04. Spieltag   Saison 2000/2001
VfB Leipzig

VfB Leipzig

0

FSV Zwickau

FSV Zwickau

2

Spieldaten
Datum 01. September 2000
Uhrzeit 19.30 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 4.100
Schiedsrichter Fleske (Schönow)
Torschützen 0:1 Shubitidze (16.), 0:2 Marcetic (63.)
Gelb Jülich - Thaly, Köcher, Shubitidze, Richter, Gerloff
Gelb-Rot Kramer (70./FSV) und Eiselt (90./VfB)
Rot Keine!
Aufstellung
VfB Leipzig: FSV Zwickau:
Frank Schöne Mark Mewes
Heiko Brestrich Holger Krauß
Thorsten Görke Karol Thaly
René Groth Uwe Kramer
Rico Kipping Alexander Köcher
Torsten Jülich Radisa Radojicic
Stefan Bloß (ab 65. Nico Kanitz) Heiko Riedel
Frank Räbsch Goran Kopunovic (ab 90. Sebastian Arzt)
Eric Eiselt Branko Marcetic (ab 74. Marc Gerloff)
Mario Weiß Khvicha Shubitidze
Hans-Jürgen Weiß (ab 65. Jörg Engelmann) Markus Richter
Trainer
Joachim Steffens Konrad Weise
   Interviews
Achim Steffens (VfB-Trainer) "Wir haben gegen eine Mannschaft mit mehr Cleverness vor dem Tor verloren. Insgesamt haben wir recht gut gespielt, aber im Spiel geht es halt darum, den Ball auch einmal über die Linie zu bekommen. Auf jeden Fall kann man nicht mehr kämpfen als wir heute gezeigt haben, besonders in der ersten Hälfte. Wir sind wohl einfach zu grün, um den Ersten zu schlagen. Wir haben nur eines nicht fertig gebracht: den Ball über die Linie zu bringen!"
Konrad Weise (FSV-Trainer) "Natürlich bin ich sehr zufrieden, auch wenn wir etwas Glück hatten bei den Chancen der Leipziger. Das war Fußball mit Herz. Man hat heute das Duell zweier Spitzenteams gesehen, was locker oberes Regionalliga-Niveau hatte! Wir werden nach diesem Saisonstart mit vier Siegen aus vier Spielen natürlich mit beiden Füßen auf dem Teppich bleiben. Denn auch bei uns gibt es noch einiges zu verbessern und man sah bei der gerechtfertigten Hinausstellung, dass die jungen Spieler noch etwas hitzig sind. Manchmal haben wir den Einsatz fast übertrieben."
Torsten Jülich (VfB-Spieler) "Wir haben den Ball nicht einmal von der Torlinie rein gekriegt. So kann man halt kein Spiel gewinnen!"
Frank Schöne (VfB-Torwart) "Beim 0:2 haben ich den Ball leider erst gesehen, als er schon drin war."
Markus Richter (FSV-Spieler) "Kompliment an unseren Riesen Mark Mewes im Tor. Er hat heute wieder klasse gehalten!"
Wertung

3,5 Sterne (Vor allem in der ersten Halbzeit ein sehr gutes Spiel, besonders vom VfB! Auch insgesamt besaßen die Leipziger zahlreiche hochkarätige Chancen, die eigentlich für einen Heimsieg hätten reichen müssen. Damit ein sehr glücklicher Sieg für die Zwickauer!)

76 Fotos vom Spiel gibt es in der Galerie! (Videos nicht mehr erlaubt!)
Spieler-Noten
Frank Schöne 4
Heiko Brestrich 3
Thorsten Görke 3
Torsten Jülich 5
René Groth 2
Stefan Bloß (bis 65.) 4
Rico Kipping 3
Eric Eiselt 3
Frank Räbsch 4
Mario Weiß 2
Hans-Jürgen Weiß (bis 65.) 4
Nico Kanitz (ab 65.) 3
Jörg Engelmann (ab 65.) 4

