11. Spieltag

Regionalliga Nordost

 Saison 1999/2000

Spieldaten Lok Altmark Stendal

Lok Altmark Stendal

0

VfB Leipzig

VfB Leipzig

1

Datum 17. Oktober 1999
Uhrzeit 14.00
Spielstätte Wilhelm-Helfers-Kampfbahn (Stendal)
Zuschauer 1.488
Schiedsrichter Fröhlich (Berlin)
Torfolge 0:1 Werner (48./Foulelfmeter)
Gelb Geidel - Dürr
Gelb-Rot -
Rot -
Aufstellung Stendal Marco Eckstein
Patrick Zimmermann
Randy Gottwald
Ali Moustapha
Silvio Demuth
Thomas Lässig (ab 62. Ivelin Spasov)
Marcel Geidel
Mike Klenge
Atanas Georgiev (ab 55. Markus Hoffmann)
Rainer Wiedemann
Henry Berg
Trainer: Hartmut Sommer
Aufstellung VfB Leipzig Gunnar Grundmann
Burkhard Reich
Dirk Dorbath
Thorsten Görke
Ronald Werner (ab 82. Igor Lazic)
Ivica Bancic (ab 73. Michal Bordas)
Frank Räbsch
Marco Rose
Frank Seifert (ab 67. Torsten Jülich)
Alexander Dürr
Fernando do Santos
Trainer: Joachim Steffens
Interviews Achim Steffens (VfB-Trainer) "Am Ende ein verdienter Sieg für uns! Der Sieg war sehr wichtig für die Moral, in dieser für den Verein schwierigen Phase. Jetzt wollen wir eine Serie hinlegen. Ich würde aber nicht sagen, dass das Motto heute gegolten hat: Tote leben länger. Wir waren noch nicht Tod und ich glaube auch, dass wir nie Tod sein werden. Es geht auf jeden Fall weiter! Es war ein Arbeitssieg. Ich bin sehr froh über den Sieg gewesen. Einige hatten aber anscheint nach dem Führungstreffer Bammel zu gewinnen. Ich freue mich nach dem Sieg vor allem für meine jungen Spieler. Sie sind unsere Zukunft. Fußball zelebrieren können wir aber einfach nicht mehr."
Hartmund Sommer (Interims-Trainer von Stendal) "Wir haben gegen die kompakte Abwehr der Leipziger nie ein Mittel gefunden. Wir haben über 90 Minuten nie zu unserem Spiel gefunden, wir waren viel zu hektisch."
Marco Rose (VfB-Spieler) "Das war ein lebenswichtiger Sieg für uns, wir haben den Anschluss nach oben gewahrt. Nach dem Führungstreffer spielten wir aber teilweise nur Angsthasenfußball. Vor der Pause haben wir schön über Außen gespielt, das leider nicht durchgezogen."
Ronald Werner (VfB-Spieler) "Alle haben gesehen, dass es noch geht. Darauf können wir aufbauen. Ich schieße die Elfmeter fast immer in die Mitte. Das ist meine Masche. Ich kenne keinen Torwart, der stehen bleibt."
Burkhard Reich (VfB-Spieler) "Wir haben uns das Leben schwer gemacht, weil das zweite Tor nicht fiel. So mussten wir bis zum Ende zittern."
Gunnar Grundmann (VfB-Torwart) "Ein Sieg für das Selbstvertrauen."
Wertung 3 Sterne (Besonders in der zweiten Hälfte ein ganz unterhaltsames Spiel, mit einem verdientem Sieger am Ende!)
Diesmal leider keine Fotos und Videos!

Spielbericht

Endlich gab es auch in einem Punktspiel wieder einen Erfolg für die VfB-Mannschaft und dazu noch Auswärts (bis auf das 1:0 in Magdeburg wurde Auswärts in dieser Saison immer verloren!). Die Mannschaft von Trainer Achim Steffens gewann am Stendaler "Hölzchen" mit 1:0. 1.488 Zuschauer (darunter ca. 250 Leipziger) erlebten eine gute Regionalliga-Partie, wobei der VfB am Ende verdient gewann. Die VfB-Fußballer zeigten es also allen Kritiker, die der Mannschaft bescheinigt haben, dass sie durch die äußeren Einflüsse und dem eignen "Leistungsvermögen" so schnell kein Spiel mehr gewinnen können. Aber wieder einmal bewies die "VfB-Jugend" ihre Klasse:

