1. Runde

Sachsen-Pokal

 Saison 1999/2000

Spieldaten  

Großenhainer FV

1

VfB Leipzig

VfB Leipzig

3

Datum 01. September 1999
Uhrzeit 18.00 Uhr
Spielstätte Jahnkampfbahn (Großenhain)
Zuschauer 940
Schiedsrichter - (Torgau)
Torfolge 0:1 Gaißmayer (11.), 0:2 Gaißmayer (17.), 0:3 Metzner (21.), 1:3 Miltzow (41.)
Gelb 1 x Großenhainer - Dürr
Gelb-Rot -
Rot -
Aufstellung Großenhain Maik Trentzsch
Frank Matthes
Mirko Natzschkla
Heiko Kuschmierz
Olaf Kittan
Thomas Möbius
Krysztof Palczewski (ab 84. Holm Winkler)
Jörg Kunze
Björn Jantzen (ab 84. Mirko Bauschke)
Michael Tennert (ab 76. Antonio Nhazima)
Sebastian Milzow
Trainer: Norbert Schleicher
Aufstellung Leipzig Goran Curko
Burkhard Reich
Dirk Dorbath
Thorsten Görke
Torsten Jülich
Marco Rose (ab 71. Ivica Bancic)
Kai Metzner (ab 69. Peter Vougt)
Ronald Werner
Frank Seifert
Holger Gaißmayer (ab 31. Fernando do Santos)
Alexander Dürr
Trainer: Achim Steffens
Interviews Achim Steffens (VfB-Trainer) "Ich hoffe erst einmal, dass nicht zu viele Spieler verkauft werden. Schließlich muss ich ja zwei Mannschaften bestücken. Aber nach der Leistung heute, muss sich einfach jeder verbessern, den so geht es nicht weiter. Fußball spielen ist doch wie Fahrrad fahren, dass verlernt man nicht. Aber anscheint muss ich erst einmal überprüfen ob die Spieler Fahrrad fahren können. Heute hätte einfach die Chance genutzt werden um hier ein Schützenfest zu veranstalten. Ich hätte heute gerne mal meine Jungs gesehen, die hätten den Gegner gnadenlos abgeschossen. Jeder Spieler hätten sich auf den Rasen einstellen müssen und man muss doch bei abspielen mal gucken wo der neben Mann steht. Bei Vorstößen wie von Dorbath, muss man sein eignes Ego doch einfach mal überwinden und den freien Mann abspielen. Einige Spieler turnten dazu noch darum, wo sie nicht hingehören. Auch darf man nicht immer nur gnadenlos in die Mitte flanken, man muss doch einfach auch mal die zweite Reihe bedienen. Aber trotzdem wird der VfB am Ende weit vorne stehen. Ich werde das schon irgendwie hinbekommen. Der Kai Metzner hat einen guten Schuss und die Verletzung von Gaißmayer ist nicht gerade schlimm. Aber auch ein Metzner turnte für meine Verhältnisse einfach zu weit draußen rum, wo er überhaupt nichts zu suchen hat."
Wertung 2 Sterne (Vor allem in der zweiten Hälfte nur eine "lästige" Pflichtaufgabe. Das Spiel war innerhalb von 10 Minuten gelaufen.)
Diesmal leider keine Videos und Fotos!

Spielbericht

Der VfB gewann das erste Pflichtspiel unter Trainer Achim Steffens eigentlich locker mit 3:1 gegen den Bezirksligisten Großenhainer FV, der sich durch den gewinn des Dresdner Bezirkspokal für den Sachsen-Pokal qualifiziert hatte. 940 Zuschauer (darunter gut 50 VfB-Fans) erlebten in der ersten Hälfte ein flottes Spiel, wo der VfB viele Torchancen besaß. In der zweiten Halbzeit ging die Leistung dann allerdings in den Keller. Am Ende zählte für die Leipziger nur das alte Pokalmotto: Hauptsache eine Runde weiter! Aber nun zum Spiel:

Achim Steffens begann sein erstes Spiel als Chef-Coach des VfB Leipzig nur mit zwei Veränderungen, gegenüber der Stepi-Elf von Erfurt. Neben Alexander Dürr, durfte auch Kai Metzner von Anfang an ran und der 20jährige aus der Oberliga-Elf konnte eigentlich auch recht gut überzeugen. Steffens hätte gerne noch mehr "seiner" Jugend-Spieler eingesetzt, aber dann wären die am Wochenende für die Zweite Mannschaft gesperrt. Steffens sagte nach dem Spiel auch, dass es so ein Spiel mit der Oberliga-Elf hier nicht gegeben hätte. Sie hätten, im Gegensatz zu den "Profis", diese Chance genutzt und hier ein Schützenfest veranstaltet. Aber der VfB setzte die Großenhainer am Anfang trotzdem sofort unter Dauerdruck, so das sich der Gastgeber in den ersten 30 Minuten nur zwei-, dreimal aus der eignen Hälfte befreien konnte. Der Respekt der Großenhainer war am Anfang anscheint riesig und der Trainer schien die Devise ausgegeben haben, so wenig Tore wie möglich zu kassieren. In der 2. Minute wird Stürmer Holger Gaißmayer von Jülich bedient, doch Gaißmayer scheitert am GFV-Keeper. Danach wird die Belagerung des GFV-Strafraums noch größer und die beiden Manndecker, Dirk Dorbath und Thorsten Görke, schalten sich noch zusätzlich in die Angriffe ein. In der 4. Minute geht ein Schuss von Frank Seifert knapp über das Tor. In der 7. Minute scheitert Ronald Werner mit einem Weitschuss an den guthaltenden GFV-Keeper. Wenige Sekunden später scheitert erneut Gaißmayer am Torhüter, nach dem ihn Kai Metzner wundeschöne bedient hat. In der 8. Minute dann plötzlich eine Riesenchance für die Großenhainer. Kai Metzner rutscht auf den glatten Rasen aus und so kann der GFV-Stürmer allein auf VfB-Keeper Goran Curko zu laufen, doch Curko kann nach einem schwachen Abschluss prima parieren. Ach so war Curko nicht ganz unbeschäftigt, da er (vor allem dann in der zweiten Halbzeit) immer wieder angespielt wurde und öfters retten musste. In der 9. Minute scheitert dann wieder Gaißmayer völlig freistehend, nach einer schönen Vorarbeit von Frank Seifert über links. In der 11. Minute dann endlich der langfällig Führungstreffer für den VfB. Dirk Dorbath setzt sich über links gegen vier Mann durch und flankt genau auf Holger Gaißmayer, der vorher schon drei Riesen Chancen verschenkt hat, und der hat keine Probleme ein zu schieben. In der 15. Minute schießt der zweite Stürmer (Dürr), der heute sehr unglücklich agierte, über das Tor. In der 17. Minute kommt dann Frank Seifert über rechts und setzt erneut Gaißmayer in Szene der zum verdienten 2:0 für die Leipziger vollendet. In der 19. Minute führt dann Marco Rose einen Freistoß von der Strafraumgrenze aus und Reich köpft in der Mitte den Keeper an. In der 21. Minute schlägt dann der 20jährige Kai Metzner zu, der den Ball aus über 20-Metern in das Dreiangel haut (nach Vorarbeit des Manndeckers Dorbath, der wieder drei Mann aussteigen lässt). In der Phase verloren die Großenhainer jeden Zweikämpfe, ja sogar die Einwürfe, an den VfB. In der 30. Minute dann der Bruch im Spiel als sich Holger Gaißmayer leicht verletzte und fast alle Spieler, zur Enttäuschung der Zuschauer, einen Gang zurück schalteten. Der für Gaißmayer eingewechselte Do Santos wirkte heute richtig lustlos und überhaupt noch nicht spritzig und das lag nicht nur daran, dass er noch nicht richtig warm war (Steffens hatten ihn direkt von der Bank auf das Spielfeld geschickt). In der 37. Minute hat Do Santos aber dann auch mal eine Chance, sein Schuss geht aber weit über den Kasten. In der 40. Minute setzt sich Jülich gegen vier Mann durch, aber sein Abschluss war einfach zu schwach. In der 41. Minute dann das, was nicht passieren durfte: ein Gegentor. GFV-Stürmer Sebastian Miltzwo (mit der Nr.11) hält den Ball an der Strafraumgrenze, wird nur sehr schlampig angegriffen und dann zieht Miltzwo einfach mal ab und kann Curko überwinden, welchen die Sicht verbaut war. Vor der Pause dann noch zwei VfB-Chancen durch Dürr (44.) und Do Santos (45.), die aber nicht zum Erfolg führten.

