29. Spieltag   Saison 2001/2002
VfB Leipzig

VfB Leipzig

4

Hallescher FC

Hallescher FC

1

Spieldaten
Datum 20. April 2002
Uhrzeit 14.30 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 1.608
Schiedsrichter Honnef (Gotha)
Torschützen 1:0 Görke (5.), 2:0 Gunkel (25.), 3:0 Gunkel (28.), 3:1 Kricke (32./Foulelfmeter), 4:1 Kanitz (38.)
Gelb Schöne, Petzold, Lenz - Geidel, Wellington, M. Kurzeja, Stark
Gelb-Rot Keine
Rot Keine
Aufstellung
VfB Leipzig: Hallescher FC:
Frank Schöne Eniz Paden
Jörn Lenz Marcel Geidel
Thorsten Görke Wellington da Luz Teobaldo
Matthias Großmann Karsten Rehmann (ab 67. Sven Bothfeld)
Torsten Jülich Rafal Klajnszmit
Daniel Ferl Peter Freund
Nico Kanitz Patrick Zimmermann
Patrik Petzold (ab 46. Christian Schmidt) Rene Stark
Rock Embingou Mariusz Kurzeja
Mike Sadlo Enrico Kricke
Peter-Sebastian Gunkel (ab 72. Mario Weiß / ab 88. Lars Weißenberger) Marcel Riediger
Trainer
Hans-Jürgen Dörner Reinhard Häfner
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (VfB-Trainer) "Es war ein verdienter Sieg für uns und auch in dieser Höhe in Ordnung. Wir haben unsere Torchancen sehr gut genutzt und waren viel in Bewegung. Im Mittelfeld konnten wir immer Überzahl erzielen. In der zweiten Hälfte hätten wir konsequenter nach vorne spielen müssen, ohne die Abwehr aufzulösen. Aber solche Chancen wie Christian Schmidt muss man nutzen, dann gewinnt man 5:1 oder 6:1. Ich erwarte von meinen jungen Spielern mehr Einsatz und Kampf gerade in solchen Spielen, damit sie zeigen können, dass sie auch in diese Mannschaft gehören. Ich bin vom Erfolg vom FC Sachsen bei Dynamo Dresden nicht überrascht. Die Dresdner tun sich zu Hause immer schwer und der FC Sachsen hat eine starke Mannschaft - das zeigt, wie dicht es am Ende werden kann. Wir werden uns nicht aufgeben, aber natürlich ist es schwierig drei Mannschaften vor uns zu überholen. Wenn wir in der Lage sind bis zum letzten Spieltag unsere Spiele zu ziehen, dann könnte es möglich sein! Frank Schöne macht seine Sache bis auf zwei, drei kleine Unsicherheiten gut."
Reinhard Häfner (HFC-Trainer) "Wir haben den Druck vom VfB erwartet und wollten aus einer stabilen Abwehr heraus agieren. Aber meine Abwehr, inklusive des Torwarts war heute katastrophal! Wir waren heute in der ersten Halbzeit nicht  in der Lage den VfB kämpferisch und spielerisch entgegen zu treten. Das war mit Abstand die schlechteste Saisonleistung. Wir waren den Standards von Thorsten Görke nicht gewachsen. Bei jeder Flanke habe ich gezittert. Wir haben somit das Spiel heute verdient verloren. In der zweiten Halbzeit haben wir im Abwehrbereich besser gestanden, aber nach vorne zu wenig Druck entwickelt. Deshalb bin ich von meiner Seite aus, von der Mannschaft heute mehr als enttäuscht. Wir haben in der ersten Halbzeit in der Abwehr katastrophal gespielt, da jeder Ball der in den Strafraum kam, mehr als gefährlich war. In der zweiten Hälfte lief es dann besser, aber das Spiel war nach dem ersten Durchgang entschieden"
Peter-Sebastian Gunkel (VfB-Spieler) "Schön, dass Sachsen uns hilft, doch wir müssen weiterhin die restlichen Spiele gewinnen!"
Thorsten Görke (VfB-Spieler) "Das Tor nehme ich auf meine Kappe! Ich schieße doch sonst so wenig Tore. Hut ab vor den Sachsen. Das gibt uns Hoffnung."
Frank Schöne (VfB-Keeper) "Die Situation vor dem Elfmeter war ein Platzfehler."
Marcel Geidel (HFC-Spieler) "Wir haben die erste Hälfte verschlafen, in der zweiten wenigstens unser Gesicht gewahrt!"
Wertung

