28. Spieltag

Regionalliga Nordost

 Saison 1999/2000

Spieldaten VfB Leipzig

VfB Leipzig

3

Lok Altmark Stendal

FSV Lok Altmark Stendal

0

Datum 15. April 2000
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 1.980
Schiedsrichter Sturm (Berlin)
Torfolge 1:0 Kunze (24.), 2:0 Rose (25.), 3:0 Kunze (57.)
Gelb Lazic - Lässig, Garlipp, Kraska
Gelb-Rot -
Rot -
Aufstellung VfB Leipzig Gunnar Grundmann
Burkhard Reich
Thorsten Görke (ab 46. Jörg Rosenkranz)
Michal Bordas
Ronald Werner
Heiko Brestrich
Kai Metzner (ab 75. Igor Lazic)
Frank Räbsch (ab 30. Jülich)
Marco Rose
Alexander Dürr
Maik Kunze
Trainer: Joachim Steffens
Aufstellung Stendal Kevin Nethe
Dirk Grempler
Holm Kraska
Randy Gottwald
Kemo Ceesay
Daniel Stingl
Thomas Lässig
Steve Garlipp
Jörn Schulz (ab 28. Arek Zarczynski)
Henry Berg
Timo Lesch (ab 65. Rachin Wurie)
Trainer: Wolfgang Sandhowe
Interviews Achim Steffens (VfB-Trainer) "Ich fange jetzt nicht an, über die schwere Woche zu reden. Sportlich lief es nicht gut und gestern war ich bei der Beerdigung meiner Mutter. Aber es muss weitergehen und das Spiel war der Anfang. Grundmann hat heute super gespielt, aber man hatte wohl das Gefühl, dass er die falschen Schuhe an hatte. Das meine ich aber nicht spaßig! Die Tore habe wir nötig gehabt, aber insgesamt haben wir diese Saison schon besser gespielt. Da sah das Ergebnis aber nicht so gut aus, wie heute. Heute habe ich wieder 7 Leute aus der II. Mannschaft spielen sehen. Deshalb werde ich nicht miterleben, wenn die Zweite Mannschaft aufgelöst wird! Maik Kunze hat insgesamt ein sehr gutes Spiel gemacht, nach seinen Toren muss er auf den Teppich bleiben. Dafür werde ich sorgen, denn Kunze hat sich selbst um sein drittes Tor betrogen."
Wolfgang Sandhowe (Stendal-Trainer) "Dieses war nach 25 Minuten entschieden. Heute haben wir wieder zu einfache Tore kassiert. Aber wenn unsere Mannschaft die hervorragenden Chancen nicht verwertet, hat man einen Punktgewinn oder einen Sieg auch nicht verdient. Ich wünsche dem VfB auf jeden Fall viel Erfolg in den letzten Spielen. Bei der Frage, welcher Spieler bei uns eine gute Leistung bot, musste ich etwas überlegen. Ich denke aber vor allem an Henry Berg, der hätte schon das ein oder andere Tor machen müssen. Aber wir dürfen die Erwartungen in Stendal nicht zu hoch spielen. Vielleicht sieht man sich nächstes Jahr wieder, aber es ist ja noch nicht sicher, in welche Oberliga wir eingeteilt werden!"
Ronald Werner (VfB-Spieler) "Ich habe schon vor diesem Spiel gesagt: Wenn wir heute gewinnen und am Mittwoch gegen den VfL Halle 96 sehe ich noch eine 20 % Chance!"
Marco Rose (VfB-Spieler) "Wir haben gezeigt, dass wir noch wollen und dass wir noch können. Ordentliche Spielszenen, aber auch viel Leerlauf habe ich heute gesehen. Am Mittwoch gegen Halle müssen wir nachlegen."
Maik Kunze (VfB-Spieler) "Ich bin sehr glücklich. Mein bisher bestes Spiel für den VfB, aber so viele Einsatz-Chancen hatte ich ja noch nicht. Ein prima Gefühl. Bei mir klappt im Moment alles! Steffens hat mich geprägt und die ganze Mannschaft."
Gunnar Grundmann (VfB-Torwart) "Unser Platz in Probstheida ist sehr schlecht. Insofern unterläuft einem da schon einmal so ein Klops."
Wertung 3 Sterne (Ein unterhaltsames Spiel bei wunderschönem Fußball-Wetter. Der VfB verließ verdient als Sieger den Platz, obwohl es auch einige Schnitzer im Spielaufbau gab!)
54 Fotos und 9 Videos vom Spiel in der Galerie!

Spielbericht

Der VfB gewann nach sechs sieglosen Spielen, dass Heimspiel vor 1.980 Zuschauern (darunter genau 10 Stendal-Fans) im Bruno-Plache-Stadion bei herrlichen Fußball-Wetter (17 Grad und Sonne pur) gegen Lok Altmark Stendal verdient mit 3:0. Damit bewahrten sich die Leipziger ihre Mini-Chance auf den siebten Platz. Allerdings glänzte der VfB in diesem Spiel nicht über die gesamte Spielzeit, denn auch die Gäste vom (Insolvenz-) Klub Stendal hatten einige gute Chancen. Aber die VfB-Spieler behielten die Nerven und gewannen endlich wieder ein Punktspiel!

