04. Spieltag   Saison 2002/2003

VfB Leipzig

3

FV Dresden Laubegast

1

Spieldaten
Datum 31. August 2002
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 1.568
Schiedsrichter Hoffmann (Seligenthal)
Torschützen 0:1 Eißrich (6.), 1:1 Gunkel (38.), 2:1 Gebhardt (41.), 3:1 Blessin (80.)
Gelb - Küttner, Mauksch
Gelb-Rot Keine
Rot Keine
Aufstellung
VfB Leipzig: FV Dresden Laubegast:
Gunnar Grundmann Thomas Weidner
Torsten Jülich Björn Berthold
Matthias Großmann Daniel Küttner
Peter Freund Jens Flügel
Dirk Hannemann Sascha Lense
Olaf Renn (ab 55. Frank Räbsch) Dirk Oberritter
Nico Kanitz Andre Kohlschütter
Marcel Gebhardt (ab 73. Alexander Blessin) Robert Heiße (ab 42. Rene Sluka)
Rock Embingou Marco Kolbe (ab 63. Sven Winkler)
Mike Sadlo (ab 55. Branko Marcetic) Matthias Mauksch (ab 70. Thomas Ehrlich)
Peter-Sebastian Gunkel Alexander Eißrich
Trainer
Hans-Jürgen Dörner Bernd Fröhlich
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (VfB-Trainer) "Ich hatte die ganze Woche davor gewarnt, das Spiel nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Es hat wieder einmal gezeigt, dass es im Fußball anders ist. Wir konnte über die gesamte Spielzeit nicht an unsere Leistungen von den ersten beiden Spieltagen anknüpfen. Besonders in der ersten Halbzeit haben wir viel zu defensiv gespielt und gerieten schnell in Rückstand. Danach standen einige Spieler neben sich und fand nur schwer ins Spiel. Wir standen in der Abwehr nicht sehr sicher und besonders beim Gegentor fehlte die Zuordnung. Mit Jörn Lenz werden wir nächste Woche wieder einen haben, der für Ordnung im inneren Abwehrbereich sorgen kann. Am Ende bin ich mit den drei Punkten zufrieden, mit dem Spiel natürlich nicht. Man hat gesehen, dass wir durch die Spielausfälle aus dem Rhythmus gekommen sind. Ich möchte mich bei den Gästen aus Dresden bedanken, dass dieses Spiel heute möglich geworden ist und sie ganz passabel mitgehalten haben. Ich hoffe, dass es bei Laubegast bald wieder Berg auf geht! Ich denke, dass unsere Spieler noch nicht so weit sind, über eine längere Pause das Selbstvertrauen mitzunehmen."
Bernd Fröhlich (Laubegast-Trainer) "Ich bin zufrieden, dass die 90 Minuten rum sind. Wir haben 14 Tage hinter uns, die ich nicht wieder erleben will - wir haben auf einer Wiese trainiert und durch das Hochwasser herrschte das reinste Chaos. Ich hatte Angst, dass wir nach hinten raus hier unter gehen. Die Mannschaft hat aber Charakter und Kampfgeist bewiesen, deshalb bin ich gar nicht so unzufrieden heute! Die Mannschaft hat Moral gezeigt, obwohl sie nach dem Mini-Training in Bühlau keineswegs im Vollbesitz ihrer Kräfte sein konnte. Wies weiter geht, kann ich nicht sagen. Traurig ist, dass es keinerlei Signale gibt."
Alexander Blessin (VfB-Spieler) "Das war für mich ganz wichtig. Nach meiner schwachen Leistung im ersten Spiel muss ich mich erst wieder anbieten!"
Jörn Lenz (VfB-Spieler) "Wichtig ist, dass wir drei Punkte haben. Nach unserer langen Spielpause sind wir schwer in die Gänge gekommen, haben uns manchmal auch blöd angestellt!"
Wertung

2,5 Sterne (Die VfB-Fans erlebten kein gutes Spiel ihrer Mannschaft - viele Spieler standen neben sich, aber am Ende wurden doch noch die verdienten drei Punkte eingefahren!)

