18. Spieltag   Saison 2000/2001
VfB Leipzig

VfB Leipzig

4

Hallescher FC

Hallescher FC

2

Spieldaten
Datum 28. Januar 2001
Uhrzeit 14.30 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 3.850
Schiedsrichter Eschler (Erfurt)
Torschützen 0:1 Kopunovic (18.), 1:1 Krznaric (23.), 1:2 Kopunovic (42.), 2:2 M. Weiß (52.), 3:2 Brestrich (65.), 4:2 Krznaric (85.)
Gelb Keine!
Gelb-Rot Keine!
Rot Keine!
Aufstellung
VfB Leipzig: Hallescher FC:
Gunnar Grundmann Enrico Keller
Holm Pinder Marcel Geidel
Thorsten Görke Mathias Nelde
Torsten Jülich Laszlo Kardos
Heiko Brestrich Lars Georg
Daniel Ferl (ab 52. Lars Weißenberger) Lars Bartel
René Groth (ab 55. Nico Kanitz / ab 82. Stefan Bloß) Enrico Kricke (ab 28. Ray Kirst / ab 70. Nico Steffen)
Frank Räbsch Darius Kurzeja
Davor Krznaric Rafael Klajnszmit
Mario Weiß Velibor Kopunovic (ab 90. Dominik Witt)
Hans-Jürgen Weiß Renivaldo Limo de Menezes
Trainer
Joachim Steffens Reinhard Häfner
   Interviews
Jörg Engelmann (VfB Co-Trainer) "Wir haben heute zweimal gewonnen! Den ersten Sieg haben wir schon vorher errungen. Damit ist die Anwesenheit des immer noch nicht gänzlich genesenen Coachs Achim Steffens vor der Partie in der Kabine und danach auch auf der Trainerbank gemeint, der der Mannschaft richtig Power gegeben hat. Davor Krznaric zeigte ein starkes Spiel und dazu zwei Tore - Was will man mehr? Erst nach dem 2:2 haben wir so gespielt, wie ich es mir vorgestellt habe."
Holm Pinder (VfB-Spieler) "In der ersten Halbzeit sind wir nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen."
Reinhard Häfner (HFC-Trainer) "Es war ein beiderseits starkes Spiel. Wir haben heute bewiesen, dass man als Neuling in einer Halbseite einiges dazu gelernt hat. Aber nach dem 2:2 waren wir nicht mehr konzentriert genug. Hier war heute mehr drin! Ich war mit der Leistung meiner Mannschaft nicht unzufrieden. Die Inkonsequenz im Abwehrbereich hat letztendlich den durchaus möglichen Sieg gekostet. Doch mit der gezeigten Einstellung, Fußball zu spielen, ist die Mannschaft durchaus in der Lage, sich in der aktuellen Tabellenregion auf Dauer festzusetzen."
Peter Gießner (VfB-Sportdirektor) "Davor Krznaric und Heiko Brestrich waren ein tolles Duo im Mittelfeld. Beide waren unsere Offensiv-Motoren!"
Davor Krznaric (VfB-Spieler) "In meinem ersten Spiel, gleich zwei Tore zum wichtigen Sieg - ich bin happy! In Leipzig fühle ich mich pudelwohl, die Truppe hat mich gut aufgenommen und Heiko Brestrich kenne ich ja noch aus meinen Zeiten beim BFC."
Wertung

3 Sterne (Besonders in der zweiten Halbzeit wurde es ein sehr unterhaltsames Spiel, mit klarer Leistungssteigerung des VfB und einem herausragenden Davor Krznaric! Am Ende durchaus verdienter Sieg, nach zweimaligen Rückstand, gegen gute Gäste aus Halle!)

79 Fotos und 1 Fanvideo vom Spiel gibt es in der Galerie! (Videos von Spielszenen dürfen aus Lizenzrechtlichen Gründen nicht veröffentlicht werden)
Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3
Holm Pinder 4
Thorsten Görke 3
Torsten Jülich 4
Heiko Brestrich 3
Daniel Ferl 4
René Groth 4
Frank Räbsch 3
Davor Krznaric 2
Mario Weiß 2
Hans-Jürgen Weiß 3
Lars Weißenberger (ab 52.) 3
Nico Kanitz (ab 55. / bis 82.) 3
Stefan Bloß (ab 82.) keine Wertung