VfB-Trainer Achim Steffens ließ die gleiche Mannschaft wie bei der 1:2 Niederlage in Plauen ran (auch der angeschlagne Heiko Brestrich war wieder dabei). Auf der Bank durfte Spielmacher Igor Lazic wieder Platz nehmen, nachdem er eine Denkpause von Steffens verordnet bekam. Bei Lok Altmark Stendal hatten man nicht viel Wahl das Team umzustellen, aber im Tor hielt zum ersten Mal der junge Kevin Nethe (der übrigens sehr groß gewachsen ist)! Das Spiel begann dann aber gleich mit einem dicken Torwartfehler, aber nicht von Nethe, sondern von Gunnar Grundmann im VfB-Tor. In der zweiten Minute kann Grundmann eine Rückgabe mit dem Fuß nicht richtig stoppen, aber FSV-Stürmer Henry Berg kann diesen Patzer nicht verwerten, da Grundmann den Ball zum Glück selbst noch von der Linie kratzen kann. Insgesamt wirkten die Gäste aus der Altmark am Anfang etwas spritziger und vor allem nicht so nervös wie die Leipziger. Denn in der dritten Minute scheitert Randy Gottwald freistehend mit einem Schuss, nach einer Flanke von Henry Berg von rechts. Nach sechs Minuten fand auch der VfB ins Spiel: Marco Rose bringt einen Freistoß von links in den Strafraum, dort verpasst VfB-Kapitän Burkhard Reich knapp mit dem Kopf, so dass die Stendaler Abwehr den Ball zur Ecke klären kann. Dann war einiger Lehrlauf im Spiel, bis zu 18. Minuten: Dirk Grempler führt einen Freistoß aus ca. 20 Metern aus, doch Gunnar Grundmann ist auf der Höhe und kann den Ball über die Latte lenken. Danach wurde der VfB aber stärker, beherrschte den Gegner und dominierte das Spiel. Folgerichtig konnten die VfB-Fans in der 24. Minute endlich wieder jubeln: Thorsten Görke führt einen Einwurf auf rechts aus, Frank Räbsch legt dann wieder auf Görke zurück, dieser zieht eine Flanke wunderschöne in die Strafraummitte, wo sich Maik Kunze mit einem Flugkopfball gegen seinen Gegenspieler Grempler durchsetzen kann und dann zum zweiten Mal innerhalb einer Woche jubeln darf (Kunze traf schon zum 1:2 am Dienstag in Plauen). Die VfB-Fans waren noch beim jubeln, als es plötzlich wieder im Stendaler-Tor von Kevin Nethe einschlug. Randy Gottwald verliert in einem Laufduell den Ball an Maik Kunze, der sieht Heiko Brestrich einlaufen und der Ex-Berliner beweißt auch Übersicht und spielt den Ball in den Lauf von Marco Rose. Rose versenkt den Ball dann ganz sicher im linken unteren Eck und konnte sein drittes Saisontor bejubeln. Danach hatte Stendal-Trainer Sandhowe genug gesehen und brachte für den Abwehr-Spieler Jörn Schulz den Stürmer Zarczynski. In der 29. Minute mussten aber auch die Leipziger wechseln: Ohne Einwirkung des Gegners zog sich Frank Räbsch eine Muskelverletzung zu (dafür kam Torsten Jülich). In der 31. Minute dann beinah das 3:0 für den VfB, als Rose und Kunze die Abwehr der Gäste mit einem Doppelpass aushebeln, aber Rose zieht am Tor vorbei. Jetzt wurde es ein richtig munteres Spiel, denn auch die Stendaler hatten ihre Chancen. In der 32. Minute rettet aber Thorsten Görke für den geschlagnen Gunnar Grundmann. In der 34. Minute hatte der eingewechselte Torsten Jülich das dritte Tor des VfB auf dem Fuß, doch er verpasst unter Bedrängnis die wunderschöne Eingabe von Maik Kunze. In der 37. Minute rettet Grundmann die 2:0 Führung, in dem er den Schuss von Zarczynski mit einer tollen Parade pariert. Dann waren wieder die Leipziger am Zug! In der 41. Minute steigt Manndecker Michal Bordas nach einem Eckball von Rose in der Strafraummitte am höchsten, doch Kevin Nethe im Tor der Gäste kann den Ball festhalten. Kurz vor dem Pausenpfiff scheitert Maik Kunze nach einem Laufduell an FSV-Keeper Nethe. Danach schickte Schiedsrichter Sturm (aus Berlin) die Mannschaften zum verdienten Pausentee. Ein Lob noch an den Schiedsrichter: Er blieb über das ganze Spiel lang unauffällig und hatte nie Probleme mit dieser sehr fairen Regionalliga-Partie.

