12. Spieltag   Saison 2000/2001
VfB Leipzig

VfB Leipzig

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Energie Cottbus Amateure

Energie Cottbus Amateure

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Spieldaten
Datum 03. November 2000
Uhrzeit 19.30 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 2.020
Schiedsrichter Weise (Könitz)
Torschützen Fehlanzeige!
Gelb Görke, Jülich, Kanitz - Woltmann, Wollermann, Pochanke
Gelb-Rot Keine!
Rot Keine!
Aufstellung
VfB Leipzig: Energie Cottbus Amat.:
Gunnar Grundmann André Thoms
Heiko Brestrich Matthias Hein
René Groth (ab 75. Daniel Ferl) Jörg Woltmann
Thorsten Görke Christoph Ballaschk
Torsten Jülich Martin Neubert
Kai Metzner Thomas Pahn
Stefan Bloß (ab 58. Nico Kanitz) Sven Unversucht (ab 46. Stefan Wollermann)
Eric Eiselt René Handreck
Hans-Jürgen Weiß (ab 46. Peter-Sebastian Gunkel) René Trehkopf (ab 86. Sebastian Jurrack)
Mario Weiß Oliver Keutel (ab 87. Marian Pochanke)
Frank Räbsch Patrick Rachwal
Trainer
Joachim Steffens Jürgen Meseck
   Interviews
Achim Steffens (VfB-Trainer) "Es war ein unangenehmer Abend, jedenfalls für die, die mit hohen Erwartungen ins Stadion kamen. Auch die Spieler und ich sind natürlich enttäuscht, aber auch so ein Abend musste kommen, wo wir kein Glück haben. Es war aber vor allem eine unangenehmer Abend, da René Groth mit gebrochner Nase bei uns operiert werden musste. Man ist vom Spiel enttäuscht, aber mich ärgert es mehr, wenn Spieler von den Zuschauern angepöbelt werden. Wenn dies weiter geschieht und man nicht weiß, was die Spieler leisten, muss man endlich Konsequenzen ziehen. Man muss auch Spielern wie Heiko Brestrich und Eric Eiselt Fehler zu gestehen. Unser Spiel war heute einfach zu bieder und zu hausbacken. Es lag nicht am wollen oder an der Einstellung, sondern an dem nicht erzielten Tor und dem Schiedsrichter, der ein klares Tor nicht geben hatte. Nach dem Schlusspfiff hat er sich sogar bei mir für den Pfiff entschuldigt! Das Wort Stürmer hatte heute keiner meiner Spieler verdient. Stürmer sind Spieler, die ganz vorne stehen und nicht Verteidiger für sich in der ersten Reihe spielen lassen. Hans-Jürgen Weiß versuchen wir zu helfen, aber er konnte leider wieder nicht das zeigen, was er kann. Frank Räbsch ist auf der Position neu und ich glaube, dass man keinen Spieler nach Probstheida locken kann, der sofort als ein Knipser bezeichnet werden kann. Und ein Spieler wie Brumme aus Grimma hat bis 2003 Vertrag! 19.30 Uhr Spiele sind nicht schlecht, sie haben aber den Nachteil, dass viele Fans schon betrunken sind. Heiko Brestrich hatte heute auch nicht genug Verantwortung übernommen und hat den Ball abgegeben, statt selbst einmal zu schießen. Wir hoffen, dass er sein Privatleben in den Griff bekommen und wieder zur alten Stärke findet. Zum Thema neue Spieler: Ich kenne die Regionalliga, Oberliga und Landesliga und da gibt es keinen, der wechseln könnte, der uns helfen könnte."
Jürgen Meseck (Energie-Trainer) "Wenn man zum VfB Leipzig kommt, zu so einer jungen Mannschaft und nach 90 Minuten mit einem 0:0 vom Platz geht, muss man zufrieden sein. Wir hatten auch Glück, vor allem in der ersten Halbzeit, als der VfB drei große Chancen hatten. In der zweiten Hälfte war das nicht mehr der Fall und wir hatten sogar ein paar kleinere Möglichkeiten selbst ein Tor zu schießen. Ich glaube das die Spieler, die heute gespielt haben, nicht so schnell den Anschluss an den Erstligakader schaffen. Da müssen wir noch viel trainieren!"
Thorsten Görke (VfB-Spieler) "Eine Abwehr aus Beton reicht eben nicht, um ein Spiel zu gewinnen!"
Heiko Brestrich (VfB-Spieler) "Ich will niemanden an den Pranger stellen, auch nicht Hans-Jürgen Weiß. Er hat sich wie alle anderen sehr bemüht! Wir haben eben auf wichtigen Positionen nicht die torgefährliche Leute. Immerhin haben wir zum neunten Mal zu Null gespielt und wenn wir Freitag in Magdeburg nicht verlieren, ist alles drin!"
Wertung

1 Stern (In der ersten Halbzeit konnten die frierenden Zuschauer noch einige Torchancen bewundern, aber in der zweiten Hälfte ging fast gar nichts mehr beim VfB und das Spiel passte sich dem miesem Wetter an!)

