32. Spieltag

Regionalliga Nordost

 Saison 1999/2000

Spieldaten VfB Leipzig

VfB Leipzig

0

Stahl Eisenhüttenstadt

Stahl Eisenhüttenstadt

0

Datum 10. Mai 2000
Uhrzeit 19.00 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 1.200
Schiedsrichter Jauch (Suhl)
Torfolge Fehlanzeige!
Gelb Rose, Görke - Fraedrich, Wiemer
Gelb-Rot -
Rot -
Aufstellung VfB Leipzig Gunnar Grundmann (ab 68. René Koslowski)
Burkhard Reich
Thorsten Görke
Torsten Jülich
Ronald Werner (ab 46. Frank Räbsch)
Heiko Brestrich
Igor Lazic (ab 46. Maik Kunze)
Marco Kurth
Marco Rose
Alexander Dürr
Frank Seifert
Trainer: Joachim Steffens
Aufstellung Eisenhüttenstadt Jens Jaschob
Marco Förster
Daniel Leppin
Zoran Tomcic
Frank Bartz
Tomasz Unton
Holger Fraedrich (ab 83. Javoslaw Wojtala)
Björn Kremser
Ulf Wiemer
Zbigniew Murzda (ab 72. Silvio Schade)
Dominik Malesa
Trainer: Friede Andrich
Interviews Achim Steffens (VfB-Trainer) "Wir haben uns etwas vorgenommen und es waren 18 Mann auf der Spielersitzung. Sie wollten sich präsentieren und kämpfen. Ab morgen soll es Vertragsgespräche geben. Was ich heute gesehen habe, tut mir als ehrgeiziger Mann sehr weh. Das Spiel muss nun etwas länger analysiert werden und ich will mich zum ersten Mal für die Leistung der Mannschaft entschuldigen. Als ehrgeizigen Trainer tut mir das sehr weh und ich werde nach diesem Spiel schlecht schlafen. Es gab schon Spiele wo wir uns über die Mannschaft gefreut haben, deshalb will ich heute nicht alles nieder machen. Wer bleibt, entscheidet der Spieler selbst und wer nicht will, wird sowieso nicht in Leipzig bleiben."
Friede Andrich (EFC-Trainer) "Nach den beiden letzten derben Klatschen, war es wichtig, dass wir heute nicht das Gesicht verlieren. Im kämpferischen Bereich muss ich meine Mannschaft loben, aber im spielerischen Bereich hat natürlich noch etwas gefehlt. Wir hätten unsere Konter besser nutzen müssen, aber der Einsatz hat gestimmt. Überragend war keiner aus meiner Mannschaft, aber Marco Förster muss ich für seinen Einsatz loben. Auch Torwart Jaschob verdient ein Lob, der Ruhe ausgestrahlt hat und alle Flanken herunter gepflügt hat."
Burkhard Reich (VfB-Spieler) "Das war ein Fehlpass-Festival. Wie schon gegen Jena sind wir überhaupt nicht ins Spiel gekommen."
Marco Rose (VfB-Spieler) "Eigentlich hätten wir befreut aufspielen können, haben aber unerklärliche Fehler gemacht. Wahrscheinlich haben wir uns nach dem 0:0 bei Union zu sehr gelobt."
Alexander Dürr (VfB-Spieler) "Wir können momentan nicht mehr. Das ist die bittere Wahrheit."
Wertung 1,5 Sterne (So eine schlechte erste Hälfte hat man wohl noch nie in Probstheida gesehen! Auch die etwas stärkere zweite Halbzeit konnte über diesen grauenhaften Kick nicht hinweg täuschen.)
54 Fotos und 4 Videos vom Spiel in der Galerie!

Spielbericht

Die Minuskulisse von 1.200 Zuschauern (das die LVZ sogar von nur 800 sprach, kann ich nicht bestätigen, denn nach meiner Einschätzung waren es auf jeden Fall über 1.000), darunter genau 3 EFC-Fans, erlebten wohl heute den Tiefpunkt der Saison aus Sicht der Leipziger. Gegen die zuletzt sehr schwachen Gäste aus Brandenburg (z.B. 0:5 gegen den Dresdner SC) gelang nur ein trostloses 0:0. Bei diesem trostlosen gekicke durften die Fans Sommer- und Standfußball pur erleben. Im Spiel um die "Goldne Ananas" bot sich auf Leipziger Sicht kaum einer für einen neuen Vertrag an, doch die meisten Spieler zeigten ja in den letzten Spielen, dass sie es eigentlich besser können. Nun aber zum Spiel:

