28. Spieltag   Saison 2000/2001
VfB Leipzig

VfB Leipzig

1

VFC Plauen

VFC Plauen

1

Spieldaten
Datum 12. April 2001
Uhrzeit 17.30
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 2.050
Schiedsrichter Harlfinger (Walsleben)
Torschützen 1:0 Ferl (23.), 1:1 Krasselt (86.)
Gelb Brestrich - Dashi
Gelb-Rot Keine!
Rot Keine!
Aufstellung
VfB Leipzig: VFC Plauen:
Gunnar Grundmann Jens Golle
Heiko Brestrich Adrian Dashi
Thorsten Görke Ronald Färber
René Groth Veiko Berger
Holm Pinder (ab 43. Rico Kipping) René Krasselt
Daniel Ferl (ab 70. Peter-Sebastian Gunkel) Gregor Berger
Nico Kanitz (ab 79. Lars Weißenberger) Enrico Brust (ab 33. Irikli Gemazashvili)
Torsten Jülich Rico Reinold (ab 75. Andryi Zapyshnyi)
Davor Krznaric Sven Gemeiner
Mario Weiß Daniel Fahrenholz
Hans-Jürgen Weiß Skerdilaid Curri (ab 89. René Schulze)
Trainer
Joachim Steffens René Müller
   Interviews
Achim Steffens (VfB-Trainer) "Ich habe auf meine Spieler gehalten, aber nun bin ich bitter enttäuscht, besonders über so wenig Durchsetzungsvermögen. Ich spreche damit unsere Offensiv-Abteilung an und meine damit drei, vier Mann! Zum Einwechsler Gunkel: Erst war er beleidigt, dass er draußen saß, dann hat er gespielt wie ein Frisör. Sonst stelle ich mich vor die Mannschaft und rede die Spiele schön, aber diesmal will ich das nicht. Eigentlich habe ich immer zu meinen Spielern gehalten, sie sogar besser gemacht, als sie tatsächlich sind. Wenn junge Spieler wie Ferl und Kanitz ausgewechselt werden und dann plötzlich nichts mehr geht, sollte das einen zu denken geben. Das war schwach. Ich bin sauer ins Quadrat! Ich will mit dem ein oder anderen nicht mehr zusammenarbeiten. Es wird zwar überall geschrieben, dass es gute Jungs sind, aber gute Jungs und gute Fußballer sind zwei paar Schuhe! Mehr brauche ich dazu nicht zu sagen ... Das Thema Aufstieg ist abgehakt - für mich schon längst!"
René Müller (VFC-Trainer) "Den einzigsten Fehler in der ersten Halbzeit hat der VfB zur Führung ausgenutzt. Sonst waren wir auch schon in der 1. Halbzeit überlegen, während der VfB zu wenig getan hat. Wir haben aber unsere zahlreichen Konterchancen nicht genutzt, so war das 1:1 dann mehr als verdient. Insgesamt haben wir gespielt und besonders die 3 Stürmer haben mir gut gefallen, sowie Veiko Berger. Für uns war es vielleicht ein Vorteil, dass Frank Räbsch nicht mitspielen konnte - von dem ich viel halte. Es war ein sehr faires Spiel und wir haben eine gute Mannschaftsleistung gezeigt. Ich bin sehr zufrieden mit unserem Tabellenplatz und angesichts der Probleme im Umfeld kann man Stolz auf das bisher erreichte sein."
Heiko Brestrich (VfB-Spieler) "Realistisch betrachtet ist es gelaufen! Wenn kein Wunder passiert, ist Magdeburg durch. Wir schießen zu wenig Tore. Wenn sich das nicht ändert, schaffen wir es auch in der nächsten Saison nicht."
Mario Weiß (VfB-Spieler) "Ich stand beim Ausgleich nicht nah genug bei Krasselt. Diesmal bin ich der Loser ..."
Daniel Ferl (VfB-Spieler) "Bitter, dass mein sechster Saisontreffer nicht für den Sieg reichte. Aber da wir nicht in der Lage sind, ein zweites Tor nachzulegen, musste es ja irgendwann schief gehen."
Wertung

2,5 Sterne (Ein niveauarmes Spiel, bei unangenehmen, nasskalten Wetter! Am Ende war es eine gerechte Punkteteilung und für die Leipziger ist der Traum vom Aufstieg wohl nun endgültig ausgeträumt. Aber mit der Leistung, währe er wohl auch nicht verdient gewesen!)