In der Galerie findet Ihr 42 Fotos und 3 Videos vom Spiel!
Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3
Torsten Jülich 4
Matthias Großmann 4-
Peter Freund 4
Dirk Hannemann 3-
Olaf Renn 3-
Nico Kanitz 3
Marcel Gebhardt (bis 73.) 3
Rock Embingou 3
Mike Sadlo (bis 55.) 4+
Peter-Sebastian Gunkel 3
Branko Marcetic (ab 55.) 3
Frank Räbsch (ab 55.) 3-
Alexander Blessin (ab 73.) nicht gewertet

Spielbericht

"Am Ende zählen nur die drei Punkte" - so lautet das Fazit nach dem 3:1 (2:1) Erfolg des VfB Leipzig im Nachholspiel im heimischen Bruno-Plache-Stadion vor 1.568 Zuschauern (darunter ca. 30 Gästefans) gegen den vom Hochwasser schwer betroffnen FV Dresden Laubegast. Während der Halbzeitpause übergab Präsident Reinhard Bauernschmidt übrigens 2.000 Euro, die dem Sport in Dresden zu gute kommen - dafür haben die Zuschauer gerne den 1 Euro "Aufschlag" gezahlt. Das Spiel konnte mit dem guten Zweck leider nicht mithalten, dafür wirkten die VfB-Kicker besonders in den ersten 30 Minuten einfach zu nervös und auch das Selbstvertrauen der ersten beiden Spieltage fehlte heute. Trotz einer schwachen Abwehr gewannen die Leipziger am Ende verdient und belegen nun mit einem Spiel weniger den zweiten Platz in der Oberliga Nordost-Süd. Für viel Gesprächsstoff sorgte am Rande des Spiels auch die Verpflichtung von Matthias Breitkreutz - nach dem Spiel hatte man sich aber wohl eher einen weiteren Abwehrspieler gewünscht. Trotzdem ist ein Mann wie Breitkreutz eine echte Verstärkung und das wird er vielleicht schon nächste Woche beim VfB Chemnitz zeigen. Nun aber zum Spielverlauf, bei angenehmen Fußballwetter - der Regen wartete zum Glück bis nach dem Schlusspfiff!

Trainer Hans-Jürgen Dörner setzte zum ersten Mal in dieser Saison von Anfang an auf Olaf Renn und auf der rechten Außenbahn bekam Marcel Gebhardt (der in den Testspielen mehr überzeugte als Frank Räbsch) seine Chance. Für den Gelb-Rot gesperrten Jörn Lenz übernahm Torsten Jülich den Libero-Posten. Die Gäste aus Dresden liefen mit altbekannten Gesichtern auf: Daniel Küttner, Dirk Oberritter und Matthias Mauksch kickten alle einmal in Probstheida! Die erste Chance im Spiel besaß der Gastgeber: Nach einem Freistoß von Dirk Hannemann von rechts trifft Peter Freund aus Nahdistanz per Kopf das Außennetz (3.). Dann die Gäste: Matthias Mauksch schickt Alexander Eißrich, Matthias Großmann grätscht am Ball vorbei und Eißrich kann völlig frei Keeper Gunnar Grundmann aussteigen lassen und schiebt aus 8 Metern zum überraschenden 0:1 ein. Die knapp 30 Gästefans konnten ihr Glück kaum fassen und die Leipziger machten in den folgenden Minuten einen geschockten Eindruck - vieles erinnerte an das schwache Testspiels unter der Woche beim SSV Stötteritz (7. Liga - nur 2:0 gewonnen). Es fehlte am Selbstvertrauen und am Spielwitz, besonders über die Außenbahnen kam am Anfang nicht viel. In der 15. Minute setzt sich Marcel Gebhardt dann einmal über rechts durch, aber die abnahmen von Mike Sadlo im Strafraum wird kurz vor der Torlinie noch abgeblockt. Vier Minuten später testet Dirk Hannemann mit einem Freistoß den Dresdner Keeper, aber Thomas Weidner hält ohne Probleme. Dann setzt sich Nico Kanitz das erste Mal ganz stark auf der linken Seite durch, Peter-Sebastian Gunkel versucht die Eingabe per Seitfallzieher aus 12 Metern aufs Tor zu ziehen - aber kein Problem für Weidner (22.). In der 29. Minute konnte die VfB-Fans dann das erste Mal jubeln - aber nur ganz kurz: Rock Embingou legt auf Dirk Hannemann ab, dessen Fernschuss fälscht Peter-Sebastian Gunkel ins Tor ab, doch dabei stand der VfB-Stürmer ganz klar im Abseits. Kurz darauf ein Zuckerpass von Rock Embingou in den Lauf von Gunkel, doch statt den Ball in die Mitte zu ziehen auf den freien Mike Sadlo, zieht er selbst ab und zielt über das Tor (32.). Vier Minuten später streicht ein Fernschuss von Dirk Hannemann aus 20 Metern nur ganz knapp über die Querlatte. Dann die Erlösung für die VfB-Fans in der 38. Minute: Mike Sadlo bringt Keeper Thomas Weidner in Schwierigkeiten, der faustet den Ball vor die Füße von Nico Kanitz, der bis auf die Grundlinie zieht und den Ball Richtung langen Pfosten bringt - dort lauert Torjäger Peter-Sebastian Gunkel, der die Kugel direkt aus 4 Metern zum 1:1 versenkt (3. Saisontreffer). Kurz darauf schlägt Sascha Lense eine Ecke von Nico Kanitz genau vor Marcel Gebhardt, der aus 18 Metern nicht lange zögert und mit einem strammen Schuss ins rechte untere Eck zur umjubelten 2:1 Führung trifft - erster Treffer für Gebhardt im VfB-Trikot. Nach dem Leipziger Doppelschlag ertönte pünktlich der Halbzeitpfiff vom etwas kleinlich pfeifenden Schiedsrichter Sandy Hoffmann aus Seligenthal.

