Viertelfinale

Sachsen-Pokal

 Saison 1999/2000

Spieldaten VfB Leipzig

VfB Leipzig II

0

FC Erzgebirge Aue

FC Erzgebirge Aue

1

Datum 27. November 1999
Uhrzeit 13.30 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 350
Schiedsrichter Petzold
Torfolge 0:1 Kirsten (58./Foulelfmeter)
Gelb Schmidt - Grund, Pagels
Gelb-Rot -
Rot -
Aufstellung Leipzig René Koslowski
Christian Schmidt
Daniel Ferl (ab 76. Sven Dossmann)
Jörg Rosenkranz
Nico Knaubel
Rico Kipping
Maik Kunze
Reimund Mimuß (ab 81. Milenko Dedovic)
Nico Kanitz
Markus Richter
Peter-Sebastian Gunkel
Trainer: Jörg Seydler
Aufstellung Aue Sven Beukert
Hagen Schmidt
Radek Sionko
Udo Tautenhahn
Enrico Barth
Petr Grund
Borislav Tomoski
Mark Nowacki
Jörg Kirsten (ab 65. Steffen Binke)
Peter Heidler
Harun Isa (ab 46. Marian Pagels)
Trainer: Gerd Schädlich
Interviews Jörg Seydler (VfB-Trainer) "Respekt vor der Leistung meiner Jungs. Es hat Spaß gemacht, zuzusehen."
Gerd Schädlich (Aue-Trainer) "Das war heute nicht gerade berauschend. Man dachte, bei uns steht die Zweite Mannschaft auf dem Platz. Der Schiedsrichter war besser als wir. Aber das war auch nicht schwer. Zum Elfmeter: So einen Elfmeter bekommt man auswärts nicht gerade immer. Die Leistung der Oberliga-Mannschaft des VfB kommt für mich nicht überraschend. Hier wird seit Jahren eine gute Nachwuchsarbeit gemacht. Da fehlt es noch bei uns."
Lutz Lindemann (Aue-Sportdirektor) "Wenn wir im Halbfinale zur Ersten des VfB müssen, bringen wir auch unsere Erste Mannschaft mit."
Achim Steffens (Trainer Erster Mannschaft des VfB) "Ich war begeistert von der Leistung der jungen Spieler. Das hat heute auch wieder gezeigt, dass unsere Nachwuchsarbeit nicht Pleite gehen darf. Der Schiedsrichter hat heute wieder sehr schlecht gepfiffen. Schon in den letzten Wochen gegen Union oder auch beim Punktspiel gegen Aue war der Schiri nicht gerade auf unser Seite! Vielleicht liegt es am derzeit schlechten Image?"
Wertung 2,5 Sterne (Gute Leistung der VfB-Fohlen, mit etwas Glück hätte es eine Pokal-Sensation gegeben. Aue bot dagegen meist Fußball zum abgewöhnen!)
50 Fotos und 7 Videos vom Spiel in der Galerie!

Spielbericht

"Hauptsache, eine Runde weiter...", dieser Spruch gilt heute wieder einmal für den Favoriten aus dem Erzgebirge. Denn trotz einer starken Leistung verloren die VfB-Fohlen vor 350 Zuschauer (darunter ca. 60 Fans aus Aue) im Bruno-Plache-Stadion mit 0:1 gegen den FC Erzgebirge Aue. Mit etwas Glück wäre die Pokal-Sensation für die Mannschaft von Trainer Jörg Seydler heute drin gewesen! Aber nun zum Spielverlauf:

Jörg Seydler ließ heute Reimund Mimuß und Daniel Ferl wieder von Anfang an spielen. Dafür musste zum Beispiel Milenko Dedovic auf der Ersatzbank Platz nehmen! Neben dem Jugoslawen saßen zum ersten Mal auch drei A-Jugend Spieler auf der Auswechselbank der II. Mannschaft (im Pokal sind sie Spielberechtigt). Es handelte sich dabei um die Talente Torsten Kühnast, Hennes Kinne und Sven Dobiasch (die allerdings im Spielverlauf nicht zum Einsatz kamen). Aue-Trainer Gerd Schädlich hatte Respekt vor der Oberliga-Mannschaft des VfB und schickte (soweit möglich) die beste Formation auf den Platz. Die Anfangsphase verschließ der Favorit dann aber und der Gastgeber kam in der 3. Minute, durch einen Freistoß von Maik Kunze aus 20 Metern, zur ersten Chance. Auch im weiteren Spielverlauf sollte sich an der besseren kämpferischen Einstellung des VfB nichts ändern (während Aue in der ersten Hälfte so gut wie nie vor dem Tor von René Koslowski auftauchte). In der 8. Minute streift ein Schuss von Stürmer Peter-Sebastian Gunkel am Tor vorbei. Schon jetzt fiel der kleinliche Schiedsrichter Petzold auf, der den Spielfluss durch viele unnütze Pfiffe auf beiden Seiten mehr als blockierte. Nach der Chance von Gunkel kehrte wieder etwas mehr Ruhe ins Spiel ein, so dass es erst wieder in der 25. Minute, nach einem Eckball, gefährlich wurde. Doch Nico Kanitz schießt aus guter Position am Tor vorbei. Zwei Minuten später bringt Kanitz eine Flanke von links gefährlich in den Strafraum, doch nicht nur Aue-Keeper Beukert verpasste den Ball, sondern auch die VfB-Stürmer. In der 42. Minute pariert dann René Koslowski einen Kopfball eines Gäste-Spielers, die darin ihre erste gefährliche Chance hatten. Dann pfiff Herr Petzold pünktlich zur Halbzeit und die Zuschauer konnten sich bei relativ angenehmen Temperaturen (trotz eines starken Windes) etwas "Stärken" (nach dem Spielverlauf war eigentlich noch einer längerer Pokal-Nachmittag zu erwarten). Insgesamt war in der ersten Halbzeit kein Klassenunterschied auszumachen, viel mehr dominierte die II. Mannschaft des VfB das Spiel!

