13. Spieltag   Saison 2002/2003

SV Wacker 07 Gotha

1

VfB Leipzig

2

Spieldaten
Datum 10. November 2002
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Volkspark-Stadion (Gotha)
Zuschauer 628
Schiedsrichter Cyrklaff (Laubsdorf)
Torschützen 0:1 Gunkel (2.), 0:2 Sadlo (11.), 1:2 Schwesinger (44.)
Gelb Ertmer, Fuhrmann, Schwesinger, Winterkorn -
Gelb-Rot Keine
Rot Keine
Aufstellung
SV Wacker 07 Gotha: VfB Leipzig:
Michael Mähler Gunnar Grundmann
Christian Ertmer (ab 77. Steffen Knäbe) Jörn Lenz
Ronny Fuhrmann Peter Freund
Lars Harnisch Torsten Jülich
Andre Tews Dirk Hannemann (ab 76. Matthias Großmann)
Sebastian Busch Olaf Renn
Thomas Nowacki Marcel Gebhardt (ab 22. Nico Kanitz)
Thomas Münzberg (ab 68. Stefan Winterkorn) Rock Embingou
Chris Schneider (ab 77. Robert Ulrich) Alexander Blessin
Stefan Otto Mike Sadlo
Andreas Schwesinger Peter-Sebastian Gunkel (ab 71. Branko Marcetic)
Trainer
Andre Tews Hans-Jürgen Dörner
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (VfB-Trainer) "Es fällt mir schwer, eine Einschätzung zu finden. Wir haben zwar verdient gewonnen und 15 bis 20 Minuten ordentlich gespielt. Aber nach dem 2:0 haben wir aufgehört Fußball zu spielen! Es wurden keine Zweikämpfe geführt und es fehlte die Laufbereitschaft und dann tut man sich auch gegen so einen Gegner sehr schwer. Ich bin deshalb nicht zufrieden mit dem Spiel und mit der Leistung über 60, 70 Minuten. Ich hätte mir hier mehr Sicherheit erwartet, besonders nach der frühen Führung. Auch die Einwechsler haben heute keine Bäume ausgerissen. Wir haben die Punkte leichtfertig aufs Spiel gesetzt, von alleine geht es auch beim Vorletzten nicht. Über dieses Spiel muss ich erst einmal eine Nacht schlafen. Zu Gunnar Grundmann: Ich hätte meinen Gegner in der Situation ausgespielt (lacht). Grundmann weiß, was er falsch gemacht hat. So etwas darf nicht passieren, er hätten den Ball einfach ins Aus klären müssen. Nico Kanitz hat in den letzten Spielen nicht die Leistung gebracht, hat kaum ein eins gegen eins für sich entschieden, deshalb habe ich ihn auf der Bank gelassen und wollte etwas neues mit Gebhardt ausprobieren. Für mich waren auch die Stand-Probleme einiger Spieler unverständlich, die die falschen Schuhe anhatten. Die mache die ganze Woche nichts anderes als Fußball spielen - soll ich mich darum auch noch kümmern?!"
André Tews (Gotha-Trainer) "Gratulation zum Sieg an den VfB! Ich bin enttäuscht, obwohl niemand heute etwas gegen den Tabellenführer von uns erwartet hat. Wir haben die Leipziger durch individuelle Fehler zum Tore schießen eingeladen. Mit dem Gegentor in der 2. Minute wurden wir nur schwer fertig. Beim 2:0 stand der Gegenspieler 5 Meter von Sadlo weg - das sind Kleinigkeiten, die gegen eine Mannschaft wie dem VfB bestraft werden. Danach wollten wir mehr Sicherheit bekommen und sind durch einen Fehler zum 1:2 gekommen. Die zweite Halbzeit war dann sehr ausgeglichen, trotzdem ging der Sieg für den VfB in Ordnung!"
Reinhard Bauernschmidt (VfB-Präsident) "Das war schwach hoch drei!"
Wertung

2 Sterne (Eine starke Anfangsviertelstunde reichte, um drei verdiente Auswärtspunkte einzufahren - danach wurden zahlreiche Chancen nicht genutzt und in den letzten 10 Minuten drückte nur noch Gotha!)

