03. Spieltag   Saison 2001/2002
VfB Leipzig

VfB Leipzig

0

1.FC Dynamo Dresden

1.FC Dynamo Dresden

1

Spieldaten
Datum 18. August 2001
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 6.100
Schiedsrichter Koop (Lüttenmark)
Torschützen 0:1 Koslov (87.)
Gelb Räbsch, Großmann - Heller, Dabak
Gelb-Rot Keine
Rot Keine
Aufstellung
VfB Leipzig: 1.FC Dynamo Dresden:
Gunnar Grundmann Ignjac Kresic
Heiko Brestrich Frank Paulus
Thorsten Görke Volker Oppitz
Christian Schmidt Lars Heller
Mario Weiß (ab 46. Daniel Ferl) Levente Csik (ab 46. Sebastian Hähnge)
Matthias Großmann Maik Wagefeld
Frank Räbsch Daniel Petrowsky (ab 82. Nduka Anyanwu)
Rock Embingou Thomas Neubert (ab 64. Benjamin Galliers)
Davor Krznaric Dennis Koslov
Hans-Jürgen Weiß Steffen Heidrich
Mike Sadlo Dario Dabak
Trainer
Hans-Jürgen Dörner Christoph Franke
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (VfB-Trainer) "Wir sind natürlich sehr enttäuscht über das Ergebnis, da wir 85 Minuten gut gespielt und trotzdem verloren haben. Ein guter Konter hat unseren Gästen gereicht, um das Siegtor zu erzielen. Auf diese Leistung kann man aber trotzdem aufbauen - natürlich müssen wir uns in der Offensiv verbessern und endlich die Chancen besser nutzen. Insgesamt haben wir taktisch gut gespielt und umso bitter ist es für mich und die Spielern, so ein Spiel noch zu verlieren. Wir können mit den Start und den 4 Punkten natürlich nicht zufrieden. Aber heute haben wir gegen eine Spitzenmannschaft gespielt und nach drei Spielen kann man noch kein Urteil fällen, ob unser Saisonziel in Gefahr ist. Natürlich müssen wir nun die nächsten Spiele gewinnen, um nicht noch weiter in Rückstand zu geraten."
Christoph Franke (Dynamo-Trainer) "Wir haben heute sehr glücklich gewonnen! Durch guten Kampf haben wir uns das Quäntchen Glück erarbeitet, dass man braucht, um so ein Spitzenspiel zu gewinnen. Leipzig wird mit so einer Leistung auf jeden Fall ganz oben dabei sein. Mit dem Saisonstart und den 9 Punkte aus 3 Spielen sind wir sehr zufrieden und einer Woche redet keiner mehr darüber, wie wir das Spiel hier gewonnen haben. Eigentlich wollten wir hier offensiv agieren, wurde aber wegen den Leipzigern in die Defensive gedrängt. Um ganz oben dabei zu bleiben, müssen wir uns noch stark verbessern!"
Reinhard Bauernschmidt (VfB-Präsident) "Das war heute das alte Übel, die Mannschaft hat so schlecht gespielt wie in der Rückrunde unter Achim Steffens. Und Herr Dörner kann in vier Wochen nicht alles umkrempeln. Aber jetzt ist Schluss mit lustig."
Steffen Heidrich (Dynamo-Spieler) "Ich fühlte mich von den hässlichen Sprechchören angestachelt und muss das aggressive, mutige Forechecking und den tollen Teamgeist meiner Mannschaft loben."
Wertung

2 Sterne (Der VfB dominierte das Spiel und verlor unglücklich gegen defensiv agierende Gäste, die ihre einzige Chance in der zweiten Hälfte eiskalt nutzen. Ansonsten war es über weite Strecken ein Chancenarmes Spiel, mit deutlich mehr Spielanteilen für den Gastgeber - Unentschieden währe gerecht gewesen!)

