06. Spieltag   Saison 2000/2001
VfB Leipzig

VfB Leipzig

2

Bischofswerdaer FV

Bischofswerdaer FV

0

Spieldaten
Datum 16. September 2000
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 1.850
Schiedsrichter Wenkel (Reiser)
Torschützen 1:0 H.-J. Weiß (10./Handelfmeter), 2:0 Brestrich (23.)
Gelb Räbsch - Baumann, Fritzsche, Hain, Schmuck, Krulis
Gelb-Rot Eiselt (87./VfB)
Rot Kunze (85./BFV)
Aufstellung
VfB Leipzig: Bischofswerdaer FV:
Gunnar Grundmann Ronny Glöckner
Heiko Brestrich Maik Baumann
René Groth Hagen Fritzsche
Torsten Jülich Michael Krulis (ab 81. Mirko Ledrich)
Frank Räbsch (ab 65. Peter-Sebastian Gunkel) Thomas Schmuck
Rico Kipping Lars Marschner (ab 56. Daniel Heßler)
Daniel Ferl (ab 72. Jörg Engelmann) Falk Kunze
Stefan Bloß (ab 61. Nico Kanitz) Andreas Hain
Eric Eiselt Stefan Kirsten
Mario Weiß Michael Novak
Hans-Jürgen Weiß Jan Housa
Trainer
Joachim Steffens Udo Schmuck
   Interviews
Achim Steffens (VfB-Trainer) "Das beste an dem Spiel war heute, dass wir 2:0 und drei weitere Punkte gewonnen haben. Bischofswerda hat einen sehr guten Trainer und nach dem sie zweimal hintereinander verloren hatten, waren sie das schwer erwartete angeschossne Wild. Heute haben wir den ein oder anderen Pass leichtfertig in die Füße des Gegners geschlagen, aber das wussten wir vor Saisonbeginn, dass einfach nicht alles perfekt laufen kann. Die Spieler haben sich heute wieder voll rein gehängt und ich traue jedem Spieler seine Selbstkritik zu. Eric Eiselt spielt immer zwischen Weltmeister und Kreisklasse. Ich bin froh, dass ich ihn habe, auch wenn er das zweite Mal mit Gelb-Rot vom Platz musste. Aber bei der Gelb-Roten habe ich weder Gelb noch Rot gesehen. Und wie mein Kollege schon sagte, war heute auch der Schiedsrichter ein Lehrling. Leider können die nicht für ein Spiel gesperrt werden, meine Spieler schon!"
Udo Schmuck (BFV-Trainer) "Glückwunsch an den VfB zu diesem Sieg! Wir hätten das Spiel aber nicht verlieren brauchen, da wir einfach zu viele einfache Fehler gemacht haben. Die Rote Karte an Falk Kunze kurz vor Schluss war vollkommen übertrieben und anscheint musste der junge Schiedsrichter zwei Minuten später für Gleichberechtigung sorgen. Insgesamt waren die VfB-Spieler clevere, dass sah man besonders beim 2:0, als sich Brestrich unfair von seinem Gegenspieler getrennt hatte und dann völlig frei das Tor erzielte. Aber wie in diesem Fall, waren wir in den Zweikämpfen unterlegen."
Nico Kanitz (VfB-Spieler) "Der Schiedsrichter war nicht so schlecht. Unser Spiel war dagegen eine Katastrophe."
Andreas Hain (BFV-Spieler) "So lange man solche Wackelmänner, wie heute diesen Schiedsrichter auf die Leute loslässt ... Die machen doch alles verrückt."
Herr Wenkel aus Reiser (Schiedsrichter) "Rot gab es für Grätschen mit gestrecktem Bein von hinten. Gelb-Rot für das Festhalten nach vorheriger Verwarnung."
Heiko Brestrich (VfB-Kapitän) "Es ist immer wieder das gleiche: Im Mittelfeld verlieren wir zu schnell die Bälle. Zur Aktion von Eiselt: Bei dem Spielstand gehe ich nicht mehr so an den Mann ran. Da ist er wohl noch zu grün."
Daniel Ferl (VfB-Spieler) "Ein Riesenerlebnis für mich heute, auch wenn es nur ein Arbeitssieg war."
Wertung

2,5 Sterne (In der ersten Halbzeit war es noch ein ganz ansehnliches Spiel, aber in der zweiten Hälfte war kaum noch Spielkultur zu sehen!)