Spielbericht   

Der VfB Leipzig legte vom Ergebnis her einen Start nach Maß in die Rückrunde hin: Im Heimspiel gegen den Halleschen FC gab es einen 4:2 (1:2) Erfolg! Doch 3.850 Zuschauer (darunter ca. 500 HFC-Fans) mussten lange um den am Ende verdienten Sieg (dank des kämpferischen Einsatz und der gezeigten Moral) zittern. So lagen die starken Gäste aus der Saalestadt nicht unverdient zur Halbzeit mit 2:1 in Front, aber der eigentlich krankgeschriebne VfB-Trainer Achim Steffens konnte die Leipziger zur Halbzeit-Pause "wach rütteln" und durch eine klare Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte festigte der VfB die Spitzenposition in der Oberliga Nordost verdient. Aber nun zum spannenden Spielverlauf:

Achim Steffens konnte heute doch schon von Anfang an auf Kapitän Heiko Brestrich setzen (der übrigens nach dem Spiel offiziell zum "VfB-Spieler des Jahres 2000" geehrt wurde), dafür musste Lars Weißenberger erst einmal auf der Bank Platz nehmen! Doch am Anfang sorgten erst einmal die neuen Trikots von Ausstatter "Fila" mit dem neuen Trikotsponsor "Reudnitzer" für aufsehen, besonders da die VfB-Mannschaft nun endlich wieder mit festen Nummern (plus Spielername auf dem Trikot) auflaufen konnte. HFC-Trainer Reinhard Häfner konnte fast auf seine komplette Stammelf bauen! Die ersten guten Szenen im Spiel sollte der VfB besitzen, so schon in der 3. Minute als Neuzugang Davor Krznaric Mittelfeldspieler René Groth vor dem HFC-Tor in Szene setzt, aber Enrico Keller im Tor der Gäste den Ball von Groths Füßen pflügte. Vier Minuten später zieht Frank Räbsch gefährlich von rechts auf das HFC-Tor, wo Heiko Brestrich den Ball unglücklich mit dem Kopf übers Tor beförderte (ohne das "eingreifen" von Brestrich hätte sich der Ball vielleicht ins lange Eck gesenkt). Danach wurden die Gäste aus der Saalestadt aber gefährlicher und besonders das Sturm-Duo Darius Kurzeja und Velibor Kopunovic brachte die heute sehr unsichere VfB-Abwehr ins schwimmen! So jubelten die HFC-Fans schon nach 9 Minuten über ein vermeintliches Tor, doch der gute Schiedsrichter Eschler aus Erfurt entschied schon vorher auf Abseits. Aber in der 18. Minute hatten die ca. 500 HFC-Fans dann wirklich Grund zur Freude: Velibor Kopunovic erzielte nach einem katastrophalen Fehler in der VfB-Abwehr (Torsten Jülich versuchte per Kopf zu klären, doch statt ins Aus, sprang der Ball genau vor die Füße des HFC-Stürmers) das nicht unverdiente 0:1, nach toller Vorarbeit von Darius Kurzeja, der gleich zwei Leipziger stehen ließ. Doch die Leipziger brauchten nur fünf Minuten, um sich von dem "Schock" zu erholen! In der 23. Minute bekommt Hans-Jürgen Weiß im Strafraum den Ball und nach einigen Versuchen an den zwei Abwehrspielern vorbei zu kommen, legte der VfB-Stürmer per Hacke für Neuzugang Davor Krznaric auf. Der Techniker zögerte nicht lange und verwandelte mit einem trocknen Schuss aus circa 18 Metern zum 1:1 - Einstand nach Maß für den Neuzugang aus Babelsberg! Danach kehrte viel "Langeweile" ein und das Spiel fand fast nur noch im Mittelfeld statt. Keine der beiden Mannschaften konnte sich Mitte der ersten Halbzeit eine nennenswerte Chance erspielen! So kam die erneute Führung der Gäste aus Halle in der 42. Minute auch etwas überraschend, doch HFC-Stürmer Velibor Kopunovic bestraft wieder einen groben Schnitzer in der VfB-Deckung (diesmal durch Libero Holm Pinder). Nach einem Freistoß bekommen die Leipziger den Ball nicht aus dem Strafraum und VfB-Keeper Gunnar Grundmann muss retten, doch beim Nachschuss von Kopunovic aus 6 Metern hatte er keine Chance mehr! Kurz vor dem Halbzeit-Pfiff streicht ein Freistoß von Kapitän Heiko Brestrich über die Querlatte, trotzdem ging der VfB mit einem 1:2 Rückstand in die Pause ...

