03. Spieltag   Saison 2002/2003

Eintracht Sondershausen

1

VfB Leipzig

2

Spieldaten
Datum 28. September 2002
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Stadion "Am Göldner" (Sondershausen)
Zuschauer 500
Schiedsrichter Simon (Schkopau)
Torschützen 0:1 Marcetic (15.), 0:2 Marcetic (55.), 1:2 Tanne (70.)
Gelb - Freund, Hannemann, Kanitz, Marcetic
Gelb-Rot Keine
Rot Gunkel (67./VfB wegen Tätlichkeit)
Aufstellung
Eintracht Sondershausen: VfB Leipzig:
Steffen Kraus Gunnar Grundmann
Lars Plachy (ab 33. Christian Krug) Jörn Lenz
Daniel Rasch Peter Freund
Tino Gerschewski Torsten Jülich
Marcel Svejdik Dirk Hannemann (ab 84. Matthias Großmann)
Frank Tanne Olaf Renn (ab 11. Branko Marcetic)
Maik Franz Nico Kanitz
Marcel Kloth Matthias Großmann
Sebastian Caspar Matthias Breitkreutz (ab 74. Alexander Blessin)
Axel Duft Rock Embingou
Sven Baumann (ab 82. Christian Paul) Peter-Sebastian Gunkel
Trainer
 Burkhard Venth Hans-Jürgen Dörner
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (VfB-Trainer) "Das war das erwartet schwere Spiel für uns - wir haben uns hier immer schon sehr schwer getan. Wir sind verdient in Führung gegangen und haben das Spiel beherrscht. Wir sind kurz vor der Halbzeit etwas in Hektik gekommen und sind mit etwas Glück in die Pause mit der 1:0 Führung gegangen. In der zweiten Halbzeit haben wir bis zum 2:0 souverän gespielt und sind nach der Roten Karte extrem in Bedrängnis gekommen. Ich bin froh, dass wir gewonnen haben und dieses Nachholspiel endlich hinter uns haben. Nun konzentrieren wir uns auf die schweren Gegner. Wir sind keine Übermannschaft, dass will ich erneut betonen - wir müssen uns jeden Sieg hart erarbeiten, können aber nicht überall 5:0 oder 6:0 gewinnen. Ich sage zum Schiedsrichter nur: Faulspiele gab es auf beiden Seiten, aber nur für uns gab es Gelbe Karten. Wir haben mit 10 Mann am Ende ordentlich gestanden und haben keine Großchancen zu gelassen. Ich wollte Gunkel gerade auswechseln, aber er kam selbst auf mich zu. Das darf nicht passieren - so blöd darf man nicht sein. Gunkel sollte als einzige Spitze stürmen und Embingou und Breitkreutz sollten in den Halbräumen spielen. Das war zum Glück nach 10 Minuten vorbei gewesen! Gunkel hatte im Training den besten Eindruck gemacht und ist einer der viel marschiert - das braucht man in der Liga. Olaf Renn hat am Knöchel oder am Mittelfuß eine Verletzung und wird wohl länger ausfallen!"
Burkhard Venth (Eintracht-Trainer) "Es war ärgerlich das Marcetic ins Spiel gekommen ist. Wir hatten enorm Respekt vor den Standart-Situationen der Leipziger - vor allem Matthias Breitkreutz mit seinen Eckbällen und die vielen großen Spieler. Ich rechne der Mannschaft hoch an, dass sie nie aufgegeben hat und nach dem 0:1 noch einmal gekämpft hat. Wir sind durch die Halbzeit-Pause aufgehalten wurden und eine Mannschaft wie der VfB kann sich während der Pause ordnen. Die klaren Möglichkeiten am Ende fehlten und die Leipziger waren gefährlich durch Konter. Das Publikum hat die Mannschaft zu einer leidenschaftlichen Leistung getrieben. Lars Plachy hat einen Verdacht auf einen Nasenbeinbruch!"
Wertung

3 Sterne (Spannung bis zur letzten Minute war dank einer schwachen Schiedsrichter-Leistung garantiert. Branko Marcetic sorgte für den verdienten Auswärtssieg!)