52 Fotos vom Spiel gibt es in der Galerie! (Videos nicht mehr erlaubt!)
Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3
Heiko Brestrich 3
René Groth 3
Torsten Jülich 5
Rico Kipping 4
Stefan Bloß (bis 61.) 4
Frank Räbsch (bis 65.) 4
Daniel Ferl (bis 72.) 4
Eric Eiselt 3
Mario Weiß 4
Hans-Jürgen Weiß 3
Nico Kanitz (ab 61.) 3
Peter-Sebastian Gunkel (ab 65.) 5
Jörg Engelmann (ab 72.) 3

Spielbericht   

Der VfB Leipzig gewann verdient sein Heimspiel gegen den Außenseiter Bischofswerdaer FV 2:0 (2:0). Allerdings war es heute Nachmittag alles andere als eine Glanzvorstellung des VfB, trotz dass die Leipziger über 90 Minuten die spielbestimmende Mannschaft waren. Vor 1.850 Zuschauer (darunter 5 Fans aus Bischofswerda) im Bruno-Plache-Stadion entwickelte sich , besonders in der zweiten Halbzeit, ein Spiel auf niedrigen Niveau, vor allem durch die sehr destruktive Spielweise der Gäste die nur auf "Schadensbegrenzung" auswaren. Auch Schiedsrichter Wenkel aus Reiser scheint dieses Saison sein "Lehrjahr" (O-Ton Achim Steffens) in der Oberliga zu absolvieren und zerstörte durch einige eigenartige Entscheidungen den Spielfluss. Aber nun zum Geschehen im Plache-Stadion bei optimalen Fußballwetter (ca. 18 Grad, Sonne und Wolken wechselten sich ab):

Trainer Achim Steffens musste heute auf den angeschlagnen Manndecker Thorsten Görke verzichten und deshalb rückte Mittelfeldspieler Torsten Jülich wieder in die Abwehr (neben Libero Heiko Brestrich und dem zweiten Manndecker René Groth). Dazu machte der Trainer seine Ankündigung war und brachten zum ersten mal von Beginn an den 18jährigen Daniel Ferl auf der rechten Mittelfeldseite (meist hinter Frank Räbsch). Auf der Bank nahmen diesmal nur 5 Spieler Platz (darunter Ersatz-Keeper Frank Schöne und der angeschlagne Kai Metzner), da die II. Mannschaft fast zeitgleich bei Dynamo Dresden II (1:4) spielte! BFV-Trainer Udo Schmuck  musste auf den verletzten Pavel Dolezel sowie die gesperrten Tilo Kosmetschke und Petr Kaulfus verzichten. Das Spiel begann dann, wie es im Prinzip alle Zuschauer erwartet haben: Der VfB war die Spielbestimmente Mannschaft und drängte die Gäste aus Bischofswerda in die eigne Hälfte. Allerdings brauchten die Leipziger knappe 10 Minuten bis sie die erste Ecke rausgeholt hatten: Stefan Bloß bringt die Ecke von rechts in den Strafraum, am langen Pfosten "pflügt" Feldspieler Thomas Schmuck den Ball mit der Hand vor VfB-Kapitän Heiko Brestrich aus der Luft und so blieb Schiedsrichter Wenkel nichts anderes übrig als Schmuck Gelb und auf dem Elfmeterpunkt zu zeigen. Hans-Jürgen Weiß schnappt sich selbstbewusst den Ball und versenkte ihn ganz "cool" ins linke untere Eck (keine Chance für BFV-Keeper Ronny Glöckner)! Nach der frühen Führung versuchte der Gastgeber gleich nachzulegen und beinah hätte "Hansi" Weiß 7 Minuten später seinen zweiten Treffer markiert, nach Eingabe von Mario Weiß, doch seinen Volley Schuss aus 16 Metern kann Glöckner im Tor der Gäste mit einer Glanzparade entschärfen. In der 23. Minute sollte Glöckner dann keine Chance mehr haben: Wieder war Hans-Jürgen Weiß am Angriff beteiligt doch BFV-Spieler Hagen Fritzsche blockt den Schuss des VfB-Stürmers zur Ecke ab. Die Ecke bringt wieder Stefan Bloß in den Strafraum, wo erst Mario Weiß mit einem Kopfball scheitert, doch der zurückspringende Ball landet genau vor den Füßen von Kapitän Heiko Brestrich der aus 14 Metern mit einem Hammerschuss ins rechte obere Eck trifft! Schon stand es 2:0 für die Leipziger und es schien sich ein Kantersieg anzudeuten, da die Gäste kaum bei ihren wenigen Eckbällen für Gefahr sorgen konnten. Doch irgendwie lief es nach dem 2:0 nicht mehr richtig beim und in der 27. Minute musste VfB-Keeper Gunnar Grundmann zum ersten Mal ins Spiel geschehen eingreifen und einen gefährlichen Schuss eines BFV-Spielers wegfausten. In der 30. Minute dann aber beinah das überraschende 3:0: Spielmacher Eric Eiselt setzt sich gleich gegen zwei Spieler auf links durch und versucht den Ball in den Strafraum zu ziehen. Doch seine Flanke rutscht leicht ab und wird immer länger und hätte sich beinah ins lange Eck gesenkt - Glück für Bischofswerda! Aber langsam erarbeiteten sich die Gäste aus Bischofswerda dieses Glück und sorgten auch ab und zu für Gefahr im VfB-Strafraum (auch in die Zweikämpfe gingen die "Schiebocker" nun viel härter). Trotzdem sollte es auf beiden (!) Seiten keine nennenswerte Chance mehr in der ersten Halbzeit geben.

