06. Spieltag   Saison 2002/2003

VfB Leipzig

1

SV 1919 Grimma

1

Spieldaten
Datum 13. September 2002
Uhrzeit 19.30 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 2.104
Schiedsrichter Walter (Zwickau)
Torschützen 0:1 Mähne (43.), 1:1 Sadlo (73.)
Gelb Freund, Breitkreutz, Jülich, Embingou - Zaulich, Birnbaum, Pörschmann
Gelb-Rot Keine
Rot Keine
Aufstellung
VfB Leipzig: SV 1919 Grimma:
Gunnar Grundmann Ronny Winkler
Jörn Lenz Steffen Ziffert
Torsten Jülich Andre Schober
Peter Freund (ab 64. Matthias Großmann) Ragnar Zaulich
Dirk Hannemann Thomas Mähne (ab 82. Stefan Knoof)
Matthias Breitkreutz Sven Birnbaum
Nico Kanitz Heiko Pörschmann
Marcel Gebhardt (ab 69. Alexander Blessin) Holm Beyer
Rock Embingou Rene Großmann
Branko Marcetic (ab 57. Mike Sadlo) Andy Müller (ab 89. Marcus Saalbach)
Peter-Sebastian Gunkel Stefan Poetzsch (ab 75. Mirko Liebich)
Trainer
Hans-Jürgen Dörner Rainer Lisiewicz
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (VfB-Trainer) "Ich bin natürlich enttäuscht über die Leistung meiner Mannschaft - wir haben die erste Halbzeit total verschlafen, sind nicht in die Zweikämpfe gekommen und sind dann sogar verdient in Rückstand geraten. Diese Halbzeit hatten wir völlig verschlafen. Erst im zweiten Durchgang konnten wir einige Torchancen erspielen, nachdem wir mehr Druck gemacht hatten. Wenn meine Mannschaft es nicht lernt, auf den Boden der Tatsachen zu bleiben und merkt, dass man nur über den Kampf in dieser Liga ins Spiel kommt, werden wir nicht Erster - und Galas sind in dieser Liga nicht machbar. Nur über harte Arbeit kann man in der Oberliga Erfolg haben! Über beide Außenpositionen sind wir fast nie an die Grundlinie gekommen und konnten keine Torgefahr ausstrahlen. In der Abwehr sind wir geschwommen, standen viel zu weit vom Gegner weg - besonders Freund und Jülich im ersten Durchgang. So kann eine Mannschaft wie Grimma, mit einigen guten Spielern, den Freiraum nutzen. Peter Freund war nah an der Gelb-Roten Karten, deshalb hatte ich ihn vom Platz genommen! Ich sage selten was über Schiedsrichter, aber heute schon - in so einem Spiel sieben Gelbe Karten zu verteilen ist vollkommen unverständlich!"
Rainer Lisiewicz (Grimma-Trainer) "Ich freue mich natürlich, dass wir hier einen Punkt geholt haben. Zwischen beiden Teams gab's keinen Unterschied. Wir haben uns vorgenommen, ein gutes Spiel zu machen und diesen Punkt zu holen. Wir haben uns von der ersten Minute an gut präsentiert - hatten aber auch das Glück des Tüchtigen nicht schon früher den Ausgleich zu kassieren. Das 1:1 war etwas unglücklich, da mein Torhüter sich verspekuliert hatte. Ich bin trotzdem sehr zu Frieden..."
Reinhard Bauernschmidt (VfB-Präsident) "Ich habe keinen gesehen, der sich wirklich den Hintern aufgerissen hat."
Dirk Hannemann (VfB-Spieler) "Wir haben 90 Minuten nur Mist gespielt. Machen zurzeit einfach alles verkehrt."
Nico Kanitz (VfB-Spieler) "Wir alle haben komplett neben den Schuhen gestanden."
Steffen Ziffert (Grimma-Spieler) "Ich war überrascht, wie lasch der VfB aufgetreten ist."
Thomas Mähne (Grimma-Spieler) "Schade, dass mein Treffer nicht zum Sieg reichte."
Mike Sadlo (VfB-Spieler) "Ich habe den Ball noch mit der Fußspitze berührt und deshalb ist er zum 1:1 ins Tor gegangen. Aber das ist eigentlich unwichtig, da wir heute Abend zwei Punkte verloren haben. So haben wir auch unsere gute Ausgangsposition verschenkt!"
Matthias Breitkreutz (VfB-Spieler) "Ich hätte gerne gewonnen und drei Punkte mitgenommen. Meine Leistung wäre dann egal gewesen - und ich bin mit meiner Leistung heute nicht zufrieden!"
Wertung

1,5 Sterne (Der VfB rannte ideenlos 90 Minuten an - ein grausamer Kick der keinen Sieger verdient gehabt hatte! Die Euphorie ist weg...)

