10. Spieltag   Saison 2002/2003

VfB Leipzig

5

FC Lausitz Hoyerswerda

0

Spieldaten
Datum 19. Oktober 2002
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 1.169
Schiedsrichter Wilske (Bretleben)
Torschützen 1:0 Sadlo (23./Foulelfmeter), 2:0 Sadlo (40.), 3:0 Sadlo (44.), 4:0 Blessin (52.), 5:0 Kanitz (59.)
Gelb Renn, Embingou, Lenz - Paulick, Schmeißer
Gelb-Rot Keine
Rot Gierich (87./Hoyerswerda)
Aufstellung
VfB Leipzig: FC Lausitz Hoyerswerda:
Gunnar Grundmann Rene Katzwinkel
Jörn Lenz Mathias Ringel
Torsten Jülich Thomas Schmidt (ab 63. Marcel Mark)
Peter Freund Carsten Paulick
Olaf Renn Christoph Ballaschk
Matthias Großmann (ab 60. Frank Räbsch) Dirk Gierich
Matthias Breitkreutz Kevin Meinhardt (ab 58. Rene Rothenburger)
Nico Kanitz Stefan Strauß
Rock Embingou Andre Schmeißer
Branko Marcetic (ab 46. Alexander Blessin) Steffen Dörner
Mike Sadlo Christoph Baum
Trainer
Hans-Jürgen Dörner Horst Peschke
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (VfB-Trainer) "Die Höhe des Sieges geht in Ordnung! Dennoch waren wir am Anfang unsicher, sind aber im laufe des Spieles sicherer geworden und haben danach druckvoll nach vorne gespielt. Es war weiterhin wichtig, dass wir auch nach der Pause mit der deutlichen Führungen weitere Chancen erspielt wurden, die wir jedoch effektiver hätten nutzen müssen. Außerdem waren wir teilweise in der Abwehr unkonzentriert und leisteten uns einige Abspielfehler. Wir sind nun wieder im Rennen, mussten heute etwas für das Torverhältnis tun, den so einen Gegner wie Hoyerswerda bekommt man nicht jede Woche! Zu Blessin: Er hat ein gutes Spiel gemacht und auf diese Leistungen lässt sich aufbauen! Blessin hat in der Spitze ordentlich für Betrieb gesorgt. Wir wollten uns nach den letzten beiden Niederlagen wieder als kompakte und erfolgreiche Mannschaft präsentieren. Das ist uns gut gelungen!"
Horst Peschke (FCL-Trainer) "Glückwunsch an den VfB, er war in allen Belangen überlegen! Wir sind durch ein sehr schwaches Schiedsrichter-Gespann arg benachteiligt worden. Das hatte aber letztendlich nichts mit dem Spielverlauf zu tun!"
Gunnar Grundmann (VfB-Torwart) "Wir haben den Gegner über 70 Minuten beherrscht!"
Jörn Lenz (VfB-Spieler) "Schön, dass das Ergebnis so klar ausgefallen ist. Nicht die Höhe des Sieges war heute das Entscheidende. Wichtiger war, dass bei allen die Einstellung gestimmt hat!"
Mike Sadlo (VfB-Spieler) "So schnell kann es gehen. Eben noch der Depp und jetzt der Held."
Wertung

3 Sterne (Endlich wieder ein unterhaltsamer Fußball-Nachmittag im Plache-Stadion mit einigen schönen Treffern. Am Ende hätte der Sieg sogar noch höher ausfallen können!)

In der Galerie findet Ihr 67 Fotos und 6 Videos vom Spiel!
Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3
Jörn Lenz 2-
Torsten Jülich 3
Peter Freund 3
Olaf Renn 2
Matthias Breitkreutz 2-
Matthias Großmann (bis 60.) 3
Nico Kanitz 2-
Rock Embingou 2-
Branko Marcetic (bis 46.) 3
Mike Sadlo 1-
Alexander Blessin (ab 46.) 2
Olaf Renn (ab 60.) 3

