17. Spieltag   Saison 2000/2001
FC Anhalt Dessau

FC Anhalt Dessau

2

VfB Leipzig

VfB Leipzig

1

Spieldaten
Datum 08. Dezember 2000
Uhrzeit 19.30 Uhr
Spielstätte Paul-Greifzu-Stadion (Dessau)
Zuschauer 1.319
Schiedsrichter Brügmann (Schwerin)
Torschützen 1:0 Freund (32.), 2:0 Dreyer (40.), 2:1 Gunkel (87.)
Gelb Skrypzak - Görke, Gunkel
Gelb-Rot Muraviev (59./Dessau)
Rot Keine!
Aufstellung
FC Anhalt Dessau: VfB Leipzig:
Matthias Tuchel Gunnar Grundmann
Andrej Muraviev Heiko Brestrich
Peter Freund Thorsten Görke
Christian Hildebrandt Torsten Jülich
Sören Westphal (ab 61. Zlatko Villin) Rico Kipping
Branislav Duris Daniel Ferl
Eike Strokosch René Groth
Ladislav Stefke Frank Räbsch (ab 38. Nico Kanitz)
Tom Heitzmann Mario Weiß
Sven Dreyer (ab 86. Mario Skrypzak) Hans-Jürgen Weiß (ab 60. Lars Weißenberger)
René Schwarzer Peter-Sebastian Gunkel
Trainer
Andreas Wolf Joachim Steffens
   Interviews
Achim Steffens (VfB-Trainer) "Wir haben so gespielt, wie in den gesamten anderen Auswärtsspielen der Hinrunde. Wir haben wieder unser Tor gemacht, aber eben diesmal zwei kassiert. Das Spiel war wieder voller Dramatik und Spannung und auch wieder mit jede Menge Torchancen, die wir nicht nutzen konnten. Wir hätten das Spiel heute auch 4:2 oder 5:2 gewinnen können, doch wieder machen wir zwei, drei sicherer "Bretter" nicht, wie das mein Kollege auch schon richtig erkannte. Wie die Chancen vergeben wurden, schreit zum Himmel. Aber man muss auch sehen, dass wir heute als Spitzenreiter mit nur 16 Spielern angereist sind und dann sich noch Frank Räbsch schlimm am Knöchel verletzt. Die Spielerdecke ist derzeit einfach zu klein und man kann froh sein, dass die Zweite morgen noch mit 11 Spielern antreten kann. Ich habe in der zweiten Hälfte gemerkt, dass das Spiel kippen kann, wenn wir das 2:1 machen. Leider ist der Anschlusstreffer, trotz langer Überzahl, viel zu spät gefallen und in der Nachspielzeit hatten wir bei dem Schuss von Görke kein Glück. Aber das war heute ja nicht das WM-Endspiel, wir haben eben Auswärts nun mal ein Gegentor kassiert und da braucht niemand traurig zu gucken. Das erste Tor in einem Auswärtsspiel war nicht weiter schlimm, da die Flanke ja nur ins Tor rutschte. Sauer bin ich über das zweite Tor, dass mich regelrecht ankotzt. Die Spieler hatten die gesamte Hinrunde Zeit sich die Torjägerliste einzuprägen und trotzdem war Dreyer völlig frei."
Andreas Wolf (Anhalt-Trainer) "Riesen Kompliment an meine Mannschaft. Sie haben toll gekämpft! In der ersten Halbzeit hatten wir ein starkes Spiel gezeigt, in der zweiten hatten wir dann Glück. Das 1:0 war eine verunglückte Flanke, aber gerade solche Tore, sind die schönsten! Leipzig stand von Anfang an gut in der Abwehr und bestimmten auch sonst das Spiel. Aber meistens war 15 bis 20 Metern vor dem Strafraum Schluss mit ihrem Spiel. Der VfB hatte insgesamt zwei, drei Großchance, die sie kläglich vergaben. Deshalb kann man wohl zu Recht von einem glücklichen Sieg reden!"
Wertung

3 Sterne (Ein Spiel mit viel Spannung und zahlreichen Torchancen, die vor allem die Leipziger viel zu selten nutzten. Insgesamt war es wieder ein sehr unterhaltsames Auswärtsspiel, mit über 800 mitgereisten VfB-Fans!)

