08. Spieltag   Saison 2002/2003

VfB Leipzig

0

VFC Plauen

2

Spieldaten
Datum 06. Oktober 2002
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 3.935
Schiedsrichter Gerber (Hohenstein-Ernstthal)
Torschützen 0:1 Curri (24.), 0:2 Zapyshnyi (70.)
Gelb Großmann - Risch
Gelb-Rot Keine
Rot Hannemann und Zapyshnyi (85./VfB und VFC)
Aufstellung
VfB Leipzig: VFC Plauen:
Gunnar Grundmann Jens Golle
Jörn Lenz Rene Krasselt
Torsten Jülich Sven Gemeiner
Peter Freund Marco Hölzel
Matthias Großmann Thomas Risch
Dirk Hannemann Catalin Popa
Nico Kanitz Andriy Zapyshnyi
Marcel Gebhardt Rene Schulze
Rock Embingou (ab 60. Olaf Renn) Martin Neumann (ab 65. Thomas Pannach)
Branko Marcetic Skridilaid Curri (ab 73. Daniel Fahrenholz)
Alexander Blessin (ab 56. Mike Sadlo) Andreas Richter
Trainer
Hans-Jürgen Dörner René Müller
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (VfB-Trainer) "Es war ein verdienter Sieg der Plauener, besonders aus taktischer Sicht! Wir haben besonders im ersten Durchgang viel zu langsam aus der Abwehr heraus gespielt und konnten so kaum Torgefahr entwickeln. In der zweiten Halbzeit hatten wir mehr Druck entwickelt, bis dieser katastrophale Abwehrfehler passierte und das Spiel gelaufen war. Es war keine Frage des Selbstvertrauen, die Plauener standen durch ihre erfahrenen Leute gut in der Abwehr und waren zweikampfstärker. Wir haben nicht richtig über die Außen gespielt und dazu ist kurz vor dem Anpfiff Matthias Breitkreutz ausgefallen! Wir haben zu langatmig aufgebaut, Flügelspiel und schnelle Kombinationen fehlten. Das war kein Rückfall, macht doch nicht gleich etwas Tragisches draus. Wir haben nur ein Spiel verloren, nächste Woche geht's weiter. Rock Embingou hat nicht so effektiv gespielt, wie sonst immer und viele Zweikämpfe verloren - dafür habe ich Olaf Renn gebracht, der für einige gefährliche Pässe sorgen sollte, was in Ansätzen auch gelungen ist!"
René Müller (VFC-Trainer) "Ich bin sehr glücklich, dass wir den ersten Auswärtssieg in dieser Saison gelandet haben. Es war nicht unser bestes, aber dafür das effektivste Auswärtsspiel. Wir hatten zwei Chancen und zwei Tore gemacht - sonst war nach vorne von uns nicht viel zu sehen. Wir hatten viele Verletzte und konnten uns nicht anders währen, als hinten dicht zu machen. Wir wollen nun versuchen unter den ersten fünf zu bleiben und die Rote Karte für Zapyshnyi darf man einfach nicht geben."
Reinhard Bauernschmidt (VfB-Präsident) "Die Einstellung der Mannschaft war indiskutabel!"
Siegbert Zeh (Chef des Wirtschaftsrates) "Das Spiel heute tat sehr weh!"
Gunnar Grundmann (VfB-Torwart) "Wir hatten 80 Prozent Ballbesitz, aber uns fiel absolut nichts ein."
Wertung

1,5 Sterne (Das Spiel des VfB passte sich heute dem miesen Wetter an - Plauen stand sicher in der Abwehr, war zweikampfstärker und nutzte sehr effektiv seine Chancen!)