VfB-Trainer Achim Steffens setzte auf die "Erfolgself" vom Spiel beim 1.FC Union Berlin. So durfte auch Marco Kurth wieder von Anfang für den VfB spielen. EFC-Trainer Friede Andrich stelle um und brachte Malesa, Leppin und Fraedrich (für Schwöbel, Backasch und Schade) in die Anfangsformation. Wer in der ersten Halbzeit Torchancen erwartete, war im Bruno-Plache-Stadion wohl an diesem Abend fehl am Platz. Denn beide Mannschaften ließen kaum Bewegung im Spiel erkennen und "gefielen" sich lange Zeit in Quer- und Rückpässen, ohne einen Drang zum Tor erkennen zu lassen. Manchmal hatte man das Gefühl, dass die Leipziger auch die letzte Fans noch vergraulen. So passte auch der kleine Fanprotest der "Los Buranchios" ins Bild, die einige Transparente im Gästeblock anbrachten um gegen das Chaos in der Führungsetage zu protestieren. Der Lustlose Kick erinnerte manchmal sogar an Arbeitsverweigerung und hatte mit Regionalliga-Niveau kaum noch etwas zu tun. Es sagt schon alles, dass der erste Schuss aufs Tor in der 22. Minute passierte. Doch Igor Lazic schoss Meterweit über das EFC-Tor. Ronald Werner machte es nach zwei Minuten nicht besser und auch Marco Förster versuchte sich beim munteren Spielchen: "Wer schießt am weitesten am Tor vorbei bzw. drüber?".  Erst in der 34. Minute konnte man die erste ernsthafte Chance an diesem Abend "registrieren". Gäste-Stürmer Murzda verzog aus 10 Metern nur knapp am rechten Pfosten vorbei. In der 40. Minute sorgte dann Thorsten Görke endlich für Gefahr im EFC-Strafraum und für Keeper Jens Jaschob (der letztes Jahr ja noch in Probstheida mehr oder weniger oft im Kasten stand). Doch Alexander Dürr schießt freistehend zwei Meter am Tor vorbei. Der erste Ball im Spiel, der überhaupt aufs Tor kam, sahen die Fans in der 42. Minute. Die einzigen die sich etwas in Bewegung befanden, Heiko Brestrich und Marco Rose, spielten mit einem Doppelpass die EFC-Abwehr um den Ex-Leipziger Marco Förster aus, doch Rose scheitert aus gut Metern mit einem Gewaltschuss an Keeper Jens Jaschob. Das war es auch schon und Schiedsrichter Jauch aus Suhl schickte die beiden Mannschaften, unter höhnischen Applaus der Fans, in die Kabinen.

