14. Spieltag   Saison 2002/2003

VfB Leipzig

2

Hallescher FC

1

Spieldaten
Datum 15. November 2002
Uhrzeit 19.00 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 2.488
Schiedsrichter Junker (Wismar)
Torschützen 1:0 Gunkel (20.), 1:1 M. Kurzeja (55.), 2:1 Embingou (70.)
Gelb Hannemann, Embingou, Großmann - Zimmermann, Stark
Gelb-Rot M. Kurzeja (82./HFC)
Rot Keine
Aufstellung
VfB Leipzig: Hallescher FC:
Gunnar Grundmann Maik Völkner
Jörn Lenz Patrick Zimmermann
Torsten Jülich Dariusz Kurzeja (ab 17. Marius Kurzeja)
Peter Freund Timo Lesch
Dirk Hannemann (ab 45. Frank Räbsch) Rafal Klajnszmit
Matthias Großmann (ab 64. Nico Kanitz) Marko Schädlich
Olaf Renn Karsten Rehmann (ab 70. Sven Körner)
Rock Embingou Tobias Große (ab 81. Mario Kövari)
Alexander Blessin René Stark
Mike Sadlo (ab 78. Nico Breitkopf) Marcel Riediger
Peter-Sebastian Gunkel Enrico Kricke
Trainer
Hans-Jürgen Dörner Dirk Mankowski
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (VfB-Trainer) "Der Sieg geht nach meiner Meinung absolut in Ordnung. Wir waren überlegen und hätte nach dem 1:0 weiter erhöhen müssen. Leider kassierten wir durch eine Schlafeinlage in der Abwehr das plötzlich 1:1 in der zweiten Halbzeit! Danach steigerte sich meine Mannschaft und erzielte durch eine klasse Einzelleistung von Rock Embingou den verdienten Siegtreffer. Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie auf dem tiefen Boden gekämpft und gelaufen ist. Schade nur, dass Dirk Hannemann - nach seiner 5. Gelbe Karten leider sowieso gesperrt - und Frank Räbsch sich verletzt haben."
Dirk Mankowski (HFC-Trainer) "Glückwunsch an den VfB und an meinen Trainerkollegen Hans-Jürgen Dörner! So kurz nach dem Spiel bin ich natürlich noch enttäuscht, da für uns trotz der angespannten Personalsituation mehr drin war. Nach dem Verlust von unserem Spielführer nach knapp 20 Minuten und dem Gegentreffer mussten wir uns erst neu ordnen. Trotzdem bin ich stolz auf meine Jungs, da sie nach 35 Minuten wieder Stück für Stück ins Spiel zurück fanden. Folglich war der 1:1 Ausgleich durch Marius Kurzeja dann auch verdient. Dann kommt Rock Embingou, welchen man bis dahin nicht gesehen hat und erzielte den Siegtreffer - ich hatte vor ihn gewarnt und wünsche mir, so einen Mann wie Rock Embingou zu haben. Danach haben wir noch einmal gekämpft, aber durch die Gelb-Rote Karte haben wir uns noch einmal selbst geschwächt!"
Wertung

3 Sterne (Die Leipziger überzeugten diesmal kämpferisch und läuferisch - auch wenn aus dem Spiel heraus noch nicht alles klappte, war es ein verdienter Sieg!)

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Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3
Jörn Lenz 3
Torsten Jülich 3-
Peter Freund 2-
Dirk Hannemann (bis 45.) 3
Matthias Großmann (bis 64.) 3-
Olaf Renn 3+
Rock Embingou 3
Alexander Blessin 3+
Mike Sadlo (bis 78.) 3
Peter-Sebastian Gunkel 3+
Frank Räbsch (ab45.) 3
Nico Kanitz (ab 64.) 3
Nico Breitkopf (ab 78.) keine Wertung

Spielbericht

Der VfB Leipzig behauptet nach dem 5. Sieg in Folge weiter die Tabellenführung in der Oberliga Nordost-Süd. Im Spiel gegen den Halleschen FC (beide Fanlager verbindet eine Fanfreundschaft, die heute mit gemeinsamen Choreografien erneut untermauert wurde) vor 2.488 Zuschauern (darunter ca. 300 HFC-Fans) im Bruno-Plache-Stadion gewannen die Leipziger verdient auf tiefem Boden mit 2:1 (1:0). Die Schützlinge von Trainer Hans-Jürgen Dörner waren im Angriff gefährlicher als die Gäste von der Saale, die auch schwächen in der Abwehr zeigten (auf VfB-Seite gab es aber auch den einen oder anderen Aussetzer) und beherrschten das Spiel über weite Strecken. Positiv auf jeden Fall: Nach großem Kampf konnte der VfB trotz der finanziell angespannten Lage auch ein Spitzenspiel (auch wenn der HFC nur Platz sieben belegte) zu Hause einmal für sich entscheiden und steigerte sich in der zweiten Halbzeit. So eine Leidenschaft erhoffen wir uns auch für die nächste Woche in Zwickau - der Angstgegner schlecht hin für die Kicker aus Probstheida. Aber der Reihe nach:

VfB-Trainer Hans-Jürgen Dörner musste auf den verletzten Spielmacher Matthias Breitkreutz verzichten und Nico Kanitz konnte nur auf der Bank Platz nehmen. Dafür bekam Matthias Großmann seine erneute Chance auf der linken Außenbahn (die er wieder nicht so Recht nutzen konnte). Bei den Gästen aus Halle fielen gleich zwei Manndecker aus und so musste HFC-Coach Dirk Mankowski seine Abwehr neu formieren. Die erste Bewährungsprobe für die HFC-Abwehr misslang nach 20 Sekunden fast - Peter-Sebastian Gunkel zieht frei aus 20 Sekunden ab, aber HFC-Keeper Maik Völkner konnte parieren. In der 14. Minute musste HFC-Kapitän Darius Kurzeja (verletzte sich ohne Einwirkung eines Gegenspielers) das Spielfeld auf einer Trage verlassen - für ihn kam sein Bruder Marius Kurzeja. In der 15. Minute dann endlich wieder ein spielerisches Highlight, als sich Timo Lesch auf links durchsetzt, aber Gunnar Grundmann im VfB-Tor hat keine Probleme mit dem schwachen Schuss. Nicht einmal 60 Sekunden später versucht sich VfB-Kapitän und Libero Jörn Lenz mit einem Distanzschuss aus 25 Metern, den Keeper Völkner im nachfassen unter sich begräbt. Die Leipziger wurden nun immer stärker und trafen in der 18. Minute sogar das erste mal ins Tor der Gäste von der Saale - aber Peter-Sebastian Gunkel stand leider knapp im Abseits. Dann die 20. Minute: Alexander Blessin sieht Stürmer Mike Sadlo, welcher den Ball auf Rock Embingou legt - doch "Rocky" scheitert aus 14 Metern an Völkner, aber den Abpraller eroberte sich Peter-Sebastian Gunkel aus knapp 7 Metern im Luftkampf gegen Manndecker Karsten Rehmann und drückt ihn zur verdienten Führung per Kopf über die Torlinie - sein 8. Saisontreffer! Der Gastgeber drücke nun weiter - so scheiterte Dirk Hannemann mit einem Freistoß von rechts, den Maik Völkner nur abklatschen lassen konnte (25.). In der 30. Minute sah Hannemann im Mittelfeld dann durch ein dummes Foul seine 5. Gelbe Karte und fehlt somit beim Auswärtsspiel in Zwickau. Kurz darauf zieht Timo Lesch nach einem Eckball von der Strafraumgrenze ab, doch der Ball kann kurz vor der Torlinie von Matthias Großmann gerade noch so abgeblockt werden. In der 33. Minute ist Alexander Blessin nach einem Fehler in der Gäste-Abwehr frei auf links durch und dessen Flanke verpasst Mike Sadlo am langen Pfosten knapp per Seitfallzieher. Fünf Minuten später rettet Marko Schädlich in letzter Sekunde vor Mike Sadlo - den anschließenden Kopfball von Dirk Hannemann von rechts befördert Jörn Lenz per Kopf aus 8 Metern nur Zentimeter am langen Pfosten vorbei. Die Hallenser kamen danach etwas besser ins Spiel und konnten weitere Torchancen für den VfB vermeiden. Kurz vor der Halbzeitpause musste dann Dirk Hannemann mit einer Prellung am linken Knie vom Platz - Frank Räbsch durfte dafür ran.

