34. Spieltag

Regionalliga Nordost

 Saison 1999/2000

Spieldaten VfB Leipzig

VfB Leipzig

4

Dresdner SC

Dresdner SC

0

Datum 20. Mai 2000
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 1.500
Schiedsrichter Bley (Sehma)
Torfolge 1:0 Brestrich (41.), 2:0 Rose (45.), 3:0 Brestrich (50.), 4:0 Rose (62.)
Gelb Rose, Bordas - Ratke, T. Schmidt, R. Schmidt
Gelb-Rot -
Rot -
Aufstellung VfB Leipzig René Koslowski
Burkhard Reich
Thorsten Görke (ab 59. Michal Bordas)
Torsten Jülich
Ronald Werner
Heiko Brestrich
Frank Räbsch
Marco Kurth (ab 85. Willy Kronhardt)
Marco Rose
Alexander Dürr (ab 75. Igor Lazic)
Frank Seifert
Trainer: Joachim Steffens
Aufstellung Dresdner SC Rene Große
Thomas Hoßmang
Sebastian Cassano
Knut Michael (ab 61. Frank Baldauf)
Tino Wächtler
Nicola Maglica
Sven Ratke
Ronald Schmidt (ab 74. Alexander Gleis)
Rene Beuchel
Thomas Schmidt (ab 46. Sergio Sanchez)
Rocco Milde
Trainer: Matthias Schulz
Interviews Achim Steffens (VfB-Trainer) "Es sah am Anfang nicht nach einem 4:0 Sieg aus! Als wir dann plötzlich 2:0 geführt haben, lief es. Ob es an den Nerven oder am nicht vorhandenen Druck lag, möchte ich heute nicht diskutieren. Die zweite Halbzeit können wir unter der Kategorie gut verkaufen."
Matthias Schulz (DSC-Trainer) "Ich möchte meinem Kollegen Achim Steffens gratulieren. Seine Mannschaft hat sehr effektiv und eiskalt gespielt. Wir waren bis 5 Minuten vor der Pause klar überlegen, haben es aber versäumt ein Tor zu schießen. Dann hat der VfB zugeschlagen und fast alle Chancen genutzt. Uns ist heute nach vorne fast nichts gelungen."
Heiko Brestrich (VfB-Spieler) "Wir haben unkonzentriert begonnen. Das erste Tor hat uns dann erlöst."
Marco Rose (VfB-Spieler) "Jetzt wollen wir unseren Fans noch den Pokal schenken. Nach dem Schlusspfiff macht sich Wehmut bei mir breit. Es schaut ja so aus, als ob es mein letztes Heimspiel war. Vielleicht war es für die Fans noch einmal schön. Wir haben den Treuesten der Treuen wenigstens einen ordentlich Abschluss geboten. Ich bin seit 1989 im Verein und verdanke ihm sehr viel."
Alexander Dürr (VfB-Spieler) "Alles in allem wäre diese Saison mehr drin gewesen."
Ronald Werner (VfB-Spieler) "Hätten wir immer so gespielt, wären wir jetzt in der neuen Regionalliga."
Wertung 3 Sterne (So will man bei einem Heimspiel doch immer unterhalten will! Eine starke Gäste-Mannschaft und ein effektiver VfB, der einige schöne Tore schoss.)
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Spielbericht

Der VfB verabschiedete sich mit einem guten und vor allem torreichen Spiel aus der Regionalliga und entschädigte die Fans etwas für Leiden in den letzten Monaten. Gegen den Dresdner SC gelang ein deutlicher, aber auch glücklicher (!) 4:0 Sieg mit teilweise wunderschönen Toren. Die 1.500 Zuschauer (darunter ca. 100 lautstarke DSC-Fans) im Bruno-Plache-Stadion können nach dem Spiel nun mit viel Optimismus am nächsten Sonntag nach Aue, zum Sachsenpokal-Finale, fahren. Die Fans würdigten dann besonders in der zweiten Halbzeit die Leistung der Mannschaft mit Lobesgesängen und nach dem Spiel stürmten sogar die Fans den Rasen, um das ein oder andere Souvenir zu ergattern. Aber nun zum Spiel:

VfB-Trainer Achim Steffens stellte zum Spiel beim BFC Dynamo nur einmal um und brachte für den angeschlagnen Stürmer Maik Kunze Frank Räbsch ins Spiel, der hinter Torjäger Alexander Dürr agieren sollte. Im Tor stand wieder die "Nummer zwei" René Koslowski, für den etwas schwerer verletzten Gunnar Grundmann, der auch für das Sachsenpokal-Finale ausfällt. Beim DSC saß der Torjäger mit Ladehemmung, Sergio Sanchez, wieder nur auf der Bank! Dafür hat sich die Fankultur des DSC durch den Erfolg rapide geändert und es kamen deutlich mehr Fans nach Leipzig als im letzten Jahr und diese brachten auch noch eine tolle Stimmung mit. So gut die Stimmung bei den Dresdnern war, umso besser spielte der DSC. Denn die Mannschaft von der Elbe dominierte den VfB fast die gesamte erste Halbzeit. Schon in der 4. Minute hat Ronald Schmidt das 0:1 auf den Fuß, doch René Koslowski rettete das 0:0 mit einer tollen Parade. In der 13. Minute kommt Rocco Milde aus 11 Metern zum Schuss, doch erneut ist Koslowski auf dem Posten. Die DSC-Spieler rannte weiter auf das VfB-Tor und setzten die Leipziger schon in der eignen Hälfte unter Druck. Sogar aus einem Freistoß des VfB entwickelte sich eine Riesen-Chance für den DSC nach einem Konter in der 21. Minute. Sven Ratke passt über links in den lauf von Rocco Milde, doch der Schuss des DSC-Stürmers geht über den Kasten von Koslowski! In der 24. Minute folgte dann das deutlichste Zeichen, dass es bei den Leipzigern noch nicht lief. Frank Seifert führt einen Freistoß aus, Marco Rose stoppt den Ball nicht und Seifert muss seine eigne "Vorlage" annehmen. Dies wurde natürlich abgepfiffen und trotzdem regte sich der geladne Marco Rose so sehr auf, dass er die erste Gelbe Karte im Spiel sah. In der 26. Minute dann aber die erste Andeutung einer VfB-Chance durch Heiko Brestrich und Frank Seifert. Brestrich spielt auf Seifert, der legt Brestrich wieder auf, aber der Berliner zieht am Tor von DSC-Keeper Groß vorbei. In der 29. Minute war dann wieder der DSC am Zug: Knut Michael steigt gegen René Koslowski im Strafraum hoch und gewinnt das "Duell" mit Koslowski, der den Ball nicht fangen kann, doch der Kopfball von Michael geht knapp vorbei. Dann kehrte wieder etwas Ruhe in das Spiel ein, bis zur 37. Minute! Da schnippelt Thomas Schmidt einen Eckball in den Strafraum, doch "Freund und Feind" verpassen den Ball. In der 40. Minute sollte das Spiel dann komplett kippen, den einen sehenswerten Schuss von Marco Rose kann DSC-Torhüter René Groß gerade noch so ins Aus lenken. Die Nachfolgende Ecke sollte dann das 1:0 für den VfB bringen. Der Ball wird wieder vom agilen Marco Rose von rechts ins Spiel gebracht, in der Mitte steigt Heiko Brestrich aus 7 Metern am höchsten und nickt den Ball nach einem Torwartfehler ins Tor ein! Nun wurden die Dresdner richtig nervös und besonders René Groß ließ sich anstecken. Eine Minute vor der Pause schlägt Groß völlig unbedrängt in seinem Strafraum über den Ball und Torjäger Alexander Dürr versucht den Fehler des Ex-Zwickauer zu nutzen, doch Groß macht seinen eignen Fehler wieder gut und schlägt den Ball von den Füßen von Dürr weg. Sekunden vor dem Pausenpfiff bekommt der VfB zurecht einen Freistoß, fast von der Torauslinie zugesprochen. Frank Seifert führt den Ball kurz auf Marco Rose aus, der geht noch ein paar Schritte und "knallt" das Leder aus 15 Metern an René Groß vorbei zum viel umjubelten aber eher unverdienten 2:0. Heute kann man wirklich sagen: Das Spiel wurde auf dem Kopf gestellt!

