02. Spieltag   Saison 2000/2001
VfB Leipzig

VfB Leipzig

4

FV Dresden-Nord

FV Dresden-Nord

3

Spieldaten
Datum 11. August 2000
Uhrzeit 19.30 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 3.050
Schiedsrichter Stahlmann (Hainichen)
Torschützen 1:0 H.-J. Weiß (17./Handelfmeter), 2:0 Eiselt (40.), 2:1 Hauswald (44.), 3:1 Groth (68.), 4:1 M. Weiß (80.), 4:2 Rudolph (88./Foulelfmeter), 4:3 Weißenberger (88.)
Besonderes Vorkommnis VfB-Torwart Schöne hält Elfmeter gegen Rudolph (44.)
Gelb Kipping - F. Gaunitz, Scholze, Hentschke
Gelb-Rot Görke (70./VfB)
Rot Jugo (17./Dresden wegen Handspiel) und Schöne (87./VfB wegen Notbremse)
Aufstellung
VfB Leipzig: FV Dresden-Nord:
Frank Schöne Stefan Schier
Heiko Brestrich Stefan Schenk
Thorsten Görke Frank Gaunitz
René Groth Frank Rudolph
Rico Kipping Elvir Jugo
Torsten Jülich Rico Kühne
Stefan Bloß (ab 77. Robert Simon) Tino Gaunitz
Frank Räbsch Mirko Soltau (ab 82. Lars Weißenberger)
Eric Eiselt (ab 42. Nico Kanitz) Martin Hauswald (ab 78. Martin Schreiber)
Mario Weiß Mario Scholze
Hans-Jürgen Weiß (ab 88. Enrico Gehrke) Holm Hentschke (ab 58. Mario Andrich)
Trainer
Joachim Steffens Thomas Baron
   Interviews
Achim Steffens (VfB-Trainer) "Ist halt so mit den Schiedsrichtern. Es ist einfach provokativ, dass in so einem mittelmäßigen Spiel mit Freundschaftsspielcharakter zwei Spieler vom Platz gestellt werden. Es werden dazu zwei Spieler raus gefoult und der Schiedsrichter kaut provokativ Kaugummi. Es war schon in Halle mit den Schiedsrichter-Leistung sehr eigenartig und das hat sich heute skandalös fortgesetzt. Nun müssen wir ein Veto einlegen, nachdem wir unser Video sichten. Wir müssen auch mal einen Prozess gewinnen und wenn nicht, haben wir wirklich ein akutes Torwart-Problem. Wenn man das Spiel mit neun Mann beendet, da kommt keine Freude auf! Ich bin stinksauer ..."
Thomas Baron (FV Nord-Trainer) "Ich möchte meinen Trainerkollege zum Sieg gratulieren, der nicht unverdient war, da wir zu viele einfache Fehler machten. Dazu nutzten wir unsere eignen hochkarätigen Chancen zu wenig. Wir haben gezeigt, trotz des teilweisen hohen Rückstandes, dass in Dresden-Nord auch gut Fußball gespielt wird. Wir trainieren auch keine Schwalben!"
Reinhard Bauernschmidt (VfB-Präsident) "Wir hatten 80 Minuten einen wunderschönen Fußball-Abend erlebt und dann kam der Schiedsrichter und wir verlieren beinah noch das Spiel. Es wäre ein Gebot des Anstandes gewesen, hätte der Dresdner Spieler gesagt, dass es eine Schwalbe war! Dies soll er jetzt wenigstens bei der Verhandlung vor dem Schiedsgericht tun."
Frank Schöne (VfB-Torwart) "Ich schwöre, dass ich den Gegner gar nicht berührt haben. Das war nie und nimmer ein Foul, ich habe die Hände sogar zurück gezogen."
Wertung

4,5 Sterne (Fußball-Herz was willst Du mehr? 7 Tore, drei Elfmeter, drei Platzverweise, über 3.000 Zuschauer usw. Doch ein Mann zerstörte diesen Abend für beide Seiten: Herr Stahlmann aus Hainichen, ein sogenannter Schiedsrichter!)