In der zweiten Halbzeit setzte sich das Fehlpass-Festival erst einmal fort. Auch hetzt war kaum Leidenschaft, geschweige Konzentration im Spielaufbau, zu erkennen. Immer wieder wurde der Ball ohne Bedrängnis in die Füße des Gegners gespielt. Positiv war nur, dass der VfB mehr Engagement zeigte als die Gäste aus Eisenhüttenstadt, die auf "Konter lauerten" und fast über 60 Minuten hinweg nicht aus der eigne Hälfte heraus kamen bzw. mal einen Angriff einleiteten. Nach der Halbzeit brachte Achim Steffens, für die enttäuschenden Mittefeldspieler Igor Lazic und Ronald Werner, Maik Kunze und Frank Räbsch ins Spiel, die endlich wieder etwas Tempo ins Spiel bringen sollten. Der Gastgeber zeigte danach auch etwas mehr Schwung im Spiel und ließ eine leichte Steigerung erkennen, so dass vielleicht wenigstens ein Sieg gelingt! Doch bei den Chancen für den VfB hatte meistens Jens Jaschob ein Bein oder seine Hand dazwischen. In der 52. Minute zieht Frank Seifert aus spitzen Winkel Volley ab, doch der EFC-Keeper hält glänzend. In der 53. Minute wäre beinah eine Ecke von Marco Rose in das Tor gerutscht, als Frank Bartz völlig unbedrängt über den Ball schlägt und der Ball auf die Torlinie zurollt. Doch die Abwehrspieler und Jens Jaschob schaffen es mit vereinten Kräften den Ball noch einmal zu klären. In der 56. Minute prüft Frank Räbsch mit einem Kopfball Jaschob im EFC-Tor. In der 61. Minute vielleicht die passte Chance für den VfB im Spiel: Kapitän Burkhard Reich spielte Frank Seifert wunderschön frei, der hätte in die Mitte ablegen müssen, doch auch sein Schuss wurde sehr gefährlich, so dass Jaschob mit Mühe und Not den Ball parieren kann. In der 63. Minute zieht Marco Kurth einen Ball auf den langen Pfosten, doch Maik Kunze grätscht knapp am langen Pfosten vorbei. In der 65. Minute dann eine große Chance für den VfB durch Heiko Brestrich, doch sein Schuss geht nur gegen das Außennetz. Eine Minute später dann der erste, richtig gefährliche Konter für die Gäste aus Eisenhüttenstadt. Doch Tomasz Unton schießt aus guter Position knapp am Tor von Gunnar Grundmann vorbei. Bei dieser Aktion verschlimmerten sich anscheint die Schmerzen von VfB-Torwart Gunnar Grundmann, der schon zur Halbzeit sagte, das er leichte beschwerden hat. So kam in der 70. Minute dann der zweite Keeper, René Koslowski, zu seinem ersten Einsatz in der I. Mannschaft. Eigentlich hatte es Koslowski schon lange mal verdient für die erste Mannschaft zu spielen, doch diese Einwechslung schmerzte etwas, da nun kein Keeper mehr für die II. Mannschaft am Sonntag im Heimspiel gegen den VfB Chemnitz bereit steht. A-Jugend Keeper Enrico Gehrke muss bei der Jugend halten, um den Abstieg des Nachwuchses zu verhindern. Nun darf man sehr gespannt sein, wer am Sonntag im Tor der II. steht! Aber nun wieder zum Spiel, wo nicht mehr viel passierte. In der 80. Minute scheitert Holger Fraedrich mit einem Freistoß, der um Zentimeter am linken Pfosten von Koslowski vorbei streifte. Koslowski selber wurde übrigens bei jedem Ball Kontakt frenetisch gefeiert und selbst Bälle ins Aus wurden beklatscht (das war aber auch das einzige, wofür es heute Applaus gab). Danach war Schluss und es blieb beim gerechten 0:0.

Fazit: Dieses wohl wirklich grottenschlechte Spiel hatte einfach kein Sieger verdient und eine so schwache Leistung hat man wohl noch nie in Probstheida sehen können. Da hilft auch die Ausrede nicht, dass es um nichts mehr geht. Die meisten Spieler suchen einen neuen Verein oder wollen sich für einen Vertrag anbieten, doch wenn man nach den heutigen Leistungen geht, hat sich eigentlich niemand aufgedrängt (den selbst Oberliga-Spiele der II. sind besser). Die einzigen, die man heute noch auf VfB-Seite hervor heben kann sind Torsten Jülich und Frank Seifert, die wenigstens etwas Einsatz und Kampfgeist zeigten. Auch Marco Rose und Heiko Brestrich versuchten wenigstens etwas Ordnung ins Spiel zu bringen. Auf der Seite der Gäste überzeugte höchstens die Defensive und besonders Keeper Jens Jaschob, der für die Gäste wenigstens den einen Punkt "rettete" und Zoran Tomcic als Libero, der seine Hintermannschaft gut zusammenhielt. Hoffen wir, dass sich die VfB-Spieler in den letzten beiden Spielen wieder zusammenreißen und vielleicht noch einmal die Leistung vom Union-Spiel zeigen. So könnte man vielleicht auch noch den ein oder anderen Fan für das Sachsenpokal-Finale anlocken (wenn man das Spiel heute gesehen hat, kann man aber nicht sehr optimistisch sein). Dem VfB stehen schwere Zeiten in der Oberliga bevor ... Doch Trainer Achim Steffens kann man zutrauen, wieder eine hungrige Mannschaft aufzubauen, die ordentliche kämpft und so auch in der Oberliga eine gute Rolle spielen kann (und die ein oder andere Kreativ-Kraft spielt ja noch in der II. Mannschaft). Lassen wir uns überraschen, vielleicht schon mit einem "versöhnlichen" Spiel beim BFC Dynamo (aber kann man das Spiel so einfach vergessen?).

(von Ronny John)

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