55 Fotos vom Spiel findet Ihr in der Galerie! (Videos nicht mehr erlaubt!)
Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3
Heiko Brestrich 4
Thorsten Görke 4
René Groth 3
Torsten Jülich 5
Kai Metzner 4
Stefan Bloß 4
Eric Eiselt 3
Hans-Jürgen Weiß 5
Mario Weiß 5
Frank Räbsch 4
Peter-Sebastian Gunkel (ab 46.) 4
Nico Kanitz (ab 58.) 3
Daniel Ferl (ab 75.) keine Wertung!

Spielbericht   

Der VfB Leipzig kam im Heimspiel gegen die Amateure von Energie Cottbus, trotz klarer Überlegenheit, nur zu einem 0:0 Unentschieden! Dies ist bereits das dritte Remis der Leipziger in Folge und nach dem 0:0 in Plauen, dass zweite torlose Unentschieden in Folge. Das zeigt deutlich, dass dem VfB ein echter "Knipser" fehlt, da es genügend gute Chancen zum Sieg gab (2 Lattentreffer und ein nicht gegebnes Tor des Schiedsrichters). Aber woher den neuen "Wunderstürmer" nehmen, wenn nicht gerade viel Geld da ist? Achim Steffens hat aber schon vor der Saison von einem "Lehrjahr" gesprochen und dieses Jahr macht eben noch der Sturm den "kleinen, aber feinen" Unterschied zum Bayern-Bezwinger 1.FC Magdeburg. Aber nun zum Spielverlauf, an diesem nasskalten November-Abend (ca. 7 Grad, Regen und leichter Nebel) vor 2.020 Zuschauer (darunter ca. 10 Energie-Fans) im Bruno-Plache-Stadion.

VfB-Trainer Achim Steffens musste heute auf Rico Kipping (5. Gelbe Karte) im Defensiven Mittelfeld verzichten. Dafür brachte Steffens mit Hans-Jürgen Weiß einen dritten Stürmer, neben Mario Weiß und Frank Räbsch. Spielmacher Eric Eiselt musste sich dafür heute etwas mehr nach hinten orientieren, auch wenn dies gegen die "Mauermannschaft" aus Cottbus nicht oft nötig war. Auf Seiten der Gäste musste Trainer Jürgen Meseck auf fast alle wichtigen und erfahrne Spieler verzichten. Neben Kapitän Detlef Irrgang (private Termine) fehlten auch Sven Kubis, Kevin McKenna und Thomas Neubert. Es sah also alles, nach einer relativ einfachen Aufgabe für den VfB aus und dies sollte sich (von den Spielanteilen) in der Anfangsphase auch bestätigen. Die Gäste aus Cottbus "mischten Beton" an und standen mit 10 Mann um den Strafraum, während der VfB versuchte, über die Außen eine Lücke in der Energie-Abwehr zu finden. Am Anfangen konnten die Leipziger Energie-Keeper André Thoms aber nicht ins Schwitzen bringen! Nur einer Flanke von Stefan Bloß konnte etwas für Gefahr sorgen. Erst in der 17. Minute gab es die erste richtig gute Möglichkeit für den VfB, aber die hatte es gleich in sich. Stefan Bloß wird geschickt und durch einen Abwehrfehler kann er unbedrängt auf das Tor von Energie Cottbus zu laufen. Er flankt von links zum mitgelaufnen Hans-Jürgen Weiß am langen Pfosten, doch aus fünf Metern schießt der Stürmer ganz knapp links vorbei. Sekunden später kommt Eric Eiselt an den Ball und der Spielmacher des VfB zieht aus 20 Metern trocken ab, trifft aber nur das Lattenkreuz. Schon jetzt merkten die Zuschauer, dass heute irgendwie das nötige Glück bei den VfB-Angriffen fehlte. In der 29. Minute kann sich der flinke Kai Metzner auf rechts durchsetzten und zieht aus 18 Metern ab, doch Thoms im Tor der Gäste hält sicher! In der 38. Minute dann wieder eine sehr gute Möglichkeit für den VfB, als Kai Metzner wieder auf rechts durchbricht und im Strafraum auf Hans-Jürgen Weiß zurücklegt. Der befreit sich von seinem Gegenspieler, doch sein Schuss aus 10 Metern wird eine leichte Beute für den Energie-Keeper. In der 40. Minute war das Ball dann im Netz: Freistoß von Thorsten Görke von rechts, den er genau in die Strafraummitte schlägt. Dort sperrt VfB-Kapitän Heiko Brestrich für René Groth den weg frei, der den Ball aus vier Metern über die Linie schiebt. Doch der pfiff des Schiedsrichter (Herr Weise aus Könitz) ertönt sofort, da Brestrich angeblich seinen Gegenspieler gefoult hatte. Allerdings kann man sich über den pfiff streiten, den ein Foul von Brestrich war eigentlich nicht zu sehen. Nun erhöhten die Leipziger noch einmal den Druck: Ein Eckball von rechts wird kurz auf Stefan Bloß gespielt, der aus 18 Metern von halb rechts abzieht, aber André Thoms kann den Ball mit einiger Mühe entschärfen. Nun waren nur noch wenige Sekunden zu spielen bis zum Halbzeitpfiff, doch plötzlich stockte den VfB-Fans der atmen. Die Gäste aus Cottbus kommen zum ersten Mal gefährlich vor das Tor der Leipziger, aber René Handreck schlenzt den Ball von links am langen Pfosten vorbei. Die letzte Chance der ersten Hälfte besaß aber der VfB: Freistoß von Thorsten Görke aus 20 Metern, doch der Energie-Keeper boxt den Ball über die Latte.