3,5 Sterne (Selten haben die Zuschauer eine so gute erste Halbzeit im Plache-Stadion von ihrem VfB gesehen - leider wurde im zweiten Durchgang mehr als ein Gang zurückgeschaltet!)

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Spieler-Noten
Frank Schöne 4
Jörn Lenz 3
Thorsten Görke 1-
Matthias Großmann 3
Torsten Jülich 3
Daniel Ferl 3
Nico Kanitz 2
Patrik Petzold (bis 46.) 4
Rock Embingou 3
Mike Sadlo 3
Peter-Sebastian Gunkel (bis 72.) 2
Christian Schmidt (ab 46.) 3
Mario Weiß (ab 72 / bis 88.) keine Wertung
Lars Weißenberger (ab 88.) keine Wertung

 

Der VfB Leipzig gewann mehr als verdient das Heimspiel vor 1.608 Zuschauern (darunter ca. 250 HFC-Fans) gegen den Halleschen FC mit 4:1 (4:1). Die Leipziger Fans erlebten eine ganz starke erste Halbzeit ihres VfB (erfuhren die Kicker etwa vor dem Anpfiff, dass der FC Sachsen bei Dynamo Dresden früh mit 1:0 führte?), der heute endlich einmal sehr effektiv seine Chancen nutzten - dazu kam die schwache HFC-Abwehr, die heute einen "dankbaren Gegner" darstellte. In der zweiten Halbzeit war dann die "Luft raus" und die Leipziger schalteten gleich zwei, drei Gänge zurück und besaßen durch Christian Schmidt trotzdem noch eine 100%-ige Torchance. Trotz des deutlichen Ergebnisses vertieften beide Fanlager durch eine schöne Choreografie ihre Fanfreundschaft, dazu war heute auch (wie beim Hinspiel in Halle schon Achim Haas) der Stadionsprecher des HFC mit dabei. Negativer Höhepunkt: Nach einer schönen Pyroshow auf der Gegengerade mit bengalischen Fackeln führten übermotivierte Ordner einige der treusten VfB-Fans aus dem Stadion. Vergrault man so auch noch die letzten Fans? Eine unnötige Aktion, die nur Unruhe in den Verein bringt - einige Personen in Probstheida sollten sich wirklich über das Vorgehen gegen die eignen Fans Gedanken machen. Aber nun zum sportlichen:

VfB-Trainer Hans-Jürgen Dörner musste auf die verletzten Frank Räbsch und Hans-Jürgen Weiß verzichten. Dazu stand Keeper Gunnar Grundmann wegen einer Grippe nur als Ersatztorhüter zur Verfügung. Deshalb kam Frank Schöne zu seinem ersten Punktspieleinsatz in dieser Saison und auf der rechten Seite agierte der junge Patrik Petzold. Leider überzeugten beide nicht unbedingt und dürften sich wohl in den nächsten Spielen wieder nur auf der Ersatzbank einfinden! Der VfB begann trotzdem schwungvoll und Spielmacher Rock Embingou bekam gleich nach vier Minuten Szenenapplaus für seinen Fallrückzieher aus knapp 12 Metern. Nur eine Minute später bringt Thorsten Görke von halb links einen Freistoß in den Strafraum, der noch leicht von Peter-Sebastian Gunkel und HFC-Abwehrspieler Wellington abgefälscht wird und dieser landet zum umjubelten 1:0 im rechten Eck - HFC-Torhüter Eniz Paden sah nicht gerade gut aus bei dieser Standartsituation! In der 8. Minute köpft Daniel Ferl nach einem Eckball knapp drüber und kurz darauf bringt Patrik Petzold von rechts eine Flanke in den Strafraum, doch auch Stürmer Peter-Sebastian Gunkel jagt den Ball per Kopf über den Kasten (10.). Die Gäste aus Halle kamen kaum aus der eignen Hälfte heraus und erspielten sich im ersten Durchgang nur wenige Chancen - aber dann wurde es meistens eng für Keeper Frank Schöne. In der 16. Minute scheiterte erst Mariusz Kurzeja und dann bringt es Marcel Riediger fertig aus 3 Metern noch am langen Pfosten den Ball vorbei zu schlenzen. Kurz darauf entschärft "Schöni" einen Freistoß von Mariusz Kurzeja aus 18 Metern im Nachfassen (19.). Trotzdem fragte man sich zu Recht, warum sich das hartnäckige Gerücht in Probstheida hält, dass die Leipziger gleich zwei Leistungsträger vom HFC verpflichten wollen - aber heute konnte wohl keiner aus der Saalestadt überzeugen, was die "Häfner Raus" Rufe in der zweiten Halbzeit immer lauter werden ließ. Aber wieder zum Spiel: In der 20. Minute landet ein Kopfball-Abpraller von Gunkel genau vor die Füße von Rock Embingou, doch der Kongolese zieht den Ball knapp links vorbei. Dann die 25. Minute: Thorsten Görke schlägt aus der eignen Hälfte einen langen Pass in die Sturmspitze wo der "Mann ohne Zopf", Peter-Sebastian Gunkel, lauerte. HFC-Keeper Eniz Paden kommt aus seinem Tor geeilt, doch Gunkel legt den Ball am Keeper vorbei und schiebt aus knapp 10 Metern den Ball ins leere Tor zum 2:0 - sein erstes Tor nach knapp 5 Wochen, nachdem er schon am ersten Tor stark beteiligt war. Deshalb hatte der Torjäger noch nicht genug und legte drei Minuten später noch einen nach! Nach einem Eckball von Nico Kanitz von links verlängert Jörn Lenz per Kopf den Ball und der "Gunkulator" versenkt (ebenfalls per Kopf) aus knapp 6 Metern den Ball zum 3:0. Drei Tore in einer Halbzeit sind schon klasse - aber der HFC und der VfB legten jeweils noch einen nach! Den HFC-Treffer verschuldete aber Keeper Frank Schöne, der im Strafraum Marcel Riediger zu Fall bringt und Schiedsrichter Dirk Honnef aus Gotha richtigerweise auf Elfmeter entschied. Im zweiten Anlauf (der erste "Versuch" wurde vom Schiedsrichter wegen zu frühen Einlaufens in den Strafraum zurückgepfiffen) verwandelte Enrico Kricke dann Ball zum 1:3 - aber ohne diese unkluge Aktion von Frank Schöne währen unsere Freunde aus der Saalestadt heute kaum zu einem Torerfolg gekommen. Kurz nach dem Anschlusstreffer setzte sich Thorsten Görke auf rechts durch, aber Nico Kanitz rutschte am langen Pfosten nur knapp an der Eingabe vorbei. 38. Spielminute: Wieder Thorsten Görke, diesmal per Freistoß von links - der Ball segelt am Strafraum an "Freund und Feind" vorbei und am langen Pfosten steht der kleine Nico Kanitz goldrichtig und verwandelt per Kopf (!) aus 6 Metern zum 4:1 Pausenstand. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hätte Daniel Ferl aber eigentlich noch auf 5:1 erhöhen müssen, doch nach einer Gunkel-Vorlage jagt Daniel Ferl freistehend den Ball aus 3 Metern noch über das Tor.