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Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 4-
Jörn Lenz 3
Peter Freund 2-
Torsten Jülich 4
Dirk Hannemann (bis 76.) 3-
Olaf Renn 3
Marcel Gebhardt (bis 22.) 3
Rock Embingou 4
Alexander Blessin 3+
Mike Sadlo 3
Peter-Sebastian Gunkel (bis 71.) 3-
Nico Kanitz (ab 22.) 4
Branko Marcetic (ab 71.) keine Wertung
Matthias Großmann (ab 76.) keine Wertung

Spielbericht

Weiter Tabellenführer - dank eines nicht schönem, aber trotzdem verdienten 2:1 (2:1) Auswärtserfolg beim Tabellen-Vorletzten SV Wacker 07 Gotha und dank des ausgefallnen Punktspiels vom FC Carl Zeiss Jena beim OFC Neugersdorf (Jena hätte ein Sieg mit zwei Toren Unterschied zur Tabellenspitze gereicht)! Vor 628 Zuschauer (darunter knapp 200 VfB-Fans) im Volkspark-Stadion agierte die Truppe von Trainer Hans-Jürgen Dörner nur knappe 20 Minuten wie ein Spitzenreiter und hätte so einen Gegner bei mehr Laufbereitschaft und Kampfgeist einfach höher schlagen müssen. Aber wieder einmal zählen nur die drei Punkte und wie sagt man so schön: Wer so ein Spiel gewinnt, steigt auch auf! Dazu patzte heute einer der zufälligsten VfB-Kicker der letzten Jahre - Torwart Gunnar Grundmann (eigentlich "Mister Zuverlässig") vertändelte den Ball an der Mittellinie und leitete so den 1:2 Anschlusstreffer kurz vor der Halbzeit für Gotha an. So mussten die mitgereisten VfB-Fans am Ende noch mal zittern, da in der Offensive auch beste Möglichkeiten nicht genutzt wurden. Zum Glück ist auf den mittlerweile 17-Tore-Sturm Mike Sadlo und Peter-Sebastian Gunkel verlass. Einige per Auto angereiste Leipziger hatten nach dem Schlusspfiff nicht mehr viel zu lachen, da sich einige "Fans" aus Gotha nicht gerade als faire Verlierer zeigten (sie bewarfen Schiedsrichter Cyrklaff nach dem Schlusspfiff schon mit Gegenständen und einer Papierrolle). An vielen Autos mit Leipziger Nummernschild (die auf einem offiziellen Parkplatz vor dem Stadion abgestellt wurden) hinterließen einige heimische "Fans" tiefe Schlüsselspuren am Lack und bespuckten dazu noch die Fenster. Tja, man kann wohl auswärts fast nirgendwo mehr sein Auto gefahrlos abstellen. Aber nun zum sportlichen, was die erneute finanzielle Krise wenigstens für einen Tag vergessen machte:

VfB-Trainer Hans-Jürgen Dörner sorgte vor dem Anpfiff für eine dicke Überraschung - er ließ "Flügelflitzer" Nico Kanitz auf der Bank (Denkpause wegen schwacher Leistungen in den letzten Spielen) und probierte es statt dessen mit Marcel Gebhardt - nach 22 Minuten musste Gebhardt allerdings mit einer Zerrung im linken Oberschenkel gegen Kanitz ausgewechselt werden. Regisseur Matthias Breitkreutz reiste nicht mit nach Gotha, ließ sich statt dessen von Dr. Hammer in Leipzig behandeln und soll am Freitag gegen Halle wieder Fit sein. Deshalb ließ Dörner im Sturm wieder das Duo Mike Sadlo und Peter-Sebastian Gunkel ran. Nach einen Eckball für Gotha gleich die erste gefährliche Aktion für den VfB und prompt das 1:0 durch Peter-Sebastian Gunkel (2.). Nach einer weiten Flanke von Alexander Blessin über knapp 25 Minuten in den Strafraum verschätzt sich Keeper Michael Mähler total - Gunkel sieht aus knapp 10 Metern, dass der Torwart zu weit vor dem Kasten steht und versenkt den Ball per Kopfball Bogenlampe - ein perfekter Start für die Mannschaft aus der Messestadt. Der Gastgeber wirkte in den Folgeminuten richtig geschockt, während der VfB auf das 2:0 drängte. In der 11. Minute bringt Dirk Hannemann eine Flanke von links in Richtung langen Pfosten, wo Mike Sadlo unbewacht aus 7 Metern den Ball gegen den Innenpfosten und dann ins Tor befördert. Nun lag ein Schützenfest in der Luft, was sich in der 14. Minute beinah bewarte, als Peter Freund von rechts flankte und Keeper Michael Mähler gerade so einen Kopfball von Mike Sadlo aus 12 Metern entschärfen konnte. Doch danach war es vorbei mit der "VfB-Herrlichkeit" und die Gäste "stellten das Fußball spielen" (O-Ton Trainer Dörner) fast ein. Gotha war darauf bedacht, nicht noch mehr Gegentore zu kassieren und konzentrierte sich auf die Defensive. So dauerte es bis zur 31. Minute bis Andreas Schwesinger freistehend aus 10 Metern (nach Flanke von links) die erste Großchance für den Gastgeber hatte - zum Glück war Gunnar Grundmann zur Stelle. Vier Minuten später spielt Rock Embingou Alexander Blessin frei, der von halb rechts aus spitzen Winkel am langen Pfosten vorbei zielt. Und dann einer der kuriosesten Tore seit langen: Weiter Ball aus dem Strafraum von Gotha, VfB-Torwart Gunnar Grundmann kommt heraus geeilt und versucht an der Mittellinie den Ball an Chris Schmidt vorbei zu legen - was gründlich daneben ging. Grundmann am Boden und der Ball kommt zu Chris Schmidt, der ihn in die Mitte zu Andreas Schwesinger befördert und dieser schiebt aus 12 Metern locker zum 1:2 in die Maschen - die Rettungsaktion von Peter Freund auf der Linie misslang (44.). Jetzt sollte es in Halbzeit zwei also sogar noch einmal spannend werden ...