Nach der Pause kam der Nachwuchs-Spieler Jörg Rosenkranz zu seinem ersten Einsatz in einem Heimspiel des VfB, denn Thorsten Görke musste den Platz nach einer Muskelverletzung verlassen. Nach der Pause machten die Leipziger am Anfang an so weiter, wie sie in der ersten Hälfte aufgehört haben! In der 47. Minute setzt sich Alexander Dürr sehr gut durch, doch Keeper Nethe aus Stendal lenkt den Ball um den Pfosten. Den anschließenden Eckball hätte Heiko Brestrich beinah per Kopf verwerten können, doch ein Stendaler stört ihr in letzter Sekunde dabei. Danach kehrte aber auf beiden Seiten wieder Ruhe ins Spiel ein, bis der VfB einen Lehrbuch reifen Angriff zeigte! Gunnar Grundmann schlägt den Ball in der 58. Minute nach vorne. Kai Metzner lässt den Ball zu Alexander Dürr abtropfen, der Torjäger zeigt sein technisches können und tanzt auf der Außenlinie gleich zwei Stendaler aus. Dann beweißt der Stürmer noch Übersicht und spielt den Ball in den Lauf von Jörg Rosenkranz, der geht noch ein paar Schritte und passt zum völlig freien Maik Kunze auf links Außen. Kunze erwischte den Ball nicht ganz, aber trotzdem rollt der Ball ins Tor zum viel umjubelten 3:0! Doch schon zu diesem Zeitpunkt war die Partie wohl entschieden, da sich die Stendaler nie von dem Doppelschlag in der ersten Hälfte erholten und deutlich Nachteile im technischen und körperlichen Spiel besaßen. Aber in der 65. Minute musste sich Grundmann bei einem Schuss den völlig freien Henry Berg bei einem der seltnen Konter strecken und parierte den Ball sicher. In der 75. Minute kam dann Igor Lazic für den aufopferungsvoll kämpfenden Kai Metzner ins Spiel. Obwohl es einige Zuschauer anders sahen, überzeugte Lazic für mich durchaus in den letzten 15 Minuten (ich muss mich aber auch als Lazic-Fan outen ;-). Lazic zeigte wie er mit seinem technischen können den "angeschlagnen" (damit meine ich besonders den Verletzten Frank Seifert) VfB weiterhelfen könnte, wenn er immer 100% Einsatz zeigen würde. Aber nun wieder zum Spiel: In der 79. Minute gewinnt erneut Gunnar Grundmann das Duell gegen den Stendaler-Stürmer Henry Berg. In der 80. Minute legt Igor Lazic auf Maik Kunze auf, der in den Lauf von Marco Rose spielt. Doch der stramme Schuss von Marco streicht um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. In der 88. Minute beweißt Rose leider keine Übersicht und scheitert mit einem Fernschuss an Kevin Nethe, statt auf den gut kämpfenden Alexander Dürr abzulegen, der endlich mal wieder ein Tor verdient hätte. Aber was soll's, der Sieg war perfekt und vielleicht hebt sich Dürr seine Tore für das Heimspiel gegen Halle am Mittwoch auf.

Fazit: Der VfB begann zwar etwas Nervös (was man nach sechs Spielen ohne Sieg nicht verwunderte), fand aber schnell ins Spiel und dominierte den Gegner in fast allen Belangen. So feierten die Leipziger einen verdienten und deutlichen Sieg, der nur bei den gefährlichen Aktionen von Henry Berg in Gefahr war. Doch das "Duell" zwischen VfB-Keeper Gunnar Grundmann und berg ging 4:0 für den Leipziger aus. Doch so toll Grundmann auf der "Linie" hielt, so "schlecht" war diesmal seine Ball annahmen. Er schien heute wirklich die "falschen Schuhe" (O-Ton Steffens) angehabt zu haben. Aber bei Achim Steffens kann sich Grundmann das wohl nicht noch einmal erlauben, da dann wohl Ersatz-Keeper René Koslowski eine Chance bekommt. Im Sturm überzeugten natürlich die Torschützen Marco Rose und Maik Kunze (obwohl Kunze sein drittes Tor hätte erzielen müssen!). Aber auch Alexander Dürr kämpfte wieder toll. Auch sonst gibt es kaum Abstriche zu machen und selbst Michal Bordas zeigte des öfteren sein technisches können. Nun dürfen wir gespannt sein auf das Heimspiel gegen Halle. Wenn der VfB dann wieder so erfolgreich spielt und Jena sich endlich mal einen Ausrutscher erlaubt, besitzen die Leipziger noch die Mini-Chance auf Platz 7. Doch man sollte immer Realist bleiben und die Planungen für die Oberliga intensivieren (damit sind besonders die Verantwortlichen des VfB gemeint, die endlich mit den Spielern über neue Verträge, auch in Liga vier, reden müssen). Denkt aber immer daran: Die Hoffnung stirbt zuletzt ...

(von Ronny John)

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