77 Fotos und 1 Video von den Fans gibt es in der Galerie! (Videos vom Spiel nicht mehr erlaubt!)
Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 4
Heiko Brestrich 3
Thorsten Görke 3
Torsten Jülich 3
Rico Kipping 4
Daniel Ferl 4
René Groth 3
Frank Räbsch (bis 38.) 3
Mario Weiß 4
Hans-Jürgen Weiß (bis 60.) 4
Peter-Sebastian Gunkel 3
Nico Kanitz (ab 38.) 3
Lars Weißenberger (ab 60.) 4

Spielbericht   

Es gibt immer ein erstes Mal: Das musste der VfB Leipzig beim Spiel beim FC Anhalt Dessau "schmerzlich" feststellen! In Sachsen-Anhalt gab es vor 1.319 Zuschauer (darunter ca. 800 VfB-Fans) im Paul-Greifzu-Stadion eine schmerzliche und sehr unglückliche 1:2 (0:2) Niederlage. Dies war neben der ersten Auswärtsniederlage in dieser Saison (mit den ersten beiden Gegentoren!) auch "erst" die zweite Saisonniederlage. Damit konnten die Leipziger nicht wie geplant mit dem 13 Spiel in Folge ohne Niederlage in die wohlverdiente Winterpause gehen. Trotzdem kann man mit der gezeigten Leistung in dieser Hinrunde und auch an diesem Abend sehr zufrieden sein, den immerhin ist die junge VfB-Truppe immer noch Spitzenreiter der Oberliga Nordost-Süd und zeigte heute eigentlich wieder ein starkes Auswärtsspiel (doch diesmal fehlte eben das Glück). Aber nun zum Spielverlauf:

VfB-Trainer Achim Steffens musste kurz vor dem Spiel auf Mittelfeldspieler Stefan Bloß verzichten, der wegen einer Grippe ausfiel. Dafür rückte der "Maskenmann" René Groth ins linke Mittelfeld. Auch Daniel Ferl durfte nach zuletzt starken Leistungen wieder von Beginn an im Mittelfeld "wirbeln". Auf der Seite des Gastgebers stand besonders Torjäger Sven Dreyer unter Beobachtung, der den Leipzigern erst letzte Woche abgesagt hatte und nun doch nicht nach Probstheida wechselt. Doch trotz das Dreyer beim FC Anhalt spielte, erwischten die Leipziger einen guten Start und hatten bereits nach wenigen Sekunden durch den Schuss von Mario Weiß die erste gute Möglichkeit. Danach kontrollierten weiter die Gäste aus der Messestadt das Geschehen, die immer wieder lautstark von den gut gelaunten 800 VfB-Fans unterstützt wurden. In der 4. Minute spielte der starke Frank Räbsch genau in den laut von VfB-Stürmer Hans-Jürgen Weiß, der aber aus 12 Metern über das Tor schießt. Nach knapp 9 Minuten versucht sich Manndecker Thorsten Görke wieder mit einem seiner gefährlichen weiten Einwürfen, doch Peter-Sebastian Gunkel trifft aus 7 Metern per Kopf nur das Außennetz. Nach einer Viertelstunde kam der Gastgeber das erste Mal vor das Tor von Gunnar Grundmann, doch der Schuss von Christian Hildebrandt strich am langen Pfosten vorbei. Im direkten Gegenzug trifft Thorsten Görke mit seinem Freistoß aus 20 Metern zunächst nur die "Mauer", doch sein Nachschuss war dafür umso gefährlicher. Aber Anhalt- Keeper Matthias Tuchel hatte Glück, dass der Schuss Zentimeter am rechten Pfosten vorbei strich. Danach kontrollierten die Schützlinge von Achim Steffens weiter das Spiel und wirkten zweikampfstärker. Doch trotz der Ballsicherheit der Leipziger, kam Peter Freund in der 17. Minute zu einer guten Möglichkeit, doch VfB-Keeper Gunnar Grundmann hatte mit dem Schuss aus 14 Metern keine Probleme. Danach unterhielt Anhalt-Keeper Matthias Tuchel die Zuschauer indem er dreimal hintereinander es nicht fertig brachte, einen Abstoß "ordentlich hoch" auszuführen. Danach übernahm für den sehr unsicher wirkenden Schlussmann der Gastgeber ein Feldspieler die Aufgabe. Dies sorgte dann auch gleichzeitig für noch mehr Zeitspiel beim FC Anhalt, da ohnehin keine (!) Balljungs im Paul-Greifzu-Stadion anzutreffen war und es natürlich immer sehr lange "dauern muss" bis der Ball zum Abstoß bereit lässt. Doch Schiedsrichter Brügmann aus Schwerin (in seinem ersten Oberliga-Spiel in der Gruppe Süd) schien das nicht sehr zu stören und er zückte nicht einmal Gelb (auch bei vielen brutalen Fouls auf beiden Seiten)! Nun wieder zurück zum Geschehen, wo Mario Weiß genau in den lauf von Frank Räbsch spielte, doch die direkt Abnahme geht klar am Tor der Gastgeber vorbei (27.). Vier Minuten später trifft Peter-Sebastian Gunkel mit einem Kopfball aus 10 Metern wieder nur das Außennetz! Auf der anderen Seite dann plötzlich der "Schock"! Dessaus-Manndecker Peter Freund rutscht eine Flanke aus 30 Metern von rechts ab und der Ball senkt sich über den verdutzt guckenden Gunnar Grundmann in den linken Torwinkel zum 1:0 für den FC Anhalt Dessau. Damit kassierte der VfB das erste Gegentor im 9. Auswärtsspiel und Gunnar Grundmann musste nach 595 Minuten Gunnar Grundmann wieder hinter sich greifen. Im unmittelbaren Gegenzug zischt eine Flanke von Rico Kipping gegen die Querlatte (33.) und wieder hieß es: Pech für die Leipziger! Nun häuften sich die Stellungsfehler der Leipziger und die bisher in der Saison so sichere Abwehr wirkte immer nervöser (dazu gingen auch die Kopfballduelle ständig verloren). So kam es in der 40. Minute wie es kommen musste: Schöner Konter über Ladislav Stefke, der Torsten Jülich austanzt und in der Strafraummitte Sven Dreyer anspielt, der kein Problem hat, den Ball am kurzen Pfosten aus 8 Metern ins Tor von Gunnar Grundmann zu versenken. Damit erzielte Sven Dreyer bereits sein 17. Saisontor in 17 Saisonspielen! Dazu musste beim VfB kurz vorher auch noch Frank Räbsch wegen einer Knöchelverletzung vom Platz getragen werden, der bis dahin der beste Leipziger war. Drei Minuten vor der Halbzeit dreht Heiko Brestrich einen Freistoß aus 18 Metern knapp über das Gehäuse der Gastgeber!

