17. Spieltag

Regionalliga Nordost

 Saison 1999/2000

Spieldaten Dresdner SC

Dresdner SC

0

VfB Leipzig

VfB Leipzig

2

Datum 11. Dezember 1999
Uhrzeit 13.00 Uhr
Spielstätte Heinz-Steyer-Stadion (Dresden)
Zuschauer 1.676
Schiedsrichter Sturm (Berlin)
Torfolge 0:1 Dürr (40.), 0:2 Dürr (56.)
Gelb Ratke, K. Michael, Maglica, Baldauf - Werner, Rose, Seifert, Bordas, Räbsch, Bancic
Gelb-Rot -
Rot -
Aufstellung Dresdner SC Thomas Weidner
Thomas Hoßmang
Knut Michael
Frank Baldauf
Tino Wächtler
Nikica Maglica
Andreas Diebitz (ab 70. Thomas Schmidt)
Sven Ratke
Sergio Bustos
German Sanchez (ab 46. Branko Marcetic)
Rocco Milde (ab 70. Alexander Gleis)
Trainer: Matthias Schulz
Aufstellung Leipzig Gunnar Grundmann
Burkhard Reich
Michal Bordas
Thorsten Görke
Frank Räbsch (ab 46. Torsten Jülich)
Ronald Werner
Igor Lazic
Heiko Brestrich (ab 70. Ivica Bancic)
Marco Rose
Frank Seifert
Alexander Dürr (ab 66. Fernando do Santos)
Trainer: Joachim Steffens
Interviews Achim Steffens (VfB-Trainer) "Nach der ersten Halbzeit hatten wir fünf Gelbe Karten, da mussten wir etwas vorsichtiger spielen in der zweiten Hälfte. Deshalb freue ich mich umso mehr über den Erfolg. Doch der tollen Leistung meiner Mannschaft in den letzten Wochen, hoffe ich, dass wir endlich einen neuen großen Geldgeber finden. Die Mannschaft hat es einfach verdient, zusammen zu bleiben. Wir wollten die Ersten sein, die beim DSC gewinnen. Schön, dass uns das gelungen ist."
Matthias Schulz (DSC-Trainer) "Das Wetter hat heute gepasst, ich hatte mich riesig auf das Spiel gefreut, aber leider haben wir am Ende verloren. Nach der Niederlage kann ich zur Mannschaft nur sagen: Kopf hoch! Ich glaube, dass wir jetzt genügend Zeit haben, um uns wieder zu regenerieren. Dann können wir wieder mit viel Schwung in die zweite Halbserie starten. Insgesamt haben wir aber trotzdem eine klasse Hinrunde gespielt! Heute fehlte uns die Aggressivität."
Alexander Dürr (VfB-Stürmer) "Das 2:0 muss ich mir im Fernsehen selber noch einmal angucken. Ich habe ihn mir vorgelegt und habe dann einfach meinen Fuß dran gehalten und drin war er. Das war heute unser dritter Sieg in der Regionalliga in Folge, deshalb hätten wir noch gerne zwei, drei Wochen gespielt. Wir werden dann eine gute Vorbereitung mit dem Trainer machen und im nächsten Jahr wieder angreifen."
Marco Rose (VfB-Spieler) "Ich habe den Ball vor dem Strafraum bekommen und haben zwei Leute vor mir und habe es alleine probiert. Im Augenwinkel habe ich dann denn Alexander Dürr gesehen und habe den Ball lieber abgespielt. Ich selber hätte ihn ohnehin wohl wieder nicht rein gemacht."
Karl Drößler (VfB-Vizepräsident) "Nach den Siegen der Mannschaft sind wir jetzt gefordert. Noch ist nichts auf dem Konto."
Burkhard Reich (VfB-Spieler) "Wenn wir von Anfang an so wie unter Trainer Steffens trainiert hätten, müssten wir jetzt nicht so viel Boden aufholen."
Wertung 2,5 Sterne (In der ersten Halbzeit ein sehr zerfahrenes Spiel, in der zweiten Hälfte konnten die Leipziger mit einigen guten Konter und einer sicheren Abwehr gefallen!)
Diesmal leider keine Videos und Fotos vom Spiel!

Spielbericht

Beim Dresdner SC kam der VfB zum dritten Punktspielsieg in Folge! Vor 1.676 Zuschauer (darunter ca. 500 Leipziger) siegten die Leipziger am Ende, durch die starke kämpferische Leistung, verdient mit 2:0 gegen den DSC. Mit diesem Sieg schaffte der VfB auch wieder den Sprung ins vordere Mittelfeld, was einen Qualifikations-Platz für die neue zweigleisige Regionalliga bedeutet (derzeit Platz 7). Die Zuschauer im Heinz-Steyer-Stadion erlebten bei wunderschönen Winterwetter ein sehr hartes Spiel (allein der VfB sah 5x Gelb). Zum Spieler des Tages (später sogar des Spieltages der Regionalliga Nordost!) avancierte während Spiels Torjäger Alexander Dürr, der heute seine Tore sechs und sieben für den VfB erzielte (vorher markierte er meistens die Sieg bringenden Tore wie z.B. in Eisenhüttenstadt und Magdeburg). Aber nun zum Spiel:

Beide Mannschaften konnten in ihrer Ideal-Besetzung auflaufen. VfB-Trainer Achim Steffens ließ die gleiche Mannschaft, wie beim 3:0 Heimsieg gegen den BFC Dynamo, beginnen. DSC-Trainer Matthias Schulz konnte doch auf den Stammkeeper Thomas Weidner bauen. Beide Mannschaften begannen das Spiel ziemlich zurückhaltend, da man auf beiden Seiten erst einmal Vorsicht walten ließ und auf den Defensive baute. Erst in der 16. Minute gibt es die erste gute Möglichkeit, die es aber dann auch in sich hatte. Rocco Milde bekam mit einer Flanke den Fall in der Strafraummitte, volley zieht der Ex-Zwickauer mit der rechten Innenseite ab, doch der Ball flatterte aus 10 Metern weit am linken Pfosten vorbei. Dies war gleich eine 100prozentige Tormöglichkeit, doch der Stürmer war wohl von dieser guten Gelegenheit selbst überrascht. Milde wurde bei dieser Aktion regelrecht vergessen, so einen Fehler bestrafen die ansonsten so heimstarken Dresdner (bis zu diesem Heimspiel zu Hause ungeschlagen!). Der VfB überstand die Anfangsphase insgesamt sehr gut und spielte auch recht gefällig über Seifert, Lazic und Rose nach vorne, doch die richtig guten Möglichkeiten sprangen dabei nicht raus. Doch die mitgereisten VfB-Fans konnten schon jetzt erkennen, dass das "Wunder" (wie ein Auswärtssieg bei den bisher starken Dresdnern durch den VfB in den Medien beschrieben wurde) möglich ist. Die Leipziger hielten das Spiel sehr offen und ließen den DSC erst Mitte der ersten Hälfte besser ins Spiel kommen. Insgesamt blieb das Spiel aber auch mäßigen Niveau, da sich die Spieler in Serie Fehlpässe leisteten (besonders der Gastgeber im eignen Spielaufbau). In der 25. Minute scheitert VfB-Neuverpflichtung Heiko Brestrich mit einen Fernschuss aus gut 30 Metern, der über das Tor geht. In der 30. Minute legt der DSC-Spieler Maglica Knut Michael auf, der scheitert aber mit einem Fernschuss aus 25 Metern. Zwei Minuten später hätte beinah Marco Rose das 1:0 für den VfB erzielt: Nach einer Eckballkombination mit Frank Seifert hält Rose von halb rechts aus 18 Metern drauf, DSC-Keeper Weidner und Abwehrspieler Wächtler könnten den Ball kurz vor der Torlinie noch ins Aus klären. In der 36. Minute taucht der DSC-Spieler Maglica plötzlich frei vor dem VfB-Keeper Gunnar Grundmann auf, nach tollen Anspiel von Rocco Milde, doch der Dresdner zögert beim Abschluss zu lang und Grundmann kann ihn den Ball noch vom Fuß nehmen. In der 40. Minute fällt dann (aus heiterem Himmel?) das 1:0 für den VfB! Igor Lazic setzt sich wunderschön über links durch, spielt den Ball genau in den Lauf von Marco Rose, Rose umkurvt mit einem unnachahmlichen Solo seine Gegenspieler und stößt bis zur Grundlinie durch. Dort bewies der Mittelfeldspieler ein gutes Auge und zog nicht selbst ab, sondern passte in Mitte auf Stürmer Alexander Dürr, der aus 9 Metern freistehend den Ball nur noch ins leere Tor drücken musste. Damit machte Dürr jetzt schon sein Versprechen aus der "BILD-Zeitung" war, wo er ein Tor beim DSC versprach. Wenige Sekunden vor dem Abpfiff hat Heiko Brestrich noch eine Kopfball-Möglichkeit, nach einer Eckball-Variante von Marco Rose und Frank Seifert. Doch kurz bevor der "engagierte" Schiedsrichter Sturm aus Berlin (er verteilte in der ersten Hälfte allein vier Gelbe Karten an VfB-Spieler) zur Halbzeit pfeift, mussten die mitgereisten VfB-Fans noch einmal zittern: Doch bei einer Eingabe von Wächtler ist Keeper Grundmann auf der Höhe und fängt den Ball vor dem heute sehr schwachen Argentinier Sanchez ab. Dann war Halbzeit (insgesamt ein sehr dürftiges Spiel)...