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Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3
Heiko Brestrich 3
Thorsten Görke 3
René Groth 4
Holm Pinder (bis 33.) 3
Daniel Ferl (bis 70.) 3
Nico Kanitz (bis 79.) 2
Torsten Jülich 3
Davor Krznaric 4
Mario Weiß 5
Hans-Jürgen Weiß 5
Rico Kipping (ab 33.) 4
Peter-Sebastian Gunkel (ab 70.) 6
Lars Weißenberger (ab 79.) keine Wertung

Spielbericht   

Die Aufstiegsträume des VfB sind heute, nach dem am Ende gerechten 1:1 (1:0) Unentschieden im Spitzenspiel gegen den VFC Plauen, wie eine Seifenblase zerplatzt! Die 2.050 Zuschauer (darunter ca. 100 VFC-Fans) im Bruno-Plache-Stadion erlebten eine eher niveauarme Partie, wobei die Gäste aus Plauen (mit dem Lok-Idol René Müller - der während des Spiels auch entsprechend von den Leipzigern gefeiert wurde - als Trainer) über die gesamte Spielzeit betracht sogar die aktivere Mannschaft waren. Doch die Defensiv-Abteilung der Leipziger stand wie immer sehr sicher und so erzielten die Gäste aus dem Vogtland erst vier Minuten vor Schluss den Ausgleich und versetzten den Leipzigern den "Todesstoß" im Kampf um den bis heute noch möglich gewesnen Aufstieg! So hatte die Partie sogar einen Gewinner: Den 1.FC Magdeburg! Im Gegensatz zur Defensiv-Abteilung zeigte die Offensive des VfB wieder eine enttäuschende Leistung und keiner der Stürmer konnte sich heute entscheiden durchsetzen bzw. für richtige Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorgen. Dies brachte heute auch der am Boden zerstörte und bitter enttäuschte VfB-Trainer Achim Steffens zum Ausdruck, der zum ersten Mal in dieser Saison laut über Konsequenzen nachdachte. Aber nun zum Spielverlauf:

Achim Steffens konnte nach den Sperren heute wieder auf Thorsten Görke und Torsten Jülich setzen und auch die zuletzt verletzten Daniel Ferl und Holm Pinder kehrten in die Mannschaft zurück. Die Manndecker-Position neben Görke besetzte heute allerdings René Groth, da Steffens Torsten Jülich ins rechte Mittelfeld vorzog, wo Frank Räbsch verletzt fehlte. Die erste Chance im Spiel besaßen die Leipziger nach knapp 5 Minuten als Nico Kanitz den Ball von rechts in den Strafraum flankt, aber Hans-Jürgen Weiß aus 8 Metern knapp über die Querlatte köpft. Die Gäste aus Plauen besaßen teilweise zwar mehr Spielanteile, konnten sich vor dem VfB-Tor aber (noch) nicht durchsetzten. So gab es die nächste nennenswerte Chance in der 20. Minute wieder durch die Platzherren: Nach einem Freistoß von Heiko Brestrich versenkt allerdings beinah Sven Gemeiner bei einer Abwehraktion den Ball im eignen Netz (knapp drüber). Drei Minuten später hatten die VfB-Fans bei richtigem "Mistwetter" (nasskalt + vereinzelter Schneefall!) dann Grund zum Jubeln! Thorsten Görke bringt von halb links einen Freistoß in den Strafraum, wo Daniel Ferl seinem Gegenspieler davonläuft und noch vor dem VFC-Keeper Jens Golle (der heute einen sehr unsicheren Eindruck hinterließ) an den Ball kam und so keine Probleme hatte, den Ball aus 6 Metern ins leere Tor zu versenken. Nach der VfB-Führung wurden aber auf einmal die Gäste aus dem Vogtland stärker, aber die Plauener scheiterten immer wieder an Gunnar Grundmann! So zum Beispiel in der 28. Minute, als der VfB-Keeper den Ball vor Gregor Berger noch wegfangen kann oder in der 38. Minute, als Grundmann gegen den Fernschuss von Gregor Berger aus knapp 20 Metern eine tolle Flugeinlage zeigte. Nach knapp 40 Minuten verletzte sich Holm Pinder ohne Fremdeinwirkung und musste humpelnd das Spielfeld gegen Rico Kipping verlassen. Hoffen wir, dass die Verletzung nicht zu schlimm ist ... Kurz vor dem Halbzeitpfiff prüft wieder der starke Gregor Berger den Torwart, doch auch gegen den Schuss aus 12 Metern findet Gunnar Grundmann ein Rezept und hält glänzend!

