18. Spieltag

Regionalliga Nordost

 Saison 1998/99

Spieldaten 1.FC Dynamo Dresden

1.FC Dynamo Dresden

1

VfB Leipzig

VfB Leipzig

3

Datum 22. Januar 1999
Uhrzeit 19.15 Uhr
Spielstätte Rudolf-Harbig-Stadion (Dresden)
Zuschauer 3.880
Schiedsrichter Keßler (Wogau)
Torfolge 0:1 Malacarne (3.), 1:1 Gütschow (8.), 1:2 Dittgen (30.), 1:3 Jülich (77.)
Gelb Oberritter - Werner, Malacarne, Hornung
Gelb-Rot Schönfeld (72./Dresden)
Rot -
Aufstellung Dresden Boris Jovanovic
Jens Wahl
Laszlo Kados
Marcus Claus (ab 81. Kai Metzner)
Sascha Schönfeld
Dirk Oberritter (ab 58. Jens Reckmann)
Nico Patschinski
René Schmidt (ab 51. Frank Kaiser)
Matthias Großmann
Rico Hanke
Torsten Gütschow
Trainer: Damian Halata
Aufstellung Leipzig Gunnar Grundmann
Frank Edmond
Diango Malacarne
Ivica Bancic
Torsten Jülich
Niclas Nylen
Peter Vougt (ab 46. Fernando do Santos)
Ronald Werner
Patrick Hornung (ab 88. Farai Mbidzo)
Frank Seifert (ab 76. Igor Lazic)
Marco Dittgen
Trainer: Hans-Ulrich Thomale
Interviews Hans-Ulrich Thomale (VfB-Trainer) "Wir haben gewachsene Stabilität nachgewiesen und verdient gewonnen. Bei unserer permanenten Überlegenheit mußten einfach Tore fallen. Allerdings war meine Mannschaft nach dem Ausgleich etwas von der Rolle. Wir haben es uns in der zweiten Halbzeit dann selbst schwer gemacht, in dem wir unsere vielen Chancen nicht nutzten. Wenn Patrick Hornung jede Woche diese Leistung bringt, haben wir gut eingekauft."
Damian Halata (Dynamo-Trainer) "Der VfB-Sieg geht in Ordnung. Wir dürfen jetzt nicht in Hektik verfallen, müssen hart weiterarbeiten. Wie wir unsere Gegentore kassieren, da fehlen mir die Worte. Ich frage mich, was bei solchen Patzern in den Köpfen einiger vor sich geht. Außerdem wäre es mal nicht verkehrt, wenn Dynamo Dresden mal zu elft ein Spiel zu Ende bringt."
Frank Edmond (VfB-Spieler) "Das gibt Selbstvertrauen. In der zweiten Halbzeit haben wir souverän gespielt und den Ball laufen lassen."
Marco Dittgen (VfB-Spieler) "So kann es weitergehen. Nach der Pause hat Dresden aufgemacht. Da hatten wir viel Raum."
Patrick Hornung (VfB-Spieler) "Ich war sehr aufgeregt, es gibt noch manches zu verbessern. Insgesamt bin ich aber zufrieden."
Niclas Nylen (VfB-Spieler) "Ich wollte den Ball nur wegschlagen, nicht zum Torwart spielen. Ich kann nicht verstehen, daß das ein Rückpaß gewesen sein soll. Dazu fehlte die Absicht."
Peter Vougt (VfB-Spieler) "Ich hatte schon noch Probleme, aber ich werde sicherlich von Spiel zu Spiel lernen."
Ralph Burkei (VfB-Präsident) "Ganz, ganz stark der Patrick Hornung. Wenn der so weiter spielt, werden wir noch viel Freude an ihm haben."
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Wertung 3 Sterne (Tolle Stimmung und ein gutes Spiel. Vor allem der VfB hat in der zweiten Halbzeit gut kombiniert.)

