28. Spieltag   Saison 2001/2002
SV Braunsbedra

SV Braunsbedra

0

VfB Leipzig

VfB Leipzig

3

Spieldaten
Datum 14. April 2002
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Stadion des Friedens (Braunsbedra)
Zuschauer 793
Schiedsrichter Walter (Martinroda)
Torschützen 0:1 Ferl (18.), 0:2 Embingou (29.), 0:3 Sadlo (30.)
Gelb Gunkel, Lenz - Koziol, Schroeder
Gelb-Rot Keine
Rot Keine
Aufstellung
SV Braunsbedra: VfB Leipzig:
Steve Richter Gunnar Grundmann
Milan Kmet Jörn Lenz
Steffen Koziol Thorsten Görke
Ulf Schwiecker Matthias Großmann
Maik Patzner Torsten Jülich
Sören Stier Daniel Ferl
Daniel Helbig Nico Kanitz
Andre Schröder Frank Räbsch
Andre Lizert Rock Embingou
Mario Eichmann Mike Sadlo
Sven Seemann Peter-Sebastian Gunkel (ab 60. Hans-Jürgen Weiß)
Trainer
Norbert Schübbe Hans-Jürgen Dörner
   Interviews
Norbert Schübbe (SVB-Trainer) "Wir sind durch den Doppelschlag, durch eigne Fehler, Standartsituation und Bälle durch den Strafraum in Rückstand geraten. Der Sieg geht voll in Ordnung, auch wenn wir in der zweiten Halbzeit noch die ein oder andere kleine Chance zur Ergebniskosmetik herausgespielt hatten. Ich wurde so oft schon von Auswechselspielern enttäuscht, deshalb habe ich heute nicht gewechselt und die Mannschaft soll so Sicherheit für die nächsten Spiele geben."
Hans-Jürgen Dörner (VfB-Trainer) "Wir haben heute einen verdienten Sieg eingefahren, der von unserer Seite ja auch erwartet war. Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, mit drei Toren und für mich war auch der vierte Treffer regulär erzielt. Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht zielstrebig genug nach vorn gespielt, statt dessen ist jeder für sich alleine rum gekurvt, statt miteinander Fußball zu spielen. Da wird es dann selbst gegen Braunsbedra schwer. Deshalb bin ich mit der zweiten Halbzeit auch nicht zufrieden und dies werde ich meiner Mannschaft am Montag klipp und klar auch sagen. Gegen so eine Mannschaft müssen wir in der Lage sein, zwei, drei Tore mehr zu schießen! Über die Gelbe Karten für Lenz und Gunkel wegen Meckerns wird noch zu reden sein. Wir haben nun 5 Punkte Rückstand auf Dynamo Dresden und wenn wir unsere restlichen Spiele, was alles machbar ist, gewinnen ist noch etwas möglich - den Staffelsieg haben wir also noch nicht ganz abgeschrieben!"
Mike Sadlo (VfB-Spieler) "Den Ball zum 3:0 habe ich perfekt getroffen!"
Wertung

2,5 Sterne (Nachdem es in der ersten Halbzeit noch nach einem Fußballfest aussah, ging in der zweiten Halbzeit bei strömenden Regen nicht mehr viel - trotzdem ein ungefährdeter Sieg!)

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Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3
Jörn Lenz 3
Thorsten Görke 3
Matthias Großmann 3
Torsten Jülich 3
Daniel Ferl 2
Nico Kanitz 3
Frank Räbsch 3
Rock Embingou 4
Mike Sadlo 3
Peter-Sebastian Gunkel (bis 60.) 4
Hans-Jürgen Weiß (ab 60.) 4

Spielbericht

Der VfB Leipzig kam zu einem nie gefährdeten und erwarteten 3:0 (3:0) Erfolg beim Aufsteiger und Tabellenletzten SV Braunsbedra. Vor 793 Zuschauern (darunter ca. 350 VfB-Fans) im schönen Stadion des Friedens entschädigte der VfB seine Fans für das Pokalaus in der ersten Halbzeit mit drei tollen Treffern. Leider führte man diese unterhaltsame Spielweise bei strömenden Regen nicht über 90 Minuten fort und so wurde die zweite Halbzeit zu einem Langweiler. Trotzdem waren die Leipziger dem (Fast-) Absteiger aus dem beschaulichen 7.000 Seelendorf über 90 Minuten spielerisch, technisch und läuferisch überlegen. Mit diesem Sieg blieb die Minimalchance auf den Staffelsieg für die Gäste aus der Messestadt erhalten - aber wenn man auch diese Partie wieder betrachtet, haben es die Leipziger eigentlich spielerisch nicht verdient in die 3. Liga aufzusteigen. Aber nun zum Spielverlauf:

VfB-Trainer Hans-Jürgen Dörner baute gegenüber dem Pokalspiel gegen den FSV Zwickau am letzten Mittwoch in der Abwehr etwas um. Torsten Jülich rückte für Heiko Brestrich in die Mannschaft und übernahm die Position im defensiven Mittelfeld. Da Nico Kanitz wieder fit war, rückte Matthias Großmann auf die Manndeckerposition zurück und Christian Schmidt musste auf der Bank Platz nehmen. Die erste kleine Chance im Spiel besaß Matthias Großmann mit einem Schuss aus 16 Metern, der aber leichte Beute für SVB-Keeper Steve Richter war (7.). In der 11. Minute versuchte sich SVB-Spieler Maik Patzner mit einem Schuss aus ebenfalls 16 Metern, der aber keine Probleme für Keeper Gunnar Grundmann darstellte. Dann die 18. Minute und es stand 1:0 für die Leipziger: Nach einem Freistoß von Nico Kanitz in der Nähe der rechten Eckfahne, lenkt Torjäger Mike Sadlo den Keeper ab und am langen Pfosten lauerte Daniel Ferl, der ohne Probleme aus 5 Metern ins leere Tor einschob. Auffällig nach dem Führungstreffer - Daniel Ferl brüllte sofort "schnell, holt den Ball", was den Ehrgeiz der Wiedergutmachung für das Mittwoch-Spiel bei der Mannschaft zeigte. Deshalb setzten die Leipziger weiter nach, doch in der 25. Minute beförderte Peter-Sebastian Gunkel (nach Vorarbeit von Daniel Ferl) von halb rechts den Ball am langen Pfosten vorbei. Vier Minuten später sollte es dann besser klappen: Daniel Ferl mit dem öffnenden Pass auf Frank Räbsch, dessen Schuss prallt vom Keeper genau vor die Füße von Gunkel, der überlegt für Rock Embingou auflegt. Der Kongolese jagt dann aus knapp 12 Metern den Ball unter die Querlatte zum 2:0! Da aller guten Dinge drei sind, "klingelte" es bereits wenige Sekunden später wieder im Tor des Tabellenletzten. Frank Räbsch eroberte sich auf der rechten Außenbahn den Ball gleich von drei SVB-Spielern und zieht den Ball Richtung langen Pfosten, wo Torjäger Mike Sadlo lauert und den Ball per Seitfallzieher aus 8 Metern zum sehenswerten 3:0 in die Maschen beförderte. Damit war das Spiel bereits mehr als entschieden und in der 34. Minute hätte Sadlo eigentlich seinen Doppelpack erzielt - doch der Mann an der Seitenlinie hatte etwas dagegen (zu Recht). Daniel Ferl hebt den Ball genau auf Mike Sadlo, der den Ball mit dem Oberarm sich vorlegt und den Ball aus 7 Metern unter die Querlatte ins Tor beförderte. Lustige Begebenheit und gleichzeitig "Grüße" an die Pressevertreter der lokalen Medien und des Videotextbetreuers in Braunsbedra und Umgebung: Sie dachten alle bis zur Pressekonferenz das dieser Treffer gezählt hatte. Na ja, man soll ja nie an journalistischen Fähigkeiten zweifeln ;-)! Kurz vor der Halbzeit schlägt Nico Kanitz von halb rechts einen Freistoß in den Strafraum, aber Sadlos Kopfball aus 8 Metern streicht über die Querlatte.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit sah es nach einem Schützenfest für die Leipziger aus, doch Erstens wurden die Chancen nun leichtfertig vergeben und Zweitens lief es im Spiel nach vorne einfach nicht mehr. Der Sieg war zwar gegen den Tabellenletzten längst eingefahren, aber anstatt etwas für das Torverhältnis zu tun, wurde ein Gang zurückgeschaltet und die meisten Spieler verzettelten sich in Einzelaktionen. Trotzdem besaß Daniel Ferl gleich in der 48. Minute eine sehr gute Möglichkeit zum 4:0, nach einem indirekten Freistoß im Strafraum (wegen Rückspiels der Gastgeber) von Nico Kanitz, per Kopf - doch der Ball ging aus 7 Metern über das SVB-Tor. Durch einige Nachlässigkeiten kam auch der Gastgeber zu Chancen. In der 50. Minute kommt Steffen Koziol nach einem Freistoß von rechts aus 8 Metern zum Kopfball, doch der Ball geht klar rechts vorbei. Zwei Minuten später befördert Thorsten Görke von rechts den Ball auf Nico Kanitz, der aus 5 Metern genau in die Arme des Keepers schießt, statt auf die mitgelaufenen Gunkel oder Sadlo abzuspielen. Sekunden später bekommt Nico Kanitz frei auf der linken Seite den Ball, doch wieder bleibt Steve Richter im SVB-Tor der "Sieger"! In der 54. Minute hat SVB-Kapitän Sven Eichmann (noch gut bekannt als "Mr. Chancentod" aus dem Hinspiel in Probstheida) den Anschlusstreffer auf dem Fuß, doch er scheiterte an Grundmann. Nach Vorarbeit von Rock Embingou kommt Daniel Ferl, bester Leipziger heute, an den Ball, doch der Schuss streicht knapp links vorbei. Danach kehrte mehr und mehr "Langeweile" auf dem Spielfeld ein und Chancen waren nun eher Mangelware. Erst in der 73. Minute besaß Daniel Ferl aus 14 Metern die nächste Chance, doch der Ball senkt sich rechts vorbei. In der Schlussphase dann noch drei Großchancen für den VfB, die man einfach hätte verwerten müssen: Nachdem Görke den Ball von rechts in den Strafraum schlägt, köpft der eingewechselte Hans-Jürgen Weiß den Ball aus 6 Metern noch neben das Tor (84.). Kurz darauf befördert Mike Sadlo eine Flanke von Räbsch aus 10 Metern links am SVB-Tor vorbei (85.) und ein Freistoß von Jörn Lenz aus knapp 25 Metern streicht rechts vorbei (87.). Dann pfiff der eher schwache Schiedsrichter Walter aus Martinroda (Überboten von seinen zwei Linienrichtern - ständig falsche Abseitsentscheidungen) die Partie ab und die drei Pflichtpunkte waren eingefahren. Frank Räbsch verließ das Spielfeld nach dem Schlusspfiff mit einem dicken "Pferdekuss" am Fuß!