In der Galerie findet Ihr 61 Fotos und 2 Videos vom Spiel!
Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 2+
Jörn Lenz 3
Peter Freund 3
Torsten Jülich 3
Dirk Hannemann (bis 84.) 3
Olaf Renn (bis 11.) keine Wertung
Nico Kanitz 3
Matthias Großmann 3
Matthias Breitkreutz (bis 74.) 2-
Rock Embingou 3
Peter-Sebastian Gunkel 5
Branko Marcetic (ab 11.) 2
Alexander Blessin (ab 74.) 3
Marcel Gebhardt (ab 84.) keine Wertung

Spielbericht

Der VfB Leipzig gewann durchaus verdient mit 2:1 (1:0) sein Nachholspiel vor 500 Zuschauern (darunter ca. 180 VfB-Fans) im Stadion "Am Göldner" gegen Eintracht Sondershausen und konnte seine Tabellenführung damit auf drei Punkte ausbauen. Die Leipziger gewannen zwar drei Punkte, verloren aber Olaf Renn (Knöchelverletzung nach 10 Minuten) und Stürmer Peter-Sebastian Gunkel (Rot wegen Tätlichkeit). Allerdings bot Schiedsrichter Dirk Simon aus Schkopau eine ganz schwache Leistung und verteilte nur auf Leipziger Seite Gelbe Karten und konnte nie die Hektik aus der Partie nehmen. Trotzdem gelang auch ohne Präsident Reinhard Bauernschmidt - der zum ersten Mal in dieser Saison nicht live dabei war - ein Auswärtserfolg, den besonders Gunnar Grundmann durch zwei, drei Glanzparaden fest hielt.

VfB-Trainer Hans-Jürgen Dörner stellte taktisch um und brachte statt einer zweiten Spitze Matthias Breitkreutz als zweiten offensiven Mittelfeldspieler neben Rock Embingou. Die erste Chance im Spiel besaß der Gastgeber durch Sebastian Caspar, doch kein Problem für VfB-Keeper Grundmann. In der 8. Minute dann leider eine schlimme Szene - Olaf Renn hält bei einem Angriff im Strafraum dagegen und krümmt sich nach dem Zusammenstoß vor Schmerzen. Der linke Knöchel schwoll dick an und für Renn musste Branko Marcetic eingewechselt werden - Renn fällt wohl mehrere Wochen aus (die Leipziger ab sofort wieder mit zwei Stürmern). In der 14. Minute flankt Peter Freund von rechts und Gunkel sorgt per Kopf für die erste VfB-Chance (rechts vorbei). Dann knapp 60 Sekunden später: Matthias Breitkreutz tritt eine Ecke von rechts und aus dem Rückraum kommt der eingewechselte Marcetic eingelaufen und trifft per Kopf aus 8 Metern zum umjubelten 1:0. In der 18. Minute dann erneut der ehemalige Bundesliga-Spieler Breitkreutz beim Eckball von rechts - und das "Schlitzohr" nagelt den Ball an die Querlatte. Dann kehrte in Sachen Großchancen etwas Ruhe ein, aber die Leipziger verwalteten ihre Führung souverän - das änderte sich leider nach knapp 30 Minuten. Aber erst einmal wieder der VfB: Eckball von Dirk Hannemann, welche an Freund und Feind vorbei geht und Branko Marcetic total überrascht mit einem gefährlichen Spannschuss (27.). Nach einer halben Stunde muss Lars Plachy vom Gastgeber nach einem Zusammenprall mit Dirk Hannemann mit Verdacht auf Nasenbeinbruch vom Platz! In der 35. Minute lässt Eintracht-Keeper Steffen Kraus einen Schuss von Dirk Hannemann abprallen, aber Gunkel trifft völlig frei aus spitzen Winkel nur das Außennetz (er hätte besser für Breitkreutz durchlassen müssen). Dann der Gastgeber: Sebastian Caspar tanzt erst Torsten Jülich und dann Jörn Lenz aus - doch mit einer tollen Fußparade rettet Gunnar Grundmann die 1:0 Führung gegen den freien Caspar aus 10 Metern (36.). Dann eskaliert es beinah in der 40. Minute: Peter Freund bringt Maik Franz zu Fall und nach heftigen Diskussionen schubst Branko Marcetic Tino Gerschewski zu Boden - zum Glück gibt es für beide nur die Gelbe Karte. 42. Minute: Marcel Svejdik spielt auf Sven Baumann bei einem Freistoß, aber der Schuss von Baumann wird gerade noch so abgeblockt. Zwei Minuten später spielt Axel Duft auf Marcel Svejdik, doch erneut rettet Gunnar Grundmann glänzend gegen den freien Eintracht-Spieler. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff köpft Caspar nach einem Eckball knapp über das VfB-Tor und dann noch einmal der VfB: Matthias Großmann scheitert mit einem Schuss aus 16 Metern (links vorbei). Doch immer war noch nicht Schluss und Grundmann boxt einen Freistoß aus 30 Metern von Marcel Svejdik noch über die Querlatte ... dann war endlich Halbzeit und die Drangperiode des Gastgebers überstanden.