Um die beiden "Oldies" Ronald Werner und Burkhard Reich gesellten sich heute wieder jede menge junge Spieler (bis auf Seifert, Do Santos und Dürr). Und besonders Marco Rose und Frank Räbsch zeigten, was sie können! Der VfB begann sehr druckvoll und hatte bereits nach drei Minuten durch einen Schuss von Frank Seifert aus gut 20 Metern die erste Chance. Der Ball strich aber über das Tor, des heute erneut gut haltenden Marco Eckstein (dieser sollte ja am Anfang der Saison eigentlich nach Leipzig wechseln). Eine Minute später hatte Thomas Lässig eine gute Möglichkeit für den Gastgeber: Doch sein Ball segelt über den VfB-Kasten. Der VfB drückte weiter und erstaunte die Zuschauer mit dem guten Spiel. Nach gut 15 Minuten kann sich Marco Rose über links durchsetzen und flankt gefährlich in den Strafraum. Doch Do Santos kann den Ball aus fünf Metern nicht im Tor von Stendal unterbringen. Da versagten dem Brasilianer wohl etwas die Nerven (letzte Saison hätte der Publikumsliebling die Chance wohl genutzt). In der 21. Minute wurde erneut Frank Seifert mit einem Fernschuss gefährlich, der aber wieder knapp über das Tor zischte. Dann legte auch der Gastgeber los: Besonders gefährlich wurde es in der 27. Minute. Rainer Wiedemann passt auf den Stendaler Mike Klenge, doch dieser trifft aus 15 Metern nur die Latte. Glück für Gunnar Grundmann im VfB-Tor, der den Ball beim herauslaufen nicht mehr erwischte. In der 29. Minute war dann wieder der VfB dran: Frank Seifert setzt sich wunderschöne über rechts durch, in der Mitte kommt Marco Rose zum Kopfball, der aber aus sechs Metern nur Keeper Eckstein anköpfen kann. Kurz vor dem Halbzeitpfiff waren wieder die Altmärker dran: Nach einem Freistoß verschätzt sich Gunnar Grundmann beim raus laufen und seine Faustabwehr landet beim Stendaler Klenge. Doch den Kopfball von Klenge auf das leere Tor des VfB, kann der junge Thorsten Görke vor der Torlinie wegschlagen. In der 45. Minute verstolperte dann Alexander Dürr freistehend vor dem Stendaler Tor die mögliche VfB-Führung. Zum Halbzeitpfiff stand es 3:3, aber nur nach Großchancen. Auf der Anzeigentafel im "Hölzchen" prangerte nach den ersten 45 Minuten noch das 0:0. In der ersten Hälfte konnte der VfB besonders durch seine Flügel Läufe überzeugen (Marco Rose über links und Regionalliga-Debütant Frank Räbsch über rechts).

Zu Beginn der zweiten Hälfte sollte sich dies recht schnell ändern. In der 47. Minute "tanzt" sich VfB-Stürmer Alexander Dürr durch die FSV-Abwehr und wird von Marcel Geidel im Strafraum ganz klar gefoult. Den fälligen Elfmeter verwandelt "Fußballgott" Ronald Werner wieder sicher zum 1:0, FSV-Keeper Eckstein hatte keine Chance. Die Führung brachte Ruhe in das Spiel des VfB und die Leipziger wurden zur Überraschung aller noch stärker. Doch die VfB-Offensive scheiterte immer wieder an Keeper Eckstein. In der 52. Minute hatte erst Atanas Georgiev und dann Rainer Wiedemann mit dem Nachschuss die Möglichkeit zum 1:1. An dieser Stelle muss man auch Manndecker Dirk Dorbath Respekt zollen: Dorbath hatte seinen Gegenspieler Wiedemann fast immer im Griff (das ist ja bisher noch nicht vielen Abwehr-Spielern in der Regionalliga gelungen). Der Gastgeber kam dann kaum noch gefährlich aus der eignen Hälfte aus. In der 71. vergibt Dirk Dorbath vor dem Tor. In der 79. Minute scheiterte dann Alexander Dürr vor dem Stendaler Tor. In der 87. Minute schien dann endgültig das 2:0 fällig zu sein. Frank Räbsch flankt nach einem Konter auf den eingewechselten Igor Lazic (müsste so ein Techniker nicht von Anfang an spielen?), doch dieser scheitert wieder an Marco Eckstein. In der letzten Minute war es dann wieder Dürr, der vor dem FSV-Tor scheiterte. Dann war das Spiel endlich vorbei und die Mannschaft konnte mit den treuen VfB-Fans diesen wichtigen Sieg entsprechend feiern.

Fazit: Die Mannschaft zeigte eine Trotzreaktion auf die Vorkommnisse im Umfeld des VfB. Mit diesem Kampfgeist und dem wiedergefundnen "Spielwitz" könnte es in den nächsten Wochen wieder Berg auf gehen. Wichtig dafür wäre schon ein Erfolg am Freitag gegen Erzgebirge Aue, die sich derzeit in Top-Form befinden. Vielleicht kommt ja in der Woche noch ein Erfolg am grünen Tisch (bzw. ein Wiederholungsspiel gegen Dynamo Dresden). Die besten Leipziger waren heute Marco Rose, Frank Seifert und auch Ronald Werner, der seine Nervenstärke bewies. Auch der Sturm konnte in ansetzen wieder zeigen, was er kann. Hoffen wir, dass es in den nächsten Wochen weiter Berg auf geht (vielleicht nicht nur sportlich sondern vor allem finanziell) ...

(von Ronny John)

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