Zur Halbzeit reagierte VfB-Trainer Achim Steffens und brachte für den schwachen Hans-Jürgen Weiß (der seine Chance heute nicht nutzen konnte) Peter-Sebastian Gunkel (der unter der Woche im Sachsen-Pokal gegen den VFC Plauen für die II. Mannschaft erfolgreich war). Allerdings konnte auch er das Offensivspiel des VfB nicht beleben und das Spiel passte sich immer mehr den Wetter an (strömender Regen setzte ein). Die Leipziger blieben zwar klar spielbestimmend, doch selbst der eingewechselte Nico Kanitz fand keine Lücke in der Abwehr der Gäste. In der 62. Minute dann sogar die zweite Chance für die Cottbuser durch den eingewechselten Stephan Wollermann, doch den Schuss aus 14 Metern rettet Heiko Brestrich mit viel Mühe (er rutschte auf dem glitschigen Boden fast weg) kurz vor der Linie! Wir schreiben die 64. Minute: Nico Kanitz vernascht auf der linken Außenbahn zwei Cottbuser und versucht den Ball in den Strafraum zu ziehen, doch seine Flanke rutscht ab und prallt gegen die Latte. André Thoms im Energie-Tor hätte keine Abwehrchancen gehabt ... Dann ist es wieder Kanitz, der sich auf links durchsetzt und auf Mario Weiß abspielt, der Peter-Sebastian Gunkel wunderschön bedient, doch dieser schießt dem Keeper aus 8 Metern genau in die Arme. In der 75. Minute musste dann René Groth nach einem Ellbogen-Check eines Cottbuser vom Platz getragen werden. Er zog sich einen Bruch des Nasenbeins zu und wurde sofort in der Kabine notversorgt. Für Groth kam Nachwuchstalent Daniel Ferl ins Spiel und nun bäumten sich die Leipziger noch einmal auf, um nicht mit einem trostlosen 0:0 den Platz zu verlassen. In der 78. Minute streicht ein Schuss von Heiko Brestrich knapp über die Querlatte und wenig später zischt ein harter Schuss von Eric Eiselt aus 18 Metern knapp rechts vorbei (80.). In der 81. Minute flankt Thorsten Görke von links in den Strafraum, doch der Kopfball von Eric Eiselt aus 10 Metern wird mehr eine "freundliche" Rückgabe für André Thoms. 10 Minuten später wurde das mittlerweile äußerst schlechte und langweilige Spiele von Herrn Weise aus Könitz abgepfiffen. Leider mussten sich die VfB-Spieler (auch schon während des Spiels) von einigen (meist betrunknen) Fans schlimme Beschimpfungen und pfiffe anhören. Das hat diese junge Mannschaft nun wirklich nicht verdient und selbst an diesem Abend hatten sie nie aufgehört zu kämpfen. Doch dies ist eben mittlerweile Oberliga-Fußball und muss auch solche Spiele verkraften.

Fazit: Die VfB-Spieler kämpfen zwar wieder bis zum umfallen, aber gegen die "Betonabwehr" von Energie Cottbus (die vielleicht nur drei oder viermal den Strafraum von Gunnar Grundmann betraten) konnten sich die Stürmer der Leipziger nicht durchsetzen. Dazu fehlte bei zwei Lattentreffern und einem nicht anerkannten Tor von René Groth auch das nötige Glück an diesem nasskalten Abend. War die erste Halbzeit noch einigermaßen gut anzusehen, erlebten die Zuschauer in der zweiten Hälfe Fußball zum abgewöhnen. Die beiden besten Leipziger (auch wenn sich das schwer sagen lässt, nach so einem Spiel) waren wohl René Groth und Eric Eiselt. Nichts desto trotz heißt es sich nun auf den nächsten Freitag freuen, wenn der VfB beim 1.FC Magdeburg antritt und warum sollte nicht auch mal der VfB für eine Überraschung im Ernst-Grube-Stadion sorgen. Alle VfB-Fans auf zum "Bayern-Bezwinger", den bei diesem Spiel braucht die junge Mannschaft Eure Unterstützung um die Serie von bisher sechs Auswärtsspielen ohne Gegentor fortzusetzen. Und etwas ist sicher: Die Leipziger treffen in Magdeburger 1000%-ig nicht auf eine Mannschaft, die Defensiv eingestellt ist. Das könnte der große Vorteil für den VfB sein! Lassen wir uns überraschen und hoffen, dass es in Magdeburg auch auf den Rängen friedlich bleibt ...

(Spielbericht von Ronny John)

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