14. Spieltag   Saison 2000/2001
VfB Leipzig

VfB Leipzig

4

Wacker Nordhausen

Wacker Nordhausen

0

Spieldaten
Datum 18. November 2000
Uhrzeit 13.30 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 2.200
Schiedsrichter Inka Müller (Stendal)
Torschützen 1:0 M. Weiß (30.), 2:0 Bloß (47.), 3:0 Ludwig (51./Eigentor), 4:0 Ferl (74.)
Gelb H.-J. Weiß - Facius, Ludwig
Gelb-Rot Keine!
Rot Keine!
Aufstellung
VfB Leipzig: Wacker Nordhausen:
Gunnar Grundmann Timo Uhde
Heiko Brestrich Steffan Klause
Lars Weißenberger René Facius
Torsten Jülich Sebastian Elle
Rico Kipping Jens Ludwig
Nico Kanitz (ab 46. Eric Eiselt) Matthias Ecke
Stefan Bloß Dirk Malura
Frank Räbsch Lars Gruning (ab 57. Sten Prokosch)
Mario Weiß (ab 71. Daniel Ferl) Mario Gottschald (ab 74. Patrick Egelkraut)
Hans-Jürgen Weiß Lars Pohl (ab 77. Steve Dornhofer)
Peter-Sebastian Gunkel Maik Rüdiger
Trainer
Joachim Steffens Dirk Fuhrmann
   Interviews
Achim Steffens (VfB-Trainer) "Eine ziemlich kuriose Woche fand mit dem 4:0 einen sehr guten ausklang. Der Sieg geht natürlich in Ordnung. Ich freue mich besonders über die Torschützen Bloß und Ferl, die beide ihr erstes Tor für den VfB geschossen haben. In der zweiten Halbzeit kamen die Flanken einfach besser, nachdem der Bann mit dem 2:0 gebrochen war. Die Tore waren schön anzusehen und das ist doch das wichtigste am Fußball! Wie die Schiedsrichterin war? Die junge Frau hat gut gepfiffen."
Daniel Fuhrmann (Wacker-Trainer) "Ich will dem Gastgeber zum 4:0 Sieg gratulieren. Er geht auch in dieser Höhe in Ordnung! In den ersten 30 Minuten haben wir kaum Chancen zugelassen, aber beim 1:0 hat die Zuordnung wieder nicht gestimmt. Trotzdem muss man bei unserer Leistung die derzeitige Umstrukturierung beachten. Wenn man sieht, dass einige Spieler noch vor drei Wochen in der Kreisklasse gespielt haben, kann man mit dem Einsatz ganz zufrieden sein. Insgesamt sind wir wieder nicht konzentriert genug in die zweite Halbzeit gegangen und haben schnell über die linke Außenbahn zwei Tore kassiert."
Daniel Ferl (VfB-Spieler) "Ein tolles Gefühl, endlich das erste Tor für den VfB gemacht zu haben."
Reinhard Bauernschmidt (VfB-Präsident) "Kompliment an die Mannschaft, aber Nordhausen war erschreckend schwach!"
Heiko Brestrich (VfB-Kapitän) "Die Schiedsrichterin hat schon gezeigt, wer der Herr im Hause ist."
Inka Müller (Schiedsrichterin) "Wie es war? Ziemlich kalt! Mit den Herren Fußballern gab es keine Probleme."
Wertung

3 Sterne (In der ersten Halbzeit war das Spiel noch nicht sehr unterhaltsam, dies sollte sich in der zweiten Hälfte aber schnell ändern! Eine Leistungssteigerung erwärmte die frierenden Zuschauer mit schönen Toren und tollen Chancen!)