Spielbericht

Endlich hatten die VfB-Fans wieder richtig Spaß am Fußball: Die Leipziger gewannen ihr Heimspiel gegen den krisengeschüttelten Tabellen-Vorletzten FC Lausitz Hoyerswerda vor 1.168 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion deutlich mit 5:0 (3:0). Mit diesem klaren Erfolg kehrten die VfB-Kicker auch wieder an die Tabellenspitze der Oberliga Nordost-Süd zurück, da sich am Vortag Jena und der FC Sachsen im Spitzenspiel 1:1 Unentschieden trennten. Neben einem extrem hohen Polizeiaufgebot (bei so einem harmlosen Spiel mit 4 Gästefans!) fielen auch die Transparente der VfB-Fans auf der Gegengerade auf, die sich gegen die rechtsradikalen Parolen zum Derby im Gästeblock richteten. Vor allem "Wir sind nur Lokisten - weder Mörder noch Faschisten" fiel auf und hinterließ ein positives Echo bei den Zuschauern und Medien. Die wahren VfB-Fans distanzierten sich damit noch einmal deutlich von den Vorfällen und den zwei schlimmen Transparenten beim Ortsderby vor einer Woche. Der Maßnahmenkatalog (der heute zum Spiel in jedem Programmheft lag) griff heute schon, da der Verein 10 Personen den Zutritt ins Plache-Stadion verwerte (aus unterschiedlichen Gründen). Zum Spiel: Die Gäste aus der Lausitz waren heute chancenlos und konnte mit den fünf Gegentoren noch zufrieden sein - zudem fiel die "Fallsucht" der Gäste und ein schwacher Michael Wilske aus Bretleben als Schiedsrichter auf. Aber der Reihe nach:

VfB-Trainer Hans-Jürgen Dörner versuchte es heute auf rechts mit Matthias Großmann, der sich mit Matthias Breitkreutz abwechselte. Zudem machte Olaf Renn im zentralen Mittelfeld Dampf, während Rock Embingou wieder als Spielmacher agierte und sein Gefährlichkeit unter Beweis stellte (allerdings hätte er mindestens ein Tor schießen müssen an diesem Tag). Bei den Gästen interessierte man sich besonders für Steffen Dörner, dem Sohn des VfB-Trainers. Die Partie begann recht zerfahren obwohl Matthias Breitkreutz gleich in der 4. Minute mit einer Flanke von rechts für Gefahr sorgte, doch Stürmer Mike Sadlo köpfte aus 12 Metern knapp drüber. Dann passierte lange nichts mehr bei windigen sieben Grad. In der 19. Minute begann die Drangphase des Gastgebers mit einem Eckball von Breitkreutz von links, doch die schwache Faustabwehr von FCL-Keeper Rene Katzwinkel setzte Nico Kanitz knapp drüber. 60 Sekunden später bekommt Mike Sadlo eine tolle Vorlage von Nico Kanitz von links nicht unter Kontrolle, sonst wäre der Führungstreffer wohl fällig gewesen. Weiter im Minutentakt: Ein Freistoß von Ex-Bundesligaprofi Matthias Breitkreutz lenkt Katzwinkel von halb links noch am Tor vorbei (21.). Nach dem anschließenden Eckball kommt Jörn Lenz im Strafraum an den Ball, Steffen Dörner verhält sich sehr ungeschickt und nach einem leichten Fußtritt entscheidet Schiedsrichter Wilske auf Elfmeter. Eine sogenannte "Kann-Entscheidung" - allerdings hätte der Schiri vorher schon den FCL-Spieler Andre Schmeißer nach einem brutalem Foulspiel vom Platz stellen müssen (es gab nicht einmal Gelb!) und auch Olaf Renn hatte nach einen Schupser Glück nicht den Platz verlassen zu müssen. Zurück zum "Elfer": Mike Sadlo schnappte sich den Ball und versenkte ihn sicher ins linke obere Eck zum 1:0 (23.). In der 27. Minute taucht Branko Marcetic völlig frei vor Katzwinkel auf, doch der VfB-Stürmer scheitert aus 5 Metern von halb rechts am Keeper aus Abseitsverdächtiger Position! Sechs Minuten später landet ein abgefälschter Schuss von Matthias Großmann von der Strafraumgrenze knapp rechts neben dem Tor. Dann die 40. Minute: Matthias Großmann sieht den freien Rock Embingou auf rechts, der spielt von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr wo Mike Sadlo lauerte. Dieser beweist seinen Torinstinkt und versenkt die Kugel aus 10 Metern durch die Beine des Keepers zum umjubelten 2:0 - praktisch schon die Vorentscheidung! Dann die 44. Minute und der lupenreine Hattrick von Mike Sadlo innerhalb von 21 Minuten war perfekt. Nach einem tollen langen Ball von Peter Freund aus der eignen Hälfte taucht Sadlo völlig frei vor Katzwinkel auf und versenkt aus 12 Metern von rechts ins kurze Eck zur 3:0 Pausenführung (7. Saisontreffer).