In der Halbzeitpause bekam VfB-Präsident die offizielle Urkunde vom Projekt "Olympia in Leipzig" überreicht, da auch der VfB Leipzig diese fantastische Vision nun unterstützt. Olympiareif war die Leistung beider Mannschaften im zweiten Durchgang nicht gerade - der VfB wollte nicht mehr so Recht und die Gäste aus Halle konnte heute nicht (es war "Schadensbegrenzung" angesagt). Trotzdem sorgte in der 48. Minute Jörn Lenz per Freistoß aus 16 Metern noch einmal für Gefahr (sichere Beute von HFC-Keeper Paden) und dann Mariusz Kurzeja, der am gut reagierenden Frank Schöne scheiterte (53.). Beim anschließenden Eckball des HFC von links erlaubte sich Schöne aber erneut einen groben Patzer, als er im "Luftduell" gegen Wellington den kürzeren zog und Torsten Jülich den Ball auf der Linie, für den geschlagnen VfB-Keeper, rettete. In der 59. Minute sorgte Torsten Jülich auf der anderen Seite selbst für Torgefahr, doch sein Fernschuss aus 18 Metern geht links vorbei. Kurz darauf schießt der zweifache Torschütze Peter-Sebastian Gunkel im Strafraum Karsten Rehmann an, so das der Ball beinah noch über die Torlinie gerollt wäre - aber es gab "nur" einen Eckball. In der 63. Minute legt Gunkel per Kopf für Stürmerkollege Mike Sadlo auf, doch der grätscht aus 4 Metern am Ball und dem 5:1 vorbei! Die letzte Chance konnte man nach 75 Minuten notieren, als Wellington per Querschläger für den eingewechselten Christian Schmidt auflegt, doch der knallt den Ball aus 4 Metern mit Gewalt (statt überlegt einzuschieben) an die Unterkante der Querlatte - der Nachschuss von Thorsten Görke geht links vorbei. Das war's dann auch, so wurde nur noch das geschehen auf den Rängen für den Betrachter interessant. Nach einer kleinen Pyroshow der VfB-Fans auf der Gegengerade wurden einige Anhänger des Vereins von der Security aus ihrem Block "geführt", obwohl keine Gefährdung von anderen Personen vorlag. So kochte die Stimmung auf der Gegengerade (im negativen Sinne) über - so viel zum Thema Deseskalierung. Genau das Gegenteil wurde erreicht und bei einigen Betrachtern kam der Gedanke auf: Will der Verein die "letzten" treuen Fans noch vergraulen. Egal wer dafür nun verantwortlich war, man sollte sich bei einer Zuschauerzahl von gerade einmal 1.608 (man zieht einfach mal 600 wegen Gästefans und Sponsoren ab und kommt auf noch 1.000 Leipziger-Fans im Stadion) genau überlegen, wie man mit den Fans umgeht - ich persönlich kann es nicht verstehen (aber kein weiterer Kommentar mehr dazu von mir). Jörn Lenz sah nach einem Foul im Mittelfeld heute seine 5. Gelbe Karte und ist beim nächsten Spiel in Riesa am 4. Mai gesperrt!

Fazit: Ein mehr als verdienter Sieg, gegen einen heute schwachen HFC - dazu eine klasse erste Halbzeit, die wir lange nicht mehr im Plache-Stadion bewundern konnte. Dazu die freudige Nachricht: Der FC Sachsen gewann 2:1 bei Dynamo Dresden und plötzlich scheint wieder "alles offen", obwohl Plauen, Jena und Dresden noch weiter patzen müssen. Aber wie sagt man so schön: Im Fußball ist alles möglich, obwohl es sportlich garantiert nicht verdient wäre. Überragende VfB-Akteure waren heute Thorsten Görke (an jeder torgefährlichen Aktion beteiligt), Peter-Sebastian Gunkel und mit leichten Abstrichen auch Nico Kanitz und Rock Embingou. Die VfB-Abwehr bekam heute nicht sonderlich viel zu tun - trotzdem leistete sich Keeper Frank Schön zwei, drei gröbere Patzer. 

Diesmal ein (persönlicher) Schlusskommentar: Abi 2002 - Sorry, musste mal sein! Es warten aber noch zwei (harte) Prüfungen - aber immer optimistisch denken (tut man das als treuer VfB-Fan nicht irgendwie immer? - Achtung rhetorische Frage ;-)!

(Spielbericht von Ronny John)

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