Kurz nach Wiederanpfiff bringt Ronny Fuhrmann aus 5 Metern den eignen Keeper Michael Mähler per Kopf in Schwierigkeiten, nachdem Mike Sadlo am Ball vorbei flog (48.). In der 49. Minute scheiterte Olaf Renn mit einem Flachschuss von halb links an Mähler, der erneut Schwächen zeigte. Knappe 60 Sekunden später - nur diesmal auf der anderen Seite: Nach einer Flanke von rechts köpft Spielertrainer und Kapitän Andre Tews über das VfB-Tor (Grundmann griff erneut daneben). In der 52. Minute schießt Mike Sadlo völlig freistehend nach einem Abpraller knapp rechts am Wacker-Tor vorbei. Dann beweißt Dirk Hannemann seine Schussstärke bei einem Freistoß-Hammer von der rechten Seite (55.). Im direkten Gegenzug tanzt Chris Schmidt gleich fünf Leipziger aus, schießt aber knapp rechts vorbei. Wie man schon an den Chancen sieht - ein sehr ausgeglichnes Spiel, mit dem besseren Chancen auf Seiten der Gäste! 57. Minute: Nach einem Freistoß von Olaf Renn von links köpft Peter Freund frei aus 10 Metern um Zentimeter über die Querlatte. Drei Minuten danach hätte eigentlich Alexander Blessin aus 12 Metern auf 3:1 erhöhen müssen - doch er scheiterte an Keeper Mähler. Dann kehrte viel Ruhe ein und wenigstens die Abwehrleistung stimmte nun - der VfB ließ keine Großchancen mehr zu. Hätte dagegen in der 81. Minute endgültig alles klar machen müssen! Nach einer Flanke von Nico Kanitz von links lauert am langen Pfosten Alexander Blessin, der per Kopf schon Keeper Mähler überwunden hatte, doch der Ball springt mit viel Pech noch gegen den Oberschenkel von Gotha-Kapitän Andre Tews. Dann die 86. Minute und diesmal etwas Glück für den VfB - nach einem Eckball klärt Nico Kanitz einen Kopfball von Ronny Fuhrmann auf der Linie. Schlusspfiff und wenigstens die drei Punkte waren eingefahren!

Fazit: Drei Punkte - mehr aber auch nicht! Im letzten Jahr gab es an gleicher Stelle nur ein 1:1 Unentschieden (genau, dass Spiel mit den drei Elfmetern), jetzt wenigstens der 2:1 Sieg. Aber nach so einer frühen und sicheren Führung muss man von einem Spitzenreiter beim Tabellen-Vorletzten einfach viel mehr verlangen. Die Sicherheit müsste nach der 2:0 Führung ja da gewesen sein, statt dessen wurde nicht mehr gekämpft und der Schongang eingelegt. Teilweise sah es nach Standfußball der VfB-Kicker aus - trotzdem erspielten sie sich einige gute Möglichkeiten, die locker zu zwei weiteren Treffern hätten führen müssen. Lichtblicke an diesem Nachmittag waren noch Peter Freund (diesmal sehr sicher in der Abwehr), Alexander Blessin (rackerte viel und erspielte sich einige Chancen) und mit leichten Abstrichen noch Olaf Renn. Auch auf die Stürmer Mike Sadlo und Peter-Sebastian Gunkel ist verlass - beide nutzten ihre wenigen Torchancen! Enttäuschend waren die Leistungen von Torsten Jülich, Rock Embingou und vor allem von Einwechsler Nico Kanitz (er zeigte leider erneut sehr wenig auf der linken Außenbahn). Auch Branko Marcetic zeigte nicht gerade viel Einsatzwillen bei seinen 20 Minuten Spielzeit - da hätte mehr kommen müssen. Nun warten mit Halle, Zwickau und Magdeburg drei Spitzenspiele auf den VfB - Zeit für bessere Spiele. Aber warten wir erst einmal die Mitgliederversammlung am Dienstag ab - man hört, es soll sehr "interessant" werden. Fragt sich nur, ob wir das positiv oder negativ sehen dürfen bzw. müssen ...

(Spielbericht von Ronny John)

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