09. Spieltag   Saison 2000/2001
Eintracht Sondershausen

Eintracht Sondershausen

0

VfB Leipzig

VfB Leipzig

2

Spieldaten
Datum 14. Oktober 2000
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Sportzentrum am Göldner (Sondershausen)
Zuschauer 1.320
Schiedsrichter Simon (Schkopau)
Torschützen 0:1 Brestrich (32.), 0:2 Brestrich (47.)
Gelb Silabetzschky, Rasch, Kloth - Görke, Jülich
Gelb-Rot Keine!
Rot Keine!
Aufstellung
Eintracht Sondershausen: VfB Leipzig:
Jens Weißgärber Gunnar Grundmann
Lars Plachy Heiko Brestrich
Denny Silabetzschky Thorsten Görke
Daniel Rasch René Groth
Sven Baumann Rico Kipping
Daniel Peschke (ab 70. Steffen Knäbe) Torsten Jülich
Henning Stary (ab 70. Michael Franke) Steffen Bloß (ab 61. Nico Kanitz)
Marcel Kloth Kai Metzner (ab 68. Peter-Sebastian Gunkel)
Christian Krug Eric Eiselt (ab 81. Daniel Ferl)
Axel Duft Mario Weiß
Maik Franz Hans-Jürgen Weiß
Trainer
Burkhardt Venth Joachim Steffens
   Interviews
Achim Steffens (VfB-Trainer) "Man muss froh sein, hier gewonnen zu haben. Viele werden sich hier schwer tun! Wir sind noch nicht in der Lage, eine Mannschaft bei einer Führung sicher zu bespielen."
Gunnar Grundmann (VfB-Torwart) "Wir wollen den FCM so lange wie möglich ärgern."
Heiko Brestrich (VfB-Spieler) "(Scherzt) Ein Torwart muss auch mal zwei, drei Dinger halten! Ich hoffe nun nur noch, dass wir auch bald pünktlich unsere Gehälter bekommen!"
Wertung

3,5 Sterne (Der VfB dominierte über 70 Minuten das offensiv geführte Spiel und war so der verdiente Sieger. Am Ende sicherte Gunnar Grundmann den Sieg!)

62 Fotos vom Spiel findet Ihr in der Galerie! (Videos nicht mehr erlaubt!)
Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 1
Heiko Brestrich 2
Thorsten Görke 3
René Groth 4
Torsten Jülich 3
Rico Kipping 3
Stefan Bloß (bis 61.) 4
Kai Metzner (bis 68.) 4
Eric Eiselt (bis 81.) 3
Mario Weiß 3
Hans-Jürgen Weiß 4
Nico Kanitz (ab 61.) 3
Peter-Sebastian Gunkel (ab 68.) 4
Daniel Ferl (ab 81.) keine Wertung

Spielbericht   

Der VfB Leipzig gewann das Oberliga-Punktspiel am 9. Spieltag beim Aufsteiger Eintracht Sondershausen durchaus verdient mit 2:0 (1:0). 1.320 Zuschauer (darunter ca. 300 VfB-Fans und leider einige "böse" Gestalten, die vor allem mit dem Zug angereist waren) im Sportzentrum "Am Göldner" erlebten ein gutes und offensiv geführtes Spiel beider Mannschaften, wobei der VfB (besonders in der ersten Hälfte) klar dominierte. Nur die letzten 20 Minuten musste man um die Truppe von Trainer Achim Steffens zittern, dass der Sieg (und damit die Tabellenführung für mindestens 24 Stunden) in Gefahr geraten könnte. Die Leipziger feierten heute ihren fünften Sieg in Folge (und alle "zu Null"!). So kann es weiter gehen ... Torsten Jülich sah im laufe des Spiels die fünfte Gelbe Karte der Saison und ist  im nächsten Spiel gegen Dynamo Dresden gesperrt. Aber nun zum Geschehen in der "Kreisstadt" Sondershausen (20.000 Einwohner):

