11. Spieltag   Saison 2001/2002
VfB Leipzig

VfB Leipzig

4

SV Braunsbedra

SV Braunsbedra

1

Spieldaten
Datum 20. Oktober 2001
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 1.240
Schiedsrichter Troitzsch (Friedrichshain)
Torschützen 1:0 Sadlo (4.), 2:0 Sadlo (50.), 3:0 Sadlo (55./Foulelfmeter), 3:1 Stier (63.), 4:1 Kanitz (89.)
Gelb Nacev, H.-J. Weiß -
Gelb-Rot Keine
Rot Keine
Aufstellung
VfB Leipzig: SV Braunsbedra:
Gunnar Grundmann Lars Zurek
Heiko Brestrich Marcello Baccarin (ab 81. Mario Ruetzel)
Thorsten Görke Uwe Schmidt
Jörg Rosenkranz Ulf Schwiecker
Mario Nacev Maik Patzner
Patrik Petzold (ab 68. Frank Räbsch) Sören Stier
Nico Kanitz Leandro Napolitano
Davor Krznaric (ab 81. Matthias Großmann) Andre Schröder (ab 66. Bernd Skupin)
Rock Embingou Andre Linzert
Peter-Sebastian Gunkel (ab 61. Hans-Jürgen Weiß) Mario Eichmann
Mike Sadlo Yves Herrmann (ab 81. Sven Seemann)
Trainer
Hans-Jürgen Dörner Norbert Schübbe
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (VfB-Trainer) "Ich bin froh über den Spielverlauf gewesen, habe aber auch gesehen, dass die Mannschaft total verunsichert war! In der Mannschaft herrschte eine Unruhe, die ich mir nicht erklären kann. Man hat wieder eklatante Schwäche in der Abwehr gesehen und jeder Ball auf das eigne Tor war sehr gefährlich - das kann einfach nicht sein! Ich habe vor dem Spiel bei den Elfmetern Mike Sadlo oder Mario Nacev als Schützen festgelegt und wer sich besser fühlt, sollte ihn ausführen. Wir haben uns vor dem Spiel viel vorgenommen und ich habe ausführliche Gespräche mit den Spielern geführt. Die Mannschaft wollte eigentlich das beste geben, sie hat aber heute wieder keine 100 Prozent gezeigt. Es fehlte einfach das Selbstvertrauen, die Spieler haben sich einfach versteckt und boten keine Anspielstationen. Und dazu werden eindeutige Spielsituationen von meiner Mannschaft einfach zu oft unterschätzt. Ich werde in Zukunft keine Lässigkeit und Arroganz mehr auf dem Platz dulden!"
Norbert Schübbe (SVB-Trainer) "Es fehlt mir schwer, nach so einem Spiel Worte zu finden! Wir haben ein ordentliches und nach meiner Meinung überzeugendes Spiel gezeigt. Wir haben das erste Tor sehr unglücklich kassiert und beim zweiten hat die Abwehr geschlafen! Und nach dem Elfmeter hatten wir dann keine Chance mehr ins Spiel zu finden... Abschließend möchte ich aber noch mal die Leistung meiner Mannschaft hervorheben!"
Mike Sadlo (VfB-Spieler) "Nein, es nicht so, dass wenn nichts mehr geht, ich helfe. Wenn es so wäre, hätte ich vor einer Woche gegen Gotha auch getroffen."
Mario Nacev (VfB-Spieler) "Wir sind bene total verunsichert! Und schönen Fußball wird es hier wohl erst einmal nicht mehr geben."
Wertung

2 Sterne (Der VfB gewann zwar vollkommen verdient die Partie gegen den Aufsteiger aus Sachsen-Anhalt, aber besonders in der ersten Hälfte sahen die Zuschauer eine katastrophale Leistung des Gastgebers und diese wurde dann auch entsprechend Quittiert!)

