31. Spieltag

Regionalliga Nordost

 Saison 1999/2000

Spieldaten 1.FC Union Berlin

1.FC Union Berlin

0

VfB Leipzig

VfB Leipzig

0

Datum 05. Mai 2000
Uhrzeit 18.00 Uhr
Spielstätte Stadion "An der alten Försterei"
Zuschauer 4.430
Schiedsrichter Voigt (Kleinkoschen)
Torfolge Fehlanzeige!
Gelb Zöphel - Werner, Reich, Seifert, Görke
Gelb-Rot -
Rot -
Aufstellung Union Kay Wehner
Gert Müller (ab 70. Levente Bozsik)
Ronny Nikol
Steffen Menze
Jens Härtel
Chibuike Okeke
Jens-Uwe Zöphel
Michael Zechner
Daniel Ernemann
Jiri Balcarek (ab 56.  Hristo Koilov)
Ivaylo Andonov (ab 56. Aidas Preiksaitis)
Trainer: Georgi Wassilew
Aufstellung Leipzig Gunnar Grundmann
Burkhard Reich
Thorsten Görke
Torsten Jülich
Marco Kurth (ab 67. Willy Kronhardt)
Ronald Werner
Heiko Brestrich (ab 67. Maik Kunze)
Marco Rose (ab 31. Frank Räbsch)
Igor Lazic
Alexander Dürr
Frank Seifert
Trainer: Joachim Steffens
Interviews Achim Steffens (VfB-Trainer) "Wir haben gut dagegen gehalten, waren vor der Pause sogar gleichwertig."
Georgi Wassilew (Union-Trainer) "Gegen einen starken VfB haben wir zu spät Ehrgeiz und Leidenschaft gezeigt."
Marco Rose (VfB-Spieler) "Hermann Gerland, der Trainer von Arminia Bielefeld, war heute im Stadion, um unter anderem auch mich zu beobachten. Leider musste ich aber früh verletzt raus und so konnte ich ihm leider kaum etwas zeigen."
Burkhard Reich (VfB-Kapitän) "Unsere jungen Burschen haben eine tolle Leistung geboten. Besonders freue ich mich für Marco Kurth."
Michael Zechner (Union-Spieler) "Das war heute so ein Tag, wo du noch zwei Stunden spielen kannst und kein Tor erzielst. Eben einer dieser Super-Tagen, dem man sich als Fußballer nicht wünscht."
Heiner Bertram (Unions-Präsident) "Was soll's, dann ist die Meisterfeier eben vertagt."
Wertung 3 Sterne (Ein hart umkämpftes Spiel, mit den besseren Chancen für die Gastgeber. Union überzeugte besonders durch ein technisch starkes Aufbauspiel!)
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Spielbericht

Endlich gab es wieder etwas zu bejubeln für den VfB auswärts! Ausgerechnet beim überlegnen Tabellenführer und designierten Regionalliga-Meister erkämpfte sich der VfB mit einem 0:0 Unentschieden wieder einmal ein Punkt! Vor 4.430 Zuschauern (darunter "nur" 50 VfB-Fans) im Station "An der alten Försterei" war der Gastgeber aus der Hauptstadt natürlich die überlegne und vor allem Spielstärkere Mannschaft. Die Leipziger hielten aber mit viel Kampf, Einsatz und einer tollen Abwehrarbeit entgegen, so dass der Punktgewinn nicht ganz unverdient war. Bei herrlichen Fußballwetter (ca. 20 Grad) entwickelte sich eine durchschnittliche Regionalliga-Partie (aber mit vielen technischen Raffinesse). Aber nun zum Spiel:

VfB-Trainer Achim Steffens überraschte diesmal die Medien mit dem Einsatz von Marco Kurth in der Stammformation. Dafür nahm Frank Räbsch auf der Bank Platz! Unions-Trainer Wassilew konnte im wesentlichen die Mannschaft der letzten Wochen aufbieten! In der Anfangsviertelstunde entwickelte sich ein ausgeglichnes Spiel, mit der ersten guten Aktion für die Gäste aus der Messestadt in der 4. Minute als sich Frank Seifert im Strafraum in seinem Gegenspieler "festläuft". Erst in der 11. Minute wurde es für das Tor von VfB-Keeper Gunnar Grundmann gefährlich. Unions Balcarek zieht von links eine Flanke in die Mitte, aber der Österreicher Michael Zechner zieht den Ball über das Tor! In der 17. Minute verliert "VfB-Oldie" Ronald Werner den Ball an Steffen Menze und "Schlitzohr" Menze sieht Gunnar Grundmann im VfB-Tor zu weit vor seinem Kasten und versucht sich mit einem Heber. Aber zum Glück für die Leipziger senkt sich der Ball über das Tor! Nach gut 20 Minuten passt VfB-Spielmacher Igor Lazic schön in den Lauf von Alexander Dürr, doch statt der VfB-Stürmer selbst abschließt versucht er den Ball noch einmal weiterspielen und ein Berliner kann den Ball ins Aus klären! Wenige Sekunden später scheitert Marco Rose aus spitzem Winkel an Torwart Wehner. Die anschließende Ecke wird auch noch einmal gefährlich für Union-Keeper Kay Wehner, doch der Schuss von Libero und Kapitän Burkhard Reich geht knapp über das Tor. Danach verflachte die Partie etwas und erst Frank Seifert in der 34. Minute konnte wieder für Gefahr sorgen, doch Kay Wehner war bei seiner Eingabe auf dem Posten. Nach einer halben Stunde gab es übrigens schon den ersten Wechsel im Spiel, denn Marco Rose zeigte an, dass es nicht mehr geht und für ihn kam Frank Räbsch ins Spiel. In der 40. Minute stockte den "wenigen" Leipzigern im Stadion an der alten Försterei der Atem. Denn nach einer Ecke, scheitert Steffen Menze von links mit seinem Schuss, der um Zentimeter am Pfosten vorbei streicht. Kurz vor der Pause dann noch einmal eine der gefährlichen Ecken der Hauptstädter: Diesmal brachte Jens-Uwe Zöphel den Ball ins Spiel und wieder der agile Steffen Menze scheitert völlig freistehend am VfB-Keeper! Doch immer war noch nicht Halbzeit und der Leipziger Frank Räbsch hätte beinah noch das 1:0, nach einer Ecke von Frank Seifert, gemacht. Doch Kay Wehner hielt wieder souveräne!