Trotz der sicheren Führung legten die Leipziger auch im zweiten Durchgang nach und zeigten zahlreiche schöne Kombinationen. In der 52. Minute zieht Olaf Renn aus 20 Metern, Rene Katzwinkel im FCL-Tor lässt den Ball prallen und der zur Pause eingewechselte Alexander Blessin (für den blassen Branko Marcetic) vernascht auf rechts Stefan Strauß und trifft aus Spitzenwinkel ins lange Eck aus 7 Metern zum 4:0 - sein zweiter Saisontreffer! In der 59. Minute ein herrlicher Spielzug, eingeleitet von Kapitän Jörn Lenz mit einem langen Ball auf Mike Sadlo, der sieht Rock Embingou, doch der Kongolese trifft aus 8 Metern nur die Querlatte - danach klärt ein FCL-Spieler den Ball ins Aus. Die anschließende Ecke von links wird von Breitkreutz schnell auf Nico Kanitz ausgeführt - der "Dicke" zieht aus 12 Metern ab und trifft uns linke Eck zum 5:0. In der 64. Minute tauchen die Gäste aus Hoyerswerda das erste Mal vor Gunnar Grundmann auf, doch der Freistoß von Carsten Paulick von halb rechts geht knapp am langen Pfosten vorbei. Fünf Minuten später nutzt Rock Embingou einen Patzer von Rene Katzwinkel aus 5 Metern nicht zum 6:0 aus - das hätte es eigentlich sein müssen. In der 73. Minute scheitert Alexander Blessin bei einem Konter über links völlig frei (zögerte zu lange) und im Anschluss schießt Peter Freund von halb rechts freistehend übers Tor. Das die Nerven bei den Gästen derzeit blank liegen, zeigte das "nette, lautstarke Gespräch" zwischen Mathias Ringel und Stefan Strauß untereinander. Danach verflachte die Partie etwas, trotzdem gab es noch einige interessante Szene zum sehen. In der 78. Minute flankt Peter Freund von rechts Richtung kurzen Pfosten, wo Mike Sadlo lauerte, doch der VfB-Stürmer köpft aus 5 Metern ans Außennetz. In der 83. Minute war Gunnar Grundmann hellwach, als er nach einem dicken Patzer von Torsten Jülich gegen Andre Schmeißer aus 10 Metern das "zu null" retten musste. Drei Minuten später verlängerte Jörn Lenz einen Eckball von Matthias Breitkreutz per Kopf, aber am langen Pfosten scheitert Peter Freund mit seinem wuchtigen Kopfball an Rene Katzwinkel. Dann noch eine "hässliche" Szene: Der Gäste-Spieler Dirk Gierich sieht wegen "Nachschlagen ohne Ball" (O-Ton Schiedsrichter Wilske) die rote Karte auf Höhe der Mittellinie - der Frust saß tief bei den Lausitzern und das Spiel beendet!

Fazit: Drei nie gefährdete Punkte und die Tabellenführung zurück erobert - ein schöner Nachmittag bei leicht kühlen und windigen Wetter im Plache-Stadion. Bis auf die ersten und letzten 10, 15 Minuten hat es richtig Spaß gemacht den VfB-Kickern zu zuschauen. Selbst nach der deutlichen Pausenführung wurde weiter gekämpft und viel gelaufen - dazu sahen die Fans einige tolle Spielzüge und besonders Rock Embingou und Alexander Blessin hatten die Chancen für ein 6:0 oder 7:0! Das Flügelspiel über Breitkreutz, Kanitz und mit Abstrichen Großmann funktionierte heute - dazu kamen die starken Dribblings von Embingou und Renn in der Mitte. Schwachpunkte waren heute leider die beiden Manndecker Torsten Jülich und Peter Freund, die in der Abwehr auch gegen diesen relativ schwachen Gegner sich einige Patzer leisteten. Branko Marcetic könnte nach diesem Spiel seinen Platz in der Stammformation an Alexander Blessin "verloren" haben - der Schwabe nutzte seine Chance in der zweiten Halbzeit und hinterließ einen stärkeren Eindruck als Marcetic. Wir dürfen gespannt sein, wie Trainer Dörner entscheidet und wer nächsten Sonntag in Cottbus von Beginn an auflaufen darf.

(Spielbericht von Ronny John)

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