72 Fotos vom Spiel gibt es in der Galerie! (Videos nicht mehr erlaubt!)

Spielbericht   

Der VfB Leipzig gewann das erste Heimspiel der Saison gegen den FV Dresden-Nord mit 4:3 (2:1). Damit gelang den Leipzigern mit sechs Punkten aus zwei Spielen ein guter Start in die Oberliga Nordost-Süd Saison! Doch was war das heute für ein Spiel und welche Folgen wird es für die nächsten Saisonspiele haben? Vor der sehr guten Zuschauerkulisse von 3.050 Zuschauern (sehr beachtlich in der Oberliga, da nicht ein Dresdner Gästefan mitgereist war!) im Bruno-Plache-Stadion lieferten beide Mannschaft ein gutes und vor allem sehr offensiv angelegtes Spiel ab. Doch neben 7 Toren erlebten die Zuschauer auch drei Platzverweise und diese wurde von einem sogenannten "Schiedsrichter" ausgestellt, sein Name: Herr Stahlmann aus Hainichen. Er pfiff heute auch wie "Stahl" und ließ sich bei seinen eigenwilligen Entscheidungen von niemanden "verbiegen". Besonders die Hinausstellung von Torwart Frank Schöne (ohnehin nur Ersatzmann für den Langzeitverletzten René Koslowski!) wegen einer angeblichen Notbremse in der 88. Minute, wird den Verein wohl noch viel Kopfzerbrechen bereiten. Denn nun besitzt der Verein mit dem 19jährigen Enrico Gehrke nur noch einen Keeper für zwei Herrenmannschaften! Vollkommen klar, dass der Verein Protest gegen die Entscheidung von Herrn Stahlmann einlegen wird, aber eine Speere von zwei-drei Spielen ist wohl wegen der "Tatsachenentscheidung" nicht zu vermeiden. Aber nun zum turbulenten und unterhaltsamen Geschehen auf dem Platz (heute könnte man wohl ein ganzes Buch über das Spiel schreiben!):

VfB-Trainer Achim Steffens schickte heute die Siegerelf von Halle auf den Platz, bis auf Kai Metzner, der auf der Bank Platz nehmen durfte (nach seiner schwachen Leistung beim Saisonauftakt). Dafür bekam Spielmacher Eric Eiselt eine neue Bewährungschance! Bei den Gästen vom FV Dresden-Nord (die größtenteils mit Spielern um die 19, 20 Jahren angetreten waren) fehlte der Routinier Toni Jelen (früher Dynamo Dresden). In der Anfangsphase wirkten die Leipziger bei der Heimpremiere noch nicht richtig "ausgeschlafen" und ließen die schnellen Spitzen von Dresden-Nord kombinieren. So setzte sich in der 10. Minute Frank Rudolph auf links durch und prüfte das erste Mal VfB-Keeper Frank Schöne. Zwei Minuten später "schläft" Manndecker René Groth und so muss Schöne mit einer tollen Parade gegen Martin Hauswald aus Nahdistanz das 0:0 retten. Doch nach knapp 15 Minuten wurde dann der Gastgeber immer stärker und Hans-Jürgen Weiß hätte beinah, nach einem weiten Einwurf von Thorsten Görke, das 1:0 aus ca. 12 Metern erzielt. Wenige Sekunden später zeigte Dresden-Torwart Stefan Schier, dass er noch viel lernen muss, denn er wehrte den Ball mit der Faust in die Strafraummitte ab (schon vorher konnte er den Ball zwei-, dreimal nicht festhalten) und Frank Räbsch versucht sich aus 15 Metern mit einem Heber. Doch auf der Linie rettet Elvir Jugo per Kopf, zwei Minuten später "strengte" er diesen wohl nicht so an und ging mit der Hand, im Strafraum, an einen brandgefährlichen Schuss von Torsten Jülich ran. Der Schiedsrichter zögerte nicht und pfiff Handelfmeter für den VfB, aber gab dann völlig unnötig noch die Rote Karte für Elvir Jugo (der Elfmeter und maximal eine Gelbe Karte hätten es doch auch getan, oder Herr Stahlmann?). Den Ball legte sich nun Hans-Jürgen Weiß zu Recht, der bereits im Testspiel gegen Arminia Bielefeld vom Punkt erfolgreich war und traf sicher ins rechte untere Eck zum umjubelten 1:0. Der VfB setzte nach der, mittlerweile verdienten Führung, weiter nach! In der 23. Minute lässt der schwache Keeper Stefan Schier ein Schuss prallen, doch Frank Räbsch kann daraus kein Kapital schlagen. In der 27. Minute sorgt dann wieder "Mister Einwurf" Thorsten Görke von der Außenlinie für Gefahr, als wieder einer seiner weiten Einwürfen in den Strafraum segelt, doch Frank Räbsch köpft am kurzen Pfosten knapp drüber. In der 33. und 35. Minute besaß Dresden-Nord durch den schnellen und dribbelstarken Martin Hauswald zwei kleinere Möglichkeiten, die aber VfB-Keeper Frank Schöne in gewohnter weise sicher parierte! In der 39. Minute hätten dann Heiko Brestrich und Eric Eiselt aus guter Position abziehen können, doch sie zögerten zu lange. Dafür machte es Eric Eiselt 60 Sekunden später viel besser, als er sich auf der linken Außenbahn durchsetzt und aus 12 Metern ein wunderschönes Tor erzielt. Da zeigte Eiselt, was er für eine Technik besitzt. Doch Eiselt verletzte sich bei seinem Torschuss so schwer, dass er gegen Nico Kanitz (mit viel Applaus) ausgewechselt werden musste. Als alle schon an den "Pausentee" dachten, sorgte wieder der gewisse Herr Stahlmann für viel Unruhe als er auf Elfmeter für die Gäste entschied. Im weiten Rund war diese Entscheidung sehr umstritten, da Thorsten Görke beim Abwehrversuch einfach nur früher am Ball war als sein Gegenspieler. Aber der Schiedsrichter entschied auf Foul und so trat Frank Rudolph im Duell gegen VfB-Keeper Frank Schöne an. Der hält den eher schwach geschossnen Elfmeter ins rechte Eck, doch den Abpraller versenkt der freie Martin Hauswald per Kopf. Danach begeht Holm Hentschke beim "Ball holen" aus dem Netz eine klare Tätlichkeit gegen Rico Kipping, den er von hinten brutal umsännst! Doch nach Absprache mit seinem "Assistenten" (der besser bei anderen Entscheidungen seine Hinweise hätten geben müssen!) entschied er nur auf Gelb. Doch immer war noch nicht Halbzeit und René Groth hätte in der Nachspielzeit aus 3 Metern per Kopf eigentlich das 3:1 erzielen müssen. Aber dann ging es zur Beruhigung aller, erst einmal in die Kabine...