Spielbericht

Am Anfang möchte ich mich dafür entschuldigen, daß es den Spielbericht erst heute gibt. Aber nachdem ich mit dem Fanbus nach Hause gefahren bin und dieser günstiger Weise wieder in Probstheida hielt (und nicht wie eigentlich immer am Hauptbahnhof), war ich erst nach Mitternacht zu Hause und dann war ich einfach zu müde, sorry an Euch solle (dies soll möglichst nicht mehr vorkommen:). Nun zum Spiel: Der VfB gewann im Sachsenderby beim 1.FC Dynamo Dresden am Ende souveräne mit 3:1. Und gleich am Anfang des Spieles (das kurioser Weise 15 Minuten später begann, da Schiedsrichter Keßler aus Wogau Verspätung hatte) konnten die gut 1000 mitgereisten VfB-Fans das 1:0 für den VfB bejubeln. Eine Flanke von Seifert wurde vor die Füße von Malacarne abgefälscht, der dann aus elf Metern in den Torwinkel traf. Doch lange konnten sich die VfB-Fans nicht freuen. Bereits fünf Minuten später gelang Dynamo durch Gütschow das 1:1. Allerdings war es ein sehr umstrittenes Tor. Niclas Nylen versucht den Ball im Strafraum wegzuschlagen, doch das Leder kommt auf VfB-Keeper Grundmann zu, der faustet den Ball ins Aus. Doch Schiedsrichter Keßler pfeift eine unerlaubte Rückgabe, doch dazu fehlte eigentlich die Absicht von Nylen und dann faustete Grundmann denn Ball noch weg. Doch alles protestieren half nicht. Den indirekten Freistoß aus gut sechs Metern schlenzte Gütschow überlegt ins äußerste Eck. Da hatte VfB-Keeper Grundmann keine Chance. Danach wurde die Partie ausgeglichener, aber zudem viel härter mit einigen unschönen Szenen. Viele Fans fragten sich warum der Schiedsrichter in der Zeit nicht einmal Gelb zückte und erst nach ca. 35 Minuten die erste Gelbe Karte gab (für Ronald Werner). Vorher hatten schon viele Spieler eine Gelbe Karte verdient und dies reklamierte auch VfB-Trainer Thomale. Zu der Zuschauerzahl von 3.880 ist übrings noch zu sagen, daß es sicherlich über 5.000 Zuschauer gewesen sind, denn Dynamo verschenkte vor dem Spiel 1.000 Freikarten und dazu kamen VfB VIP-Gäste und die vielen VfB-Fans. In dem umkämpften Abschnitt passierte nicht viel. Bis auf Fernschüsse von René Schmidt (23.) und Ronald Werner (25.) passierte nichts. Doch der erste durchdachte VfB-Angriff brachte dem VfB die 2:1 Führung. Neuzugang Vougt setzte nach einer halben Stunde Neuzugang Hornung in Szene, der von Linksaußen präzise flankt und Marco Dittgen keine Probleme hatte mit dem Kopf zu seinem zehnten Saisontor zu vollenden. Doch komischerweise gab die Führung dem VfB keine Sicherheit. Ballverluste im Mittelfeld (vor allem von Vougt und Seifert) luden Dynamo immer wieder zu Angriffen ein. Dann folgte eine Dynamo-Eckenserie (es waren wohl mindestens fünf Ecken hinter einander), bei der der VfB viel Glück hatte. Genauso wie bei einem Gütschow-Schuß aus fünf Metern (42.), den Malacarne noch mit dem Körper abwehrte. Dann war Pause und Trainer Thomale wechselte den sehr schwachen VfB-Neuzugang Peter Vougt aus. Vougt braucht sicherlich (wie sein Landsmann Nylen damals) noch Zeit, bis er sich an die Spielweise in der Regionalliga gewöhnt hat. Nach der Auswechslung von Vougt zog sich Seifert in das Mittelfeld zurück und der eingewechselte Brasilianer Fernando do Santos bildete wieder den "Regionalliga-Traumsturm" mit Marco Dittgen. Und plötzlich lief es beim VfB, jetzt waren die Leipziger klar überlegen und es war eigentlich nur eine Frage der Zeit bis der VfB ein Tor schießt. Doch Dynamo-Keeper Jovanovic rettete oft in höchster Not. Besonders gut gefiel Patrick Hornung (vor zwei Wochen von 1860 München gekommen), er leitete viele gute Kombinationen ein. Jovanovic rette aber dann gegen Do Santos (Flachschuß 48.), Dittgen (Kopfball 52.) und Seifert (Aufsetzer 58.). Auf der anderen Seite hatte der VfB dann einmal Glück, daß Torsten Jülich einen Eckball von Großmann mit dem Kopf von der Linie kratzen kann. Gunnar Grundmann hatten den Eckball vorher unterlaufen. Ab der 72. Minuten war Dynamo dann nur noch zehnt. Denn Schiedsrichter Keßler griff in der zweiten Hälfte etwas härter zu und zeigte öfters Gelb. Sascha Schönfeld sah Gelb-Rot, nach dem er wohl zum fünften mal Patrick Hornung von hinten in die Beine gegangen ist. Nach dem Platzverweis war das Spiel endgültig für Dynamo gelaufen. Der VfB drückte weiter und kam dann folge richtig zum 3:1 durch den heute sehr starken Jülich, der einen katastrophalen Patzer des eingewechselten Kaiser bestrafte. Am Ende hatte Dynamo Glück, daß die Niederlage nicht höher ausfiel. Als Fazit kann ich sagen, daß ich den VfB selten in dieser Saison so stark gesehen habe und man mit solch einer Leistung vor niemand Angst haben muß. Allerdings muß man, daß der VfB seine vielen Chancen noch besser nutzen muß sonst könnte so ein Spiel doch noch in die Hose gehen. Besonders überzeugt hat mich (und anscheint auch Trainer Thomale) Neuzugang Hornung, der eine echte Verstärkung auf der linken Seite ist. Er bringt mit seinen Freistößen, Ecken und Flanken auch mehr Gefahr ins VfB-Spiel. Eine kleine Enttäuschung war leider Peter Vougt, aber dem Schweden muß man einfach noch ein paar Wochen Zeit geben. Jetzt können wir uns auf das Spitzenspiel gegen den Chemnitzer FC am Freitag im Bruno-Plache-Stadion freuen, wo der VfB hoffentlich die nächsten drei Punkte holt.

(von Ronny John)

 

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