08. Spieltag   Saison 2000/2001
VfB Leipzig

VfB Leipzig

3

VfB Chemnitz

VfB Chemnitz

0

Spieldaten
Datum 30. September 2000
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 2.050
Schiedsrichter Reiche (Wolmirstedt)
Torschützen 1:0 M. Weiß (30.), 2:0 Räbsch (85.), 3:0 Gunkel (90.)
Gelb Ferl, Görke - König, Krasselt
Gelb-Rot Keine!
Rot Keine!
Aufstellung
VfB Leipzig: VfB Chemnitz:
Gunnar Grundmann Sebastian Klömisch
Heiko Brestrich Steffen Büttner
Torsten Jülich Patrick Papp
Thorsten Görke Genci Gjinali (ab 80. Sven Nönnig)
Rico Kipping (ab 74. Peter-Sebastian Gunkel) Jens König
Frank Räbsch Marcus Wieland
Daniel Ferl Mario Oehl
Stefan Bloß (ab 46. Nico Kanitz) Michael Jellen
Eric Eiselt (ab 53. Lars Weißenberger) Sebastian Meyer
Mario Weiß André Krasselt (ab 74. Mario Großmann)
Hans-Jürgen Weiß André Kirmse
Trainer
Joachim Steffens Uwe Petzold
   Interviews
Achim Steffens (Leipzig-Trainer) "Was will man mehr? Mit drei Toren, drei Punkten und der unerwarteten Tabellenführung haben wir doch allen viel Freude gemacht. Damit können wir schon ein bisschen kokettieren. Lasst uns den Moment genießen, auch wenn wir ein Spiel weniger haben, als mein Meisterschaftsfavorit 1. FC Magdeburg."
Reinhard Bauernschmidt (Leipzig-Präsident) "Solange ich hier Präsident bin, wird es keine Fusion mit dem FC Sachsen geben. Die Verträge sind so, das wir überhaupt nichts mit dem FC Sachsen zu tun haben."
Lars Weißenberger (Leipzig-Neuzugang) "Ich bin gut im Team aufgenommen worden!"
Wertung

2,5 Sterne (Über weite Strecken des Spiels sahen die Zuschauer "nur" Sommerfußball, trotzdem war der Sieg des vollkommen überlegnen VfB nie gefährdet und die schönen Tore entschädigten für einiges!)

48 Fotos vom Spiel gibt es in der Galerie! (Videos nicht mehr erlaubt!)
Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3
Heiko Brestrich 4
Thorsten Görke 4
Torsten Jülich 3
Rico Kipping (bis 74.) 4
Stefan Bloß (bis 46.) 4
Frank Räbsch 2
Daniel Ferl 5
Eric Eiselt (bis 53.) 4
Mario Weiß 3
Hans-Jürgen Weiß 4
Nico Kanitz (ab 46.) 4
Lars Weißenberger (ab 53.) 3
Peter-Sebastian Gunkel (ab 74.) keine Wertung

Spielbericht   

Der VfB Leipzig gewann hoch verdient sein Heimspiel gegen den Tabellenletzten VfB Chemnitz mit 3:0 (1:0). Allerdings war das Spiel nicht so toll, wie man vom Ergebnis her denken könnte. Zwar dominierten die Leipziger über die gesamte Spielzeit, aber bei wunderschönem Wetter und knapp 25 Grad sah die sehr gute Kulisse von 2.050 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion meist nur "Sommerfußball". Vor dem Chemnitz-Tor passierte meist nicht viel und bei einigen Spielern waren spielerische Defizite zu erkennen. Aber am Ende zählt nur der Sieg und die starke kämpferische Leistung der Leipziger. Dazu entschädigten die drei schönen Tore für einige nicht gerade spannenden Minuten. Aber nun zum Spielgeschehen:

Vor dem Spiel nahm Präsident Reinhard Bauernschmidt zum Thema Kinowelt und einer angeblichen Fusion (vermeldet von der "BILD-Zeitung") Stellung und erklärte klipp und klar "das es auch in 50 Jahren keine Fusion mit dem FC Sachsen geben wird und wir bald wieder zur Nummer eins in Leipzig aufsteigen werden"! Dazu erklärte Bauernschmidt noch, dass dem VfB nichts anderes übrig blieb, da es keinen weiteren Geldgeber in diesem Umfang gab, der die sportliche und finanzielle Zukunft des Vereins hätte absichern können. Aber nun zum sportlichen: Leipzig-Trainer Achim Steffens musste nach der Gelb-Roten für René Groth letzte Woche beim FSV Hoyerswerda etwas umbauen und ließ heute wieder Torsten Jülich Manndecker spielen (mit Thorsten Görke). Dazu rückte Spielmacher Eric Eiselt wieder in die Anfangsaufstellung, nachdem er seine Sperre aus dem Spiel gegen Bischofswerda abgesessen hatte. Auf der Bank nahm Neuzugang Lars Weißenberger platz, dessen Verpflichtung erst am Freitag perfekt gemacht werden konnte. Bei den Gästen von Trainer Uwe Petzold standen mit Marcus Wieland, Sebastian Meyer, Andre Krasselt und vor allem mit Jens König ein paar bekannte Spieler in der Anfangsformation. Der Gastgeber sollte also gewarnt sein... Das Spiel entwickelte sich schon in der Anfangsphase wie erwartet - der VfB aus Leipzig bestimmte das Geschehen und der andere VfB, aus Chemnitz, stellte sich mit Mann und Maus hinten rein und versuchte das 0:0 so lange wie möglich zu halten. Dieses Vorhaben sollte erst einmal funktionieren und die Leipziger kamen kaum zu einer nennenswerten Chance. Erst in der 12. Minute wurde es für Chemnitz-Keeper Sebastian Klömisch gefährlich, als Stefan Bloß eine Flanke auf Frank Räbsch in die Strafraummitte schlägt. Klömisch klärt den Schuss aus 15 Metern aber, mit einer guten Parade, zur Ecke! In der 16. Minute nimmt dann Eric Eiselt den Ball aus 18 Metern Volley, nachdem die Chemnitzer Abwehr abprallen ließ, doch der Ball streicht knapp am linken Pfosten vorbei. Dann kehrte wieder etwas Ruhe ein, bis die Leipziger ab der 25. Minute die "Schlagzahl" (um auch mal in "olympischer" Sprache zu sprechen ;-) erhöhten und sich wieder bessere Möglichkeiten erarbeiteten. In der 28. Minute scheitert Stefan Bloß noch mit einem Schuss, der über das Tor von Klömisch geht. In der 30. entschied sich Bloß dann für eine Flanke die Punktgenau zu Mario Weiß kommt. Der Stürmer der Leipziger zeigte seine Klasse und verwandelte mit dem Hinterkopf zum vielumjubelnden 1:0. Ein tolles Tor des "großen" Weiß ... In der 34. Minute konnte man die erste halbe Chance für die Gäste aus Chemnitz notieren, als Marcus Wieland aus 15 Metern zum Schuss kommt, aber auch 1 Meter über das Tor schoss. Drei Minuten später hätte es dann beinah wieder im Tor der Gäste geklingelt, als Hans-Jürgen Weiß aus sechs Metern, nach Eingabe von Thorsten Görke, an den Ball kommt, aber unter Bedrängnis knapp über das Tor traf. Das war dann auch schon die letzte Möglichkeit in der ersten Halbzeit. Insgesamt erspielten sich die Leipziger einfach zu wenig Chancen und boten so bis dahin ein schwaches Spiel. Aber zum Glück waren die Gäste aus Chemnitz von Harmlosigkeit kaum zu überbieten und ein Gegentor auch später nie im Bereich des möglichen!

