19. Spieltag   Saison 2000/2001
FV Dresden-Nord

FV Dresden-Nord

2

VfB Leipzig

VfB Leipzig

0

Spieldaten
Datum 21. März 2001
Uhrzeit 19.30 Uhr
Spielstätte Rudolf-Harbig-Stadion (Dresden)
Zuschauer 350
Schiedsrichter Oehme (Witzschdorf)
Torschützen 1:0 Jelen (38./Foulelfmeter), 2:0 Böhme (63.)
Gelb Enzmann, Streiber - Görke, Pinder, Groth, Brestrich
Gelb-Rot Keine!
Rot Keine!
Aufstellung
FV Dresden-Nord: VfB Leipzig:
Boris Jovanovic Gunnar Grundmann
Stefan Schenk Heiko Brestrich
Frank Gaunitz Thorsten Görke
Rico Kühne (ab 85. Frank Liebmann) Torsten Jülich
Tino Gaunitz Holm Pinder (ab 46. René Groth)
Martin Streiber (ab 46. Adis Islamowitsch) Daniel Ferl
Mirko Soltau Nico Kanitz
Antoni Jelen Frank Räbsch
Dirk Härtig Davor Krznaric
Mario Scholze Mario Weiß
Robert Böhme (ab 77. Tobias Enzmann) Peter-Sebastian Gunkel
Trainer
Thomas Baron Joachim Steffens
   Interviews
Achim Steffens (VfB-Trainer) "Bei solchen Bedingungen muss abgesagt werden. Dieser Schiedsrichter bekommt von mir null Punkte. Aber heute war die Kiste irgendwie wie vernagelt. Ich verstehe nicht, dass man in der entscheidenden Meisterschaftsphase solche Referees schickt." Wir müssen halt noch viel lernen! Die Dresdner waren im Zweikampf emotionaler und aggressiver. Allein Peter-Sebastian Gunkel hatte heute vier dicke Gelegenheiten, aber wir tun uns ja schon auf normalem Boden schwer mit dem Toreschießen. Ich muss ein ganz nüchternes Fazit ziehen: Wir müssen vieles verbessern."
Gunnar Grundmann (VfB-Keeper) "Mit Fußball hatte das heute nichts zutun. Zur Niederlage: Wir sind eben noch nicht so abgezockt wie die Magdeburger! Und manchmal kommt eben alles zusammen."
Holm Pinder (VfB-Spieler) "Beim Elfmeter haben wir beide geklammert, dann hat er sich clever in mich rein gedreht. Die Niederlage an meinem 30. Geburtstag und meine Verletzung heute - das ist alles sehr bitter! Es ist aber zum Glück nichts kaputt an meinem Knie und ab Samstag kann ich wohl wieder trainieren."
Wertung

2,5 Sterne (Auf Schneebedeckten Boden entwickelte sich nur ein schwaches Spiel, mit einigen umstrittnen Schiedsrichter-Entscheidungen und einigen guten Torchancen! Im Sturm mangelnde es beim VfB an der Cleverness, so dass die Niederlage durchaus in Ordnung geht - auch wenn der VfB heute viel Pech hatte!)

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Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3
Heiko Brestrich 4
Thorsten Görke 3
Torsten Jülich 4
Holm Pinder (bis 46.) 5
Daniel Ferl 3
Nico Kanitz 3
Frank Räbsch 3
Davor Krznaric 4
Mario Weiß 3
Peter-Sebastian Gunkel 3
René Groth (ab 46.) 4

Spielbericht   

Nachholspiele scheinen dem VfB nicht zu liegen: Wie schon in den letzten Jahren gab es bei vermeintlich "kleinen Vereinen" im Nachholspiel ein böses erwachen. Im fast leeren Rudolf-Harbig-Stadion verlor der VfB Leipzig gegen den FV Dresden-Nord mit 0:2 (0:1). 350 Zuschauer (darunter ca. 120 VfB-Fans) erlebten bei dichtem Schneetreiben mehr ein "Glücksspiel" als ein richtiges Fußballspiel. Der Rasen war mit über 10 cm Neuschnee bedeckt und eine Absage vielleicht besser gewesen?! Der Gastgeber war heute die cleverer Mannschaft, während die Gäste aus Leipzig ihre Chancen (besonders in der zweiten Halbzeit) nicht nutzten oder am Schiedsrichter Oehme aus Witzschdorf "scheiterten". Kurz vor dem Anpfiff erlebte ich selbst das Böse erwachen am Haupteingang des Harbig-Stadion, als ich von der Security beschuldigt wurde, meine Presseausweise alle kopiert zu haben. Diskutieren nützt bei diesen "Typen" ja nichts und mit sehr viel Wut im Bauch ging es dann doch ins Stadion. Aber nun zum Spielverlauf und den "merkwürdigen" Entscheidung des Schiedsrichters:

VfB-Trainer Achim Steffens setzte heute auf die gleiche Mannschaft, wie beim 3:1 Erfolg beim VfB Chemnitz. Die Leipziger waren dann auch gleich Spielbestimmend und dominierten in den Zweikämpfen. So besaß Stürmer Peter-Sebastian Gunkel auch die erste sehr gute Möglichkeit im Spiel, als er nach einer Flanke von Frank Räbsch (von rechts) einen Kopfball knapp neben das Tor des Ex-Leipziger Boris Jovanovic setzte. Drei Minuten später hatten die Gäste dann allerdings viel Glück, als ein Sonntagsschuss von Mirko Soltau aus knapp 20 Metern gegen die Querlatte klatscht. In der 14. Minute besaß dann wieder VfB-Stürmer Gunkel die Chance zur Führung, doch nach guter Vorarbeit von Nico Kanitz scheiterte er aus acht Metern an Jovanovic. Dann die 25. Minute und die erste, sehr zweifelhafte Entscheidung von Schiedsrichter Oehme: Nico Kanitz tritt eine Ecke von links, der Ball prallt gegen den Innenpfosten und von da ins Tor. Die VfB-Spieler und Fans bejubelten schon die Führung und bei Schiedsrichter Oehme beschwerte sich auch kein (!) Dresdner Spieler. Doch Herr Jens Oehme entschied auf Tortwartbehinderung und gab den Treffer nicht! In der 38. Minute profitierte der Gastgeber wieder durch die "Gunst" des Schiedsrichters. Holm Pinder und der Dresdner Frank Gaunitz halten sich im Strafraum gegenseitig - Gaunitz kommt zu Fall und der Schiedsrichter entscheidet sofort auf Elfmeter. Trotz der sehr zweifelhaften Entscheidungen, muss man auch Holm Pinder kritisieren, der einfach im Strafraum nicht so "klammern" darf. Zum Elfmeter läuft Oldie Antoni Jelen an und trifft sicher ins linke untere Eck zum 1:0! Kurz vor der Pause haben dann aber mal die Leipziger das Glück, den Schiedsrichter auf ihre Seite zu haben, als Torsten Jülich den frei durchgelaufenen Martin Streiber böse zu Fall bringt. Kurz vor dem Halbzeitpfiff scheiterte der FV-Spieler Mirko Soltau mit einem Fernschuss von links, der knapp am linken Pfosten vorbei zischte!

In der zweiten Halbzeit kam für den verletzten Holm Pinder René Groth ins Spiel und die Gäste aus der Messestadt verstärkten nun ihren Druck. In der 51. Minute scheiterte Kapitän Heiko Brestrich (der heute seine 5. Gelbe Karte sah), nach einem Freistoß aus 19 Metern, den er in die Mauer schoss, mit dem Nachschuss, der um einige Zentimeter am Pfosten vorbei ging. Doch Mitten in die Drangphase der Gäste, fällt plötzlich das 2:0! Bei einem Konter wird Adis Islamowitsch frei angespielt, der aber deutlich im Abseits stand und Robert Böhme bedient, der aus 10 Metern nur noch ins leere Tor einschieben muss. Trotz der schwierigen Bodenverhältnisse (der Ball blieb ständig in Schneehaufen stecken) und 11 Dresdner in der Abwehr, erspielten sich die Gäste eine Chance nach der anderen, aber das nötige Glück sollte heute fehlen! In der 66. Minute scheiterte Frank Räbsch mit einem Heber aus 22 Metern über Keeper Boris Jovanovic, doch auf der Linie konnte Stefan Schenk per Kopf retten. Zwei Minuten später geht ein abgefälschter Schuss von Thorsten Görke aus 18 Metern knapp am linken Pfosten vorbei. Ebenso knapp wurde es in der 74. Minute bei einem Kopfball von Peter-Sebastian Gunkel, nach toller Flanke von Sturm-Kollege Mario Weiß. Wenige Sekunden später scheiterte Davor Krznaric um Millimeter mit einer Direktabnahme aus 18 Metern. In der 83. Minute dann die letzte Möglichkeit im Spiel: Freistoß von Davor Krznaric, Mario Weiß gibt per Kopf auf Mario Weiß weiter. Dieser gibt weiter auf Frank Räbsch, doch sein Kopfball aus 10 Metern kann Boris Jovanovic wieder entschärfen!

Fazit: Die Leipziger scheiterten heute an ihrer mangelnden Chancenauswertung und einem äußerst schwachen Schiedsrichter. Während der pfiff zum Elfmeter beim 1:0 noch irgendwie nachvollziehbar waren, so waren die Entscheidung beim Treffer von Nico Kanitz und das nicht gegebne Abseits beim 2:0 für Dresden-Nord um so unverständlicher. Insgesamt betrachtet zeigte der VfB bei diesen (Schnee-) Verhältnissen eine nicht so schlechte Leistung, erspielte sich Chancen und dominierte größtenteils die Zweikämpfe. Trotzdem sollte es, wie so oft in Nachholspielen vor einer "Geisterkulisse", nicht reichen. Viele Fans fühlten sich an die Pleiten bei den Hertha und TeBe Amateuren erinnert oder sinnierten über die Niederlage vor zwei Jahren in Spandau, welche wohl damals den Aufstieg gekostet hatte. So sind die Aufstiegsträume dieses Jahr wohl auch schon ausgeträumt, da die Magdeburger nun zweimal "patzen" müssten. Aber wie bereits am Saisonanfang gesagt: Wir müssen nicht aufsteigen und mit einem Platz unter den ersten vier währen alle zufrieden gewesen. Aber man sollte die Hoffnung nicht aufgeben, den vielleicht ergibt sich noch die überraschende Chance auf Platz eins. Die nächsten Wochen werden es zeigen ... Man sieht sich zum Heimspiel gegen den VfB Zittau (hoffentlich wieder auf grünen Rasen), wo wir unsere junge Truppe wieder lautstark unterstützen sollten und ihnen für den bisherigen tollen Saisonverlauf danken sollten!

(Spielbericht von Ronny John)

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