In der Galerie findet Ihr 47 Fotos und 1 Video vom Spiel!
Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3
Jörn Lenz 3-
Torsten Jülich 4
Peter Freund 4
Matthias Großmann 5
Dirk Hannemann 5
Nico Kanitz 4
Marcel Gebhardt 5
Rock Embingou (bis 60.) 3-
Branko Marcetic 4
Alexander Blessin (bis 56.) 4-
Mike Sadlo (ab 56.) 4
Olaf Renn (ab 60.) 3

Spielbericht

Das Spiel und das Wetter konnte mit dem (erstligareifen) Buffet nach dem Spiel im VIP-Raum (wegen dem neuen Trikotsponsor "Tenovis") leider nicht mithalten - beides war nicht einmal Viertliga-tauglich! Die Leipziger verloren bei nasskaltem Wetter vor 3.935 Zuschauern (darunter ca. 150 VFC-Fans) im Bruno-Plache-Stadion das Spitzenspiel gegen den VFC Plauen mit 0:2 (0:1). Außer Jena patzte die gesamte Konkurrenz und so geht der VfB trotzdem als Spitzenreiter ins lang erwartete Derby nächsten Samstag beim FC Sachsen in Leutzsch. Und da müssen die Kicker aus Probstheida viel gut machen - spielt EUCH in UNSERE HERZEN zurück. Vor den Augen des ehemaligen Hertha-Trainers Jürgen Röber (auf der Haupttribüne neben Wirtschaftsrats-Chef Siegbert Zeh) präsentierte sich der VfB ideenlos und zweikampfschwach. Auch bei den Kopfballduellen waren die Gäste aus dem Vogtland stärker und nutzten ihre Chancen sehr effektiv. Über die Außenbahn (besonders über rechts) ging an diesem Nachmittag fast überhaupt nichts und aus der Mitte wurden die Ideen von Matthias Breitkreutz vermisst, der kurz vor dem Anpfiff wegen Adduktoren-Problemen passen musste. Viel schlimmer als heute kann es nicht mehr kommen ... hoffentlich!

Für den gesperrten Stürmer Peter-Sebastian Gunkel stand Branko Marcetic nach seinen zwei Treffern gegen Sondershausen in der Anfangsformation. Breitkreutz wurde durch Alexander Blessin ersetzt und auf der rechten Außenbahn bekam erneut Marcel Gebhardt seine Bewährungschance - die er zum wiederholten nicht nutzen konnte (wann werden endlich Konsequenzen gezogen?). Auf der Bank schmorte erneut Torjäger Mike Sadlo, diesmal wenigstens "nur" für 56 Minuten (in Sondershausen durfte er nicht eine Minute ran). Die Gäste aus Plauen mussten auch auf eine Vielzahl von Spielern verzichten (z.B. Berger und Dashi), trotzdem präsentierten sie sich einfach robuster und waren sogar leicht spielbestimmend. Für erste Torgefahr sorgte aber Dirk Hannemann mit einem Freistoß aus 20 Metern über das VFC-Tor von Jens Golle (3.) Auf der anderen Seite versuchte sich Sven Gemeiner mit einem Freistoß von links, der aber im Strafraum an "Freund und Feind" vorbei sauste (12.). In der 15. Minute bringt Marcel Gebhardt einen Ball von rechts in den Strafraum, aber die Plauener Deckung kann den Ball aus 7 Metern gerade noch so vor Branko Marcetic abblocken. Dann wieder die Kampfstarken Vogtländer: Thomas Risch bringt von rechts die Kugel in den Strafraum, doch Andriy Zapyshnyi köpft aus 12 Metern über den VfB-Kasten (20.). Zwei Minuten später sorgte Curri das erste Mal für Gefahr, doch sein Schuss aus 16 Metern von halb links geht knapp am rechten Außenpfosten vorbei. Dann die 24. Minute: Thomas Risch startet auf rechts durch, spielt auf den wieselflinken Skerdilaid Curri, der nicht lange zögert und aus 12 Metern unhaltbar ins lange Eck zur etwas überraschenden, aber nicht unverdienten Gäste-Führung trifft. Bis dahin war es aber eigentlich ein typisches "0:0" Gekicke... Nach einer halb Stunde beweißt Gunnar Grundmann sein Können, als er einen Freistoß von Curri aus 25 Metern sicher abfängt. Die 34. Minute und die vielleicht schönste VfB-Kombination im ersten Durchgang: Rock Embingou mit Doppelpass mit Alexander Blessin, doch der Kongolese zielt aus 12 Metern übers VFC-Tor. Das war's dann auch schon in Halbzeit eins - nun hieß es sich für die Fans aufwärmen.