Die zweite Hälfte begannen die Leipziger leider sehr zaghaft und erst Mario Weiß konnte das Publikum in der 52. Minute mit einem abgefälschten Schuss, der sich auf die Latte senkte (!), erwecken. Doch zwingende Chancen blieben Mangelware! In der 60. Minute kann sich Daniel Ferl gute durchsetzen und zieht den Ball auf Mario Weiß, der aber im Duell mit Keeper Ronny Glöckner per Kopf unterlegen war. Wenige Sekunden später dann die erste (!) richtige Chance für die Gäste aus Bischofswerda durch Andreas Hain, der den Ball aber am leeren Tor vorbei schiebt (halb links). In der 67. Minute dann Freistoß für den VfB: Der eingewechselte Nico Kanitz hebt den Ball genau in den lauf von Heiko Brestrich, der völlig freistehend den Ball regelrecht über das Tor "schaufelte" (aus 12 Metern). Von Bischofswerda war nun gar nichts mehr zu sehen, statt dessen versuchten die Leipziger noch etwas für die Tordifferenz zu tun. Aber außer eine Mini-Chance von Peter-Sebastian Gunkel (nach Vorarbeit vom spielenden Co-Trainer Jörg Engelmann), der nicht vor Keeper Glöckner an den Ball kommt, sollte nichts mehr passieren. Nichts mehr? Zwei "Entscheidungen" vom jungen Schiedsrichter Wenkel aus Reiser sollte man noch erwähnten. 85. Spielminute: Nico Kanitz ist im Ballbesitz und dann kommt Falk Kunze von hinten angerauscht und holt den Leipziger von den Beinen. Was macht Herr Wenkel? Er zückt Rot! Sicherlich etwas übertrieben, denn so hart war das einstiegen von Kunze auch nicht und Gelb hätte es fünf Minuten vor Schluss auch getan. Anscheint sah das Wenkel ähnlich und gab Eric Eiselt nach einem harmlosen Foul an einem BFV-Spielers die Gelb-Rote Karte! Kurioserweise ist Eiselt ja schon beim letzten Heimspiel gegen den FSV Zwickau wenige Sekunden vor Schluss vom Platz gestellt wurden. So pfiff Herr Wenkel wenige Minuten später bei 10 gegen 10 das Spiel ab und die Zuschauer verließen fluchtartig das Spiel. Man konnte es verstehen, denn das Spiel war (besonders in der zweiten Hälfte) eher ein großer Langweiler!

Fazit: Wie Trainer Achim Steffens schon sagte: Es zählt einzig und allein der Sieg und drei weitere Punkte auf dem Konto! Während in der ersten Halbzeit die Partie noch sehr ansehnlich war (da sich die Leipziger noch viele Torchancen erspielten), war die zweite Hälfte fast zum einschlafen. Erst Jörg Engelmann brachte die letzten 20 Minuten etwas Spielkultur im Sturm mit! Sonst verlieren lieber keine weitere Worte über das Spiel, außer das die beiden besten Leipziger heute René Groth (zeigte immer wieder seine Technik) und Eric Eiselt (trotz des Platzverweises). Wo der VfB nach den beiden Erfolgen in Zittau und Bischofswerda (wo die Siege eigentlich Pflicht waren!) wirklich steht, wird sich nächsten Sonntag beim derzeit sehr starken FSV Hoyerswerda zeigen (ich werde den VfB wohl leider wieder nicht begleiten können!). Hoffen wir, dass Manndecker Thorsten Görke zurückkehren kann, denn Torsten Jülich war heute erneut ein Unsicherheitsfaktor in der Abwehr und wie gefährlichen die Sturmspitzen unseres nächsten Gegners sind, braucht nur einen Blick auf die Torschützenliste der Oberliga zu werfen ... 

(Spielbericht von Ronny John)

Zurück zu: Startseite     Saison-Übersicht     Fußball-Übersicht


Design / Inhalt: Lutz Heinrich und Ronny John     © 2000 by LH-creative