01. Spieltag

Regionalliga Nordost

 Saison 1999/2000

Spieldaten SV Babelsberg 03

SV Babelsberg 03

3

VfB Leipzig

VfB Leipzig

1

Datum 11. August 1999
Uhrzeit 18.00 Uhr
Spielstätte Karl-Liebknecht-Stadion (Potsdam)
Zuschauer 2.717
Schiedsrichter Weber (Eisenach)
Torfolge 1:0 Bengs (52.), 1:1 Gaißmayer (64.), 2:1 Lau (66.), 3:1 Krznaric (74.)
Gelb Noch nicht bekannt!
Gelb-Rot -
Rot -
Aufstellung Babelsberg Oskar Kosche
Heiko März
Marcus Petsch
Stefan Schmidt
Heiko Bengs (ab 68. Marco Laaser)
Davor Krznaric
Guido Block
Almedin Civa
Roman Müller
Hendryk Lau (ab 87. Richard Slezak)
Slawomir Chalaskiewicz (ab 87. Michael Lorenz)
Trainer: Karsten Heine
Aufstellung Leipzig Goran Curko
Burkhard Reich
Dirk Dorbath
Ivica Bancic
Torsten Jülich
Frank Seifert
Ronald Werner
Reimund Mimuß (ab 82. Farai Mbidzo)
Marco Rose
Holger Gaißmayer
Alexander Dürr (ab 69. Sava Radosavljev)
Trainer: Dragoslav Stepanovic
Interviews Dragoslav Stepanovic (VfB-Trainer) "Es gibt gute und schlechte Spiele. Das von uns heute war ein schlechtes. Alle haben uns zum Top-Favoriten erklärt, aber der Weg nach oben ist schwer zu beschreiten. Man darf in so einem Spiel nicht so schnell die Ordnung verlieren. Wir waren nur einige Momente eine geschlossene Mannschaft. Eine Steigerung um 100 Prozent ist nötig, wenn wir unser Ziel, oben dranzubleiben, erreichen wollen. Wir waren heute einfach schwach und das ärgert mich."
Karsten Heine (SVB-Trainer) "Unsere Tore waren einfach schön rausgespielt."
Ralph Burkei (VfB-Präsident) "Scheiße. Ich hätte mir natürlich einen besseren Auftakt gewünscht. Doch deprimiert bin ich nicht. Ich habe heute kein System bei uns gesehen. Mannschaftliche Geschlossenheit war Fehlanzeige, doch dafür ist nicht der Präsident verantwortlich. Doch jetzt über den Trainer zu spekulieren und in Panik auszubrechen, ist absoluter Unfug."
Ronald Werner (VfB-Spieler) "In der ersten Halbzeit war unser Zweikampfverhalten katastrophal, in der zweiten haben wir uns zwar stärker reingekniet, aber den Sand im Getriebe hörte man deutlich knirschen."
Doetz (Sat1-Chef und Burkei-Freund) "Nicht einmal gekämpft haben sie."
Ivica Bancic (VfB-Spieler) "Eine einzige Katastrophe war das heute."
Peter Gießner (VfB-Sportdirektor) "Wir hatten anderthalb Chancen in 90 Minuten."
Dejan Raickovic (TeBe-Libero) "Trotz des Spieles, will ich nach wie vor zum VfB."
Wertung 3 Sterne (In der zweiten Halbzeit ein sehr gutes Spiel, aber eigentlich nur von Babelsberg. Die erste Hälfte war eine einzige Katastrophe!)
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Spielbericht