Zur zweiten Halbzeit brachte DSC-Trainer Matthias Schulz den Argentinier Sergio Sanchez, für den heute schwachen Thomas Schmidt ins Spiel! Doch die Dresdner fanden in der zweiten Halbzeit (zum Glück) nicht mehr ins Spiel oder scheiterten bei ihren Chancen an dem äußerst starken René Koslowski im VfB-Tor, der zeigte, dass er auch eine gute Nummer eins sein könnte. In der 50. Minute klingelte es erneut im Dresdner-Tor: Thorsten Görke führt aus 25 Metern einen Freistoß aus, der wird abgefälscht und landet auf den Kopf von Marco Rose, der viel Übersicht beweißt und den Ball nach vorne in die Füße von Heiko Brestrich köpft, der kein Problem hat sein achtes (!) Saisontor zu erzielen. Bei diesem Tor schlief besonders die DSC-Abwehr, da nach dem abgefälschten Freistoß zwei Leipziger im Strafraum völlig ungedeckt waren. In der 55. Minute zeigte der DSC noch einmal ein Lebenszeichen durch Sven Ratke, der aus 15 Metern völlig freistehend an Koslowski scheiterte. Dann ging es wieder Richtung des Dresdner Tores und erneut klingelte es in der 63. Minute! Marco Rose führt einen Eckball kurz auf Marco Kurth aus, der wieder Rose vor legt. "Rosi" geht bis zur Strafraummitte und trifft aus 18 Metern genau in den Winkel. Das nennt man wohl ein Traumtor! Mit dem Treffer zum 4:0 war schon der höchste Saisonsieg besiegelt und dieses Spiel erinnerte fast an den 5:0 Sieg am letzten Spieltag im Derby gegen den FC Sachsen. Doch die Dresdner gaben sich nicht auf und versuchten wenigstens etwas Schadensbegrenzung zu betreiben! In der 68. Minute ist es wieder Sven Ratke, der nach einer schönen Vorlage, der frei zum Schuss kommt, doch an Koslowski war heute kein vorbei kommen. Vier Minuten später kann ein Dresdner wieder aus 10 Metern den Ball nicht zum 4:1 verwerten. Der DSC hatte heute einfach kein Glück und sie hätten wohl noch zwei Stunden im Duell gegen Koslowski spielen können, ohne ein Tor zu erzielen! In der 75. Minute ging dann Torjäger Alexander Dürr aus dem Spiel und führ ihm kam Spielmacher Igor Lazic. Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle persönlich an Alexander Dürr, der so nett war und mir sein Trikot überreicht hatte! Herzlichen Dank dafür und Dürr noch viel Erfolg in der Zukunft. Aber nun wieder zum Spiel und zum VfB: In der 78. Minute hat Igor Lazic sogar das 5:0 auf dem Fuß, doch als er René Groß schon ausgespielt hatte, war der Winkel zu spitz geworden! In der 85. und 86. Minute hat der Argentinier Sergio Sanchez beim DSC noch einem eine "Doppelchance". Erst scheitert er völlig frei, indem er über das VfB-Tor schießt und wenige Sekunden später holt Koslowski denn Ball mit den Händen noch aus der Ecke. Zum Abschluss brachte Achim Steffens dann auch noch mal Willy Kronhardt, der eine lange Leidenszeit hinter sich hatte, den Verein aber trotzdem verlassen wird (die Differenzen zwischen ihm und dem Trainer sind wohl zu groß). Dann war Schluss und trotz der verpassten Qualifikation für die neue Regionalliga, feierten die Fans ihre Spieler und versuchten noch einige Andenken an diese deprimierende Saison zu ergattern (wenn man sich überlegt, was in dieser Saison alles in Probstheida passiert ist, angefangen vom Traum von Platz eins über den Selbstmord von Schatzmeister Bullinger oder natürlich dem Insolvenzverfahren).

Fazit: Der VfB schloss mit einem deutlichen Sieg die Saison ab, der aber vor allem in der Höhe wohl völlig unverdient war. Aber den Leipzigern muss man zu gute halten, dass sie, im Gegensatz zum DSC, die Chancen genutzt haben und so doch der verdiente Sieger waren. Doppel-Torschütze Marco Rose war heute wohl bester Mann auf dem Platz, aber auch Heiko Brestrich zeigte seine Torjäger Qualitäten und stand fast immer goldrichtig. Auch Stürmer Alexander Dürr präsentierte sich bei seinem Abschied aus Leipzig (er ist in Aue beim Sachsenpokal-Finale gesperrt) kämpferisch stark, besaß aber vor dem Tor nicht das nötige Glück bzw. hatte als fast einzige Spitze kaum Entfaltungsraum. Frank Seifert, der den VfB auch verlassen wird, präsentierte sich zum Saisonende mit neuer ultra kurz Haarfrisur, die ihm aber bei seiner Leistung heute nicht half. Seifert versuchte zwar viel, ihm gelang aber wenig! Vielleicht hat er sich seinen würdigen Abschied für Aue aufgehoben ... Zum Abschluss muss man auch ein dickes Lob an Keeper René Koslowski richten, der seinen Kasten sauber hielt und viele tolle Paraden zeigte. Ist Koslowski die Zukunft für die Oberliga oder bleibt Gunnar Grundmann? Die Frage wird sicherlich in den nächsten Wochen beantwortet werden. Beim DSC gefiel besonders Mittelfeldspieler Sven Ratke und Stürmer Rocco Milde. Pechvogel des Spiels war Rene Groß, der bei den VfB-Chance fast nur daneben griff. Nun heißt es für die Leipziger, sich auf das letzte Pflichtspiel der Saison vorzubereiten und durch diese Leistung, werden es die VfB-Spieler sicherlich geschafft haben, noch einige mehr nach Aue zu locken! Nun fehlt zu einem einigermaßen versöhnlichen Saisonabschluss nur noch der Sachsenpokal und ich denke, die Spieler wissen ganz genau, was dieser Erfolg den schwer gebeutelten VfB-Fans bedeuten würde (denn in nächster Zeit wird es sicherlich sehr schwer werden, wieder an die Tür zum DFB-Pokal anzuklopfen). Wir sehen uns in Aue ...

(von Ronny John)

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