01. Spieltag   Saison 2000/2001
Hallescher FC

Hallescher FC

0

VfB Leipzig

VfB Leipzig

1

Spieldaten
Datum 04. August 2000
Uhrzeit 19.30 Uhr
Spielstätte Kurt-Wabbel-Stadion (Halle)
Zuschauer 3.777
Schiedsrichter Weise (Könitz)
Torschützen 0:1 M. Weiß (55.)
Gelb Kurzeja, Klajnszmit, Zimmermann, Georg - Görke, Kipping, Jülich, Kanitz
Gelb-Rot Keine
Rot Keine
Aufstellung
Hallescher FC: VfB Leipzig:
Enrico Keller Frank Schöne
Marcel Geidel Heiko Brestrich
Lars Georg (ab 71. Christian Kirchhöfer) Thorsten Görke
Lars Bartel René Groth
Nico Steffen (ab 63. Ray Kirst) Rico Kipping
Enrico Kricke Torsten Jülich
Dariusz Kurzeja Kai Metzner (ab 46. Nico Kanitz)
Rafal Klajnszmit (ab 83. Mathias Nelde) Stefan Bloß (ab 61. Robert Simon)
Patrick Zimmermann Frank Räbsch
Velibor Kopunovic Mario Weiß
Oliver Kühr Hans-Jürgen Weiß
Trainer
Reinhard Häfner Joachim Steffens
   Interviews
Achim Steffens (VfB-Trainer) "Ich bin zufrieden, wir haben hart für den Sieg gearbeitet und ich freue mich besonders für die jungen Spieler. Das war eine Zangengeburt, aber ein schönes Kind kam auf die Welt. Gut - die drei Punkte sind wichtig, die Art und Weise lässt allerdings noch viel Wünsche offen. Das Spiel war ein einziger Krampf und nicht schön anzusehen. Das gilt übrigens für beide Seiten."
Reinhard Häfner (HFC-Trainer) "Wir haben gegen eine starke Leipziger Mannschaft nur knapp verloren. Das passiert auch noch anderen. Ich bin dennoch zufrieden. Aber unsere Mängel im Abschluss waren nicht zu übersehen."
Patrick Zimmermann (HFC-Spieler) "Wir haben kämpferisch überzeugt, aber spielerisch sind wir noch einiges Schuldig geblieben. Aber ich denke der Kampfgeist zu Hause stimmt und wir haben gesehen, dass wir in der Klasse durchaus mithalten können."
Frank Schöne (VfB-Torwart) "Dazu stehe ich ja schließlich im Tor um alle Bälle zu halten. Außerdem habe ich neue Handschuhe, da bleibt jeder Ball kleben."
Heiko Brestrich (VfB-Kapitän) "Es ging bei mir doch noch nicht gleich so gut, wie ich dachte. Aber da zeigte sich, welch guter Geist in unserer Truppe steckt. Da springen eben die anderen ein!"
Wertung

2,5 Sterne (Hart umkämpftes Spiel, mit einigen unschönen Fouls. Am Ende ein durchaus verdienter Sieg für die Mannschaft mit den höheren Spielanteilen. Am Ende wäre ein Unentschieden aber für den HFC durchaus möglich gewesen!)

83 Fotos vom Spiel und den Fans in der Galerie! (Videos nicht mehr erlaubt!)

Spielbericht   

Regionalliga-Absteiger VfB Leipzig gastierte am ersten Spieltag der "neuen" Oberliga Nordost-Süd beim Aufsteiger Hallerscher FC. Am Ende gewannen die Leipziger durchaus verdient mit 1:0 (0:0), da der VfB die spielbestimmende Mannschaft war! Vor offiziell 3.777 Zuschauern (darunter knapp 1.000 lautstarken VfB-Fans) entwickelte sich ein hart umkämpftes Spiel mit relativ wenigen Chancen. Damit sind die Gäste aus Probstheida wenigstens für eine Nacht Tabellenführer der Oberliga Nordost-Süd und haben drei wichtige Punkte für das Selbstvertrauen der jungen Spieler gesammelt und den Fans nach langer Zeit wieder eine fröhliche Heimfahrt beschert! Aber nun zum Spiel:

VfB-Trainer Achim Steffens konnte heute, bis auf die Langzeitverletzten René Koslowski und Jörg Rosenkranz, mit der besten Mannschaft auflaufen und auch Kapitän Heiko Brestrich war nach einigen Tagen mit Muskelproblemen wieder dabei. Brestrich übernahm heute als Kapitän auch wieder die Libero-Position, obwohl viele ihn gerne im Mittelfeld gesehen hätten. Die Manndecker-Positionen wurden glänzend mit Thorsten Görke und Neuzugang René Groth besetzt. Insgesamt stellte der Trainer heute eine eher defensive Mannschaft auf, da im Mittelfeld heute Rico Kipping und Torsten Jülich spielen durften. Auf der Bank mussten dagegen die beiden Spielmacher Robert Simon und Eric Eiselt, so wie Flügelflitzer Nico Kanitz, Platz nehmen. CFC-Trainer Reinhard Häfner konnte ebenfalls seine beste Elf, bis auf den noch gesperrten Kardos, aufbieten. Die erste große Möglichkeit besaß die Gäste aus Leipzig bereits nach knapp drei Minuten nach einem Eckball von Stefan Bloß! Doch Mario Weiß vertändelt fünf Meter völlig frei vor dem Tor, den Ball. Das hätte eigentlich schon der Führungstreffer sein können ... In der 8. Minute überrascht "Mister Einwurf", Thorsten Görke, bei eben so einem weiten Einwurf die Hallenser Abwehr. Der Ball segelt durch den Strafraum, aber am langen Pfosten köpft Mario Weiß (bedrängt durch einen HFC-Spieler) am Tor vorbei. In der 15. Minute kommt dann der Gastgeber aus der Saalestadt zu seiner ersten, guten Möglichkeit! Der HFC spielte schnell über links auf Neuzugang Enrico Kricke im Sturm (bester Mann beim Gastgeber), doch den Schuss entschärft VfB-Torwart Frank Schöne, der nach der schlimmen Verletzung von René Koslowski vor ca. zwei Wochen die neue Nummer eins ist! Danach übertrug sich das bescheidne Geschehen auf dem Platz auch auf die Ränge, wo die Stimmung erst einmal sank. Erhitzt wurde sie aber immer wieder durch umstrittne Schiedsrichter-Entscheidungen von Herrn Weise aus Könitz, so wie durch einige unschöne Fouls (wofür es aber oft zu Recht Gelb gab). In der 27. Minute besaß HFC-Spieler Rafal Klajnszmit mit einem Schuss über das VfB-Gehäuse, nach Vorarbeit des letzt jährigen Verbandsliga-Torschützenkönigs Dariusz Kurzeja, eine kleine Möglichkeit. Nach ca. 35 Minuten wurden die Leipziger wieder stärker und kamen durch Rico Kipping und Stefan Bloß jetzt immer wieder gefährlich vor das Tor des HFC (schon zuvor besaßen die Leipziger deutlich mehr Ballkontakte und kontrollierten weites gehend das Spiel). Aber die dichte Abwehr der Gastgeber stand meistens ganz gut und bot kein durchkommen (auch sonst spielte der Gastgeber recht verhalten und verlegte sich mehr auf Konter). In der 42. Minute dann eine Szene, die die Gemüter aller Leipziger erhitzte und die Hallenser am Ende durch Atmen ließ. Mario Weiß kann auf einmal allein auf HFC-Keeper Enrico Keller zu laufen, wird aber am Strafraum von Patrick Zimmermann von den Beinen geholt. Hier hätte es wohl Rot geben müssen, da Zimmermann letzter Mann war (was auch die eignen Video-Aufnahmen eigentlich bewiesen). Nur zwei Minuten später, die nächste umstrittne Situation, wo Schiedsrichter Weise durch aus auf den Punkt hätte zeigen können (vielleicht auch müssen?). Der Ball kommt in den Strafraum, dort steht René Groth fast völlig alleine, wird aber von einem HFC-Spieler und Keeper Keller "gestoppt". In unserem gedrehten Video (wofür sich sehr viele interessierten ;-) war deutlich zu erkennen, wie der HFC-Spieler mit gestreckten Bein ins Kreuz von René Groth springt. Aber der Schiedsrichter kann nicht alles sehen (hier war der Schiedsrichterassistent gefragt!).