In der zweiten Halbzeit erlebten die Zuschauer im Paul-Greifzu-Stadion nur noch Einbahnstraßenfußball  Richtung Tor der Gastgeber. Nach Flanke von Nico Kanitz kommt der aufgerückte Libero Heiko Brestrich aus 10 Metern frei zum Schuss, doch seinen Schlenzer hält Matthias Tuchel sicher (52.). In der 58. Minute hätte dann der Anschlusstreffer fallen müssen, als der eingewechselte Nico Kanitz (kam für Frank Räbsch) Hans-Jürgen Weiß bedient, doch dieser scheitert völlig frei aus 12 Metern (Ball geht über das Tor). Eine Minute später waren die Leipziger auch noch in Überzahl, als Andrej Muraviev nach dem zweiten brutalen Foul (diesmal gegen Mario Weiß) zu Recht Gelb-Rot sieht. Nun konnten die Leipziger den Sturmlauf fortsetzen, doch immer wieder wurden die Schwächen im Abschluss offensichtlich. In der 64. Minute konnten die VfB-Fans jubeln ... aber leider nicht lange. Schiedsrichter Peter Brügmann entschied beim Treffer von Peter-Sebastian Gunkel (nach Vorlage von Heiko Brestrich) auf Abseits. Aber von der Seitenlinie sah es maximal nach gleicher Höhe aus, so hieß es wieder: Pech für den VfB! 15 Minuten vor Schluss verwehrt der äußerst schwache Schiedsrichter dem VfB sogar einen Elfmeter, als Mario Weiß im Strafraum von den Beinen geholt hatte und der Linienrichter sogar die Fahne hob und damit einen Strafstoss anzeigen wollte. Doch Schiedsrichter Brügmann überstimmte ihn und zeigte wieder deutlich, dass er heute nicht auf den Seiten der Sachsen war! In der 76. Minute hätte dann das 1:2 endlich fällig sein müssen, doch Daniel Ferl versagen 12 Meter vor dem Tor die Nerven und er zielt am linken Pfosten vorbei. Durch den gnadenlosen Sturmlauf der Leipziger kamen auch die Dessauer, die völlig platt wirkten, zu einigen Konter-Chancen! Doch in der 82. Minute pariert Gunnar Grundmann einen Schuss von René Schwarzer (halb rechts) zur Ecke. In der 85. Minute scheitert dann der "Gunkulator" wieder per Kopf an Torwart Matthias Tuchel, aber zwei Minuten später sollte er es besser machen. Nach einer Flanke von Thorsten Görke trifft der "Torjäger" der Leipziger aus 5 Metern zum 1:2 Anschlusstreffer. So wurden die letzten Sekunden noch einmal richtig dramatisch, aber wieder hatte der VfB nur eins: Pech! Den Kopfball von Peter-Sebastian Gunkel aus 8 Metern kratzt Matthias Tuchel noch von der Linie und den strammen Schuss von Thorsten Görke (unmittelbar vor dem Schlusspfiff) hält Tuchel irgendwie noch. So konnten die Dessauer wieder einen sensationellen Sieg bejubeln, während die Leipziger enttäuscht vom Platz schlichen. Doch die Fans wissen, was die Mannschaft für eine tolle Hinrunde spielte und feierte "ihre Jungs" minutenlang!

Fazit: Der VfB schlug sich diesmal selbst, indem er die eignen Chancen (wieder einmal) nicht nutzte! Eigentlich hätte das Spiel mit 4:2 gewonnen werden müssen, aber auch die Leipziger haben nicht immer das Glück des Tüchtigen und die Dessauer konnten nach einer leidenschaftlich geführten Partie wieder einmal einer Spitzenmannschaft "ein Bein stellen". Vielleicht ist bis zur Rückrunde die ein oder andere Verstärkung im Sturm möglich und dann könnte der VfB ein ernsthaftes Wörtchen um Platz eins mitreden. Aber wie schon so oft gesagt: Man sollte nicht ins Träumen verfallen und immer wissen, dass der 1.FC Magdeburg oder auch Dynamo Dresden klar bessere finanzielle Möglichkeiten haben und dazu auf einigen Positionen auch besser besetzt sind (besonders in der breite des Kaders)! Wir sollten nun über Weihnachten und Silvester das erreichte kräftig feiern und "entspannen". Über die Feiertage wird garantiert wieder Vorfreude auf die tolle VfB-Mannschaft entstehen, die auch heute wieder mit sehr viel Leidenschaft und Kampfgeist agierte (das war in den letzten Jahren ja nicht unbedingt immer der Fall). Hoffen wir nun, dass die Spieler bis zur Rückrunde ihre kleineren oder größeren Verletzungen auskurieren und vielleicht kann man sogar den ein oder anderen neuen Spieler dann in Probstheida "begrüßen". Man sieht sich spätestens im Heimspiel gegen den Halleschen FC ... aber die zahlreichen Hallenturniere nicht vergessen! Allen Spielern und Fans wünsche ich schon mal ein schönes Fest und einen "Guten Rutsch ins Neue Jahr" (ich weiß, kommt alles etwas früh ;-) und den Spielern und vor allem Trainer Achim Steffens noch einmal ein dickes Dankeschön für die tolle Hinrunden. Das hätte wirklich keiner erwartet ...

(Spielbericht von Ronny John)

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