08. Spieltag   Saison 2001/2002
FC Carl Zeiss Jena

FC Carl Zeiss Jena

3

VfB Leipzig

VfB Leipzig

0

Spieldaten
Datum 23. September 2001
Uhrzeit 15.30 Uhr
Spielstätte Ernst-Abbe-Sportfeld (Jena)
Zuschauer 5.368
Schiedsrichter Lupp (Waldstadt)
Torschützen 1:0 Holetschek (17./Foulelfmeter), 2:0 Holetschek (60.), 3:0 Jovic (76.)
Gelb Nowotny, Saraba, Schwesinger - Grundmann, Nacev, Gunkel
Gelb-Rot Keine
Rot Rosenkranz (90./VfB)
Aufstellung
FC Carl Zeiss Jena: VfB Leipzig:
Svetozar Okrucky Gunnar Grundmann
Gediminas Sugzda Thorsten Görke
Jörg Nowotny Jörg Rosenkranz
Zoran Saraba (ab 86. Frank Schön) Christian Schmidt
Stefan Treitl Mario Nacev
Olaf Holetschek Patrik Petzold
Andreas Schwesinger Matthias Großmann (ab 52. Frank Räbsch)
Sebastian Barich (ab 59. Nico Quade) Rock Embingou
Christian Hauser Davor Krznaric (ab 61. Peter-Sebastian Gunkel)
Kemo Ceesay Hans-Jürgen Weiß
Miroslav Jovic (ab 83. Jörn Schulz) Mike Sadlo
Trainer
Wolfgang Sandhowe Hans-Jürgen Dörner
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (VfB-Trainer) "Glückwunsch an den verdienten Sieger Carl Zeiss Jena! Allerdings fiel der Sieg zu hoch aus, da wir auch Chancen zu ein, zwei Toren gehabt haben. Man hat deutlich gesehen, dass meine Mannschaft vor allem in den Zweikämpfen unterlegen und zu unerfahren war. Die Erfahrungswerte sprechen einfach für Jena. Wir wurden bei allen Toren auf gegnerischen Platz ausgekontert - das darf nicht passieren! In der ersten Halbzeit haben wir ordentlich mitgespielt und hatten kurz nach der Pause die Chance zum Ausgleich. Aber am Ende war der Sieg verdient und die Zuschauer haben ein sehr ordentliches Oberliga-Spiel gesehen!"
Wolfgang Sandhowe (Jena-Trainer) "Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment aussprechen - wir sind ein verdienter Sieger in diesem Spitzenspiel gewesen! Besonders in den Zweikämpfen und in der Laufbereitschaft haben wir überzeugt. Dies haben wir durch jede Menge Training erreicht. Kompliment geht auch an den VfB Leipzig, die uns jede Minute gefordert haben. Nun müssen wir am Boden bleiben, da die Saison noch lang ist! Die Mannschaft wollte heute einfach gewinnen und das hat man auf dem Platz auch gesehen."
Reinhard Bauernschmidt (VfB-Präsident) "In Jena kann man verlieren. Aber wir dürfen jetzt gegen die vermeintlich leichten Gegner keine Punkte mehr abgeben."
Wertung

3.5 Sterne (Den zahlreichen Zuschauern wurde ein gutes Oberliga-Spitzenspiel geboten! Gegen zweikampfstärkere und laufstärkere Gastgeber waren die Leipziger klar unterlegen!)

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Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 4
Thorsten Görke 4
Jörg Rosenkranz 5
Christian Schmidt 4
Mario Nacev 4
Matthias Großmann (bis 52.) 5
Patrik Petzold 5
Rock Embingou 5
Davor Krznaric (bis 61.) 4
Mike Sadlo 3
Hans-Jürgen Weiß 5
Frank Räbsch (ab 52.) 3
Peter-Sebastian Gunkel (ab 61.) 3

Spielbericht

Der VfB Leipzig hat verdient das Spitzenspiel beim FC Carl Zeiss Jena mit 0:3 (0:1) verloren. 5.368 Zuschauer (darunter knapp 1.000 Leipziger) sahen im Ernst-Abbe-Sportfeld einen Zweikampfstärkeren und lauffreudigeren Gastgeber - bedingt durch die Unerfahrenheit einiger VfB-Akteure war man zum Ende des Spiels chancenlos! Damit sind die Fans, Spieler und Verantwortlichen endgültig auf den (harten) Boden der Realität zurückgeworfen wurden - in Sachen Aufstieg wird es diese Saison ganz, ganz schwer. Zudem hat man heute deutlich den Staffelfavorit dieser Liga gesehen... Vor Trainer Hans-Jürgen Dörner und seiner Mannschaft liegen nun zwei harte Wochen bis zum Derby gegen den FC Sachsen, was nun erst Recht gewonnen werden muss. Aber nun zum Spielverlauf:

Trainer Dörner ließ erst einmal wieder Gunkel und Räbsch auf der Bank und setzte auf die Erfolgself der letzten Wochen! Vor dem eigentlich Hauptspiel an diesem sonnigen Nachmittag fand das DFB-Pokalspiel der Damen des USV Jena gegen den FSV Frankfurt statt, welches die Frankfurterinnen mit 3:1 gewannen. Nach einer relativ guten Anfangsphase des VfB besaß der Gastgeber aus Thüringen die erste gefährliche Chance im Spiel als Andras Schwesinger von rechts einen Ball volley nimmt und Keeper Gunnar Grundmann kann den Ball noch zur Ecke klären (7.). Fünf Minuten später bringt Christian Hauser einen Freistoß von Links in den Strafraum, wo sich Zoran Saraba durchsetzt und den Ball per Kopf an die Querlatte setzt. In der 17. Minute verspringt dem VfB im Mittelfeld der Ball und Stefan Treitl eilt alleine auf das VfB-Tor zu und spielt in die Mitte zu Miroslav Jovic, welchen Gunnar Grundmann im Strafraum nur noch unfair stoppen kann und es gibt zu Recht Elfmeter. Den Strafstoß verwandelt der Routinier Olaf Holetschek dann sicher ins rechte untere Eck zur nicht unverdienten Führung in dieser frühen Phase! In der 20. Minute legt Davor Krznaric nach einem Freistoß für Mario Nacev auf, doch dessen Schuss aus 18 Meter zischt am linken Außenpfosten vorbei. Sechs Minuten später bedient Thorsten Görke von links Stürmer Hans-Jürgen Weiß, doch dessen Kopfball kann Jena-Keeper Okrucky ohne Probleme entschärfen. Dann war wieder der Gastgeber dran, doch gegen eine klasse Schuss von Stefan Treitl aus 14 Metern zeigt VfB-Keeper Gunnar Grundmann eine Glanzparade (31.). Zwei Minuten später kommt Rock Embingou nach einem Eckball zum Kopfball - trifft aber nur das Außennetz. Kurz vor der Pause dann noch einmal zwei gute Möglichkeiten für die Leipziger, doch erst scheitert Hans-Jürgen Weiß nach Eingabe von Thorsten Görke frei mit einem Kopfball (43.) und unmittelbar vor dem Pausenpfiff tanzt Rock Embingou gleich drei Gegenspieler aus, aber sein Schuss aus 10 Metern kann Okrucky im Jena-Kasten noch irgendwie entschärfen - Glanzparade, denn der Ausgleich wäre fällig gewesen!

Kurz nach dem Seitenwechsel sollte sich noch einmal die Gelegenheit für den VfB ergeben auszugleichen, aber an den Schuss von Patrik Petzold von halb rechts grätscht Mike Sadlo knapp vorbei - das wäre es gewesen. Danach waren aber nur noch die Thüringer am Zug und man hatte schon in der 56. Minute Glück, dass ein Konter über Miroslav Jovic, der auf Andreas Schwesinger spielte, nicht zum Tor führte. Vier Minuten später machte es Jena dann besser, als Andreas Schwesinger über rechts die VfB-Abwehr alt aussehen lässt und in die Mitte zu Olaf Holetschek spielt, der eiskalt aus 14 Metern den Ball zum 2:0 für Jena verwandelt. Nun war der Wille des VfB wohl endgültig gebrochen und es lief nichts mehr zusammen und so war es nur eine Frage der Zeit, bis das 3:0 fällt. Dieses war dann in der 76. Minute fällig, als Miroslav Jovic nach einem weiten Pass durch eine Schlafeinlage von Jörg Rosenkranz allein auf das VfB-Tor zuläuft und im Stiele eines Torjägers zur endgültigen Entscheidung trifft. Zwei Minuten später hätte Jovic sogar noch einen Treffer nachlegen können, doch er behält diesmal vor Gunnar Grundmann nicht die Nerven und der VfB-Keeper kann sich den Ball noch packen. In den letzten 10 Minuten besaßen die Leipziger dann noch Chancen zu einem Ehrentreffer, doch nach Vorlage von Peter-Sebastian Gunkel kann Okrucky den Schuss von Christian Schmidt aus 14 Metern noch zur Ecke klären (81.). In der 88. Minute legt Rock Embingou bei einem Freistoß für Thorsten Görke auf, doch der Schuss aus 18 Metern knallt an den Außenpfosten und den Nachschuss setzt Hans-Jürgen Weiß in die Wolken. Zur "Krönung" des miserablen Nachmittags flog kurz vor dem Schlusspfiff noch Jörg Rosenkranz nach einem harmlosen Foul vom Platz. Eine völlig überzogene Aktion des Schiedsrichters...

Fazit: Die zahlreich mitgereisten VfB-Fans wurden heftig enttäuscht und sahen eine deutliche Niederlage gegen den Staffelfavoriten, der irgendwie mit seiner Leistung an den 1.FC Magdeburg im letzten Jahr erinnerte. Heute konnte kaum einer der VfB-Akteure überzeugen - besonders nicht in den Zweikämpfen und in der Laufbereitschaft. Es war einfach ernüchternd und dies kann nicht nur an der fehlenden Erfahrenheit einiger Spieler liegen. Auf den VfB wartet nun viel Arbeit und in zwei Wochen muss ein Sieg gegen den FC Sachsen gelingen sonst ist der Traum vom Aufstieg schon jetzt "ausgeträumt" - aber nach so einem Spiel darf man das Wort Aufstieg eigentlich nicht mehr in den Mund nehmen. Man darf gespannt sein, wie sich Präsident Reinhard Bauernschmidt verhalten wird, der vor dem Anpfiff noch Adrian Wittwer von der BILD Zeitung für seinen (zugegebenermaßen) nicht gerade fairen Artikel am Samstag gerügt hat (Trainer Dörner als Micky Maus verkauft).

(Spielbericht von Ronny John)

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