17. Spieltag

Regionalliga Nordost

 Saison 1998/99

Spieldaten FC Sachsen Leipzig

FC Sachsen Leipzig

3

VfB Leipzig

VfB Leipzig

3

Datum 13. Dezember 1998
Uhrzeit 13.15 Uhr
Spielstätte Alfred-Kunze-Sportpark (Leipzig)
Zuschauer 10.125
Schiedsrichter Heynemann (Magdeburg)
Torfolge 1:0 Lucic (6.), 2:0 Filipovic (19.), 2:1 Dittgen (38.), 2:2 Do Santos (48.), 2:3 Jülich (63.), 3:3 Filipovic (83.)
Gelb Rietschel, Filipovic - Malacarne, Bancic, Werner
Gelb-Rot -
Rot -
Aufstellung Sachsen Leipzig Marco Sejna
Matthias Lindner
Bela Virag
Marco Förster
Frank Rietschel (ab 76. Markus Aerdken)
Zafer Demiray
Boris Lucic
Sven Baum
Steffen Hammermüller
Almir Filipovic
Maik Eidtner (ab 70. Holger Lischke)
Trainer: Frank Rohde
Aufstellung VfB Leipzig Gunnar Grundmann
Frank Edmond
Diango Malacarne
Ivica Bancic
Ronald Werner (ab 64. Matthias Dehoust / ab 85. Michal Bordas)
Torsten Jülich
Niclas Nylen
Willy Kronhardt (ab 46. Farai Mbidzo)
Frank Seifert
Marco Dittgen
Fernando do Santos
Trainer: Hans-Ulrich Thomale
Interviews Hans-Ulrich Thomale (VfB-Trainer) "Das Ergebnis ist okay. Sachsen war anfangs bissiger. Mit dem 0:2 waren wir eigentlich schon aus dem Spiel, deshalb Kompliment an die Mannschaft, daß sie erneut einen Rückstand wettgemacht hat."
Frank Rohde (Sachsen-Trainer) "Endlich mal nicht den Beginn verschlafen, endlich von Beginn an volle Pulle. Eine Werbung für den Fußball. Wir waren besser, haben zwei Punkte verloren."
Boris Lucic (Sachsen-Spieler) "Ganz ehrlich, ich wollte beim 1:0 an den langen Pfosten flanken. Nur ärgerlich, daß wir wieder zwei so einfache Gegentore bekamen. Tut mir leid, daß ich Edmond einmal hart gefoult habe. Ich habe mich dafür entschuldigt."
Ronald Werner (VfB-Spieler) "Einige wußten wohl nicht, was sie in Leutzsch erwartet und haben sich dann erschrocken. Und in der ersten Halbzeit hatten die Sachsen klare Vorteile."
Almir Filipovic (Sachsen-Spieler) "Ich habe den Fans 20 Saisontore versprochen. Ich halte mein Wort."
Torsten Jülich (VfB-Spieler) "Mein erstes Spiel seit langem, und dann gleich ein Tor. Ein tolles Gefühl. Aber wir haben alle drei Tore durch Standards kassiert, das darf nicht passieren."
Marco Dittgen (VfB-Spieler) "In der Halbzeit kam der Trainer-Befehl, mich zurückfallen zu lassen, ab da lief es."
Fernando do Santos (VfB-Spieler) "Das mit meinem Freistoß-Treffer habe ich mit Bancic im Abschlußtraining geübt."
Gunnar Grundmann (VfB-Torhüter) "Ich dachte beim 0:1 zuerst, daß ein Abwehrspieler den Ball wegschlägt und bin dann im Schlamm nicht mehr weggekommen."
Steffen Hammermüller (Sachsen-Spieler) "Gut auch die Fairneß, daß keiner über die Stränge schlug."
Peter Gießner (VfB-Sportdirektor) "Ein tolles Spiel, aber ich bin etwas sauer. Wir hätte nach dem 3:2 nachsetzen müssen. Aber ein 0:2 in Leutzsch aufzuholen, daß ist stark."
Thomas Till (Sachsen-Präsident) "Mit dem Punkt kann ich leben. Mir war schon beim 2:0 klar, daß der VfB noch kommen würde."
Frank Edmond (VfB-Spieler) "Wir hätten hier gewinnen, aber nach dem 0:2 auch untergehen können. Wir stehen oben, das hebt die Stimmung in der Winterpause."
Wolfgang Lischke (ehemals BSG Chemie) "Das heute erinnert mich an die vielen Kämpfe, die wir uns vor Jahren lieferten. Kompliment an beide, es gab schlechtere Derbys."
Matthias Dehoust (VfB-Spieler) "Ich war kurz bewußtlos, es geht aber schon wieder."
Dr. Bernd Bauchspieß (fünffacher Torschütze bei Ortsderbys für die BSG Chemie) "Das war für die Zuschauer ein Erlebnis. Nur schade, daß der FC Sachsen die 2:0-Führung nicht halten konnte. Letztlich trennten sich beide gerecht."
Wolfgang Tiefensee (Leipziger OBM) "Ein hochklassiges und begeisterndes Spiel. Das war Werbung für den Sport und hat bestätigt, daß ein neues großes Stadion in Leipzig Sinn macht."
Wertung 4 Sterne (Ein tolles Derby, super Stimmund und viele Tore. Kompliment an beide Mannschaften!)

