7. Spieltag

Regionalliga Nordost

 Saison 1998/99

Spieldaten VfB Leipzig

VfB Leipzig

3

SD Croatia Berlin

SD Croatia Berlin

1

Datum 11. September 1998
Uhrzeit 20.00 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 1.850
Schiedsrichter Scheibel (Calbe)
Torfolge 0:1 Perkovic (10.), 1:1 Dittgen (80.), 2:1 Dittgen (87.), 3:1 Do Santos (90.)
Gelb Jülich - Butkovic
Gelb-Rot -
Rot -
Aufstellung Leipzig Gunnar Grundmann
Frank Edmond
Michal Bordas
Reimund Mimuß (ab 63. Farai Mbidzo)
Niclas Nylen (ab 71. Markus Richter)
Frank Seifert
Matthias Dehoust (ab 46. Igor Lazic)
Torsten Jülich
Ronald Werner
Marco Dittgen
Fernando do Santos
Trainer: Hans-Ulrich Thomale
Aufstellung Croatia Nico Tomaschweski
Bego Catic
R. Kolak
Borislav Perkovic
Petar Butkovic
Bozo Kolak (ab 80. Mario Jurcevic)
Tolga Günes
Isa Sadriu
Nikica Vrcic (ab 74. Dario Kojundzija)
Ante Brzovic (ab 86. Mario Kunica)
Christian Bacic
Trainer: Husnija Fazlic
Interviews Uli Thomale (VfB-Trainer) "Wenn Dittgen so gut wäre, wie manche ihn schon sehen, dann würde er nicht bei uns, sondern in der Bundesliga spielen."
Gunnar Grundmann (VfB-Torwart) "Oft verliert man gerade solche Spiele. Das 1:1 war erlösend, das 2:1 und 3:1 kamen dann folgerichtig."
Anton Andric (Croatia-Präsident) "Ich bin enttäuscht und traurig über die ausländerfeindlichen Parolen einiger VfB-Fans. Sie sollten vielleicht daran denken, daß beim VfB auch sechs Ausländer unter Vertrag stehen."
Wertung 3 Sterne (der VfB in Dauer Offensive, aber die Chancenauswertung war mangelhaft)

Spielbericht

Der VfB hat sich im Spiel gegen den Tabellenletzten, SD Croatia Berlin, zu einem 3:1 Sieg gezittert. Nach dem Spiel kann man nur sagen: Glück gehabt. Trainer Uli Thomale hatte nach der desolaten Abwehrleistungen in Zwickau fast die gesamte Deckung umgekrempelt. Es flogen die Manndecker Küttner und Bancic aus der Anfangsformation. Für sie verteidigten Werner und Bordas, der wie Dehoust neu in die Mannschaft kam. Alles begann wie man erwartet hat, der VfB in Dauer Offensive. Doch in der 9. Minuten der erste gefährliche (und mit der einzige Kontor im Spiel überhaupt von Croatia) Konter, den Schuß kann aber Gunnar Grundmann, der für den in letzten Spielen schwachen Boris Jovanovic im Tor stand, zur Ecke klären. Die Ecke donnert Perkovic in der 10. Minute unter die Latte und es stand überraschend 1:0 für Croatia. Das war erst das dritte Saisontor für Croatia und die Sensation, die sich nun mit Mann und Maus hinten reinstellte, Der geschockte VfB fand gegen diese Zehner-Abwehrkette eine halbe Stunde lang keine Mittel, schlug immer wieder einfallslos den Ball hoch in den Strafraum. Flügelspiel, Doppelpässe, Überraschungsmomente - Fehlanzeige. Vor der Pause zeigte das ständige Anrennen Wirkung. Ein Abseitstor von Dittgen (41.) war Signal für die ersten zwingenden Angriffe. Seifert prüfte Torwart Tomaschewki mit einem 18-Meter-Knaller (44.) und spielte Sekunden später Dittgen frei, der zu lange zögert, so daß Libero Catic dazwischengrätschen konnte. Fast mit dem Pausenpfiff vergab Dittgen eine "Hundertprozentige": Aus zwei Metern brachte der Stürmer das Kunststück fertig, Tomaschweski noch anzuköpfen. Halbzeit zwei begann mit der Einwechslung von Lazic für Dehoust und der nächsten Riesenchance für Dittgen: Diesmal schoß er freistehend aus acht Metern so ungenau (47.), daß der Croatia-Keeper per Fußabwehr retten konnte. Langsam wurden die Fans nervös und es gab die ersten Pfiffe. Auf der Gegenseite hätte die Berliner bei ihrem zweiten Konter (50.) fast das 0:2 erzielt: Bacic düpierte die langsame VfB-Deckung, doch Grundmann rechtfertigte mit einer Glanzparade seine Nominierung. Es folgten die nächsten drei Großchancen durch Dittgen (53.,54.,61.), der sich zwar regelmäßig von seinem Bewacher löste, aber genauso regelmäßig am überragenden Tomaschweski und am eigenen Unvermögen scheiterte. In dem Spiel merkte man auch, warum der VfB noch einen Stürmer sucht, doch am wichtigsten wird wohl die Suche nach einem neuen Manndecker sein (diesmal sah auch Frank Edmond, ganz alt aus bei den wenigen Kontern). Dittgen erarbeitet sich wenigstens Möglichkeiten, wogegen Sturmpartner Do Santos lange ein Totalausfall war. Übrings, in der Halbzeit Pause schaffte ein VfB-Fan von der Gegengerade, das Kunststücke "den Fernando nach zu machen". Er gewann ein Original Trikot und drei Freikarten. Thomale riskierte alles, brachte Mbidzo für Mimuß und Debütant Richter für Nylen. Der Druck des überlegenen VfB wurde immer größer, doch auch Seifert (73.) versagte allein vor dem Tor. In der 80. Minuten nutzte Dittgen seine siebente Großchance (!) und erlöste mit einem plazierten Kopfball zum 1:1 sich selbst, seine Mannschaft und die 1.850 Zuschauer (davon 5 Mann aus Berlin!) im Bruno-Plache-Stadion. Und wie das Leben so spielt, markierte Dittgen drei Minuten vor Schluß auch noch das 2:1. In der Nachspielzeit erhöhte Do Santos nach schöner Vorarbeit von Richter sogar zum 3:1. am Ende gab es Jubel statt Pfiffen (wie in der Halbzeitpause). Jetzt heißt es auch, daß der VfB den vermeintlich einfachen Gegner, den SV Babelsberg 03, am nächsten Freitag schlägt um an der Spitze dran zu bleiben. Jetzt können die Kicker und Fans des VfB, die Wochenende Ergebnisse der Regionalliga verfolgen und auf ein paar Ausrucher der Spitzenteams hoffen (vor allem vom FSV Zwickau). (von Ronny John)

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