Zum Beginn der zweiten Halbzeit hätten beinah die beiden Dresdner Stefan Schenk und Mirko Soltau für das 3:1 gesorgt, als sie nach einer Flanke den Ball nur um Zentimeter am linken Pfosten vorbei lenkten. Danach kehrte etwas Ruhe ein, bis zur 55. Minute: Freistoß für die Leipziger aus 18 Metern! Thorsten Görke und Heiko Brestrich legen sich den Ball zu Recht und Brestrich führt aus, doch sein angeschnippelter Ball senkt sich knapp am rechten Pfosten vorbei. Wenigen Sekunden später setzt sich der in der ersten Halbzeit eingewechselte Nico Kanitz auf links wunderschön durch, doch den strammen Schuss kann Stefan Schier im Nord-Tor entschärfen. Der VfB stürmte weiter auf das 3:1, so lässt René Groth in der 62. Minute gleich drei Gäste aussteigen und zieht den Ball in den Strafraum, doch den Kopfball von Hans-Jürgen Weiß kann der Gäste-Keeper mit Mühe und Not parieren. In der 67. Minute wäre dann beinah wieder ein Dresdner für den VfB "erfolgreich" gewesen, als Frank Rudolph nach einer Flanke von Nico Kanitz viel Glück hatte und sein Kopfball am "eignen" Tor knapp vorbei strich. In der 68. Minute hatten die Gäste dann aber kein "Glück" mehr: Nico Kanitz tankt sich auf links durch und schießt aus 8 Metern aufs Tor! Schier muss den Ball prallen lassen und rechts versenkt Neuzugang René Groth den Ball zum 3:1. Mitten in den Jubel der VfB-Fans stellte sich wieder Schiedsrichter Stahlmann, der in der 70. Minute auf einmal Gelb-Rot für Thorsten Görke zeigte, nachdem er seinen Gegner gehalten hatte. Hier hätte es etwas Fingerspitzengefühl gegen den bereits vorverwarnten Görke auch getan, aber alle Proteste nützen nichts und es ging mit "10 gegen 10" weiter. So kamen die Dresdner gegen die geschwächte VfB-Defensive nun besser aus und hatten in der 78. Minute durch Frank Gaunitz eine sehr gute Möglichkeit, die Frank Schöne mit einer Glanzparade zunichte machte. Doch auch die Leipziger spielten weiter munter nach vorn und kamen so in der 80. Minute zum umjubelten vierten Treffer! Keeper Schier und Verteidiger Frank Rudolph können sich bei einem Rückpass nicht einigen wer an den Ball geht und da war auch schon Mario Weiß da, der aus spitzem Winkel zum 4:1 traf. Dies war bereits der zweite Treffer für den Neuzugang aus Plauen! In den letzten Minuten schien es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis das 5:1 fällt, doch statt dessen spielte sich wieder ein Mann in den Vordergrund, den nun mittlerweile jeder kennt: Herr Stahlmann, aus ... genau, aus Hainichen (mittlerweile oft genug genannt ;-). Mario Scholze stürmt auf der rechten Seite auf den VfB-Kasten zu und so muss Frank Schöne aus dem Tor geeilt kommen und hat den Ball auch sicher. Doch was macht Scholze? Er hebt wie ein abgebrühter Profi ab und der gute Herr Stahlmann fällt darauf rein und zeigte nicht nur auf den Punkt, sondern gibt (der eigentlich Skandal) noch Rot wegen einer angeblichen Notbremse. Alles diskutieren nützte mit diesem Mann nichts und so musste der junge Enrico Gehrke für Stürmer Hans-Jürgen Weiß eingewechselt werden! Der "kalte" Gehrke musste nun direkt im Duell gegen Frank Rudolph antreten, der es diesmal besser macht und zum 4:2 versenkt. Nun spielten nur noch "9 gegen 10", während sich Frank Schöne überhaupt nicht mehr beruhigen konnte (vollkommen zu Recht) und die Verantwortlichen von Dresden-Nord zur Rechenschaft zwingen wollte, damit sie die Schwalbe von Scholze bestätigen. Die ganze Hektik übertrug sich auch auf die letzten acht Feldspieler des VfB, da der Eingewechselte Lars Weißenberger aus 15 Metern völlig frei zum Schuss kommen kann und zum 4:3 trifft (den Schuss hätte Gehrke wohl parieren können oder?!). Aber kurz danach war das Zittern vorbei...