Spielbericht

Das erste Leipziger Ortsderby nach acht Jahren endete mit einen gerechten 3:3 Unentschieden. Mit diesem Unentschieden ist der VfB Herbstmeister und überwintert mit einem Punkt Vorsprung auf Union Berlin als Spitzenreiter. Auch der FC Sachsen bestätigte seinen Aufwärtstrend in den letzten Spielen, so das es am Ende ein gerechtes Unentschieden gab. Es war ein phantastisches Derby, tolle Stimmung von den 10.125 Zuschauern (darunter ca. 3.500 VfB-Fans) und ein tolles Spiel. Wichtig ist auch: Die Polizei vermeldet, daß es zu keinen größeren Probleme gab. Nur von einigen sogenannten "Fans" aus dem VfB-Lager muß man enttäuscht sein. Mit Sitzschalen werfen, daß haben wir nicht nötig. Aber nun zum Spiel: Der VfB begann äußerst schwach, wirkte gehemmt vor den vielen Zuschauern und kam nicht in die Zweikämpfe. Den ersten "Schock" für die VfB-Fans und Spieler gab es bereits in der 6. Minute. Der Sachsen-Spieler Boris Lucic trifft mit einem angeschnittenen Freistoß aus 30 Metern zum 1:0 für den FC Sachsen. Bei diesem Tor sah Gunnar Grundmann gar nicht gut aus, aber bei dem Tor half auch der Wind. Nach dem Gegentor läuft beim VfB immer noch nichts und Thomales Taktik mit Jülich und Kronhardt im Mittelfeld etwas Defensiver zu spielen und möglichst kein frühes Tor zu kassieren ist fehl geschlagen. In der 19. Minute dann das 2:0 für die Sachsen-Kicker und wieder eine Standartsituation. Der heute starke Steffen Hammermüller (der vor allem mit seinen Eckbällen und Freistößen für Gefahr sorgte) zirkelt einen Freistoß von links scharf nach innen, dort lauert der Sachen-Torjäger Almir Filipovic und schießt am kurzen Pfosten aus drei Metern ein. In der 27. Minute erneut Gefahr für das VfB-Gehäuse. Lindner kommt an der Strafraumgrenze zum Schuß, jagt den Ball aber zum Glück über das Tor. Jetzt kam der VfB aber endlich besser ins Spiel. In der 38. Minute bekommt der VfB einen Freistoß von Linksaußen, vom sehr gut pfeifenden Schiri Heynemann, zu gesprochen. Niclas Nylen tritt den Freistoß in den Strafraum und dort steht der VfB-Torjäger Marco Dittgen, der aus fünf Metern unbedrängt zum 1:2 einköpfen kann. Jetzt ist Stimmung im VfB-Fanblock. In der 41. Minute die Chance zum Ausgleich. Nach einen schönen Paß von Werner auf Dittgen, kommt Dittgen zum Schuß. Doch den schwachen Schuß hält Sachsen-Keeper Sejna. Dann war Halbzeit. Zur Zweite Halbzeit wechselte Thomale Mbidzo für den schwachen Kronhardt ein. In der 48. Minute fiel dann auch gleich das 2:2. Bancic schlägt einen Freistoß von halbrechts genau auf den Kopf von Do Santos, der mit dem Rücken zum Tor aus ca. 15 Metern zum 2:2 köpft. Ein wunderschönes Tor, wo aber auch der Wind etwas mit half. Und weiter ging es für den VfB, jetzt spielte man wie entfesselt. In der 52. Minute könnte Dittgen den Führungstreffer erzielen, doch er zieht viel zu früh freistehend ab und Sejna kann parieren. Doch der FC Sachsen hat auch noch Chancen. Hammermüller dreht einen Freistoß aus 20 Metern in der 53. Minute in das linke obere Eck. Doch VfB-Torwart Grundmann wehrt den Ball mit einer tollen Parade ab. Auch in der 60. Minute war Grundmann da. Hammermüller bringt einen angeschnitten Eckball rein, doch Grundmann boxt in von der Linie. In der 63. Minute kannte dann der Jubel im VfB-Block keine Grenzen mehr. Sejna muß einen 16 Meter Direktschuß von Dittgen prallenlassen und Torsten Jülich knallt den Ball aus drei Metern unter die Latte. Das erste Ligator für "Jule". Jetzt drängte der FC Sachsen auf den Ausgleich. In der 72. Minute übersieht Heynemann die einzig unfaire Attacke. Lucic rammt dem zu Buden gehenden Edmond das Knie in das Gesicht. Dafür hätte er Rot sehen müssen, ein klare Tätlichkeit. Wenigsten bekam Lucic ein paar Schneebälle ab. Dann erneut Hammermüller mit einer gefährlichen Ecke. Doch Grundmann holt den Ball noch aus dem Winkel. In der 83. Minute dann doch noch der verdienten Ausgleich. Aerdken köpft einen Freistoß von Hammermüller an den Innenpfosten und Filipovic staubt aus vier Metern ab. Am Ende waren beiden Fan-Lager und Kicker zufrieden. Allerdings sah man in der ersten Halbzeit nichts vom VfB. Die besten beim VfB waren Dittgen, Manndecker Diango Malacarne und Keeper Grundmann. Die Sachsen Deckung spielte auch Geschickt, deckte das "magische Dreieck" Seifert, Dittgen und Do Santos. Der VfB überwintert nun auf eins und wir können uns schon einmal auf das Hallenturnier und die Rückrunde freuen, dann vielleicht sogar mit noch ein paar neuen Spieler.    (von Ronny John)

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