VfB-Trainer Achim Steffens konnte heute wieder auf Manndecker René Groth, nach seiner Gelb-Rot Sperre und Heiko Brestrich setzen, der trotz seiner Halswirbel-Probleme heute beim Aufsteiger in Thüringen dabei war. Auch Stefan Bloß wurde noch rechtzeitig fit, im Gegensatz zu Frank Räbsch (der beste Mann in den letzten beiden Punktspielen). Für Räbsch rückte Kai Metzner ins Team, der sich durch seine starke Leistung im Pokalspiel der II. gegen Pulsnitz für den Einsatz empfehlen konnte und übernahm die Position auf der rechten Außenbahn (nicht unbedingt Metzners Lieblingsposition). Der VfB wurde zu Beginn des Spiels seiner Favoritenrolle gerecht und übernahm die Kontrolle über das Geschehen, während sich der Aufsteiger auf die Defensive beschränkte. In der 4. Minute dann schon die erste hochkarätige Chance für den VfB, nach Foul an Kai Metzner, am Strafraum: Freistoß-Spezialist Heiko Brestrich schreitet aus 18 Metern zur Tat und trifft von halb rechts leider nur die Latte. Nach dieser Chance kam auch der Gastgeber im "idyllisch" gelegnen Sportzentrum "Am Göldner" besser ins Spiel! Sven Baumann bringt den Ball über links ins Spiel, doch in der Strafraummitte verpasst der freistehenden Maik Franz das 1:0 für den Gastgeber. Zwei Minuten später muss Eric Eiselt für den geschlagnen VfB-Torwart Gunnar Grundmann retten, nachdem die Leipziger zweimal den Ball nicht aus dem Strafraum schlagen konnten. Trotz klarer Dominanz des VfB, hatte man am Anfang Glück, dass es noch 0:0 stand. In der 14. Minute dann aber wieder eine Chance für die Gäste: Stürmer Mario Weiß zieht von halb rechts ab und Keeper Jens Weißgärber kann mit viel Glück zur Ecke klären! Wenige Sekunden später scheitert dann Hans-Jürgen Weiß mit einem Volleyschuss an Weißgärber (den einige noch von Carl Zeiss Jena kennen dürften). Bis jetzt hielt also das Abwehr-Bollwerk der Gastgeber und die nächste gute Möglichkeit sollte es für die Leipziger erst in der 30. Minute geben. Eric Eiselt bekommt nach einem Getümmel im Strafraum den Ball vor die Schüsse und lässt eine wahren Hammer los, den Weißgärber nicht festhalten kann. Der Ball rutscht durch die Hände des Eintracht-Keepers, doch genau auf der Torlinie kann der Keeper den Ball noch festhalten. In der 32. Minute kann Weißgärber dann nicht mehr retten: Eingabe von rechts in den Strafraum, dort schaltet VfB-Kapitän Heiko Brestrich am schnellsten und versenkt frei zum 1:0 für die Leipziger! Anscheint war der VfB noch beim jubeln als kurz nach dem Wiederanpfiff Eintracht-Kapitän Christian Krug sich durch setzen kann und der Ball durch einen Reflex von Gunnar Grundmann noch gegen den Pfosten prallt. Das war dann aber auch die letzte Chance in der ersten Halbzeit! Insgesamt war es eine verdiente 1:0 Führung, aber auch eine glückliche, durch die zwei, drei guten Möglichkeiten für die Eintracht. Der sogenannte Eintracht-Fanblock ist leider nur durch vulgäre Ausdrücke aufgefallen. Ständig wurden Schiedsrichter und gegnerische Spieler als "schwul" oder "homosexuell" bezeichnet. Man ist zwar auch von VfB-Spielen einiges gewöhnt, aber das solche Ausdrücke (und vor allem über 90 Minuten) aus einem geschlossen Block (mit recht "jugendlichen Fans") kommen und es fasst keine anderen "Anfeuerungsrufe" gibt, hatte man auch als VfB-Fan noch nicht erlebt. Nun wieder zum sportlichen ...

