01. Spieltag   Saison 2002/2003

VfB Pößneck

1

VfB Leipzig

5

Spieldaten
Datum 03. August 2002
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Sportpark an der Warte (Pößneck)
Zuschauer 1.522
Schiedsrichter Reiche (Wolmirstedt)
Torschützen 1:0 Ceesay (33.), 1:1 Gunkel (57.), 1:2 Sadlo (74.), 1:3 Gunkel (80.), 1:4 Embingou (85.), 1:5 Sadlo (89.)
Gelb Hanf, Dienst - Werner, Sadlo, Großmann
Gelb-Rot Keine
Rot Keine
Aufstellung
VfB Pößneck: VfB Leipzig:
Uwe Rottstädt Gunnar Grundmann
Uwe Bartholme Jörn Lenz
Kemo Ceesay Matthias Großmann
Thomas Hanf (ab 81. Claudio Mußler) Torsten Jülich
Mirko Ludwig (ab 75. Torsten Förster) Jens Werner (ab 66. Olaf Renn)
Andreas Dienst Dirk Hannemann
Gunnar Daum Nico Kanitz
Torsten Heyning (ab 82. Robby Wieduwitt) Frank Räbsch (ab 83. Marcel Gebhardt)
Kai-Uwe Scheuerl Rock Embingou
Christian Reimann Alexander Blessin (ab 46. Peter-Sebastian Gunkel)
Jürgen Walther Mike Sadlo
Trainer
Toni Vogel Hans-Jürgen Dörner
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (Leipzig-Trainer) "Ich bin natürlich froh, dass wir das Spiel hier in Pößneck gewonnen haben. Mir war klar, dass es bei einem Aufsteiger nicht einfach wird und das hat sich auch in der ersten Halbzeit gezeigt. Aber meine Mannschaft hat auch sehr schlecht gespielt und ihr ist es nicht gelungen, sich Überzahl zu erspielen. In der zweiten Hälfte hat sich dies zum Glück geändert: Wir haben druckvoller gespielt, sind mehr über die Außen gekommen und haben am Ende sicherlich auch mehr als verdient gewonnen. Der Sieg ist aber aus meiner Sicht am Ende zu hoch ausgefallen, aber wenn man führt, dann gehen die Dinger auch rein. Der Anfang ist nun gemacht, aber es wird sicherlich noch ein ganz schwere Saison. In der Kabine ist es etwas lauter geworden, den so einen Schlafwagenfußball kann man niemanden anbieten, wie im ersten Durchgang! Klasse, wie sich Gunkel reingehauen hat."
Tino Vogel (Pößneck-Trainer) "Glückwunsch an Leipzig - es ist schade, dass am Ende die Niederlage noch so hoch ausgefallen ist. 60, 70 Minuten haben wir gut dagegen gehalten - wir hatten keine Alternativen mehr auf der Bank gehabt und waren am Ende platt. Die Mannschaft hat aber gezeigt, dass sie durchaus in der Oberliga mithalten kann und wenn alle Spieler fit sind bzw. wieder spielen dürfen werden wir unser wirkliches Gesicht zeigen. Leipzig ist eine Profimannschaft und trainiert jeden Tag - den Unterschied hat man besonders in den letzten 20 Minuten gesehen."
Jörn Lenz (Leipzig-Spieler) "Gegen einen Aufsteiger zum Saisonstart zu spielen, ist immer schwer. Die Trainer-Standpauke hat gewirkt. Wir haben uns nicht beirren lassen und schöne Tore geschossen!"
Peter-Sebastian Gunkel (Leipzig-Spieler) "Der Frust saß tief, ich wollte es allen zeigen. Ich bin zufrieden. Das Duo Gunkel-Sadlo hat funktioniert!"
Branko Marcetic (Leipzig-Neuzugang) "Nächste Woche geht's los. Ich habe nur Platz eins im Kopf."
Mike Sadlo (Leipzig-Spieler) "Die erste Halbzeit war eine Katastrophe. Wenn wir so spielen, haben wir in der Spitze nichts zu suchen!"
Kai-Uwe Scheuerl (Pößneck-Spieler) "Wir haben gut dagegen gehalten, hatten einige Chancen und in der ersten Halbzeit vielleicht sogar die größeren Spielanteile. Am Ende haben wir zuviel Lehrgeld bezahlen müssen. Das wird uns jedoch nicht umwerfen. Wir wissen, dass wir manches Spiel verlieren werden, aber wir werden auch wieder gewinnen und lassen deshalb die Köpfe nicht hängen. Irgendwo muss ein Unterschied zwischen beiden Mannschaften zu sehen sein!"
Wertung

3 Sterne (Nachdem einer ganz schwachen ersten Halbzeit, glänzenden die Leipziger mit Offensivfußball und fünf schönen Toren - so wollen wir Euch immer sehen, auch mal über 90 Minuten!)