In der zweiten Halbzeit ist es wieder der VfB, der die erste Chance hat! In der 52. Minute sorgte Thorsten Görke mit einem Freistoß aus 20 Metern bei VFC-Keeper Jens Golle für Gefahr, der den Ball nicht fangen kann und ihn noch irgendwie über die Querlatte boxt. Nicht einmal 60 Sekunden später ist es wieder Jens Golle, der seine Mannschaft in Gefahr bringt, als er nach einem Rückpass Torsten Jülich (der auf der rechten Außenbahn einige gute Szenen hatte) anschießt, der Ball aber am Außenpfosten vorbei trudelt. In der 57. Minute dann vielleicht der schönste VfB-Angriff, als Torsten Jülich sich im Mittelfeld den Ball erkämpft und genau in den Lauf von Mario Weiß spielt. Der Stürmer flankt von rechts zu Hans-Jürgen Weiß, der aber unter Bedrängnis aus 8 Metern am Tor vorbei schießt. 120 Sekunden später wurde ein tolles Solo von Nico Kanitz leider nicht mit dem zweiten Treffer für die Leipziger belohnt, da der Schuss des "kleinen" Dribbelkünstlers von halb links über das VFC-Tor geht. Die Gäste aus dem Vogtland waren zwar in der Phase sehr oft vor dem VfB-Tor zu finden, aber am Ende fehlte im Sturm die Durchschlagskraft (obwohl VFC-Trainer René Müller später seine Stürmer lobte). So verflachte die Partie bei eiskalten April-Wetter immer mehr und verlor an Niveau! Erst in der 72. Minute konnte die Zuschauer die nächste Chancen "bestaunen", doch der VFC-Spieler Rico Reinold schießt aus 22 Metern klar über das VfB-Tor von Gunnar Grundmann. Beim VfB machte sich nun die Auswechslung von Nico Kanitz und Daniel Ferl bemerkbar, da nun fast nichts mehr über die Außen lief! Trotzdem kamen sie in der 80. Minute zu einer sehr guten Kontergelegenheit, als Hans-Jürgen Weiß auf den eingewechselten Peter-Sebastian Gunkel spielt und dieser allein auf Keeper Jens Golle zuläuft. Doch Gunkel verstolperte den Ball noch vor dem Strafraum kläglich ... Dann waren nur noch 4 Minuten zu spielen und es gab Eckball für die Vogtländer: Curri bringt die Ecke von rechts in den Strafraum, dort köpft Kapitän René Krasselt aus 6 Metern mit dem Hinterkopf zum 1:1 ein (Gegenspieler und Freund Mario Weiß hatte geschlafen)! Im Stadion war das entsetzten förmlich zu spüren und auch die VfB-Spieler wirkten wie gelähmt, da die Taktik "Wir bringen die 1:0 Führung schon irgendwie über die Zeit" diesmal nicht klappte. Trotzdem kamen die Platzherren in der Nachspielzeit noch einmal zu einer dicken Chance, doch der Freistoß von Heiko Brestrich aus 20 Metern wird von dem Kapitän knapp über die Querlatte gezirkelt. Das war's dann ...

Fazit: Die Aufstiegsträume sind nach dem eher niveauarmen Spiel, welches die Zuschauer in keiner Phase erwärmen konnte, ausgeträumt! Nun heißt es für die VfB-Spieler die Saison wohl noch gut zu Ende zu bringen um Trainer Achim Steffens wieder zu beruhigen, der bitter enttäuscht nach dem Spiel von Konsequenzen gegenüber der Offensiv-Abteilung sprach, womit drei, vier Spieler (also auf jeden Fall Gunkel, Mario und Hans-Jürgen Weiß!) gemeint sein sollen. Den diese zwei Punkte verlor der VfB nicht in der Defensive (die Abwehr stand wieder sehr gut und die Zweikämpfe im Mittelfeld wurden gewonnen), sondern (wieder) in der Offensive bzw. dem Sturm! Die Leipziger konnten sich gegen die erfahrene VFC-Abwehr nie durchsetzen und scheiterten dazu manchmal kläglich vor dem verunsicherten VFC-Keeper Jens Golle. Am Ende ließ René Krasselt vor allem die Magdeburger jubeln - aber vielleicht gelingt dem VfL Halle 96 ja gegen den FCM am Samstag die große Überraschung! Aber wir sollten nicht wieder anfangen zu "träumen" und lieber die Feiertage genießen (trotz des Ergebnisses). Denn man sollte immer dran denken: Der VfB wollte erst in der nächsten Saison richtig angreifen und aufsteigen - dann ist "hoffentlich" auch der 1.FC Magdeburg nicht mehr in unser Liga!

(Spielbericht von Ronny John)

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