Zum Beginn der zweiten Hälfte brachte Trainer Achim Steffens für den etwas schwachen Kai Metzner, der dem Spiel der Leipziger nicht die nötigen Impulse geben konnte, Flügelflitzer Nico Kanitz für die linke Außenbahn. Sofort kam mehr Schwung ins VfB-Spiel und bereits in der 47. Minute besaß eben dieser Nico Kanitz, nach Vorarbeit von Torsten Jülich, eine gute Schussmöglichkeit, doch Keller hielt sicher! Auch der HFC wurde nun wesentlich offensiver, so musste Thorsten Görke eine Minute später, eine sehr gefährlich Flanke von Enrico Kricke aus dem Strafraum köpfen. In der 55. Minute dann der ersehnte Jubel unter den VfB-Fans: Rico Kipping übernimmt für Stefan Bloß das treten des Eckballs von links, dieser senkt sich an die Strafraumgrenze, wo sich Heiko Brestrich mit einem Kopfball durch setzen kann! Der landet bei Mario Weiß und dieser drückt den Ball aus fünf Metern über die Linie. Selten sah man eine VfB-Mannschaft nach einem Tor feiern, wie heute den neuen "VfB 2000". Doch bereits zwei Minuten nach dem Führungstreffer hieß es wieder etwas zittern, als Enrico Kricke auf Dariusz Kurzeja auflegt, dieser aber über das Tor schießt. In der 62. Minute prüft HFC-Neuzugang Velibor Kopunovic aus 18 Metern mit einem Fernschuss die "Flugkünste" von VfB-Keeper Frank Schöne, der sicher hielt. Wenige Sekunden später scheitert Nico Kanitz, nach Vorlage von Hans-Jürgen Weiß, an Keller. In der 65. Minute war dann wieder der HFC, nach einem Konter, am Zug. Doch an die Eingabe vom starken Kricke kommt kein HFC-Spieler ran (zum Glück)! Danach gab es auf beiden Seiten kaum noch Chancen, obwohl die Leipziger weiter das Spiel kontrollieren konnten und sehr sicher in der Abwehr standen. Impulse in der Offensive kamen jetzt besonders durch Frank Räbsch und Nico Kanitz auf den Außenbahn, so wie von Robert Simon, in der Strafraummitte! Beim HFC war Enrico Kricke im Sturm Alleinunterhalter, so dass Frank Schöne nicht oft eingreifen mussten. In den letzten zwei Spielminuten stürmte der HFC dann auch mit Torwart Enrico Keller, aber ohne sich eine richtige Chance heraus zu spielen. Erst hält Schöne einen Schuss aus 20 Metern (89.) und dann pariert er fantastisch gegen Kricke aus 12 Metern mit einer Fußabwehr (Nachspielzeit). Dann war endlich Schluss und die Spieler und Fans der Leipziger konnten nach viel zittern den wichtigen Sieg im ersten Saisonspiel (dazu noch Auswärts) feiern.

Fazit: Endlich konnten die VfB-Fans wieder zufrieden die Heimreise antreten und sahen einen, für Oberliga-Verhältnisse, guten VfB und auch insgesamt ein zufriedenstellendes Spiel. Besonders in der zweiten Halbzeit war das Spiel recht unterhaltsam, was sicherlich auch durch die etwas offensivere Gangart der Gastgeber zu Stande kam. Allerdings gibt es bei den Leipzigern noch einiges an Potential, besonders im Spiel nach vorn. Trotzdem reichte es, damit die VfB-Fans die Spieler "Spitzenreiter, Spitzenreiter" feiern konnten. Der beste Spieler beim HFC war mit Abstand Enrico Kricke, während Spielmacher Dariusz Kurzeja nur sehr selten zu sehen war. Beim VfB überzeugten am meisten Frank Räbsch, Rico Kipping, Thorsten Görke und durch das Tor auch Mario Weiß, der sich einige Chancen heraus spielte. Dazu zeigte Nico Kanitz in der Zweiten Hälfte eine tolle Partie und Torwart Frank Schöne zeigte, dass er ein guter Keeper ist und hielt seinen Kasten sauber. Dieser Auswärtssieg wird den vielen jungen Spielern zusätzliches Selbstvertrauen, für die nächsten (schweren) Aufgaben geben. Man kann sich sicher sein, dass diese Mannschaft noch einiges erreichen kann und das Potential für einen, der ersten Plätze hat. Besonders nach dem Schlusspfiff sah man, dass es in der Mannschaft stimmt, denn die meisten Spieler konnte man gar nicht mehr von den Fans unterscheiden, so groß war der Jubel. Die Spieler lagen sich in den Armen und feierten besonders Mario Weiß. So etwas hat man wohl noch nie bei einer VfB-Mannschaft gesehen, einfach beeindruckend! Auf den Rängen blieb es vollkommen friedlich und es herrschte auf beiden Seiten eine prächtige Stimmung (am Ende natürlich besonders im Gästeblock), was auch durch die Phyro-Show (Bengalische Feuer usw.) im HFC-Fanblock deutlich wurde. Gespannt darf man nun sein, wie viele Leipziger zum ersten Heimspiel gegen den FV Dresden-Nord kommen. Sie würden Ihr kommen garantiert nicht bereuen (das steht nach dem heutigen Spiel schon fest) ...

(Spielbericht von Ronny John)

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