Fazit: Pflicht- und am Ende leider auch eher ein Arbeitssieg. In der ersten Halbzeit deutete sich ein Schützenfest an, aber in der zweiten Hälfte lief spielerisch nicht mehr viel. Viele Spieler versuchten es mit Einzelaktionen, anstatt wie in der ersten Halbzeit durch schönes Zusammenspiel die löchrige Abwehr der "Schießbude der Oberliga" auseinander zunehmen. Bester Mann auf dem Platz war heute Daniel Ferl, knapp gefolgt auf Leipziger Seite von Frank Räbsch, Jörn Lenz und auch Mike Sadlo. Ein Lob geht auch an die VfB-Fans, die trotz des "Sauwetters" für gute Stimmung über die 90 Minuten sorgen und dem wieder relativ großen Polizeitaufgebot einen ruhigen Nachmittag verschafften! Damit lebt die minimale Hoffnung auf Platz eins weiter in Probstheida, auch wenn Dynamo Dresden wohl kaum 5 (wegen dem Torverhältnis eigentlich 6) Punkte in den letzten 6 Spielen gegen relativ leichte Gegner einbüßen wird. Aber im Fußball ist ja alles möglich ... aber währe dies spielerisch über die Saison gesehen auch gerecht, wenn der VfB doch noch "Meister" wird?!

P.S.: Ein Lob geht an die Ausstattung des VIP- und Presseraumes in Braunsbedra - so eine Verpflegung ist man nicht überall gewohnt (nicht mal bei Heimspielen im Plache-Stadion ;-). Dazu gab es sogar eingeschweißte Presseausweise mit Namen usw. - fast 2. Liga Verhältnisse im beschaulichen Braunsbedra - eigentlich schade, dass wir wohl so schnell nicht wieder hier spielen werden!

(Spielbericht von Ronny John)

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