Spielbericht   

Der VfB Leipzig verlor das Spitzenspiel der Oberliga Nordost-Süd gegen den bisher Verlustpunktfreien FSV Zwickau eher unglücklich mit 0:2 (0:1). Vor 4.100 Zuschauern (darunter ca. 300 FSV-Fans) besaßen die Leipziger deutlich mehr hochkarätige Chancen, als die Gäste aus Zwickau. Trotz des relativ klaren Ausgangs, hätte der Gastgeber die Partie eigentlich gewinnen müssen! Doch wie sagt man so schön: So ist halt Fußball! Trotzdem konnten die zahlreichen Zuschauer im Bruno-Plache-Stadion sehr zufrieden, mit den Leistung beider Mannschaften, sein, denn es entwickelte sich ein Partie, die locker gutes Regionalliga-Niveau besaß. Dazu bot das Spiel neben zahlreichen Chancen auch mit zwei Platzverweisen und vielen hart geführten Zweikämpfen eine Menge Unterhaltungswert für die Fans. Aber leider gibt es nach langer Zeit wieder negatives von einem VfB-Heimspiel zu vermelden: Schiedsrichter Fleske musste um die 75. Minute die Partie für einige Minuten wegen Wurfgeschossen und einer Schlägerei auf der Haupttribüne unterbrechen, als wohl feiernde Zwickau-Fans attackiert wurden (unmittelbar neben dem VIP-Block), die aber laut einigen Fanaussagen auch die Provokation gesucht haben sollen! Aber nun endlich zum sportlichen an diesem Abend (bei Temperaturen um die 18 Grad und in der zweiten Hälfte einsetzendem Regen) ...

VfB-Trainer Achim Steffens setzte auf seine bisher so erfolgreiche "Stammformation". Die Frage, wer im Tor der Leipziger stehen sollte, musste an diesem Abend nur noch beantwortet werden! Die "Lösung" hieß zur Überraschung vieler Zuschauer Frank Schöne, der mit seiner Aufstellung wohl auch etwas Selbstvertrauen tanken soll. Stürmer Hans-Jürgen Weiß konnte trotz Schmerzen in der Schulter auflaufen. Das Spiel begann dann wegen einer "Papierschlangen-Aktion" des VfB-Fanblocks leicht verspätet, aber dafür hatte es der "Anpfiff" gleich in sich. Es waren gerade wenige Sekunden gespielt, da "legt" FSV-Spieler Heiko Riedel für Stefan Bloß auf, der Volley aus 20 Metern von links abzieht und der Ball sich nur um Zentimeter am langen Pfosten vorbei senkt! Der VfB bliebt weiter am Drücker, obwohl es bis zur 9. Minute dauerte, als man die nächste Chance der Leipziger notieren konnte. Frank Räbsch wird auf rechts mit einem Steilpass geschickt, aber statt den Ball direkt zu nehmen, versucht er den Ball an einem Zwickauer vorbeizulegen, so dass nur noch ein "harmloser" Schuss heraus sprang. Danach fanden die Gäste aus Zwickau richtig gut ins Spiel und kamen zu einigen gefährlichen Chancen, so in der 11. Minute durch einen Schuss vom Ex-Leipziger Markus Richter von halb rechts (aus ca. 16 Metern). Eine Minute später war es dann FSV-Kapitän Uwe Kramer der mit einem Schuss aus 18 Metern VfB-Keeper Frank Schöne zu einer Faustparade zwingt. In der 14. Minute setzt sich Stefan Bloß dann auf linken Seite schön durch und legt den Ball auf Heiko Brestrich ab, der aus gut 20 Metern abzieht und FSV-Keeper Mark Mewes einige Problem bereitete. Dann die 16. Minute: FSV-Spieler Shubitidze behauptet auf der linken Außenbahn gleich gegen zwei Leipziger den Ball. Dann kann Torsten Jülich ihm den Ball zwar wieder von den Füßen nehmen und verliert ihn gleich wieder an den Spielmacher, der dann keine Probleme hat von halb links aus 10 Metern den Ball ins lange Eck zu schießen. VfB-Keeper Frank Schöne konnte nicht viel machen, da ihn seine Abwehr in Stich gelassen hat und man den Gegentreffer wohl Torsten Jülich ankreiden muss. Nach dem frühen Rückstand schien der VfB nun endgültig aufgewacht zu sein und stürmte mit Mann und Maus auf das FSV-Tor! Schon in der 18. Minute hatten die Zwickauer bei einem abgefälschten Schuss von Eric Eiselt viel Glück, da Mark Mewes erst in die falsche Ecke gesprungen war. Vier Minuten später dann die wohl größte Möglichkeit in diesem Spiel, wo einfach das 1:1 hätte fallen müssen! Eric Eiselt vernascht auf der rechten Seite gleich zwei Zwickauer und flankt den Ball in die Strafraummitte, dort geht FSV-Verteidiger Alexander Köcher mit dem Kopf dazwischen und hätte so beinah ins eigne Tor getroffen, doch Mark Mewes konnte den Kopfball seines Mitspielers gerade noch so abwehren. Doch der Ball lag immer noch frei und im Nachschuss hätte René Groth einfach den am Boden liegenden Mark Mewes überwinden müssen. Die Partie wurde danach immer hitziger und schon in der 26. Minute gab es heftige Auseinandersetzung auf dem Spielfeld zwischen den Spielern, als Thorsten Görke zu Boden ging (was passiert war, konnten wir leider nicht erkennen). Irgendwie hatte man schon jetzt das Gefühl (nach den harten Zweikämpfen und den zahlreichen Gelben Karten, besonders für Zwickau) das dieses Spiel nicht mit 22 Mann zu Ende gehen wird. In der 35. Minute segelt eine Flanke von Frank Räbsch in den Strafraum, René Groth springt in der Mitte in die Flanke, aber statt mit dem Kopf spielt er den Ball überdeutlich mit der Hand (Schiedsrichter Fleske schien dies aber völlig übersehen zu haben). In der 37. Minute dann die nächste Großchance für den VfB, als Mario Weiß den Ball per Kopf in den Strafraum bringt und Hans-Jürgen Weiß aus 10 Metern völlig frei zum Schuss kommt! Doch auf der Linie retten zwei FSV-Verteidiger für den geschlagnen Mark Mewes. Eigentlich war es in dieser Phase nur eine Frage der Zeit, bis der Ausgleich fällt, aber die Leipziger bekamen den Ball einfach nicht über Linie. In der 43. Minute ließ sich der FSV dann endlich mal wieder vor dem VfB-Tor sehen (sonst konzentrierte man sich nur auf die Abwehrarbeit), denn Schuss von Branko Marcetic von halb links konnte Frank Schöne aber sicher festhalten. Kurz vor dem Pausenpfiff dann noch einmal eine sehr gute Möglichkeit für den VfB nach einem Eckball, doch der Volley Schuss von Thorsten Görke aus 16 Metern streicht knapp über das Tor von Mark Mewes. Dann pfiff Schiedsrichter Fleske die turbulente erste Halbzeit ab ...

