch noch der ganz große Wurf gelang.

Uli Thomale kommt noch heute ins Schwärmen, wenn er an die Mannschaft jener Jahre mit vielen herausragenden Akteuren denkt. Lok Leipzig drang praktisch mit einer Bezirksauswahl in ein EC-Finale vor. Ein Weg, der heute undenkbar wäre. Das große Lok-Jahr 1987 beschrieb die DDR-Sporttageszeitung "Sportecho" so: "Mit dem Erreichen des Endspiels im Europacup der Pokalsieger, von Rang drei in der Meisterschaft und dem Gewinn des Pokals knüpften die Männer von Trainer Thomale und Kapitän Frank Baum eine Erfolgskette, die in unserem Fußball höchst selten ist."

Jeder weiß, daß es ein sehr weiter Weg für den VfB ist, an diese Erfolg heute anzuknüpfen. Sich am besten weiß das unser jetziger Trainer Uli Thomale, aber er verliert solche Visionen nicht aus dem Auge, erinnert gern an die Erfolgsgeschichte des 1.FC Lok. Er weiß, daß unsere Region wieder großen Fußball braucht. Und Loks Pokal-Traditionen gehören dazu. Übrings ist es jetzt zehn Jahre her, daß Leipzig zum letzten Mal Europacup-Fußball sah. In der ersten Runde des UEFA-Cups eliminierte der 1.FC Lok im September/Oktober 1988 den FC Aarau mit 3:0 in der Schweiz und 4:0 im Bruno-Plache-Stadion. In der 2. Runde des UEFA-Cups fand das letzte Heimspiel am 26. Oktober 1988 gegen den SSC Neapel mit Maradonna statt (1:1 vor 80 000 Zuschauern im Zentralstadion!). Das Rückspiel gewann Neapel mit 2:0. Wie gesagt: Große Pokalerinnerungen.

von Ronny John

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