16. Spieltag

Regionalliga Nordost

 Saison 1999/2000

Spieldaten VfB Leipzig

VfB Leipzig

3

BFC Dynamo

BFC Dynamo

0

Datum 04. Dezember 1999
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 3.000
Schiedsrichter Häcker (Pentz)
Torfolge 1:0 Lazic (41.), 2:0 Brestrich (45.), 3:0 Lazic (75.)
Gelb Werner - Majchrzak, Maric
Gelb-Rot -
Rot -
Aufstellung Leipzig Gunnar Grundmann
Burkhard Reich
Thorsten Görke
Michal Bordas
Frank Räbsch
Ronald Werner
Heiko Brestrich (ab 57. Torsten Jülich)
Igor Lazic (ab 77. Fernando do Santos)
Marco Rose
Alexander Dürr (ab 86. Ivica Bancic)
Frank Seifert
Trainer: Joachim Steffens
Aufstellung BFC Nico Tomaschewski
Jörn Lenz
Robert Majchrzak
Mario Kallnik
Thomas Petzold
Martino Gatti
Toga Günes (ab 61. Andre Schmeißer)
Dirk Rehbein
Norman Struck (ab 57. Thorsten Boer)
Leo Maric
Denis Koslow (ab 57. Marcel Riediger)
Trainer: Klaus Goldbach
Interviews Achim Steffens (VfB-Trainer) "Wir haben nach ein paar Minuten zu unserer Ordnung gefunden und haben das Spiel wohl dominiert und auch endlich die Tore gemacht. Nach dem 0:2 zur Pause hatte der BFC nichts mehr zu verlieren und das ist gerade das gefährliche. Diese schwierige Phase haben wir gemeistert, dazu kann ich meiner Mannschaft nur gratulieren. Ich bin hochzufrieden, vor allem das wir zu null gespielt und dabei 3 Tore geschossen haben. Hinter dem Erfolg steckt viel Arbeit und man darf nicht mir, sondern der Mannschaft gratulieren. Igor Lazic war wohl heute mit der überragende Spieler. Ich wusste was er kann, er musste nur noch kämpfen lernen! Das kann er nun und hat seine Chancen mehr als genutzt. Ich denke, es war heute seine beste Leistung, seit dem er beim VfB ist."
Klaus Goldbach (BFC-Trainer) "Ich kann den Leipzigern nur gratulieren. Zu der Leistung meiner Mannschaft möchte ich nicht viel sagen. Wir haben zwar 40 Minuten gut mitgehalten, doch dann haben wir uns in unser Schicksal ergeben. So kann es nicht weitergehen! Ich kann die Fans verstehen ..."
Helmut Sixt (VfB-Schatzmeister) "Die letzten Wochen waren wohl die schwierigsten meines Lebens. Doch nach dieser Vorstellung weiß ich, dass sich die Arbeit gelohnt hat und wir durch das Insolvenzverfahren durch müssen. Dieser Sieg gibt mir viel Optimismus, dass war Werbung für den VfB!"
Volkmar Wanski (BFC-Präsident) "Wir werden heute nicht über den Trainer entscheiden. Heute stehe ich nicht hinter dem Trainer, sondern sitze neben ihn. Es wird aber immer schwieriger und es wird wohl bald eine Entscheidung in der Trainerfrage geben, aber darüber wird heute nicht diskutiert. Die Niederlage war sehr schmerzhaft und vor allem verdient. Ich bin sehr enttäuscht von der Leistung der BFC-Mannschaft. Die Niederlage heute hat nichts mit Pech zu tun ..."
Burkhard Reich (VfB-Spieler) "Siegen ist ohnehin das Einzige, was wir für den Verein derzeit zu tun haben."
Heiko Brestrich (VfB-Spieler) "Ich bin immer da wo es brennt, ich habe wohl dafür ein Näschen."
Wertung 3 Sterne (Die VfB-Fans erlebten einen überlegnen Gastgeber, der besonders durch die Torschützen Lazic und Brestrich überzeugen konnte!)
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Spielbericht

Trotz des Insolvenzverfahren feierte der VfB mit einem 3:0 Heimsieg gegen den BFC Dynamo den höchsten Sieg der Saison! Vor 3.000 Zuschauern (darunter ca. 200 BFC-Fans) im Bruno-Plache-Stadion war der Gastgeber den Berliner, besonders in der Offensive, klar überlegen. Der BFC erspielte sich dagegen kaum Chancen und dürfte wohl bald auch einen neuen Trainer haben (BFC-Präsident Wanski wird Goldbach wohl nicht mehr lange Zeit geben). Heute erlebten auch die Fans in der Fankurve ein Premiere. Zum ersten Mal nach der Wende war der Fanblock wieder in die Gegengerade umgezogen, um dort noch bessere Stimmung zu machen und wieder näher am Spielfeld zu sein (die Wirkung wurde im Laufe des Spiels auch nicht verfehlt). Aber nun zum Spiel:

Trainer Achim Steffens schickte die gleiche Elf wie beim Auswärtssieg in Eisenhüttenstadt auf den Platz. Unter anderem war auch Manndecker Thorsten Görke wieder Fit, so das Ivica Bancic auf der Bank bleiben musste. Auch der Techniker Igor Lazic, durfte nach starker Leistungen gegen Zwickau, wieder ran. Der Gastgeber begann dann auch recht offensiv und hatte schon in der 4. Minute durch einen Schuss von Alexander Dürr die erste gute Möglichkeit. In dieser Phase hielt der BFC noch einigermaßen gut mit, wurde aber nur durch einige Konter gefährlich. In der 9. Minute köpft dann der Ex-Berliner Heiko Brestrich (gefeiert von den Gäste-Fans mit: "Heiko Brestrich Fußballgott"), nach einem Freistoß von Marco Rose von halb rechts, aus sehr guter Position über das Tor. Zwei Minuten später scheitert eben dieser Brestrich bei einer Flanke an einem BFC-Abwehrspieler, sonst wäre es wohl sehr gefährlich geworden. Im Gegenzug kommt der BFC zu seiner besten Möglichkeit in der ersten Halbzeit. Leo Maric setzt sich über rechts gegen die VfB-Abwehr durch, an der Grundlinie scheitert er mit seiner Eingabe an Ronald Werner (vorher hätte Maric aber eigentlich abspielen müssen), den zurückspringenden Ball setzt wieder Maric weit neben das Tor. In der 14. Minute trifft ein Kopfball des BFC die Latte des VfB-Tor, doch der junge Schiedsrichter Herr Markus Häcker entschied davor schon auf Abseits. In der 21. Minute setzt sich der Leipziger Frank Räbsch wieder herrlich über rechts durch, doch seine Flanke von der Grundlinie kann ein BFC-Abwehrspieler gerade noch so abblocken. In der 25. Minute setzt Norman Struck vom BFC Dynamo einen Freistoß aus 25 Metern weit über das Tor von Gunnar Grundmann. In der 27. Minute schaltet sich dann wieder, der heute sehr starke, Manndecker Thorsten Görke in den Angriff ein. Sein Schuss aus 20 Metern kann Nico Tomaschewski im BFC-Tor gerade noch so abprallen lassen, den Nachschuss setzt der unglücklich agierende Alexander Dürr aus 10 Metern frei neben das Tor. In der 32. Minute rutscht der BFC-Keeper an einer Flanke von Räbsch vorbei, doch auch Stürmer Alexander Dürr kann den Fehler nicht nutzen. In der 37. Minute kann Dürr einen verunglückten Freistoß von Marco Rose noch vor der Außenlinie retten, von da flankt Dürr wunderschön in die Strafraummitte, dort verpasst Igor Lazic am 2. Pfosten, behindert von Keeper Tomaschewski, den Ball aus 5 Metern. In der 41. Minute dann der Lohn für die vielen Angriffs-Bemühungen des VfB: Alexander Dürr gibt den Ball auf Ronald Werner weiter, dieser schickt Frank Seifert. Seifert spitzelt dann den Ball auf Höhe der Grundlinie genau in die Strafraummitte, dort steht Igor Lazic richtig und verwandelt volley aus 15 Metern zum viel umjubelten 1:0 für den Krisen-Verein. Wer dachte, dass in der ersten Halbzeit nichts mehr passiert, sah sich getäuscht! In der 45. Minute bringt Thorsten Görke über rechts eine Flanke in den Strafraum, dort prallt der Ball von einem BFC-Abwehrspieler ab. Dieser abprallende Ball landet genau vor den Füßen von Heiko Brestrich und der verwandelt mit einem trocknen Schuss zum 2:0. Kurz darauf war dann Halbzeit und die treuen Fans im Bruno-Plache-Stadion waren natürlich zu Recht begeistert! Schon nach den ersten 45 Minuten konnte man das Fazit ziehen, dass die Mannschaft durch das Einleiten des Insolvenzverfahren nicht beeinflusst wurde bzw. man es ihr nicht anmerkte.