In der Galerie findet Ihr 49 Fotos und 1 Video vom Spiel!
Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3-
Jörn Lenz 4
Torsten Jülich 5
Peter Freund (bis 64.) 4-
Dirk Hannemann 4-
Matthias Breitkreutz 4
Nico Kanitz 4-
Marcel Gebhardt (bis 69.) 5-
Rock Embingou 3-
Branko Marcetic (bis 57.) 4-
Peter-Sebastian Gunkel 3
Mike Sadlo (ab 57.) 3
Matthias Großmann (ab 64.) 4-
Alexander Blessin (ab 69.) 4

Spielbericht

Am Freitag, den 13. wurde der Lauf des VfB (4 Spiel, 4 Siege) im Bruno-Plache-Stadion durch den Außenseiter SV 1919 Grimma im "kleinen Derby" gestoppt. Allerdings hatte das Endresultat von 1:1 (0:1) für die Leipziger vor 2.104 Zuschauern (darunter ca. 50 Gäste-Fans) nicht viel mit Pech zu tun - man kann sogar vom Glück sprechen, dass sich Grimma-Keeper Ronny Winkler beim Ausgleichstreffer von - ja, von wem eigentlich Matthias Breitkreutz oder Mike Sadlo (O-Ton Sadlo: "Ich habe den Ball noch berührt!") - sich verschätzt hat. Der Gastgeber bot seinen Fans ein ganz schlechtes Spiel, besonders in Halbzeit zwei wurde ideenlos auf das Abwehr-Bollwerk der Gäste von der Mulde (die in der Halbzeitpause einen Scheck über 2.000 Euro erhielten, für den Wiederaufbau) angerannt. Kein Ball kam über linke und erst recht nicht über die rechte Außenbahn. Die Zweikämpfe wurde nicht angenommen, Bälle verloren und Pässe ins Seitenaus geschlagen. Nur von Matthias Breitkreutz und Rock Embingou kamen ab und zu genauere Anspiele. Viele Spieler wirkten total verunsichert und ohne jegliches Selbstvertrauen - sie dachten wohl an einem Selbstläufer an diesem Mücken reichen Flutlichtabend. Trainer Dörner muss sich auch die Kritik gefallen lassen, dass er viel eher hätte reagieren müssen - zum Beispiel bei Marcel Gebhardt oder Torsten Jülich (die Auswechslung von Peter Freund ist wegen der Gefahr von Gelb-Rot natürlich vertretbar). So steigt man nicht auf und Grimma garantiert nicht ab... Zum Spielverlauf:

VfB-Trainer Hans-Jürgen Dörner ließ die "Erfolgsmannschaft" von Chemnitz auflaufen. Den besseren Start erwischte aber die Gäste, die schon nach wenigen Sekunden eine gute Chance durch den flinken Stefan Poetzsch besaßen. Auch in der 2. Minute musste Keeper Gunnar Grundmann retten - diesmal gegen einen Schuss von Thomas Mähne aus 18 Metern. Nach neun Minuten eine unverständliche Entscheidung des Schiedsrichters Andreas Walter (Zwickau), der sich dem Leipziger Kick anpasste, der hohes Bein von Peter-Sebastian Gunkel gab - sonst wäre der VfB-Stürmer frei durchgewesen. In der 12. Minute steht Steffen Ziffert bei einem Grimma-Freistoß aus knapp 20 Metern bereit, aber die Kugel streicht über die Querlatte. Danach kamen die Leipziger endlich etwas besser ins Spiel (dank Matthias Breitkreutz und mit Abstrichen Rock Embingou), ohne jemals richtig aufzuwachen. Peter Freund bringt von rechts den Ball in die Strafraummitte, doch Branko Marcetic rutscht der Ball über die Stirn (20.). Fünf Minuten später drückt Peter-Sebastian Gunkel eine Breikreutz-Flanke per Kopf neben das Gehäuse der Gäste. In der 27. Minute sieht Matthias Breitkreutz den mitgelaufnen Branko Marcetic, doch aus 10 Metern köpft er den Ball erneut neben das Tor von Ronny Winkler. 34. Minute: Dirk Hannemann schnappt sich den Ball bei einem Freistoß aus 18 Metern, doch die Kugel zischt genau in die Arme von Winkler. Drei Minuten später flankt Sven Birnbaum von links auf Thomas Mähne, der trifft aus 12 Metern zum Glück nur das Außennetz. Kurz vor der Halbzeitpause (41.) köpft Peter Freund, nach Vorarbeit von Marcel Gebhardt, aus 12 Metern rechts vorbei. Als alle Zuschauer schon mit einem trostlosen 0:0 zur Pause rechneten, plötzlich ein toll vorgeführter Konter der Grimmaer (nach Patzer von Jörn Lenz vor dem gegnerischen Strafraum): Am VfB-Strafraum schnappt sich Andy Müller den Ball, der spielt nach einem starken Solo auf Sven Birnbaum, der vernascht Peter Freund und Rock Embingou und sieht auf halb rechts Thomas Mähne. Trotz Bedrängung von Jörn Lenz kommt Mähne aus spitzen Winkel zum Schuss und trifft ins lange Eck, da Keeper Gunnar Grundmann aus dem Tor gestürzt kam. Wie sagt man so schön: Wenn er raus kommt, muss er ihn auch haben ... nun stand es 0:1 und das Unheil nahm seinen Lauf!