Nach der Pause präsentierte sich der Gastgeber druckvoller und zeigte, dass er sein Heimspiel gewinnen will und vor allem die Regionalliga-Meisterschaft schon feiern will! In der 48. Minute geht ein gefährlicher Schuss von Jens-Uwe Zöphel rechts am VfB-Tor vorbei. In der 53. Minute kommt der Nigerianer bei Union Okeke völlig frei zum Schuss, doch erneut geht der Ball über das Tor der Leipziger. In dieser Phase war Union leicht überlegen und die Leipziger kamen selbst kaum noch zu Chancen! In der 54. Minute war es mal wieder so weit, doch Marco Kurth kommt mit der Fußspitze nicht mehr an die Eingabe von Frank Seifert heran. Eine Minute später musste sich Kay Wehner bei einem Heber von Igor Lazic mächtig strecken. In der 57. Minute hatten die "Eisernen" schon den Torschrei auf den Lippen, doch bei einem Konter trifft Steffen Menze aus 18 Metern nur den Pfosten. In der 63. Minute spielt sich der Ex-Berliner (bis vor der Winterpause beim BFC Dynamo) Heiko Brestrich schön frei, doch sein Schuss war zu schwach für Union-Keeper Wehner. Eine Minute später dann beinah das Tor für Union, als Ronny Nikol den Ball völlig freistehend in den Lauf gespielt bekommt, aber der herausstürzende VfB-Keeper Gunnar Grundmann kann den Ball abblocken. Dann nahmen sich beide Mannschaften für die Schlussphase eine kleine "Auszeit", die die Gastgeber aus Berlin besser nutzen. Doch zunächst war es der VfB, der in der 76. Minute wieder für Gefahr im gegnerischen Strafraum sorgen konnte. Burkhard Reich tritt von halb links einen Freistoß, der vor den Füßen von VfB-Stürmer Alexander Dürr landet, der noch ein paar Schritt geht aber sein Schuss streift um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei (die wohl größte Chance für die Leipziger in der zweiten Hälfte). Doch eine Minute später läutete Union seinen Endspurt über Okeke ein, der nach einer Vorlage den Ball an die Querlatte "donnerte". Denn zurückspringenden Ball schieß ein Berliner-Stürmer dann ohne Bedrängnis über das Tor! In den letzten fünf Minuten kommt Union immer stärker auf und presst die Leipziger in die eigne Hälfte, so in der 85. Minute als VfB-Keeper Grundmann vor den Einschuss bereiten Ronny Nikol in letzter Sekunde rettete. Die Zeit mochte für die Leipziger gar nicht vergehen, so dass Union nun eine Standartsituation nach der anderen besaß. In der 89. Minute musste Torsten Jülich nach einem Freistoß von Jens-Uwe Zöphel aus ca. 20 Metern auf der Linie retten. Die "Eisernen" peitschen ihre Mannschaft in der Nachspielzeit immer wieder nach vorne, doch ein Leipziger hatte immer wieder sein Bein dazwischen. So auch Sekunden vor Schluss, als allerdings wieder Grundmann auf den Posen war und den Schuss von Okeke fest hielt. Danach war Schluss und die VfB-Spieler wirkten sichtlich erleichtert über den Punktgewinn, nach dem katastrophalen Heimspiel gegen Carl Zeiss Jena.

Fazit: Der VfB-Mannschaft muss man nach dem beinah "Debakel" gegen Jena ein großes Kompliment machen, die endlich wieder toll gekämpft hat und das bis in die Nachspielt. Bei keinem Leipziger vermissten man den Einsatz und jeder kämpfte für den anderen. Natürlich waren die Gastgeber aus Berlin die überlegne Mannschaft und auch technisch besser, aber immerhin sah man heute den überlegnen Tabellenführer der Regionalliga Nordost und so hielten die Leipziger relativ gut dagegen (vor allem da es beinah um nichts mehr geht, spätestens nach den Resultaten der Konkurrenz an diesem Spieltag). Diese Leistung stimmte optimistisch für einen guten Saisonabschluss (vielleicht sogar mit neun Punkten aus den letzten drei Spielen?) und vor allem konnten die VfB-Fans mal wieder mit einem kleinen lächeln die Heimreise antreten! Und auch das Spruchband einiger VfB-Fans ("Danke, für nichts!") fand heute unter den Fans im Gästeblock keine Befürworter und natürlich auch nicht bei Trainer Achim Steffens, der sich für das Spruchband bei den Fans "persönlich Bedankte". Den heute konnte man keinen Leipziger hervor heben oder "kritisieren". Mann des Spiels war heute aber eindeutig Steffen Menze vom 1.FC Union Berlin, der in der Offensiv heute beinah Schalten und walten konnte, wie er wollte (nur ein Tor war ihm, zum Glück, nicht vergönnt). Noch etwas kurioses: Zwei VfB-Fans reisten zu dem Spiel mit dem Fahrrad an (7 Stunden Fahrtzeit)! Respekt von uns aus, für diese tolle Leistung und den "Fanatismus". Also dann, auf einen schönen Saisonabschluss und für Union viel Glück bei den Relegationsspielen zur Zweiten Liga (sie haben es sich dieses Jahr wirklich verdient)!

(von Ronny John)

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