Die zweite Halbzeit begannen beide Mannschaften sehr verhalten. Es passierte eigentlich fast nichts mehr, da sich die Leipziger jetzt nur noch auf die Konter konzentriert hatten und die Berliner in der Offensive nichts zu Stande brachten (obwohl der BFC nichts mehr zu verlieren hatte). Auch die Einwechslungen von den Offensiv-Spielern Thorsten Boer, Marcel Riediger und Andre Schmeißer auf der Gäste-Seite verstärkte den Druck auf die starke VfB-Abwehr nicht. Beim VfB musste dann aber Heiko Brestrich in der 57. Minute gegen Torsten Jülich ausgewechselt werden, da sich der Neuzugang eine Muskelverletzung zu zog. Brestrich war bis zu diesem Zeitpunkt einer der besten Leipziger. Erst in der 66. (!) Minute gab es durch einen Freistoß von Jörn Lenz aus 25 Metern wieder eine gefährliche Situation, da Grundmann den Ball nicht sicher hatte. Vorher scheiterte der VfB bei mehren Sturm-Läufen an der BFC-Abwehr oder standen im Abseits (besonders Alexander Dürr spielte zu oft ab, statt einfach einmal auf das Tor zu schießen). Als sich alles schon mit dem 2:0 Erfolg abgefunden hatte, schickt Torsten Jülich in der 75. Minute über links traumhaft Igor Lazic, der Kroate umspielt dann völlig frei den BFC-Keeper Nico Tomaschewski und schiebt dann ganz locker ins leere Tor ein. Danach machten die BFC-Fans ihren Frust Luft und forderten "Goldbach Raus" und sangen zynisch "Ohne Brestrich, haben wir keine Chance" und "Hoch soll sie leben...". Kurz vor Schluss hatten dann noch einmal Dürr und die beiden eingewechselten Ivica Bancic und Fernando do Santos auf 4:0 zu erhöhen. Aber das wäre wohl des guten zu viel gewesen und es blieb beim überpünktlichen Schlusspfiff (provoziert von BFC-Fans, die "angedeutet" hatten, über die Stadion-Absperrung zu klettern) beim 3:0 für die Leipziger. Danach ging es für die VfB-Spieler zum ersten Mal in die Gegengerade in die neue "Fankurve", wo sich dann mit einer Welle bei den tollen und vor allem treuen Fans bedankt wurde. Die BFC-Spieler (und vor allem der Coach Klaus Goldbach) schlichen mit hängenden Köpfen vom Platz. Der einzige Spieler, der sich den aufgebrachten BFC-Fans für die Unterstützung in Leipzig "bedankte", war der jetzige VfB-Spieler Heiko Brestrich (der sogar einige Geschenke erhielt) und mit "Heiko Brestrich Fußballgott" wieder verabschiedet wurde.

Fazit: In so einer Verfassung wird der VfB sicherlich noch viele Gegner bezwingen (auch aus den Oberen Tabellendritteln). Jetzt liegt es an einigen Sponsoren bzw. Geldgebern diese starke und vor allem intakte Mannschaft zusammen zu halten. Besonders die jungen Frank Räbsch und Thorsten Görke werden immer stärker und waren wieder Leistungsträger. Die Geldgeber sollten dabei bedenken, dass diese Spieler alle aus der Jugend des Vereins kommen und bei einem negativen Verlauf des Insolvenzverfahren, wäre die Jugendarbeit von Jahrzehnten zerstört. Dazu findet Trainer Achim Steffens fast immer die richtigen Worte und machte die etwas schwächelnden Igor Lazic und Michal Bordas wieder zu Stammspielern. Lazic zum Beispiel machte heute wohl sein bestes Spiel, seit er in Leipzig-Probstheida ist. Dazu kommen auch die fleißig rackerten Alexander Dürr, Frank Seifert und auch VfB-Oldie Ronald Werner. Und vergessend darf man auch die VfB-Abwehr nicht, die heute um Libero Burkhard Reich erneut sicher stand und endlich wieder zu Null spielen konnte (wie schon letzte Woche im Sachsen-Pokal gegen Zwickau). Nach diesem Spiel, ist ein Erfolg bzw. ein Punktgewinn kein Traum mehr beim Dresdner SC. Dazu sollte man bedenken, dass man durch einen möglichen Sieg beim DSC schon wieder auf Platz 7 Überwintern könnte .... jetzt sind die Mannschaft und die Fans gefragt, diesen Traum schon zur Winterpause zu realisieren und mögliche Geldgeber anzulocken. Doch auch bei einem Misserfolg sollten wir als Fans, diese tolle und vor allem durch die Finanz-Misere schwer gebeutelte Mannschaft feiern, sie hat es einfach verdient! Wie sehen uns in Dresden ...

(von Ronny John)

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