Fazit: Trotz eines 4:1 mussten die VfB-Fans die letzten zwei Minuten zittern als Herr Stahlmann hilft, damit die Dresdner auf 4:3 verkürzen können. Doch nicht nur die Leipziger wurden heute von dem "Unparteichen" benachteiligt, sondern auch die Gäste vom FV Dresden-Nord. Man sollte die Zulassung von Herrn Stahlmann für Oberliga-Spiele noch einmal genau kontrollieren und hoffen, dass er nie wieder ein Spiel mit VfB-Beteiligung pfeifen wird. Den man war schon einiges gewohnt, aber Herr Stahlmann toppte die Leistungen vieler Schiedsrichter in den letzten Jahren. Statt einer fröhlichen Party nach dem Spiel war "Totengräber" Stimmung angesagt, denn jeder machte sich Gedanken: Wie lange wird Schöne gesperrt und was macht der VfB nun wegen dem Torhüter-Problem? Fakt ist, dass mit dem jungen Enrico Gehrke nur noch ein Keeper für zwei Mannschaften zur Verfügung steht. Durch den Einsatz von Gehrke heute, muss die Zweite Mannschaft in den nächsten zehn Tagen wohl mit einem Feldspieler im Tor agieren. Zu all den Problemen kommt noch die Sperre für Manndecker Thorsten Görke in Riesa und die leichte (?!) Verletzung von Eric Eiselt. Probleme, über Probleme ... wir können nur hoffen, dass es trotzdem ein Erfolg in Riesa gibt. Mit der Anfangsformation von heute hätte man da sicherlich keine Angst haben brauchen, denn fast alle Akteure konnte überzeugen. Heiko Brestrich durfte sich öfters im Mittelfeld aufhalten und gab dem Spiel wieder mehr Impulse als in Halle. Dazu verstärkte Eric Eiselt die Leipziger im kreativen Mittelfeld, was gestärkt wurde durch Frank Räbsch und später dann auch durch den kleinen Nico Kanitz. Dazu zeigte besonders Neuzugang René Groth eine tolle Leistung, welche er mit seinem ersten Tor für den VfB krönte. Nicht zu vergessen, dass Sturmduo Weiß! "Der kleine und der große Weiß" waren heute jeweils als Torschütze erfolgreich und ständig sorgten beide für Gefahr. Ein Lob geht an dieser Stelle aber auch an die Offensive Spielweise vom FV Dresden-Nord. Sie hielten auch in Unterzahl toll mit und besaßen in Martin Hauswahl ihren besten Mann, der mit seinen Dribblings die VfB-Abwehr oft vernaschen konnte. Aber sonst war der Erfolg für die Leipziger in diesem turbulenten Spiel, dass einfach alles bot, was ein "unvergessliches" Fußballspiel haben muss, nie in Gefahr, bis Herr Stahlmann mehrmals "einschritt". Aber "das Lebbe geht weiter" (wie für Stepanovic jetzt in Offenbach) und man kann nur hoffen, dass die herben Verluste für das Spiel in Riesa kompensiert werden können. Besonders Frank Schöne droht eine längere Speere ... Zeit für einen neuen (alten?!) Keeper? Heute saß wieder Gunnar Grundmann auf der Tribüne, der immer noch ohne neuen Verein ist ... wer weiß, was sich die kommende Woche ergibt? Wir sehen uns in Riesa ... hoffentlich ohne einen Herrn Stahlmann aus ... na ihr wisst schon ...

(Spielbericht von Ronny John)

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