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Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 2
Heiko Brestrich 4
Thorsten Görke 4
Jörg Rosenkranz 4
Mario Nacev 5
Patrik Petzold (bis 68.) 5
Nico Kanitz 3
Davor Krznaric (bis 81.) 4
Rock Embingou 4
Peter-Sebastian Gunkel (bis 61.) 5
Mike Sadlo 1
Hans-Jürgen Weiß (ab 61.) 3
Frank Räbsch (ab 68.) 3
Matthias Großmann (ab 81.) keine Wertung

 

Der VfB Leipzig gewann zwar verdient mit 4:1 (1:0) gegen den Aufsteiger und krassen Außenseiter SV Braunsbedra, aber erneut enttäuschten die VfB-Spieler und besonders im Abwehrverhalten taten sich auch gegen die "Schießbude der Liga" wieder große Löcher auf. Eine unerklärliche Nervosität war den Spielern über fast die gesamte Spielzeit anzumerken - ein Fehlpass nach den anderen und auch die Flanken fanden kaum eine Verwertung. Es warten weiter harte Wochen auf Trainer Hans-Jürgen Dörner, denn sein Team hätte gegen Braunsbedra nach der 1. Halbzeit auch deutlich zurückliegen können. Diese erneut katastrophale Leistung quittierten die 1.240 Zuschauer (darunter auch ca. 20 Gästefans) zur Halbzeitpause mit einem gewaltigen Pfeifkonzert und Rufe gegen Trainer Dörner... Aber nun zum Spielverlauf, bei eigentlich herrlichem Fußballwetter:

Beim VfB wurde umgestellt - für Matthias Großmann rückte mit Peter-Sebastian Gunkel ein dritter Stürmer in die Anfangsformation und für den zuletzt etwas schwachen Christian Schmidt bekam Jörg Rosenkranz nach seiner Rot-Sperre eine Chance in der (löchrigen) Abwehr. Das Spiel begann eigentlich perfekt für den Gastgeber, den bereits nach 4 Minuten stand es 1:0 für den Favoriten! Ein Freistoß von Thorsten Görke aus 20 Metern wird abgefälscht und landet genau vor den Füßen von Torjäger Mike Sadlo, der sich freistehend aus 10 Metern so eine Chance nicht entgehen lässt und sicher verwandelt. Doch wer nun mit einer dominanten Spielweise der Hausherren gerechnet hat, wurde bitter enttäuscht - direkt im Gegenzug köpft der Brasilianer Marcello Baccarin eine Flanke von rechts gegen die Querlatte. In der 12. Minute spielt Rock Embingou auf Jörg Rosenkranz, doch dessen Schuss aus 18 Metern geht knapp am rechten Pfosten vorbei. Kurz darauf rettet VfB-Keeper Gunnar Grundmann nach einem Eckball von links die Führung für den Gastgeber, als er den Schuss von Mario Eichmann aus 12 Metern noch entschärfen kann (15.). Fünf Minuten später setzt sich der sonst äußerst schwache Mario Nacev auf rechts durch, doch dessen Flanke kann Mike Sadlo (nachdem sein Gegenspieler am Ball vorbei gesprungen ist) leider nicht am SVB-Keeper Lars Zurek vorbei ins Tor befördern. Dann war wieder der Außenseiter aus Sachsen-Anhalt am Zug, doch einen strammen Freistoß aus 22 Metern von Mario Eichmann kann Gunnar Grundmann sicher fangen. Die VfB-Abwehr bekam selbst diesen Gegner einfach nicht in den Griff - und nach vorne ging auch herzlich wenig! Trotzdem ergab sich in der 32. Minute nach einer Flanke von Heiko Brestrich eine Kopfballchance für Torjäger Mike Sadlo, aber Keeper Lars Zurek war auf den Posten. Zwei Minuten später setzt sich Nico Kanitz mit einer Einzelaktion durch, doch dessen Schuss aus 16 Metern kann Keeper Zurek noch aus dem Winkel boxen. Wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff dann beinah wieder der Ausgleich für die Gäste aus Braunsbedra: Marcello Baccarin lässt Thorsten Görke stehen und spielt auf Andre Linzert, der völlig frei aus 14 Metern nur den Pfosten trifft! Den zurückspringenden Ball schießt Mario Eichmann dann (blind) am langen Pfosten vorbei... Diese Leistung (Braunsbedra hätte sich sogar den Führungstreffer heute im Bruno-Plache-Stadion verdient) quittierten die Zuschauer mit einem ohrenbetäubenden Pfeifkonzert, was man lange nicht mehr in Probstheida in dieser Lautstärke hörte. Es lief fast gar nichts - nur das Ergebnis "stimmte"!