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Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3
Jörn Lenz 3
Matthias Großmann 3
Torsten Jülich 3
Jens Werner (bis 66.) 4
Dirk Hannemann 2+
Nico Kanitz 2+
Frank Räbsch (bis 83.) 3
Rock Embingou 2
Alexander Blessin (bis 46.) 4
Mike Sadlo 2
Peter-Sebastian Gunkel (ab 46.) 2
Olaf Renn (ab 66.) 2
Marcel Gebhardt (ab 83.) keine Wertung

Spielbericht

Die SPORTFREUNDE des VfB Leipzig - Sorry, falsches Spiel (SV Brehmer - VfB ;-)! Im ernst: Der VfB gewinnt zum Saisonauftakt 2002/2003 in der Oberliga Nordost-Süd beim Aufsteiger aus Thüringen, dem VfB Pößneck, am Ende klar mit 5:1 (0:1). Vor 1.522 Zuschauern (darunter über 500 mitgereiste Leipziger - selbst Präsident Reinhard Bauernschmidt ließ es sich nicht nehmen, "seine" neue Mannschaft zu begleiten) im Sportpark an der Warte (gerade noch rechtzeitig für die Premiere durch viele Helfer Oberliga-tauglich gemacht) sah es aber lange nicht nach einem Erfolg für den VfB aus Leipzig (erst Recht in dieser Höhe) aus. Nach einem schwachen ersten Durchgang weckte Trainer Dörner seine Elf mit einer lautstarken Halbzeit-Ansprache und die Mannschaft bedankte sich bei den lautstarken Fans mit fünf schönen Treffern, die vorerst die Tabellenführung brachten. Besonders die Neuzugänge Dirk Hannemann und Olaf Renn bewiesen sich heute als richtige Kracher! Wenn die Mannschaft die Leistung und das Engagement aus der zweiten Halbzeit in Zukunft auch über 90 Minuten zeigen kann, dann ist diese Saison (trotz aller Bedenken) wirklich alles möglich - das die Mannschaft Charakter hat, bewies sie heute mit Nachdruck! Nun zum Spielverlauf:

VfB-Trainer Hans-Jürgen Dörner baute in seiner Stammformation auf die Neuzugänge Dirk Hannemann im Mittelfeld und Alexander Blessin im Sturm (dafür musste Gunkel erst einmal auf der Bank Platz nehmen). Da Olaf Renn noch nicht richtig fit war, bekam Nachwuchs-Talent Jens Werner im defensiven Mittelfeld von Anfang an seine Bewährungschance. Der erst am Donnerstag verpflichtete Branko Marcetic nahm heute noch nicht auf der Bank Platz und soll erst richtig in die Mannschaft integriert werden. Der Gastgeber vom VfB 09 Pößneck musste auf Neuzugang Thomas Lässig (Rot Sperre) und zwei weitere Stammspieler (verletzt) verzichten. Besonders die Anfangsviertelstunde verschliefen die Gäste aus der Messestadt gewaltig und Pößneck konnte sich einige gute Standartsituationen heraus arbeiten. Für die erste Gefahr im Spiel sorgte Uwe Bartholme mit einer Flanke von links, doch Torsten Jülich konnte gerade noch so vor Christian Reimann retten (11.). In der 14. Minute kamen die Leipziger das erste mal gefährlich vor das Pößneck-Tor, doch eine Flanke von Nico Kanitz fand keinen Abnehmer in der Strafraummitte. In der 21. Minute verlängert Frank Räbsch per Kopf einen Einwurf von Dirk Hannemann auf Blessin, der für Torjäger Mike Sadlo auflegt - der zieht direkt aus der Drehung ab, aber Keeper Uwe Rottstädt kratzt den Ball noch aus dem rechten Eck. Kurz darauf stellt ein Flachschuss von Dirk Hannemann keine großen Probleme für Rottstädt da (24.). Dann die 33. Minute und wieder einmal Eckball für die Hausherren: Christian Reimann bringt den Ball von rechts in die Strafraummitte, wo Neuzugang Kemo Ceesay (kam aus Jena) frei aus 4 Metern zum umjubelten 1:0 für Pößneck einnicken kann. Die Leipziger wirkten geschockt und beinah wäre eine Ecke von Jürgen Walther von rechts in den VfB-Kasten gesegelt (39.) - Glück gehabt!