In der zweiten Hälfte musste Trainer Achim Steffens Torsten Jülich für Frank Räbsch bringen, der schon in der ersten Halbzeit nach einem harten Foul leicht humpelte. Auf der anderen Seite nahm DSC-Trainer Schulz den schwachen Argentinier Sanchez raus und brachte dafür den Stürmer Marcetic. Schon in der ersten Minute der zweiten Halbzeit hätte es 2:0 stehen können. Von rechts kommt eine Flanke von dem Eingewechselten Torsten Jülich auf Alexander Dürr, doch der Stürmer flog knapp an der Flanke vorbei, da er von DSC-Keeper Weidner behindert wurde! Zehn Minuten später konnten die VfB-Fans aber dann jubeln: Torsten Jülich passt auf Alexander Dürr an die Strafraumgrenze. Dürr marschiert bis zur Grundlinie, dann kommt DSC-Keeper Weidnern aus dem Tor gestürmt und Dürr bewies Auge und hatte viel Glück und trifft aus fast unmöglichen Winkel ins Tor (der Ball rollt auf der Grundlinie entlang ins Tor!). Ein fantastisches Tor, eines tollen Stürmers (der Mann mit Torinstinkt sollte unbedingt gehalten werden), der endlich für seine Mühen bezahlt wird (in fast jedem Spiel war er bisher einer der besten Leipziger!). Nach dem Tor spielte der VfB vor allem in der Defensive noch sicherer und kam durch die starken Seifert, Lazic, Rose und Dürr beinah zum 3:0. Doch Dürr scheitert in der 60. Minute völlig freistehend mit einem Schuss aus 16 Metern, der knapp am linken Torpfosten vorbei geht. In der 66. Minute musste dann Dürr, der dann etwas erschöpft wirkte, gegen den Brasilianer Fernando do Santos ausgewechselt werden, der wieder mehr Schwung ins Offensiv-Spiel bringen sollte (da sich die Leipziger jetzt natürlich auf Konter konzentrierten). Wenige Minuten später ging dann auch Heiko Brestrich raus, dessen Kraft nach einer leichten Verletzung unter dieser Woche noch nicht für die volle Spielzeit reichte. Auch der DSC reagierte noch einmal und brauchte zwei frische Offensiv-Kräfte, um zu Hause wenigstens noch einen Punkt zu holen. Doch heute war gegen ein super Deckung des VfB nichts zu machen, dazu kamen jetzt immer wieder gefährliche Konter für den VfB. Doch die Tempogegenstöße durch Do Santos, Jülich und Lazic wurden meist zu überhasst abgeschlossen (bei einer 2:0 Führung kann man das aber verzeihen). Man hatte das Gefühl, dass der VfB in der letzten Viertelstunde dem 3:0 näher war, als der DSC dem Anschluss! Der Gastgeber wurde nur noch durch einen Heber in der 80. Minute gefährlich, der aber deutlich über das Tor ging. Drei Minuten vor Schluss scheitert der Spielmacher Igor Lazic aus 8 Metern an DSC-Keeper Weidner, der klasse parierte. Hinten köpften immer wieder Libero Burkhard Reich und Manndecker Michal Bordas die Bälle aus der Abwehr. Auch "Oldie" Ronald Werner räumte kräftig ab (dazu wurde die Abwehr in den letzten 20 Minuten noch mit Ivica Bancic verstärkt). Wenige Minuten später war der verdiente Sieg für den konkursbedrohten VfB sicher und die Spieler konnte zum Jubeln in die Gästefankurve, wo sich frenetisch gefeiert wurden.

Fazit: Wenn diese Mannschaft auch in der Rückrunde so zusammen bleiben kann, ist noch viel möglich und der "Traum" der neuen zweigleisigen Regionalliga kann verwirklicht werden. Dieser Sieg könnte den VfB auch wieder näher an eine finanzielle Rettung gebracht haben, denn spätestens jetzt weiß jeder potentielle Sponsor, dass sein Geld hier doch richtig angelegt ist (die Mannschaft wird alles geben um am Ende unter den ersten sieben zu stehen und dazu hat sie auch die Fähigkeiten). Besonders die Abwehr um Kapitän Burkhard Reich verdienten sich heute die Note 1, dazu strahlte Gunnar Grundmann im Tor wieder die gewohnte Sicherheit aus. Nach vorne ließen die Bälle klasse über Marco Rose, Frank Seifert und vor allem über den Spielmacher Igor Lazic, der wieder tatkräftig von Heiko Brestrich unterstützt wurde. Dazu ersetzte Jülich den angeschlagnen Frank Räbsch in der zweiten Halbzeit prächtig und sorgte im Offensiv-Spiel des VfB immer wieder für Gefahr. Überragender Mann des VfB war Alexander Dürr, der den VfB fast selbst zum Sieg schoss. Für seinen Einsatz und seinen Torinstinkt bekommt der Ex-Franke die Note 1+ verliehen! Nach diesem Spiel können wir als Fans beruhigt in die sportliche Winterpause gehen, in der es hoffentlich wieder einmal positive Schlagzeilen in Sachen neue Sponsoren gibt (und dem damit verhinderten Konkurs)! Die strahlende Sonne heute über den Heinz-Steyer-Stadion war da schon symbolisch ...

(von Ronny John / Bericht mit Hilfe von Handy-Infos und Presseartikeln)

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