1.Runde

DFB-Pokal

 Saison 1998/99

Spieldaten VfB Leipzig

VfB Leipzig

2

TSV 1860 München

TSV 1860 München

4 n.V.

Datum 29. August 1998
Uhrzeit 15.30 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 5.150
Schiedsrichter Meyer (Braunschweig)
Torfolge 1:0 Dittgen (30.), 1:1 Schroth (36.), 1:2 Küttner (73./Eigentor), 2:2 Bancic (86.), 2:3 Winkler (98.), 2:4 Winkler (117.)
Gelb Jovanovic, Werner, Dittgen - Cerny, Stevic
Gelb-Rot Mbidzo (109./VfB)
Rot Vanenburg (85./1860)
Aufstellung Leipzig Boris Jovanovic
Frank Edmond
Ivica Bancic
Daniel Küttner
Ronald Werner (ab. 78. Nico Bernhardt)
Frank Seifert
Michal Bordas
Niclas Nylen
Reimund Mimuß (ab 70. Igor Lazic)
Fernando do Santos (ab 78. Farai Mbidzo)
Marco Dittgen
Trainer: Hans-Ulrich Thomale
Aufstellung 1860 München Michael Hofmann
Ned Zelic
Roman Tyce
Marco Kurz
Harald Cerny
Miroslaw Stevic (ab 69. Holger Greilich)
Daniel Borimirow (ab 53. Abderrahim Quakili)
Gerald Vanenburg
Horst Heldt (ab 56. Hristo Jovov)
Markus Schroth
Bernhard Winkler
Trainer: Werner Lorant
Interviews Hans-Ulrich Thomale (VfB-Trainer) "Die Zuschauer haben viel Spannung und schöne Tore erlebt. Kompliment an meine Mannschaft, sie hat 120 Minuten gekämpft und in der ersten Halbzeit auch gut gespielt. Da waren wir erfolgsorientierter als der Gegner. In der Verlängerung mußten Bancic und Bordas verletzt weiter spielen, damit fingen unsere Probleme an."
Werner Lorant (1860-Trainer) "Eigentlich wollte ich nach 30 Minuten auswechseln. Ich war verärgert über die Vorstellung meines Teams, das pomadig aufgetreten ist. Nach der Pause haben wir aggressiver und endlich nach vorne gespielt."
Ivica Bancic (VfB-Torschütze) "Ich bin enttäuscht über die Niederlage, es war mehr drin. Nach meinem Tor war die Euphorie bei uns, aber kräftemäßig hat es nicht gereicht. Ich hatte nach 100 Minuten ein Stechen im Oberschenkel, ich war kaputt."
Nico Bernhardt (VfB-Debütant) "Klar war ich nervös. Es ist schon etwas Besonderes, gegen Bundesliga-Stars zu spielen. Harald Cerny zum Beispiel ist ein Phänomen: der läuft nur zwei Kilometer pro Spiel, aber gibt drei Vorlagen zu Toren. Ich denke, wir haben uns gut verkauft."
Bernhard Winkler (1860-Torjäger) "Ich habe während der Partie mehrfach gedacht, daß wir einer Blamage entgegenschrammen. Zum Glück haben wir uns rechtzeitig zusammengenommen. Ich bin froh, daß ich zwei wichtige Tore machen konnte."
Wertung 4 Sterne (kampfbetontes und vor allem in der ersten Halbzeit ein super Spiel mit viel Spannung für die Zuschauer)