Die Leipziger starteten perfekt in die zweite Hälfte! Nach einer Eingabe von Stefan Bloß, welche durch den gesamten Strafraum segelt, ist Heiko Brestrich (eigentlich Libero!) erneut völlig frei und zieht aus 10 Metern von halb rechts mit voller Wucht ab und trifft genau in den rechten Winkel. Ein Traumtor! In der 56. Minute war dann der zweite "Spieler des Tages" auf VfB-Seite im Mittelpunkt: Torhüter Gunnar Grundmann rettet gegen den völlig freien Axel Duft, der aus 8 Metern Grundmann nicht überwinden kann. Zwei Minuten später probiert sich VfB-Spielmacher Eric Eiselt mit einem harten Schuss aus 22 Metern, der aber knapp links am Eintracht-Tor vorbei streicht! Dann sollte es wieder 10 Minuten bis zur nächsten Großchance dauern. In der 69. Minute probiert es Eric Eiselt mit einem Solo und vernascht auch seinen Gegenspieler, doch der Schlenzer geht knapp am langen Pfosten vorbei (Eintracht-Keeper Weißgärber hätte wohl keine Abwehrchance gehabt!). In der 73. Minute zeigte wieder Gunnar Grundmann was er kann, als er einen strammen Schuss, des gerade eingewechselten Michael Franke, mit einer Hand zu einem Eckball faustet. Der Druck auf das VfB-Tor wurde nun immer größer und im Gefühl des sicheren Vorsprungs beschränkten sich die Leipziger aufs Kontern. In der 79. Minute hätte Sondershausen beinah auf 1:2 verkürzt. Der eingewechselte Steffen Knäbe vernascht die gesamte VfB-Deckung und läuft allein auf Gunnar Grundmann zu, doch Knäbe versagen die Nerven und mit einer großartigen Parade rettet der beste Leipziger an diesem Nachmittag den sicheren Vorsprung. Zwei Minuten später dann schon wieder Aufregung auf der Haupttribüne, den eine missglückte Flanke von Axel Duft landet am langen Pfosten - erneut Glück für die Gäste aus der Großstadt! Danach schien der Gastgeber sein "Pulver verschossen" zu haben und so kamen die Leipziger noch zu einigen guten Konterchancen. Leider verletzte sich in der Endphase Spielmacher Eric Eiselt (81.) und musste auswechselt werden. Hoffen wir, dass es nur eine Vorsichtsmaßnahme war! Die besten Kontermöglichkeiten besaß der eingewechselte VfB-Stürmer Peter-Sebastian Gunkel der einmal über das Tor köpft (87. / nach Eckball) und das andere mal knapp am Kasten von Jens Weißgärber vorbei schießt (89. / nach toller Vorarbeit von Nico Kanitz). Dann war Schluss und die Spieler konnten mit den gut 300 VfB-Fans den Sieg und den ersten Platz (zumindest für 24 Stunden) feiern!

Fazit: Ein unterhaltsames Spiel, mit einigen Großchancen auf beiden Seiten. Der VfB-Sieg war durchaus verdient (durch die höheren Spielanteil), aber auch etwas glücklich (ein Pfosten- und ein Lattenschuss durch die Gastgeber). Trotzdem stand die Abwehr der Leipziger heute sehr sicher und die Stütze des Erfolges war wieder einmal Gunnar Grundmann, der in seinen sechs Spielen für den VfB in dieser Saison, noch kein (!) Gegentor kassierte. Dazu zeigte sich diesmal Heiko Brestrich (sonst Libero) des öfteren als Spielmacher und war durch seine zwei Treffern und zwei gefährlichen Freistöße (einer prallte gegen die Latte) mit Grundmann "Spieler des Tages" auf Seiten der Gäste. Bei den Gastgebern überzeugte besonders der schnelle Maik Franz und Daniel Rasch. Der VfB ist auf jeden Fall, nach dem fünften Sieg in Folge (alle "zu Null"!), für das Spitzenspiel am Freitag gegen den 1.FC Dynamo Dresden gerüstet. Mit den kalkulierten 5.000 Zuschauern im Rücken wird die junge VfB-Mannschaft garantiert über sich hinausgehen und ein tolles Spiel zeigen ... hoffentlich mit einem positiven Ausgang für die Leipziger! Das wichtigste bleibt aber: Egal was passiert, es darf zu KEINEN Vorfällen auf den Zuschauerrängen kommen. Der NOFV droht sonst mit einer Platzsperre (es geht dabei um die Vorfälle im Spiel gegen den FSV Zwickau) ... 

P.S.: Noch eine Bemerkung zum Einsatz der Polizei in Sondershausen. Es ist zwar richtig, dass die Polizei bei einigen "Störenfrieden" hart durchgreift (den auch wir VfB-Fans wollen in Ruhe das Spiel verfolgen!), aber einige Verhaftungen am Samstag Nachmittag waren völlig unangebracht. Völlig schuldlose Fans wurden aus der Menge gezogen und auf die Frage: "Was er den gemacht hätte?" gab es nur ein hämisches Grinsen. Die Polizei schaffte es sogar, so eine Unruhe zu verbreiten, dass über die Hälfte der Fans nicht einmal mitbekamen, wie das 1:0 fiel!

(Spielbericht von Ronny John)

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