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Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3
Heiko Brestrich 4
Thorsten Görke 3
Christian Schmidt 3
Mario Weiß (bis 46.) 5
Matthias Großmann 3
Frank Räbsch 4
Rock Embingou 2
Davor Krznaric 3
Hans-Jürgen Weiß 3
Mike Sadlo 3
Daniel Ferl (ab 46.) 3

 

Der VfB Leipzig verlor bei schönem Fußballwetter das Spitzenspiel gegen Dynamo Dresden unglücklich mit 0:1 (0:0). Vor 6.100 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion (darunter auch ca. 2.000 Dynamo-Fans) schoss Dennis Koslov drei Minuten vor Schluss den Siegtreffer für die Gäste, die damit ihre einzige Chance in der zweiten Hälfte eiskalt nutzten. Der VfB besaß dagegen die deutlich höheren Spielanteile und auch Chancen - leider konnte keiner der Möglichkeiten an diesem Nachmittag genutzt werden. Nach dieser Niederlage steht der VfB unter Trainer Hans-Jürgen Dörner mit "nur" 4 Punkten aus den ersten drei Spielen kräftig unter Druck (was ist, wenn auch in Chemnitz nicht gewonnen wird?!). Positiv: Im Stadion blieb es während der 90 Minuten, dank der 800 Polizisten und Security-Leuten (und den vernünftigen Fans), fast komplett friedlich. Nur um das traditionelle Sachen-Derby gab es wieder einige Zwischenfälle (zum Beispiel zerstörte Straßenbahnen) mit Festnahmen. Aber nun zum Spielverlauf:

VfB-Trainer Dörner ließ den zuletzt enttäuschenden René Groth auf der Bank und setzte dafür (etwas überraschenden) Christian Schmidt als zweiten Manndecker ein. Die erste Chance im Spiel sollte dann auch der VfB besitzen, aber ein Freistoß von Matthias Großmann stellte für Ignjac Kresic im Dynamo-Tor kein Problem dar (5.). In der 12. Minute sorgt Thorsten Görke mit einem weiten Einwurf für Gefahr, den Dynamo-Keeper Kresic nur abprallen lassen kann - aber Stürmer Mike Sadlo wird der Ball gerade noch so vom Fuß gespitzelt! Dann kehrt 15 Minuten Ruhe ein, bis der ehemalige Dynamo-Spieler Matthias Großmann von links in den Strafraum flankt und Daniel Petrowsky gerade noch vor dem freien Mike Sadlo retten kann (sonst hätte es wohl 1:0 gestanden). Bis dahin war von den Gästen aus Dresden noch nichts zu sehen - die meisten Angriffe verpufften in der VfB-Deckung oder durch eigne Abspielfehler bzw. Abstimmungsprobleme. Dann aber plötzlich die zwei besten Chancen im Spiel - durch Dynamo: In der 36. Minute flankt Dario Dabak von links in den Strafraum, wo Thomas Neubert mit dem Kopf aus 5 Metern an den Ball kommt, aber VfB-Keeper Gunnar Grundmann (der heute bei einigen Abstößen nicht gut aussah) rettet das 0:0 durch eine Glanzparade (36.). Wenige Sekunden später kommt der Ex-Leipziger Steffen Heidrich (der mit vielen Pfiffen "begrüßt" wurde) aus dem Gewühl zum Schuss, doch der Ball geht aus 12 Metern knapp über die Querlatte! Die letzte Chance der ersten Hälfte besaß dann wieder der spielbestimmende VfB: Nach einem Freistoß von Thorsten Görke von rechts lässt Kresic im Dynamo-Tor den Ball wieder prallen, doch wieder rettet ein Abwehrspieler vor den VfB-Akteuren!