74 Fotos vom Spiel findet Ihr in der Galerie! (Videos nicht mehr erlaubt!)
Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3
Heiko Brestrich 3
Lars Weißenberger 3
Torsten Jülich 4
Rico Kipping 3
Nico Kanitz (bis 46.) 5
Stefan Bloß 3
Frank Räbsch 3
Mario Weiß (bis 71.) 2
Hans-Jürgen Weiß 4
Peter-Sebastian Gunkel 3
Eric Eiselt (ab 46.) 3
Daniel Ferl (ab 71.) keine Wertung!

Spielbericht   

Der VfB Leipzig gewann völlig verdient und deutlich mit 4:0 (1:0) das Heimspiel gegen den Tabellenletzten Wacker Nordhausen. Vor 2.200 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion kam im Prinzip nie ein Zweifel auf, dass die drei Punkte nach Probstheida gehen. Die Gäste aus Thüringen beschränkten sich 89 Minuten lang auf die Defensive und standen auch nach dem 1:0 mit 10 Mann in der Abwehr. Aber diese Taktik kann man natürlich nachvollziehen, den Wacker Nordhausen (erst vor wenigen Tagen durch ein Insolvenzverfahren gerettet) trat teilweise mit Spielern an, die vor ein paar Wochen noch in der Bezirksliga oder Kreisklasse spielten. Der heimische VfB untermauerte mit dem deutlichen Erfolg die Favoritenstellung und konnte die Tabellenspitze weiter ausbauen. Aber nun zum Spiel, dass schnell erzählt ist:

Vor dem Anpfiff interessierten sich die Pressevertreter und Zuschauer vor allem für die Schiedsrichterin (!). Ihr Name war Inka Müller (24 / Rechtsreferendarin aus Stendal) und an der Seitenlinie stand Vater Klaus ihr als Linienrichter zur Verfügung. VfB-Trainer Achim Steffens setzte heute mit Hans-Jürgen Weiß, Mario Weiß und Peter-Sebastian Gunkel auf drei Spitzen (Mario Weiß zog sich allerdings meist etwas weiter zurück). Die Manndecker-Position des gesperrten Thorsten Görke (5. Gelbe Karte) übernahm der junge Lars Weißenberger neben Torsten Jülich. Eric Eiselt musste heute erst einmal auf der Bank Platz nehmen, da Achim Steffens Nico Kanitz auf der linken Außenbahn gegen die sehr defensiv eingestellten Gäste testen wollte. Von der ersten Minute an herrschte Einbahnstraßenfußball in Probstheida! Beim VfB sicherten meist nur zwei Spieler ab und vor allem Libero Heiko Brestrich und Rico Kipping konnten sich so immer wieder in die Offensive einschalten. Die erste gute Möglichkeit besaß in der 7. Minute Heiko Brestrich, nach Vorarbeit des Torschützen des goldnen Tores in Magdeburg, Peter-Sebastian Gunkel, über rechts. Brestrich schob den Ball aber knapp an Timo Uhde im Wacker-Tor vorbei! Sekunden später setzt sich Torsten Jülich schön auf rechts durch und spielt genau in den lauf von Peter-Sebastian Gunkel, doch der hebt den Ball aus 10 Metern (völlig frei stehend) über das Tor. Das hätte eigentlich schon das 1:0 sein müssen ... In der 22. Minute zeigte Mario Weiß sein technisches können und ließ gleich drei Wacker-Spieler aussteigen, aber in der Mitte des Strafraums rutscht Hans-Jürgen Weiß an der Eingabe seines Sturm-Kollegen vorbei. Fünf Minuten später dann wieder eine gute Möglichkeit für Peter-Sebastian Gunkel, nach einer Flanke von Frank Räbsch (von rechts), aber Gunkel köpft aus 7 Metern am Tor von Timo Uhde vorbei. In der 30. Minute konnten die VfB-Fans endlich jubeln: Nach einer Flanke von Hans-Jürgen Weiß von der Strafraumgrenze, trifft Mario Weiß aus fünf Metern mit einem Flugkopfball. Nachdem der Jubel verflacht war, verflachte leider auch das Offensiv-Spiel der Leipziger und so gab es keine nennenswerte Chance mehr vor der Halbzeitpause, die Zuschauer und Spieler zur "Aufwärmung" nutzen (bei ca. 5 Grad und unangenehm kühlen Wind).

