23. Spieltag

Regionalliga Nordost

 Saison 1999/2000

Spieldaten Hertha BSC Amateure

Hertha BSC Amat.

0

VfB Leipzig

VfB Leipzig

2

Datum 26. April 2000
Uhrzeit 19.00 Uhr
Spielstätte Jahn-Sportpark (Berlin)
Zuschauer 212
Schiedsrichter Pleßke (Coppanz)
Torfolge 0:1 Reich (24.), 0:2 Jülich (80.)
Gelb Steinhauf - Rose
Gelb-Rot -
Rot -
Aufstellung Hertha René Renno
Andreas Beister
Pit Grundmann
Oliver Schröder
Michael Steinhauf (ab 83. Steven-Mathias Meier)
Abdoul S. Thiam
Dirk Kunert
Thorben Marx
Yaw Donkor (ab 60. Andreas Biedermann)
Oliver Glöden (ab 55. Gino Laubinger)
Benjamin Köhler
Trainer: Falko Götz
Aufstellung Leipzig Gunnar Grundmann
Burkhard Reich
Thorsten Görke
Ronald Werner
Frank Räbsch
Torsten Jülich
Igor Lazic (ab 78. Michal Bordas)
Heiko Brestrich
Marco Rose
Alexander Dürr
Maik Kunze (ab 46. Frank Seifert)
Trainer: Joachim Steffens
Interviews Achim Steffens (VfB-Trainer) "Es ist sicherlich noch etwas möglich. Aber ich rechne nicht mehr. Unsere Devise sollte heißen, uns mit möglichst vielen Siegen für das Landespokalfinale gegen Aue einzuspielen. Ich bin sehr froh über diesen wichtigen Sieg, den wir nicht nur erkämpft, sondern auch erspielt haben. Allerdings hatten wir auch Glück, dass Hertha das 1:1 nicht gemacht hat. Das war heute kein Spaziergang! Ein Sonderlob geht an Burkhard Reich! Er war der beste Mann auf dem Platz."
Falko Götz (Hertha-Trainer) "Ich ärgere mich nicht so über das Ende unser Erfolgsserie, mit acht Spielen ohne Niederlage. Irgendwann musste es uns ja erwischen. Ich ärgere mich viel mehr über die schwache erste Halbzeit meiner Mannschaft. Die haben wir total verschlafen und später unsere Chancen nicht genutzt. Darüber werden wir intern noch reden müssen."
Burkhard Reich (VfB-Kapitän) "Wir waren besser als zuletzt beim 0:2 in Aue, aber nach der Pause auch nicht gut. Doch Hertha ist nicht irgendwer, acht Erfolge in Reihe, die kommen nicht von ungefähr. Wir haben uns diesmal von der besseren Seite gezeigt. Dennoch: In der zweiten Halbzeit haben wir enorm unter Druck gestanden. Warum keine Zukunft in Berlin? Wenn das Angebot sportlich und finanziell respektabel ist!"
Dirk Kunert (Hertha-Kapitän) "Wir hatten doch Möglichkeiten, unsere stolze Serie fortzusetzen. Torjäger Sven Kretzschmer fehlte an allen Ecken und Enden. Aber wir haben eingangs auch zu verhalten gespielt und erst in Halbzeit zwei richtig losgelegt."
Marco Rose (VfB-Spieler) "Ein hartes Stück Arbeit. Hertha hat einen guten Ball gespielt und Gott sei Dank aber nicht das Tor getroffen."
Georgi Wassilew (Union-Trainer) "Ein ordentlicher VfB. Aber für die dritte Liga reicht es dennoch nicht."
Wertung 3 Sterne (Die Zuschauer sahen insgesamt ein durchschnittliches Regionalliga-Spiel, wobei der VfB seine Chancen konsequenter nutzte als der Gastgeber und dabei schöne Tore erzielte!)
Fotos und weitere Stimmen zum Spiel gibt es auf der Hertha-Fanpage von Frank Schlüter!

Spielbericht

Der VfB kann auch Auswärts wieder gewinnen: Im Nachholspiel bei den Amateuren von Hertha BSC gewannen die Leipziger mit 2:0. Vor nur 212 Zuschauern (darunter ca. 70 VfB-Fans) im Berliner Jahn-Sportpark sahen die Fans ein ausgeglichnes Spiel, mit Vorteilen für die Gäste. Der VfB nutzte seine Chancen besser aus und gewann so nicht unverdient. Mit diesem Sieg (die erste Niederlage für die Hertha-Amateure nach acht Spielen ohne Niederlage) warten die Leipziger die kleine Chance auf die dritte Liga. Bei einem Heimsieg gegen Carl Zeiss Jena am Samstag ist auf einmal wieder alles möglich! Etwas kurioses gab es auch zu vermelden: Das Spiel begann, trotz aller Ankündigungen und offizieller Ansetzung, erst um 19 Uhr, statt um 18 Uhr. So vermeldete zum Beispiel der "MDR Videotext" kurz nach 18 Uhr, das "technische Probleme" vorliegen und so keine "Live-Berichterstattung" möglich ist, bis sich die neue Anstoß-Zeit herum gesprochen hatte (aber dies half den mitgereisten Leipzigern auch nicht, die über eine Stunde im Stadion warten mussten und dadurch auch noch Probleme mit der Zug-Verbindung zurück nach Leipzig hatten). Aber nun zum Geschehen auf dem Platz:

VfB-Trainer Achim Steffens setzte für den verletzten Kai Metzner Torsten Jülich ein. Zur Überraschung aller spielte heute von Anfang an Igor Lazic in der Anfangsformation. Dafür musste Manndecker Michal Bordas weichen, damit der VfB in diesem Spiel etwas Offensiver agieren kann und so endlich wieder Tore schießt (das große Problem in den letzten Wochen bei Auswärtsspielen). Im VfB-Tor stand wieder Gunnar Grundmann, dessen Einsatz vor dem Spiel ja noch fraglich war. Trainer-Kollege Falko Götz musste sein Team dagegen kräftig umbauen und musste auf einige verletzte Stammspieler verzichten (besonders das fehlen von Torjäger Sven Kretzschmer wog schwer). Beide Teams begannen das Spiel ziemlich behäbig. Die erste gute Chancen besaß der Gastgeber durch Yaw Donkor in der 15. Minute. Donkor kam frei vor VfB-Keeper Gunnar Grundmann zum Schuss, doch Grundmann hielt glänzend. Dann waren die Leipziger dran! In der 16. Minute verfehlte Heiko Brestrich mit einem raffinierten Heber nur knapp das Berliner-Tor. Der VfB drehte nun weiter auf und dominierte mit schönen Abspielen und Pässen das Spiel! In der 18. Minute scheiterte Marco Rose von der Strafraumgrenze an Hertha-Keeper René Renno. Dann konnten die VfB-Fans endlich wieder jubeln: Nach 24 Minuten versenkte Kapitän Burkhard Reich einen schönen Freistoß von Igor Lazic per Kopf aus fünf Metern zum 1:0! Nach dem Tor hatten die Leipziger etwas Glück, denn in der 25. Minute hätte der VfB beinahe mit einem Mann weniger spielen müssen. Marco Rose war dem am Boden liegenden Schröder mit Absicht auf den Kopf getreten, sah aber nur Gelb statt einer roten Karte. Nach dem Gegentor kamen die Berliner überraschend besser ins Spiel: In der 29. Minute rettete Burkhard Reich bei der größten Chance für die Hertha Bubis auf der Linie, für den geschlagnen (aber sonst sehr gut reagierenden) Grundmann, als Benjamin Köhler aus spitzem Winkel einschieben wollte. Mit dem 1:0 für die Truppe von Trainer Achim Steffens ging es unter dem Applaus der VfB-Fans in die Halbzeit.

Nach der Pause drückten zunächst die Gastgeber auf den Ausgleich und VfB-Trainer Achim Steffens brachte für den heute schwachen Maik Kunze Frank Seifert ins Spiel. In der 50. Minute vergibt Oliver Glöden aus 7 Metern freistehend (er verzog unkonzentriert den Ball). Danach wechselte Falko Götz zwei neue Offensiv-Kräfte ein. In der 70. Minute scheitert der Hertha-Spieler Michael Steinhauf aus 15 Metern mit einem Flachschuss an Torwart Gunnar Grundmann, nach schönem Solo. Doch statt den Ausgleich für die Hertha-Amateure fiel das 2:0 für den VfB! Alexander Dürr auf Frank Seifert, der setzte sich im Strafraum bei dem Lehrbuchreifen Konter wunderschön durch und spielt in den Lauf von Torsten Jülich, der mit einem strammen Schuss aus 10 Metern unter die Querlatte verwandelte (80.). Danach passierte nicht mehr fiel, da für beide Mannschaften klar war, dass dieses Spiel entschieden war. In der Schlussminute wäre fast noch das 3:0 gefallen, doch Frank Seifert scheiterte an René Renno. Schade für "Kiste", der endlich wieder ein Tor verdient gehabt hätte!

Fazit: Nach dem Auswärtssieg bei den Hertha-Amateuren hat der VfB wieder eine kleine Chance auf das erreichen der neuen Regionalliga. Dafür müssen aus den letzten fünf Spielen mindestens vier Siege her und besonders gegen die direkten Konkurrenten Carl Zeiss Jena und Stahl Eisenhüttenstadt in den Heimspielen. Die besten VfB-Spieler waren heute Burkhard Reich, Heiko Brestrich und sicherlich auch Frank Seifert in der zweiten Halbzeit. Auch Torjäger Alexander Dürr kämpfte wieder aufopferungsvoll und selbst Igor Lazic zeigte, was er kann und das er für die Leipziger in dieser Phase sehr wichtig sein kann (er lenkte das Spiel). Auch Frank Räbsch überzeugte, der über die rechte Außenbahn ein enormes Laufpensum betrieb. Besonders in der ersten Halbzeit zeigten die Leipziger, wie gut sie Fußball spielen können und setzten den Gastgeber immer wieder unter Druck! Am Samstag zählt nun nur noch ein Sieg, lassen wir uns überraschen ... Die Mannschaft will auf jeden Fall, egal was teilweise in der Presse publiziert wird!

(von Ronny John / mit Hilfe der LVZ, BILD, MDR und einigen Handy-Informationen)

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