Zur zweiten Halbzeit kam auf VfB-Seite Daniel Ferl für den wieder einmal enttäuschenden Mario Weiß ins Spiel und auf Gäste-Seite Sebastian Hähnge für den angeschlagnen Levente Csik. Der VfB blieb aber weiter am Drücker, ohne sich genügend Torchancen zu erarbeiten. So kamen die Leipziger in der 53. Minute gleich zweimal gefährlich in den Strafraum der Dresdner, aber wieder einmal fand sich kein Spieler, der den Angriff erfolgreich abschließt. Zwei Minuten später durfte VfB-Keeper Grundmann eine schöne Flugeinlage beim Schuss von Steffen Heidrich aus 22 Metern zeigen. Dann kehrte jede Menge "Ruhe" ein und erst in der 73. Minute gab es wieder eine erwähnenswerte Chance: Hans-Jürgen Weiß spielt am Strafraum in den lauf des Eingewechselten Daniel Ferls, der aus 16 Metern abzieht und das Tor knapp verfehlt. Fünf Minuten später flankt Daniel Ferl von rechts in den Strafraum, dort lässt Rock Embingou den Ball durch und Hans-Jürgen Weiß zieht Volley von der Strafraumgrenze ab - doch der Ball geht wieder knapp drüber. Dann fällt plötzlich das "goldne Tor" für die Gäste von der Elbe: Nach einem groben Abwehrschnitzer kommt Dario Dabak frei zum Flanken und am langen Pfosten verpasst Thorsten Görke den Ball, so dass Dennis Koslov zum viel umjubelten 1:0 einschieben konnte. Nach der überraschenden (und eher unverdienten) Führung für Dynamo Dresden warf der VfB noch einmal alles nach vorn und hätte beinah noch das 1:1 erzielt (besser erzielen müssen): Nach einem langen Pass taucht Daniel Ferl aus 8 Metern frei vor dem Dynamo-Tor auf und hat eigentlich alle Zeit der Welt - doch Ferl bewahrt nicht die Ruhe und zieht sofort ab und trifft nur in die Arme von Ignjac Kresic. Nach weiteren dramatischen Szenen im Dynamo-Strafraum pfiff dann der eher schwach leitende (viele Fouls und Einwürfe wurden der falschen Mannschaft zugesprochen) Torsten Koop aus Lüttenmark  ab und während die VfB-Spieler mit hängenden Köpfen vom Platz schlichen, jubelten die Dynamo-Spieler mit ihren fanatischen und diesmal (im Stadion) fairen Fans!

Fazit: Ein faires Spiel auf dem Rasen und den Rängen endete mit dem "falschen Sieger" - wenn dieses Spiel schon einen Sieger hervor bringt, dann hätte es der VfB sein müssen. Doch wie sagt man so schön: So ist halt Fußball! Mit der fast einzigen Chancen in der zweiten Halbzeit erzielte Dynamo den umjubelten Siegestreffer und sorgt nun schon für dicke Luft in Probstheida nach erst drei Spielen. Die Leipziger waren zwar spielbestimmend, ohne sich genügend Chancen zu erspielen oder diese konsequent zu nutzen - der VfB ist halt noch längst nicht der von vielen erhoffte Top-Favorit in der Liga. Im VfB-Spiel gibt es einfach noch zu viel Standfußball oder es wird nicht konsequent nachgerückt (worüber sich während des Spiels auch Mike Sadlo lautstark beschwerte). Herr Dörner, es gibt noch viel zu tun. Aber ein Trost bleibt: Wenn Dynamo immer so spielt wie heute, wird es auch für die Gäste nicht zu Platz eins am Ende der Saison reichen. Wir dürfen gespannt sein, wie das Spiel nächste Woche in Chemnitz ausgeht - und was in Probstheida für schwarze Wolken aufziehen, wenn beim dortigen VfB nicht gewonnen wird. Aber etwas positives gilt es nochmals hervor zu heben: Seit knapp drei Jahren ging ein Spiel zwischen dem VfB gegen Dynamo Dresden friedlich (jedenfalls im Stadion) über die Bühne...

(Spielbericht von Ronny John)

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