Achim Steffens nahm zur Halbzeit den schwachen Nico Kanitz vom Platz und brachte dafür Spielmacher Eric Eiselt. Die zweite Halbzeit begann dann gleich mit dem völlig verdienten 2:0 für den VfB! Frank Räbsch setzt sich schön auf rechts durch und am kurzen Pfosten versenkt Stefan Bloß die Eingabe aus 5 Metern per Kopf. In der 51. Minute zeigt Rico Kipping was er kann und zieht von halb rechts eine Flanke scharf in den Strafraum. Dort steht allerdings kein Leipziger, sondern nur Wacker-Kapitän Jens Ludwig. Dieser beweißt nicht gerade "Übersicht" und verwandelt (statt den Ball aus dem Strafraum zu schlafen) aus 5 Metern in Torjäger-Manier zum 3:0 für die Leipziger! Damit war die Partie nun endgültig entschieden und nun ging es nur noch um die Höhe des Sieges (und bei Nordhausen, wie eigentlich seit der 1. Minute, um Schadensbegrenzung). In der 56. Minute hätte der eingewechselte Eric Eiselt beinah den vierten Treffer für den Gastgeber erzielt, doch nach schöner Vorlage von Heiko Brestrich, scheitert er mit einem Heber an Wacker-Keeper Timo Uhde. 6 Minuten später ist es wieder Eric Eiselt, der das 4:0 auf den Fuß hat, doch die Flanke von Rico Kipping kann Eiselt am langen Pfosten nicht im Wacker-Tor unterbringen. In der 68. Minute kommt es zu seiner seltnen Szene: Unter Bedrängnis versucht sich Wacker-Torwart Timo Uhde mit einem Abschlag, doch dabei schießt er Hans-Jürgen Weiß an. Uhde trifft dabei den VfB-Stürmer an einer ganz empfindlichen Stelle bei einem Mann und non dieser "Stelle" währe der Ball beinah sogar ins Tor geprallt (der Ball Strich wenige Zentimeter am linken Pfosten vorbei). In der 74. Minute dann "endlich" der vierten Treffer für den VfB, der längst fällig war: Rico Kipping schlägt einen Freistoß von halb rechts an den kurzen Pfosten, dort gibt Heiko Brestrich aus drei Metern den Ball weiter und am langen Pfosten schiebt, der gerade eingewechselte, Daniel Ferl überlegt aus 2 Metern ein. Weitere Treffer sollten an diesem kühlen Nachmittag nicht mehr fallen, auch nicht für die Gäste aus Nordhausen, die in der 83. Minute zu ihrer ersten Chance (!!) im Spiel kamen (der eingewechselte Sten Prokosch scheitert aber am völlig unbeschäftigten Gunnar Grundmann).

Fazit: Ein völlig verdienter und deutlicher Erfolg für den VfB gegen den Tabellenletzten! Die Leipziger erledigten ihre "Pflichtaufgabe", besonders in der zweiten Hälfte, gut und konnten sich an der Tabellenspitze weiter absetzen. Die besten Leipziger waren heute Mario Weiß, Rico Kipping und Frank Räbsch. Mehr gibt es über das Spiel heute eigentlich nicht zu sagen, außer das man sich auf den Sonntag "freuen" kann und vor dem Videotext vielleicht einen Punktverlust von Magdeburg bejubeln könnte! Aber wichtiger ist ein Erfolg in einer Woche beim halben Derby in Grimma. Dafür können auch zahlreiche VfB-Fans sorgen (1.000 Leipziger sind doch im Bereich des möglichen, oder?! ;-)

(Spielbericht von Ronny John)

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