Zu Beginn der zweiten Hälfte dominierte wieder der Favorit aus der Messestadt. In der 52. Minute schlenzt Matthias Breitkreutz einen Freistoß aus 18 Metern gegen den linken Pfosten. Dann die 55. Minute und erneut bringt Breitkreutz einen Eckball sehr gefährlich in den Strafraum - erst scheitert Gunkel im Chaos und der Abpraller landet vor den Füßen von Marcetic, der aus spitzen Winkel aus 8 Metern abzieht und den Ball samt Gegenspieler zur 2:0 Vorentscheidung (so dachten jedenfalls viele zu diesem Zeitpunkt) in die Maschen befördert - sein dritter Saisontreffer! In der 58. Minute bedient Marcetic Stürmer-Kollege Peter-Sebastian Gunkel, dessen Schuss aus 16 Metern fängt Kraus im Eintracht-Tor sicher ab. Drei Minuten später entschärft Grundmann einen Schuss von Eintracht-Torjäger Sebastian Caspar. Dann die Szene, die das Spiel beinah hätte kippen lassen (67.): Peter-Sebastian Gunkel wird an der Außenlinie vor dem Gästeblock erneut von Tino Gerschewski in die Mangel genommen und dann der Aussetzer von Gunkel, als er mit den Füßen nachschlägt und sofort die Rote Karte sieht. Gunkel wurde zwar mehrfach von seinem Gegenspieler provoziert, trotzdem darf man sich nicht so eine "Dummheit" erlauben - erst Recht nicht bei einer 2:0 Führung! Nun waren die Gastgeber aber auf einmal wieder da und erspielten sich einige gute Torchancen. So trifft Frank Tanne in der 70. Minute mit einer herrlichen Volleyschuss von der Strafraumgrenze zum 1:2 - unhaltbar für Grundmann! Nun war zittern angesagt und die drei Auswärtspunkte plötzlich in Gefahr - aber viele Großchancen konnten sich die Thüringer dank einer stabilen VfB-Abwehr nicht erspielen. So musste Grundmann nur in der 72. Minute noch einmal retten, als er einen strammen Schuss aus 12 Metern entschärfte. Die Leipziger verlegten sich mit zehn Mann ganz klar auf Konter - so schlenzt Matthias Großmann bei einem dieser Konter den Ball aus 16 Metern über das Eintracht-Tor (85.). Kurz vorher verabschiedete sich Dirk Hannemann mit hämischen Applaus bei den sehr "fairen" Fans. Die letzte Chance im Spiel besaß Torschütze Frank Tanne, der aber von halb rechts scheiterte. Schlusspfiff - drei Punkte mehr auf dem VfB-Konto!

Fazit: Erneut drei Punkte, aber zwei schwere Spieler-Verluste für die Leipziger vor den Spielen gegen Plauen und den FC Sachsen. Dafür ist der Kader des VfB aber durchaus groß genug, um auch dies zu kompensieren. So erlaubte sich Trainer Dörner heute den "Luxus" einen stinksauren Mike Sadlo 90 Minuten auf der Bank schmoren zu lassen. Zum ersten Mal überhaupt verpasste Sadlo so im fitten Zustand ein VfB-Spiel - das könnte noch für Ärger sorgen. Dafür empfahl sich Stürmer-Kollege Marcetic mit zwei Treffern für einen Stammplatz in den nächsten Spielen. Matthias Breitkreutz ließ sein Können bei jedem Eckball und Freistoß aufblitzen - aus dem Spiel heraus fehlt es zwar einfach noch an Kraft, aber seine Standards allein können die meisten Partien entscheiden. Peter-Sebastian Gunkel bekam wegen seiner "Dummheit" in der 67. Minute eine sehr schlechte Note (5) von uns - das darf einfach nicht passieren und so wird der VfB-Stürmer wohl mindestens zwei Spiele fehlen. Sonst präsentierte sich der Rest des Teams mit einer guten und geschlossnen Mannschaftsleistung - am Einsatz stimmte es, auch wenn sonst noch einiges schief ging. Der Gastgeber überzeugte durch viel Leidenschaft und Kampfgeist, dieser wird auch dazu führen, dass einige andere Teams hier noch Punkte lassen werden - der VfB hat diese Auswärtshürde nun zum Glück "übersprungen". Der Schiedsrichter bewies heute in keiner Minuten seine "Viertliga-Tauglichkeit", genauso wie seine zwei Linienrichter, die für beide Seiten eine Zumutung waren. Hoffen wir, dass die Leipziger ihr Punktekonto von 19 auch in den Spitzenspielen gegen Plauen und im heiß ersehnten Derby in Leutzsch aufstocken können.

P.S.: Warum muss man sich sogar von einem "Ordner" nach dem Spiel anhören: "Ihr Wichser steigt sowieso nicht auf"?!

(Spielbericht von Ronny John)

Zurück zu: Startseite     Saison-Übersicht     Fußball-Übersicht


Design / Inhalt: Lutz Heinrich und Ronny John     © 2002 by LH-creative