In der zweiten Halbzeit entwickelte der VfB zwar mehr Druck (Plauen setzte nach der Führung nur noch auf Konter über Curri), aber ohne sich zwingende Torchancen zu erspielen. So zirkelte Marcel Gebhardt in der 47. Minute den Ball aus 16 Metern knapp über das Tor von Jens Golle. Danach versuchte sich Dirk Hannemann mit einem Freistoß aus 20 Metern aus halb rechter Position, der aber am linken Außenpfosten vorbeistreift. Sekunden später wurde es endlich mal wieder richtig laut im Plache-Stadion, als Mike Sadlo für den enttäuschenden Alexander Blessin ins Spiel kam. 57. Minute und die große Möglichkeit zum Ausgleich, doch Branko Marcetic schließt aus Nahdistanz zu hastig ab und trifft nur das rechte Außennetz. In der 70. Minute war die Partie, nach dem "Schnitzer des Tages", praktisch entschieden: Matthias Großmann nimmt auf der rechten Seite Curri den Ball ab und stolpert nach zwei Drehungen unbedrängt über den Ball - der kleine Curri beweißt Auge und der freistehend Andriy Zapyshnyi erzielt aus 12 Metern das 0:2 und damit sein erstes Saisontor. Der Schock saß beim VfB-Anhang und den Spielern tief und entsprechend passierte, außer ein Schuss von Dirk Hannemann aus 16 Metern (77.), praktisch nichts mehr auf dem rutschigen Grün. 85. Minute dann doch noch ein Höhepunkt - leider ein dunkelroter für Dirk Hannemann und Torschütze Andriy Zapyshnyi. Nach einer Rangelei (nach Foul des Ex-Magdeburgers Hannemann) schickt Schiedsrichter Thomas Gerber aus Hohenstein-Ernstthal (bei seinem zweiten! Oberliga-Spiel) beide frühzeitig zum duschen. Eine viel zu harte Entscheidung, da muss man Fingerspitzengefühl zeigen und bei nur noch fünf Minuten zu spielen die Gelbe Karte zücken (reichte das nicht aus?!). Mit einem Pfeifkonzert schickten die VfB-Fans ihre Spieler in die Kabine ... der Frust saß tief, leider übertrieben es einige "Dammsitz-Fans" (was geht nur in deren Köpfen vor). Zum Derby muss alles anders werden, nicht nur die Leistung der Spieler sondern auch das verhalten einiger "Fans"!

Fazit: Das Spiel des VfB passte sich dem miesen Regenwetter an - auch Plauen wusste spielerisch nicht gerade zu überzeugen, aber sie waren in Punkto Zweikämpfen und Mannschaftsgeschlossenheit einfach eine Klasse besser als die Leipziger heute. Und in dieser Liga findet man nur über das Kampf ins Spiel - da nützen keine großen Namen auf den Trikots. Jena und Gegner Plauen sind nun wieder zurück im "Aufstiegsgeschäft"! Die einzigen mit akzeptabler Form an diesem Nachmittag waren auf Gastgeber-Seite Olaf Renn, Jörn Lenz und Rock Embingou (warum musste er in der 60. Minute ausgewechselt werden - es gab mindestens sechs andere, die schlechter waren). Doch wir wissen, was in der Mannschaft steckt und das sie auch kämpfen kann - auch wenn es ohne Hannemann und Gunkel ganz schwer wird, die VfB-Kicker können sich am 12.10. für mindestens ein halbes Jahr unvergesslich machen (oder wer vergießt jemals das Siegtor von Rock Embingou aus der letzten Saison).

(Spielbericht von Ronny John)

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