Am Mittwoch abend verlor der VfB sein erstes Saisonspiel beim SV Babelsberg vor 2.717 Zuschauer (darunter über 500 VfB-Fans) im Karl-Liebknecht-Stadion in Potsdam mit 1:3. Damit ging der Saisonauftakt für die Truppe von Trainer Dragoslav Stepanovic gründlich daneben, man kann beinah schon von einem Debakel sprechen und einer Niederlage, die hoffentlich bald die Augen aller "Experten" öffnet, daß man den Erfolg allein nicht kaufen kann. Denn der VfB präsentierte sich heute überhaupt nicht als Mannschaft, man wirkte wie in der ersten Woche der Vorbereitung. In der Form, kann man froh sein, wenn die ersten sechs bzw. sieben Plätze erreicht haben. Die Mannschaft braucht halt Zeit zusammen zu wachsen, aber wie soll das gehen, besonders da gestern ja noch nicht einmal Stepanovics-"Wunsch-Ausländer" spielten. Und viel Zeit wird "Stepi" von Präsident Ralph Burkei auch nicht bekommen. Und das Thema Aufstieg dürfte auch bald "abgehackt" sein, wenn man am Anfang zu viele Punkte verschenkt. Aber nun erst einmal zum (deprimierenden) Spiel:

Der VfB begann zur Überraschung alles mit Reimund Mimuß und Torsten Jülich in der Anfangsformation. Auch der Einsatz von Ronald Werner war nicht unbedingt zu erwarten, da doch einige der Neu-Verpflichtungen aus Jugoslawien, Rumänien und Mazedonien spielen sollten. Für die meisten lag anscheint noch keine Spielgenehmigung vor. Die VfB-Fans merkten schnell, daß ihre Mannschaft von der ersten Minute an nicht ins Spiel fanden. Dagegen spielten die Gastgeber frech auf und wirkten nach ihrer Pokalsensation am letzten Samstag gegen die SpVgg Unterhaching doppelt motiviert gegen den "angeblichen" Titelfavoriten. Schon in der 4. Minute hatte Babelsberg die erste Chance, doch VfB-Torwart Goran Curko konnte durch eine tolle Parade gegen Hendryk Lau retten. Der VfB kam auch nach dem "Wach Macher" nicht ins Spiel. Im Mittelfeld lief überhaupt nichts zusammen und jeder zweite Pass landete beim Gegenspieler. Bei Babelsberg lief dann auch der Ball durch die eignen Reihen, besonders Lau und der Ex-Profi von Hansa Rostock Chalaskiewicz sorgten bei den "03ern" für Belebung in der Offensiven und brachten die Abwehr um (Alt-)Libero Burkhard Reich immer wieder in Gefahr. Doch bis zur Halbzeit hielt die Abwehr des VfB auch dicht, was aber angesichts der letzten äußerst schwachen dreißig Minuten in der ersten Hälfte nicht ganz so viel besagt. Übrings: Am Eingang wurden einige VfB-Fans wegen ihrer Schuhe nicht ins Stadion gelassen. Denn die neue Stadionordnung von Babelsberg besagt, daß Zuschauer mit Stahlkappen-Stiefeln keinen Zutritt mehr ins Karl-Liebknecht-Stadion haben. Dies wurde durch die eignen Beobachtungen anscheint auch voll durchgezogen. In einigen Situation traf Schiedsrichter Weber die falschen Entscheidungen, doch dies gleichte sich auf beiden Seiten aus.