Spielbericht

Der VfB verliert vor 5.150 Zuschauer (darunter 149 Fans aus München) unglücklich, in einem guten Pokalspiel mit viel Spannung, mit 2:4 nach Verlängerung gegen den Bundesligisten den TSV 1860 München. Das Wetter wollte kein richtige Pokalfreude am Anfang bei den Fans auf kommen lassen. Es war naß und kühl, ja fast schon herbstlich in Leipzig. Der VfB hatte nichts zu verlieren gegen 1860 und dagegen standen die 60er ganz schön unter Druck (Lorant: "Wir müssen hinfahren und gewinnen, was anderes zählt nicht). So begann der VfB dann auch. Der VfB spielte übring`s wieder in den alten "Lok" Farben gelb-blau, wo sie bisher noch nicht verloren hatten. Das Spiel begann gleich mit vielen Chancen für den VfB. Ca. in der 10. Minuten drippelte Frank Seifert seine drei Gegenspieler am Strafraum aus und schießt auf dem Kasten der 60er. Doch Hofmann, der Keeper von 1860, konnte den Schuß noch parieren. Fünf Minuten später probierte es der VfB-Kapitän Niclas Nylen aus zwanzig Metern mit einen volley Schuß, doch auch diesen Torschuß hatte Hofmann sicher. Von den 60er am Anfang nicht viel zu sehen, sie taten sich sehr schwer gegen den VfB. Nach zwanzig Minuten wird das Spiel ruppiger. Werner schubst Cerny an der Linie um und bekommt dafür (richtiger weiße) Gelb. Dann die erste (Halb-) Chance für die 60er nach 25 Minuten. Nach einer Flanke, kommt Borimirow zum Kopfball, doch Boris Jovanovic hat den Ball sicher. Aber der VfB spielt weiter nach vorne. Nach einer halben Stunde trippelt wieder Frank Seifert sein Gegenspieler schwindlig, er kommt in den Strafraum und flankt den Ball in die Mitte und da steht Marco Dittgen Gold richtig und versenkt zum 1:0 für den VfB. Jetzt mußten die 60er kommen und das taten sie auch. Nach einer Flanke von Stevic verschätzt sich Jovanovic, der Ball springt von der Latte vor die Füße von Cerny. Doch dieser verfehlt zum Glück das leere Tor. Aber in der 38. Minute war es dann soweit. Cerny flankt in die Strafraum Mitte und dort schraubt sich Schroth hoch und kann zum 1:1 einköpfen. Der VfB wollte vor der Halbzeit aber noch das Führungstor schießen, doch ein Schuß von Niclas Nylen aus gut zwanzig Metern landet in den Armen von Hofmann. Drei Minuten vor der Halbzeit spielt Seifert perfekt in den Lauf von Fernando do Santos. Do Santos läuft allein auf das Tor, doch er ist zu unentschlossen und seine Gegenspieler können ihn einholen und zum Einwurf klären. Nun war Halbzeit. Lorant war in ersten Halbzeit mit seiner Truppe überhaupt nicht zu frieden und brachten dann später unter anderem Quakili. 1860 kommt mit frischen Wind aus der Kabine. Nach 60 Minuten flankt Cerny wieder in die Mitte, dort findet er Quakili der den Ball volley nimmt, doch Jovanovic hat den Ball sicher. Nun war wieder der VfB dran. In der 65. Minuten kommt Marco Dittgen über außen und schießt aus einem spitzen Winkel aufs Tor. Dieser Ball landet aber wieder in den Armen von Hofmann, hier wäre sicherlich ein Pass in die Mitte auf Seifert besser gewesen. In der 73. Minute schießt dann der eingewechselte Jovov auf das Tor von Jovanovic. Der Schuß wird aber durch Küttners Rettungsaktion (versucht den Ball mit den Kopf zu klären) abgefälscht und landet für Jovanovic unhaltbar in der anderen Ecke. Leider muß man dieses Tor Küttner "zu schreiben". Einige Fans verlassen schon das Plache Stadion, aber diese sollten noch einiges verpassen. Marco Dittgen kann sich in der 85. Minute durch setzten und läuft auf das Tor zu, aber er wird von Vanenburg gefoult. Damit gab es richtiger weise Freistoß für den VfB und die Rote Karte wegen der Notbremse für den ehemaligen Nationalspieler Vanenburg. Bancic tritt zum Freistoß an und drin ist er. Ein wunderschönes Freistoßtor. Es gab nun also Verlängerung. Man merkte 60 wollte es wissen und sich nicht auf das Elfmeter schießen einlassen. In der 98. Minute flankt erneut der starke Cerny den Ball in die Mitte, da steht Winkler wieder Gold richtig. Erst köpft er gegen die Latte und den zurück springenden Ball bracht er dann unter und nicht nur in dieser Situation merkte man, daß es in der Abwehr um Frank Edmond drunter und drüber ging. Damit stand es nun 3:2 für 1860. Nun machte der VfB, konnte sich aber keine richtige Chance mehr heraus arbeiten. In der 117. Minute nutzte Winkler dann eine Konterchance zum 4:2. Damit ist der Bundesligist "Standes gemäß" weiter und für den VfB bleibt bloß die Erinnerung das man 90 Minuten lang einem Bundesligisten Paroli bieten konnte. Aber auf diese Leistung läßt sich garantiert für den trüben Regionalliga Alltag aufbauen und nächste Woche heißt es dann ja auch schon wieder Pokalzeit. Am nächsten Samstag (um 13.00 Uhr im Plache-Stadion) trifft der VfB im Sachsenpokal auf den Chemnitzer FC. Na ja, vielleicht hohlen wir ja "wenigsten" den Sachsenpokal, aber das wichtigste bleibt der direkte Wiederaufstieg. (von Ronny John)

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