Für den enttäuschenden Alexander Blessin kam zur zweiten Halbzeit "Sturmtank" Peter-Sebastian Gunkel ins Spiel - und auch die Pausenansprache von Trainer Dörner schien gefruchtet zu haben. Auf einmal war alles anders: Die Leipziger machten Druck, spielten Pressing, verstärkt über die Außen, gaben keinen Ball verloren, kämpfenden bis zum umfallen - es war nur eine Frage der Zeit, bis der VfB dafür belohnt wird. In der 53. Minute verfehlt Spielmacher Rock Embingou um Millimeter den Ausgleich mit einem Schuss aus 12 Metern, nach einer Eingabe von Dirk Hannemann von rechts. Dann die erlösende 57. Minute: Nico Kanitz setzt sich auf der linken Außenbahn durch, zieht die Flanke perfekt auf Peter-Sebastian Gunkel, der sich gegen Ceesay durchsetzt und mit einem starken Kopfball zum 1:1 aus 5 Metern trifft - der erste Leipziger Treffer in der neue Saison! Nun drängte man weiter: Nach einer kurzen Ecke von Hannemann auf Kanitz, ist der Schuss vom "Dicken" aus 14 Metern eine sichere Beute für Rottstädt (63.). In der 69. Minute tritt Dirk Hannemann zu einem Freistoß von halb rechts an und mit einer Weltklasse-Parade kratzt der lange Uwe Rottstädt den Ball noch irgendwie aus dem Dreiangel. Sekunden später tritt Hannemann diesmal zu einem Freistoß von halb links an, den Gunkel mit dem Kopf erreicht, aber das Tor aus 7 Metern knapp verfehlt. In der 74. Minute flankt Frank Räbsch von rechts, am langen Pfosten legt Rock Embingou per Kopf in die Strafraummitte ab - Keeper Rottstädt erreicht den Ball nicht mehr und Torjäger Mike Sadlo steht goldrichtig und köpft aus 2 Metern ins leere Tor zum 2:1. Was der Treffer für eine Befreiung für die Mannschaft war, sah man an den Emotionen - der Torschütze und der Rest der Mannschaft rannten geschlossen zu den überglücklichen Fans, einfach genial, daran zeigt sich der (neue) Charakter der Mannschaft! Der VfB steckte auch nicht auf und wollte nun gegen die Platten Gastgeber nachlegen, aber nach einer Embingou Flanke verfehlt der Kopfball von Gunkel knapp das Tor (76.). In der 80. Minute flankt Nico Kanitz von rechts (!), nach einem Einwurf vom eingewechselten Olaf Renn, mustergültig auf Peter-Sebastian Gunkel, der aus 10 Metern per Kopf ins rechte untere Eck zum 3:1 trifft. Fünf Minuten später tanzt Nico Kanitz seine zwei Gegenspieler aus, legt zurück auf Rock Embingou der einfach mal aus 16 Metern drauf hält - dem Keeper ist die Sicht verdeckt und zu seiner Verwunderung schlägt der Ball ins linke untere Eck zum 4:1 ein. Doch damit war der Torhunger immer noch nicht gestillt: Nach einer Flanke von Olaf Renn steht der Torjäger vom Dienst, Mike Sadlo, regelrecht in der Luft und nickt den Ball aus 10 Metern zum 5:1 Endstand ein (89.). Ein perfekter Fußball-Tag ging zu Ende...

Fazit: 45 starke Minuten reichten, um einen guten Aufsteiger aus Thüringen deutlich zu bezwingen. Den ersten Durchgang konnte man getrost vergessen, trotzdem ein Auftakt, der durchaus Mut macht! So viel Einsatz und Kampfbereitschaft wie in der zweiten Halbzeit hat man lange Zeit in Probstheida vermisst. Die Mannschaft scheint hochmotiviert zu sein und besonders Hannemann und Olaf Renn trieben die Mannschaft nach vorn. Begeistert hat wieder einmal der wieselflinke Nico Kanitz, der wie Rock Embingou einfach überall zu finden war. Sadlo bewies, dass er seinen Torriecher aus der letzten Saison nicht verloren hat und Gunkel dürfte das "Duell" gegen Alexander Blessin für sich entschieden haben ("Alex" enttäuschte heute leider, wird den VfB aber garantiert noch helfen können!). Auch die Abwehr (Großmann und Jülich) erwischte erneut keinen guten Tag. Aber nach dem 5:1 Endstand soll man nicht mehr so viel meckern, sondern auch einmal genießen - dies konnte man als VfB-Fan ja in letzter Zeit sehr wenig. Auch die Fans trieben ihre Mannschaft heute ordentlich nach vorn und wenn eine ähnliche Stimmung auch gegen Jena herrscht, sollte die Elf von Trainer Dörner auch das Engagement und den Kampfgeist über 90 Minuten zeigen können. Das spielerische Potenzial ist jedenfalls nun vorhanden... Genießen wir die vorläufige Tabellenführung!

(Spielbericht von Ronny John)

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