Die zweite Halbzeit sollte dann etwas besser werden, obwohl die Mannschaft nie die Nervosität abstellen konnte. Trotzdem "klingelte" es bereits in der 50. Minute im Tor von Braunsbedra: Rock Embingou spielt toll in den Lauf von Jörg Rosenkranz, der zieht den Ball von rechts in den Strafraum und am langen Pfosten verwandelt erneut VfB-Stürmer und Torjäger Mike Sadlo ohne Probleme aus 5 Metern zum 2:0. Doch erneut kam keine Sicherheit rein und Mario Nacev vertändelt den Ball gegen Mario Eichmann, der aber alleine vor Gunnar Grundmann nicht die Nerven behält und so blieb der VfB-Keeper der Sieger (52.)! Dann wollte Nacev seinen groben Schnitzer mit einem Fernschuss aus 18 Metern wieder gut machen, traf aber aus 18 Metern nur die Querlatte. Den zurückspringenden Ball versucht Mike Sadlo anzunehmen, wird aber von Sören Stier im Strafraum bei der Ballannahme gefoult und Schiedsrichter Mario Troitzsch aus Friedrichshain entschied wohl richtigerweise auf Elfmeter. Torjäger Mike Sadlo schnappt sich den Ball und verwandelte sicher ins rechte Eck zum 3:0 - sein 11. Saisontreffer! Der VfB machte zwar weiter Druck und hätte beinah durch Thorsten Görke, nach Freistoß von Heiko Brestrich von links, das 4:0 erzielt, doch Keeper Lars Zurek hält den Ball aus 6 Metern gegen den freistehenden VfB-Manndecker. Aber so richtig lief es immer noch nicht und plötzlich dann der verdiente Anschlusstreffer für den Außenseiter nach einer Ecke von rechts! Ulf Schwiecker legt für Sören Stier auf, der sich um Heiko Brestrich dreht und sicher aus 8 Metern trifft. Dies war das beste Beispiel, für die löchrige Abwehr der Leipziger ... wo soll das nur noch hinführen?! Zum Glück waren an diesem Tag die Gäste einfach zu schwach, um die Chance zu nutzen - so in der 76. Minute, als Andre Linzert bei einem Konter an Gunnar Grundmann scheiterte. In den letzten 10 Minuten spielte der VfB dann die konditionellen Vorteile wenigstens noch etwas aus und erspielte sich einige Chance, doch erst scheitert Hans-Jürgen Weiß mit einem Seitfallzieher am Keeper Zurek (81.) und dann Rock Embingou, der nach schöner Vorarbeit von Frank Räbsch knapp am linken Pfosten vorbei zielt (83.). Eine Minute vor dem Schlusspfiff dann doch noch das 4:1 - und was für ein kurioser Treffer: Nico Kanitz passt auf Mike Sadlo, der aber stolpert und so rennt der quirlige Mittelfeldspieler seinem eignen Pass hinterher und taucht alleine vor Keeper Lars Zurek auf, der erst toll hält, aber gegen den überlegten Nachschuss von Nico Kanitz hat er keine Chance - der erste Saisontreffer für den fleißigen VfB-Spieler!

Fazit: Eigentlich verdient gewonnen, aber erneut bitter enttäuscht! Die Mannschaft zitterte sich regelrecht über die 90 Minuten und man kann nur froh sein, dass die Gäste aus Braunsbedra harmlos vor dem VfB-Tor waren und man einen Mike Sadlo in der Mannschaft hat. Auch VfB-Keeper Gunnar Grundmann muss man wieder ein Extralob ausstellen, der zum wiederholten mal viele Großchancen entschärfte. Aber was sollen Grundmann und Sadlo noch machen, wenn fast der komplette Rest der Mannschaft eine schwache Leistung nach der anderen bietet und sich besonders im Defensiv-Verhalten Reihenweise Patzer erlaubt. Gibt es Hoffnung auf Besserung?! Wenigstens stimmte heute das Ergebnis und vielleicht können die VfB-Spieler ganz, ganz langsam wieder etwas Selbstvertrauen tanken - vielleicht auch schon nächste Woche beim Sachsen-Pokal in Auerbach. Auf jeden Fall muss Trainer Hans-Jürgen Dörner wieder auf die Dienste von Frank Räbsch bauen - und was ist mit Mario Weiß? Der Torjäger aus der letzten Saison muss wieder eine Chance im Sturm bekommen, wenn nicht einmal Joker und Publikumsliebling Peter-Sebastian Gunkel eine gutes Spiel zeigt! Lassen wir uns überraschen...

(Spielbericht von Ronny John)

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