In der zweiten Halbzeit war der VfB erneut Feldüberlegen, aber es fehlte noch an den Ideen aus dem Mittelfeld. Dann die 55. Minute - und plötzlich stand es 1:1! Nach Vorarbeit von Timo Lesch von rechts trifft Marius Kurzeja volley aus fast 18 Metern ins rechte obere Eck zum etwas überraschenden Ausgleich (es sollte erst die zweite und letzte ernsthafte Chance für den HFC sein), da die Gäste sonst eher harmlos im Angriff agierten. Nach dem Ausgleichstreffer wachten die VfB-Kicker langsam auf - erst scheiterte Matthias Großmann mit einem Flachschuss (links vorbei / 57.) und kurz darauf bringt Olaf Renn von rechts den Ball auf das Tor. Torwart Völkner lässt den Ball prallen und VfB-Manndecker Peter Freund segelte nur Zentimeter am 2:1 im Rückwärtslaufen vorbei. Zur erwähnen ist noch eine Leuchtrakete, die von der Gegengerade auf das Spielfeld flog. Der extrem kleinlich pfeifende Schiedsrichter Lars Junker aus Wismar ließ sofort über den Stadionsprecher eine "Ermahnung" verkünden. In der 67. Minute flankt der eingewechselte Frank Räbsch von rechts im Strafraum Richtung langen Pfosten, wo Peter-Sebastian Gunkel viel Übersicht beweißt und in die Mitte auf Alexander Blessin legt. Doch der Schuss aus knapp 14 Metern kann Maik Völkner im HFC-Tor toll parieren - den Abpraller verpasste Torjäger Mike Sadlo knapp! Dann die 70. Minute und die erste gute Aktion von Mittelfeldtechniker Rock Embingou - er schnappt sich den Ball auf der Höhe der Mittellinie, lässt gleich drei Gegenspieler aussteigen und zieht aus 16 Metern ab - der Flachschuss ins linke untere Eck schlägt unhaltbar zum 2:1 im HFC-Tor ein. Rock Embingou war nach seinem 5. Saisontreffer auch kaum noch zu halten und wollten am liebsten alle aus dem VfB-Lager umarmen - was für eine emotionale Szene! Sekunden nach dem erneuten Führungstreffer ist plötzlich Frank Räbsch auf halb rechter Position frei durch, scheitert aber erneut an seinen Nerven und an Maik Völkner im HFC-Tor (71.). Die Gäste von der Saale versuchten nun noch einmal alles, während sich der VfB mehr auf Konter verlegt, ohne sich eine gefährliche Chance herauszuspielen. Beste Gelegenheit war noch ein Freistoß von Marius Kurzeja, der aber deutlich von halb rechts am langen Pfosten vorbei geht (76.). Kurz darauf ein seltnes Bild: VfB-Trainer Dörner bringt für Mike Sadlo Nachwuchs-Stürmer Nico Breitkopf ins Spiel - dafür durfte Branko Marcetic weiter auf der Bank schmoren (nach seinem lustlosen Einsatz in Gotha nicht zu verwundern). In der 82. Minute war der HFC nur noch zehnt, als der eingewechselte Mariusz Kurzeja nach Meckern und Ballwegschlagens mit Gelb-Rot den Innenraum verlassen muss. Die letzte Chance im Spiel sollte dann der Spitzenreiter aus der Messestadt haben, aber nach einem tollen Solo scheitert Alexander Blessin mit seinem Schuss aus 18 Metern.

Fazit: Ein verdienter Erfolg, auch wenn es noch spielerische Defizite auf VfB-Seite gab. Dafür stimmte der Einsatz- und Kampfwille und doch eine große Zahl von Torchancen. So hätten allein Frank Räbsch und Alexander Blessin für mindestens zwei weitere Treffer sorgen können. Die aufopferungsvollen kämpfenden Gäste aus Halle überzeugten mit Einsatz, konnte aber technisch und vom Spielverständnis mit dem VfB bei weiten nicht mithalten. So erspielte sich der HFC auch kaum Chancen in der Offensive und leistete sich den einen oder anderen Patzer in der Abwehr (z. B. Keeper Maik Völkner, der den Ball zu oft Richtung Strafraummitte prallen ließ). Beste Leipziger an diesem schönen Fußballabend bei circa 7 Grad waren auf VfB-Seite Alexander Blessin, Olaf Renn und in der Abwehr Peter Freund. Auch beide Stürmer bewiesen wieder ihre Gefährlichkeit und Einwechsler Frank Räbsch sorgte für viel Belebung auf rechts, doch "Räbscher" fehlt einfach noch das Selbstvertrauen um den letzten (finalen) Pass zu spielen bzw. beim Torabschluss die Nerven zu behalten. Das ist noch der kleine Unterschied, der zur Anfangsformation bei ihm leider fehlt. Auf links ging mit Matthias Großmann nach vorne leider nicht viel - man kann für Zwickau nur hoffen, dass Nico Kanitz wieder richtig fit wird. Bei unserem Angstgegner wird auf jeden Fall Dirk Hannemann nach einer 5. Gelben fehlen - er zog sich heute zudem noch eine Prellung am linken Knie zu und musste humpelnd den Platz verlassen. Jetzt geht's ins Westsachsenstadion - vielleicht wird dieses Jahr endlich der "Fluch von Zwickau" gebrochen!

(Spielbericht von Ronny John)

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