In der zweiten Hälfte wurde die Auseinandersetzung der Spieler immer härter geführt, was sich leider auch auf die Zuschauer übertrug. Der FSV erwischte diesmal den bessern Start und besaß schon in der 48. Minute eine gute Möglichkeit. Markus Richter kann sich über links durch setzen scheitert aber am kurzen Pfosten an Keeper Frank Schöne. Manndecker René Groth kann den freiliegenden Ball dann zum Glück ins Aus schlagen! In der 51. Minute ist es dann schon wieder der Ex-Leipziger Markus Richter, der einen FSV-Angriff über links vorbereitet und diesmal für Karol Thaly im Strafraum des VfB auflegt, aber sein Kopfball geht knapp am rechten Pfosten vorbei. Dann fand der VfB ins Spiel zurück und erarbeitet sich wieder deutlich mehr Spielanteile! In der 56. Minute spielt Stefan Bloß einen öffnenden Pass auf Kapitän Heiko Brestrich der Volley von links abzieht, doch Mewes kann den Ball wegfausten. Wenige Sekunden später war es dann wieder Manndecker René Groth, wohl bester VfB-Spieler heute, der vor dem FSV-Tor auftauchte, aber per Kopf das Tor knapp verfehlte. Als alle eigentlich mit dem fälligen Ausgleich rechneten, kann die VfB-Abwehr den FSV nur mit einem Foul an der Strafraumgrenze stoppen. Branko Marcetic tritt zu diesem Freistoß aus ca. 17 Metern an und versenkt den Ball genau im rechten Eck (da stand die VfB-Abwehr einfach falsch, dass dufte nicht passieren!). Jetzt brachte VfB-Trainer Achim Steffens Stürmer Jörg Engelmann und Mittelfeld-Flitzer Nico Kanitz ins Spiel und besonders Kanitz konnte das Offensivspiel der Leipziger noch einmal beleben. In der 67. Minute hätten sich die Einwechslungen beinah bezahlt gemacht, als sich Kanitz durch setzen kann, im Strafraum aber erst Heiko Brestrich an Mark Mewes scheiterte und dann im nachsetzen auch Jörg Engelmann per Kopf. In der 70. Minute zeigte dann Schiedsrichter Fleske die schon länger "erwartete" Gelb-Rote Karte gegen einen Zwickauer (nachdem bereits vier Spieler verwarnt waren). So musste Kapitän Uwe Kramer nach bösem einsteigen den Platz verlassen! Nun machten sich leider auch wieder 100-200 verrückte im Stadion bemerkbar, die diese Aktion anscheint abgesprochen haben (denn diese Personen sah man in den letzten Heimspielen nach der Derby-Niederlage gegen den FC Sachsen in der letzten Saison nicht mehr). Kaum ist etwas Erfolg da, tauchen auch diese "Spinner" (das ist wohl noch die harmloseste Bezeichnung) wieder auf, die in den letzten Spielen auch beim FC Sachsen gewesen sein sollen und ziehen den Ruf des Vereins in den Schmutz. Aber erst einmal wieder zurück zum Spiel, in denen die Leipziger weiter versuchten, wenigstens den Anschlusstreffer zu erzielen. In der 74. Minute wieder eine 100%-ige für den VfB, als ein Zwickauer den Ball wieder beinah ins eigne Tor lenkt (doch der Ball rollt um Zentimeter am Außenpfosten vorbei). Danach musste das Spiel für ca. fünf Minuten wegen den besagten Chaoten unterbrochen werden! Dann wurde aber auch wieder Fußball gespielt und diesmal war es Kapitän Heiko Brestrich der einen Kopfball, völlig freistehend, aus sechs Metern nicht im FSV-Tor unterbringen kann. Danach war das Spiel im Prinzip gelaufen und Zwickau hätte mit einem Konter in der 88. Minute beinah sogar das 3:0 erzielt, doch Frank Schöne pariert einen Kopfball von halb links! Als alle schon mit dem Abpfiff rechneten, wäre dann doch beinah das 1:2 gefallen, aber nach einem Hammerschuss von Torsten Jülich, bekommt Jörg Engelmann den Ball aus einem Meter einfach nicht über die Torlinie. Zum "krönenden" Abschluss sah dann auch noch Eric Eiselt wegen Meckerns die Gelb-Rote Karte und fehlt den Leipzigern im nächsten Spiel beim VfB Zittau.