Im zweiten Durchgang blieben die Leipziger weiter Spielbestimmend, ohne zu glänzen - es fehlte der nötige Druck nach vorne. Trotzdem erspielte man sich gegen in der defensive gut stehende Gäste einige Torchance: So legt Mike Sadlo in der 53. Minute auf Olaf Renn ab, dessen Schuss aus 18 Metern knapp über das Tor von Laubegast geht. Sechs Minuten später zieht Marcel Gebhardt von rechts den Ball auf die Stirn von Peter-Sebastian Gunkel, der aus 8 Metern aber links vorbei köpft. In der 65. Minute flankt der Eingewechselte Frank Räbsch von rechts und die Abnahme von Nico Kanitz am langen Pfosten aus 6 Metern zischt über die Querlatte. Dann passierte einige Minuten nicht mehr viel - bis zu einem Eckball von Dirk Hannemann von rechts, wo der Eingewechselte Alexander Blessin per Kopf aus 12 Metern am Tor vorbei köpft. Dann endlich das erlösende 3:1 - Peter-Sebastian Gunkel sieht den mitlaufenden Blessin, der seinen Gegenspieler aussteigen lässt und dann ganz stark mit dem Außenriss seinen ersten Saisontreffer erzielte. Die Freude über den Treffer zeigte sich auch bei seinem Jubel - Blessin klettere auf den Zaun der Gegengerade und feierte mit den VfB-Fans die Entscheidung. Die letzten zehn Minuten standen dann noch unter der Fragestellung "Tabellenführung?" - dafür brauchte der Gastgeber noch einen weiteren Treffer, doch statt dessen sorgte Gäste-Kapitän Jens Flügel mit einem Lattentreffer (81.) für Aufsehen. Das war's ...

Fazit: Nicht schön gespielt, aber verdient drei Punkte gewonnen. Die Leipziger konnten besonders im Abwehrbereich nicht überzogen und taten sich gegen in der defensive gut stehende Gäste lange schwer - trotzdem bewiesen die Leipziger mit dem Doppelschlag Moral und konnten die frühe Gästeführung noch im ersten Durchgang drehen. Der Sieg war am Ende trotzdem mehr als verdient, nun muss nur noch das Selbstvertrauen aus den ersten beiden Saisonspielen zurückkehren. Nächste Woche wird Jörn Lenz auch wieder für mehr Sicherheit in der Abwehr sorgen, trotzdem bereitet einen dieser Mannschaftsteil noch die meisten Sorgen. Die besten Leipziger waren heute Nachmittag Nico Kanitz, Rock Embingou und mit abstrichen noch Marcel Gebhardt. Einen Dank geht an dieser Stelle noch einmal an den FV Dresden Laubegast, dass sie nach allen Problemen der letzten Wochen heute in Probstheida aufliefen und dazu noch einen guten Eindruck hinterließen. Diese Mannschaft hat auf jeden Fall die Fähigkeit, die Klasse zu halten ... 

(Spielbericht von Ronny John)

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