Die zweite Hälfte begann dann mit einem Pfiff vom zwar etwas kleinlich, aber insgesamt sehr gut, pfeifenden Schiedsrichter Reiche aus Wolmirstedt, nachdem Michael Jellen Mario Weiß an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht hatte (49.). Zum Elfmeter trat Hans-Jürgen Weiß an (schon zwei Elfmeter in dieser Saison verwandelt) und er traf auch sicher ins linke Eck. Doch Schiedsrichter Reiche entschied auf Wiederholung des Elfmeters, da Nico Kanitz wohl zu früh in den Strafraum gelaufen ist. Hans-Jürgen Weiß also nun zum zweiten: Er läuft an, visiert wieder das linke Eck an und schießt diesmal aber am linken Pfosten vorbei. Also ging es mit einer knappen Führung für die Leipziger in diesem sehr fairen Spiel (am Ende nur zwei Gelbe Karten für Foulspiele) weiter ... In der 54. Minute bringt Thorsten Görke einen Eckball in den Strafraum, der abgewehrt werden kann. Der Abpraller landet aber beim gerade eingewechselten Neuzugang Lars Weißenberger, der Volley aus 18 Metern abzieht, aber knapp scheiterte! 4 Minuten später dann die nächste dicke Chance für die Gastgeber, doch Talent Daniel Ferl bringt den Ball aus drei Metern (nach einem Freistoß) nicht im Tor der Chemnitzer unter. Den nächsten "Glanzpunkt" konnte Hans-Jürgen Weiß erst zehn Minuten später, in der 68. Minute, mit einem Fallrückzieher setzen, der aber nicht zum Torerfolg führte. In der 74. Minute hat Chemnitz-Keeper Klömisch dann Glück, als Frank Räbsch zwei Meter vor dem Tor am Ball vorbei grätschte. Danach entschlossen sich die Chemnitzer, ihre Abwehr etwas zu lösen um vielleicht die Überraschung zu schaffen und in Probstheida ein Unentschieden zu erzielen. Obwohl man schon etwas anfing zu zittern, hatte man nie das Gefühl, dass die Gäste heute ein Tor erzielen können. Statt dessen erlöste Frank Räbsch das Publikum mit einem tollem Solo über 50 Meter und schiebt sicher den Ball an Klömisch zum 2:0 vorbei. Nun wollten die Leipziger mehr, aber Hans-Jürgen Weiß scheitert in der 90. Minute mit einem Volley Schuss. In der Nachspielzeit dann noch einmal ein Konter: Frank Räbsch spielte auf Peter-Sebastian Gunkel, der sich halb rechts seinem Gegenspieler entledigen konnte und dann völlig frei aus 10 Metern den Ball im Tor unterbringt (der Ball ging gegen den rechten Innenpfosten und rollten dann ins Tor). Wenige Sekunden pfiff Schiedsrichter Reiche die einseitige Partie ab...

Fazit: Ein völlig verdienter Sieg für einen klar dominierenden VfB aus Leipzig. Jetzt heißt es für die VfB-Fans eine Woche den ersten Platz zu feiern und vielleicht sogar auf einen Ausrutscher des 1.FC Magdeburg bei den Energie Cottbus Amateuren zu hoffen. Auf jeden Fall ist der VfB auf einen guten Weg: Der Kampf stimmt und wenn dann noch die spielerischen Defizite (die dann besonders zum Vorschein kommen, wenn man gegen eine Defensiv eingestellte Mannschaft spielt) abgebaut werden können, ist diese Saison alles möglich. Trotz Kölmel und seinen "Millionen" soll man weiter auf diese junge, hungrige Mannschaft setzen, die einen tollen Charakter hat. Dazu hat Trainer Achim Steffens gezeigt, welches Gespür er bei Neuverpflichtungen hat, denn Lars Weißenberger (vom FV Dresden-Nord gekommen) scheint kein schlechter Mann zu sein und passt einfach zum Charakter der Mannschaft. Bester Leipziger war heute Frank Räbsch, der seine Leistung mit einem Tor krönen konnte und nun endlich wieder zu alter "Regionalliga-Stärke" findet. Wir dürfen gespannt sein, wie die Auswärtshürde bei Eintracht Sondershausen gemeistert wird und dann heißt es sich auf das Heimspiel gegen den alten Rivalen Dynamo Dresden zu freuen. Bevor es für uns alle heißt: "Auf nach Sondershausen", sollte man vielleicht am nächsten Samstag bei der II. Mannschaft im Sachsen-Pokal vorbeischauen. 

(Spielbericht von Ronny John)

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