In der zweiten Hälfte zeigten sich die Leipziger motivierte und zweikampfstärker - anscheint hatte Trainer Achim Steffens die richtigen Worte gefunden! Trotzdem schlichen sich immer wieder grobe Abwehrschnitzer in das VfB-Spiel ein, wie in der 51. Minute: Ein harmloser Pass von Mathias Nelde in den Sturm hebelt die gesamte Abwehr der Leipziger aus und Velibor Kopunovic tauchte völlig frei vor Keeper Gunnar Grundmann auf. Doch diesmal behielt der Leipziger die Oberhand und parierte den Schuss aus Nahdistanz - das währe wohl schon so etwas wie die Entscheidung an diesem Tag gewesen! Doch wie sagt man so schön: Wer seine Chancen nicht nutzt, wird bestraft ... erst Recht von der dieser VfB-Mannschaft! Mit den Einwechslungen von Lars Weißenberger und Nico Kanitz kam mehr Feuer ins Spiel und das Spiel über die Außen wurde verstärkt. Dies machte sich bereits in der 57. Minute bezahlt, als sich Torsten Jülich auf der linken Außenbahn durchsetzt und den Ball von der Grundlinie in den Strafraum zieht! Dort steht Stürmer Mario Weiß genau richtig und schiebt den Ball ohne Probleme aus 7 Metern zum 2:2 über die Linie - Jetzt war wieder "Feuer" im Spiel (und auf den Rängen). Die Zuschauer peitschten nun ihren VfB nach vorne und die Truppe von Achim Steffens erspielte sich nun eine Chance nach der anderen. In der 61. Minute nimmt Abwehrspieler Thorsten Görke einen Abpraller (Schuss von Davor Krznaric) von HFC-Keeper Enrico Keller Volley und zog aus 20 Metern nur ganz knapp am rechten Pfosten vorbei. Vier Minuten später bekam der VfB zu Recht einen Freistoß aus 18 Metern zugesprochen: Kapitän Heiko Brestrich zieht ab, in der Mauer der Gäste fälscht ein Hallenser den Ball unhaltbar für Enrico Keller ab und schon steht es 3:2 für den Gastgeber. Das Spiel war gedreht, aber die Leipziger hatten noch nicht genug! Obwohl in der Deckung nun auf Sicherheit gespielt wurde, ergaben sich vor dem HFC-Tor die ein oder andere Chance. So in der 69. Minute als Torsten Jülich aus 8 Metern den Ball über die Querlatte zieht oder in der 82. Minute, als Mario Weiß den Ball aus 25 Metern beinah ins Tor lupfte (!). 5 Minuten vor dem Schlusspfiff konnte Neuzugang Davor Krznaric seine starke Leistung mit seinem zweiten Treffer krönen: Nach einem groben Schnitzer von HFC-Keeper Enrico Keller bekommt Frank Räbsch den Ball, dieser flankt in den Strafraum, wo Hans-Jürgen Weiß auf den Kroaten ablegt. Der Techniker stoppt den Ball gekonnt mit der Brust und traf aus 8 Metern Volley ins HFC-Tor.

Fazit: Das Ergebnis stimmte, die Leistung nicht immer! Die ungewohnten Unsicherheiten in der VfB-Elf (besonders bei Holm Pinder und Torsten Jülich) machten die Leipziger durch Einsatz und unvergleichbarer Moral wieder wett. So kennt man die Truppe von Achim Steffens und mit Neuzugang Davor Krznaric (heute bester Mann!) auf den Platz kommt noch der "Schuss Genialität" hinzu, der dazu auch einen guten Torriecher besitzt. Es scheint wirklich möglich zu sein, in der Rückrunde das "Wunder" zu vollbringen und Platz 1 zu halten. Aber dafür muss der VfB auch über 90 Minuten einmal dominant spielen und vor allem muss die "gewohnte" Sicherheit in der Abwehr zurückkehren. Auf der anderen Seite muss man aber auch den HFC loben, der wohl (neben dem FSV Zwickau) bisher die beste Leistung einer Auswärtsmannschaft im Bruno-Plache-Stadion bot. Die Hallenser könnten mit ihrer Offensive sicherlich auch Magdeburg und Dynamo Dresden ins "schwimmen" bringen! Aber die Saison ist noch lang und obwohl jetzt 5 Mark ins "Phrasenschwein" gehen: Man muss von Spiel zu Spiel denken, den das nächste Spiel ist immer das schwerste ;-) Im ernst: Schon nächste Woche beim FV Dresden-Nord wird sich zeigen, ob die Auswärtsstärke des VfB bestehen bleibt, den die Dresdner sind nicht zu unterschätzen. Fraglich ist noch etwas, ob nächsten Samstag im "kleinen" Jägerpark gespielt wird oder im Heinz-Steyer-Stadion. Wir dürfen gespannt sein ...

(Spielbericht von Ronny John)

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