Kurz nach der Pause gibt es (endlich) die erste Gelbe Karte des Spiels für die Großenhainer, da es in der ersten Halbzeit schon einige rüde Fouls gab. In der 47. Minute bereit Manndecker Thorsten Görke über rechts vor und Do Santos scheitert mit einen Kopfball. In der 53. Minute hat dann Kapitän Marco Rose die große Chance auf 4:1 zu erhöhen, doch er schieß völlig frei an den Keeper und dem Tor vorbei. Hier hätte der junge Kapitän, welchen Vorgeschlagen wurde (von Steffens), die Binde wieder abzugeben, den Keeper umspielen müssen. Der VfB hatte zwar immer noch einige Chancen, war aber lange nicht mehr so druckvoll und vor allem so gefährlich wie in der ersten Hälfte. In der 56. Minute scheitert Libero Burkhard Reich mit einem Kopfball und in der 60. Minute scheitert dann auch Fernando do Santos mit einem Gewaltschuss an den GFV-Keeper. Danach gab es zu Recht Gelb für Alexander Dürr, der wohl etwas Frust entladen wollte. In den folgenden Minuten vertändelt mehrmals der Brasilianer Do Santos den Ball vor dem Tor. In der 69. Minute muss dann der junge Kai Metzner leicht angeschlagen vom Platz und für ihn kam der Schwede Peter Vougt zu seinem ersten Einsatz in dieser Saison in der ersten Mannschaft. In der 71. Minute scheitert dann GFV-Stürmer Miltzwo völlig frei vor dem VfB-Tor, nach dem er sich gegen einen Ronald Werner durch setzen konnte. Danach wurde beim VfB auch Kapitän Marco Rose ausgewechselt, für ihn kam Ivica Bancic. Die Kapitänsbinde bekam übrings nicht Burkhard Reich, sondern der zweite Oldie, Ronald Werner. In der 74. scheitert dann erneut Reich mit einem Kopfball nach einer Ecke von Seifert am guten Großenhainer Torhüter. In der 80. Minute schieß dann wieder einmal Do Santos weit über den Kasten und in der 82. Minute hat Stürmer Alexander Dürr die letzte gute VfB-Möglichkeit, doch Dürr kann den Ball im leeren (!) Tor nicht versenken. Danach folgten noch ein paar einigermaßen gute Konter der Großenhainer, die sie aber (zum Glück?!) nicht in Tore ummünzen konnten.

Fazit: Der VfB hat sich auch unter Steffens nicht mit Ruhm bekleckert. Aber immerhin wurden etwa 30 Minuten lang ordentlich Fußball gespielt, wo die Gastgeber auch gnadenlos unter Druck gesetzt wurden. Und wie Steffens nach dem Spiel auch sagte, hätte die Mannschaft heute die Chance nutzen müssen und sich den Frust der Regionalliga mit einem Schützenfest von der Seele schießen müssen. An dieser Stelle muss besonders der "super" Stadionsprecher erwähnt werden, so etwas langweiliges und lustloses hat man selten gehört. Man konnte sich dadurch immer wieder an seinen Durchsagen erfreuen. Was die meisten Fans auch sehr amüsiert hat, waren immer wieder die treffenden Meinungen von VfB-Trainer Achim Steffens. Er agierte fast wie bei "seiner" Zweiten Mannschaft, ich denke da können sich die meisten Profis noch auf etwas gefasst machen (was er dann auch anschließend im Interview sagte).

(von Ronny John)

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