Fazit: Die Zuschauer sahen heute eigentlich einen starken VfB, wobei René Groth und Mario Weiß die besten Spieler waren. Auf Seiten der Zwickauer konnten besonders Markus Richter, Spielmacher Shubitidze und ein Großteil der Abwehr überzeugen. Bei den Leipzigern fehlte es heute einfach an der Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, da der Ball bei den zahlreichen Großchancen einfach nie über die Linie gebracht wurde (und Mark Mewes im FSV-Tor war nicht unbezwingbar, sondern hatte heute eher sehr viel Glück). So ein richtiger Denker und Lenker wie beim FSV Shubitidze fehlt dem VfB derzeit einfach, obwohl Eric Eiselt überzeugen konnte. Gefährlich wurde es auch immer, wenn sich neben René Groth, auch Kapitän Heiko Brestrich in die Offensive einschaltete. Im kämpferischen Bereich kann man den Leipzigern keinen Vorwurf machen, es fehlte einfach nur an Toren und einem richtigen Torjäger. Denn wird der VfB aber so schnell nicht bekommen, denn erstens spielt man ja nur noch in der 4. Liga und zweitens kann man froh sein, dass es trotz der Finanzschwierigkeiten eine so gute Mannschaft zusammengestellt wurde. Im spielerischen konnten die Leipziger überzeugen und so wird man garantiert oben mitspielen (zwischen Platz drei und fünf). Aber jeder, der daran glaubte, dass der VfB den Wiederaufstieg schaffte, wurde heute eines besseren belehrt. Denn es gibt "clevere" Mannschaften in dieser Liga, wie den FSV Zwickau. Nun heißt es das nächste, schwere Auswärtsspiel, beim VfB Zittau zu gewinnen und dann im Heimspiel gegen den Bischofswerdaer FV nachzulegen. Dann sieht die Welt schon ganz anders aus ... Dann kann man den Zwickauern noch Viel Glück wünschen, denn wenn man so clever spielt (was anscheint auch schon beim VfL Halle 96 der Fall war) hat man auch das Zeug dazu, "Meister" zu werden. Dazu wirkte besonders die Abwehr heute sehr eingespielt und besonders bei Standards für die Leipziger fast undurchdringlich!

(Spielbericht von Ronny John)

Zurück zu: Startseite     Saison-Übersicht     Fußball-Übersicht


Design / Inhalt: Lutz Heinrich und Ronny John     © 2000 by LH-creative