Im zweiten Durchgang setzte der Gastgeber Grimma unter Dauerdruck, ohne sich etwas kreatives einfallen zu lassen oder mal über die Außen zu spielen. In der 53. Minute geht ein Schuss von Marcel Gebhardt klar links am Gehäuse von Winkler vorbei. Fünf Minuten später erlaubt sich Torsten Jülich einen erneuten Katastrophenfehler, doch zum Glück schießt Stefan Poetzsch am VfB-Kasten vorbei. Kurz davor keimte noch einmal Hoffnung auf, als Trainer Dörner endlich Torjäger Mike Sadlo ins Spiel brachte - das ganze Rund feierte den Stürmer und gehört nach seinem heutigen Einsatz und Kampfeswillen eher in die Mannschaft als Branko Marcetic. Kurz nach seiner Einwechslung vernascht Matthias Großmann auf der rechten Seite seinen Gegenspieler und bringt den Ball auf Gunkel, der mit seinem Hammer-Kopfball aber am fantastisch reagierenden Ronny Winkler scheitert - viele fragten sich danach: Wie hat Winkler denn noch rausgeholt?! Dann endlich der Ausgleich in der 73. Minute: Matthias Breitkreutz steht aus 25 Metern von halb rechts bereit, sieht das Ronny Winkler im Grimma-Tor mit einer Flanke rechnet und befördert den Ball direkt ins kurze Eck zum 1:1 - allerdings hat Mike Sadlo (nach eignen Aussagen) den Ball noch berührt. Falls sich die gesamten Medien auf Breitkreutz festlegen, werden wir in unser Statistik dies dann auch angeben, obwohl es vom Spielfeldrand nach Sadlo aussah. Die Leipziger drängten nun (weiter ideenlos) auf den zweiten Treffer, doch in der 75. Minute zieht Nico Kanitz von links über das Tor. Die Zeit lief dem Favoriten davon und Bälle hoch in den Strafraum brachten leider keinen Erfolg mehr. Die größte Chance besaß man noch nach einer Eingabe von Dirk Hannemann, wo Keeper Winkler den Ball fallen lässt aber Mike Sadlo diese Chance nicht nutzen konnte (90.). Das war's dann auch und zwei wichtige Punkt im Kampf um den Aufstieg zu Hause erst einmal eingebüßt...

Fazit: Ein ganz schlechtes Spiel der Gastgeber aus Probstheida - so steigt man nicht auf. Es fehlte am nötigen Einsatz, an der Sicherheit und vor allem auch an der Kreativität. Wäre ein Matthias Breitkreutz und ein Rock Embingou heute nicht auf dem Platz gewesen, wäre wohl nie ein Pass zum eignen Mitspieler gekommen. Ganz schwach präsentierten sich die Außen, auch wenn Nico Kanitz wenigstens noch einige gefährliche Aktionen an diesem Abend besaß. Auf der rechten Seite muss dringend etwas passieren - entweder Frank Räbsch oder Olaf Renn müssten beim nächsten Spiel von Anfang an auflaufen. Gebhardt präsentierte sich schon in Chemnitz als wohl schwächster Leipziger - an diesem Abend waren sie leider fast alle schwach, besonders die Abwehr schwamm immer wieder! Die Gäste aus der Muldestadt präsentierten sich clever und standen sicher in ihren zwei Vierer-Ketten und dürften in so einer Form nicht absteigen. Bester Mann bei den Gästen: Torschütze Thomas Mähne! Bei den Leipzigern bewiesen leider nur Matthias Breitkreutz, Rock Embingou, Peter-Sebastian Gunkel und Mike Sadlo Normalform. Auch Keeper Grundmann erlaubte sich heute den ein oder anderen ungewohnten Patzer... Nun muss man nach vorn sehen und dieses Spiel als Warnschuss zur rechten Zeit werten. Mit so einer Einstellung kann man (trotz dem wohl besten Spielerkader) in dieser Liga kein Spiel gewinnen und eine totale Übermannschaft ist der VfB nicht - dafür ist die Oberliga zu stark. Die VfB-Kicker haben nächsten Freitag in Dessau Gelegenheit auf Wiedergutmachung - hoffen wir das beste...

(Spielbericht von Ronny John)

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