Die zweite Halbzeit begannen beide Mannschaft mit der gleichen Formation. Auch bei der Einstellung und der "Einheit" der VfB-Mannschaft änderte sich leider nichts. Dagegen konnten sich die Gastgeber weiter steigern. Prompt gab es in der 51. Minute die 1:0 Führung für den SV Babelsberg 03. Nach einem tollen Solo von Hendryk Lau kann Heiko Bengs auch circa zwölf Metern völlig freistehend abziehen und der Ball schlägt wohl unhaltbar ins VfB-Gehäuse ein. Doch jetzt wachte der VfB wohl endlich auf, angetrieben von den lautstarken VfB-Fans hinter dem Tor erspielten sich die Mannen von Trainer Stepanovic die ersten Chancen. Doch Burkhard Reich (55.) und Frank Seifert (58.) mit einem Pfostenschuß scheiterten noch. Doch in der 64. Minute konnten die Gästefans endlich jubeln. Nachdem VfB-Libero Burkhard Reich nicht angegriffen wird, wagt er einen weiten Vorstoß. Reich flankt auf Reimund Mimuß, der heute sonst nicht weiter auffiel, der legt wunderschöne auf Stürmer Holger Gaißmayer ab und der kann ohne Probleme aus ca. sechs Metern einköpfen. Gaißmayer bedankt sich nach seinem Tor auch bei seinem (neuen) Publikum aus Leipzig-Probstheida. Jetzt wo man dacht, daß Spiel könnte "kippen", schlug es erneut im Tor von Goran Curko ein. Nach einem Eckball gelangt der Ball durch eine mißglückte Kopfballabwehr eines VfB-Spielers auf die andere Seite, genau auf die Füße von Hendryk Lau. Der kann ungehindert zum 2:1 einschießen, da Curko den Eckball unterlaufen hatte und dann nicht mehr in seine Ecke kam. Eine Mitschuld ist also diesmal auch dem Keeper zu zu sprechen. Danach stürmte nicht mehr der VfB, sondern nur noch Gastgeber aus Potsdam-Babelsberg. In der 74. Minute dann das verdiente 3:1 für Babelsberg. Chalaskiewicz kann sich gut durchsetzen legt dann auf Davor Krznaric ab, der zieht einfach mal aus gut 20 Metern ab und sein Schuß schlägt links unten ins Gehäuse von Goran Curko ein, der nicht mehr rechtzeitig in die Ecke kam. Diesmal hatte der VfB-Keeper wohl keine Mitschuld an dem Tor. Danach gab es kein großes Aufbäumen mehr beim VfB und es verwunderte auch, daß Trainer Stepanovic dann nicht z.B. auch Igor Lazic brachte. Man hätte ja wenigstens versuchen können, mit aller Macht, wenigstens noch ein Unentschieden zu holen. In den letzten fünfzehn Minuten konnte man wirklich froh sein, daß das Spiel nicht in einem Debakel endete, dann man wurde manchmal regelrecht vorgeführt. Doch die Babelsberger waren zum Glück am Ende etwas verspielt und scheiterten zweimal (78. und 86.) an Keeper Curko, der eine höhere Niederlage verhinderte. In der 88. Minute noch eine letzte Chancen für den VfB, doch Gaißmayers Kopfball wird durch eine tolle Parade von Oskar Kosche noch um den Pfosten gelenkt. Dann war endlich Schluß und die VfB-Fans marschierten enttäuscht ab.

Fazit: Im Gegensatz zu einigen Kommentaren, war VfB-Keeper Goran Curko sicherlich nicht Schuld an der Niederlage. Empfehlen konnte sich beim VfB aber eigentlich nur Stürmer Holger Gaißmayer Frank Seifert versuchte viel, aber ihm standen andauernd die Gegenspieler auf dem Fuß und er leistete sich zu viele Fehlabspiele. Neu-Kapitän Marco Rose wirkte durch sein neues Amt wohl etwas Übermotiviert, denn "Rosi" versucht einfach viel zu viel alleine zu machen. Anscheint wollte er den Fans zeigen, daß er zu Recht das Vertrauen von Trainer Stepanovic bekam. Jetzt muß am kommenden Samstag gegen die Amateure von Tennis Borussia Berlin unbedingt ein Sieg im ersten Heimspiel der neuen Saison her, sonst ist der große Knall beim VfB wohl schon vorprogrammiert...leider! Dazu muß sich die Mannschaft wohl um 100% gegenüber der Leistung von heute steigern. Aber auch ein Aufruf an alle Fans: Unterstützt unseren Verein am kommenden Samstag wie immer Stimmgewaltig, denn durch eine Niederlage geht die Welt nicht gleich unter...wenn es bei der einen erst einmal bleibt;-)

(von Ronny John)

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