In der Anfangsviertelstunde der zweiten Hälfte tat sich nicht viel auf den Rasen. Auf Gäste-Seite wurde der agile Stürmer Harun Isa vermisst, der zur Halbzeit gegen Marian Pagels auswechselt werden musste. Doch mitten in die erneute schwäche Phase des Spiels ertönte der Pfiff von Schiri Petzold, der plötzlich Elfmeter für Aue pfiff. Der erfahrene Udo Tautenhahn ließ sich im VfB-Strafraum, nach dem er ganz leicht am Trikot von Peter-Sebastian Gunkel berührt wurde, "clever" fallen und das Schiedsrichter-Gespann viel darauf ein (aus VfB-Sicht ein unglücklicher und wohl vor allem ein unberechtigter Elfmeter-Pfiff: Den Beweis gibt es in der Galerie als Video). Zum Elfmeter tritt Jörg Kirsten an, der ihn ganz souveräne mit einem Schuss in die rechte Ecke verwandelt. Insgesamt kamen die Gäste aus dem Erzgebirge etwas schwungvoller aus der Kabine, hatten den Führungstreffer aber eigentlich nicht verdient gehabt. Nach dem Führungstreffer für Aue verschärften die VfB-Fohlen ihren Druck: In der 60. Minute hält Aue-Keeper Beukert ohne größere Probleme ein Schuss von Markus Richter. Fünf Minuten später scheitert Nico Kanitz von halb links mit einem strammen Schuss an Keeper Beukert. In der 66. Minute "tanzt" dann Maik Kunze über rechts drei Gegenspieler aus, doch seine Eingabe von der Grundlinke kann Peter-Sebastian Gunkel nicht zum Tor verwerten (der Ball trudelte am Tor vorbei). Eine Minute später pariert Koslowski dann nach einem Konter einen Schuss aus Nahdistanz. In der 69. Minute waren dann wieder die Leipziger dran: Doch Gunkel köpf nach einen Freistoß übers Tor! Das war wohl bisher die größte Chance zum Ausgleich. Die Leipziger gaben sich immer noch nicht auf und mit Sven Dossmann und auch mit Milenko Dedovic kam mehr Schwung ins Offensiv-Spiel der Oberliga-Truppe des VfB! In der 78. Minute scheitert wieder Gunkel mit einem Schuss von rechts aus sehr guter Position. In der 82. Minute hätten dann Hagen Schmidt nach einem Eckball auf Seiten der Gäste beinah das 0:2 gemacht. In den restlichen Minuten spielten die Auer ihre "Erfahrung" aus und hauten den Ball gleich wieder aus ihrer Spielhälfte. Die Flanken von Kanitz und Dossmann wurden von den langen Abwehrspielern leider jetzt immer wieder abgefangen und in der Schlussminute hätte Marian Pagels eigentlich das 0:2 machen müssen. Erst spielt Pagels Keeper Koslowski aus, dann lässt er sich "irgendwie" zu viel Zeit und der VfB-Keeper kann sich dann Ball wieder von den Füßen des Aue-Spielers "greifen". Jeder im Stadion fragte sich, was Pagels da geritten hat, dass er nicht auf das Tor geschossen hatte. Wenige Sekunden später war dann leider Schluss und die Gäste aus dem Erzgebirge zogen ins Halbfinale des Sachsen-Pokals ein! Die treuen VfB-Fans (die ihre Mannschaft besonders lautstark in der zweiten Hälfte anfeuerten) feierten dann ihre Nachwuchs-Spieler mit "Standing Ovations"!

Fazit: Tja, die II. Mannschaft des VfB schied heute mit viel Pech aus! Gegen den äußerst schwachen Regionalligisten war heute mehr drin, doch das Glück war nicht auf Seiten der Leipziger! Dagegen scheinen die Erzgebirgler in dieser Saison das Glück im Bruno-Plache-Stadion "gepachtet" zu haben. Die besten Leipziger waren Nico Kanitz, Peter-Sebastian Gunkel und vor allem in der ersten Hälfte Reimund Mimuß. Auch Maik Kunze konnte mit einigen Tricks gefallen! Dazu stand die VfB-Abwehr um Libero Rico Kipping meistens sicher und der Keeper René Koslowski hielt heute wieder fast alles. Auf Aue-Seite konnte sich niemand hervor heben, am besten gefiel einen noch Jörg Kirsten und Marek Nowacki! Jetzt heißt es hoffen, dass es nicht schon im Halbfinale wieder heißt: VfB Leipzig gegen den FC Erzgebirge Aue! Denn dann würde der Sieger und das Ergebnis schon wieder fest stehen, oder?!

(Ein Gruß geht aber an dieser Stelle an Steffen Binke vom FC Erzgebirge, mit dem man sich an der Außenlinie in der ersten Halbzeit toll unterhalten konnte und an Goliath von der Aue-Fanpage)!

(von Ronny John)

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