15. Spieltag   Saison 2002/2003

FSV Zwickau

0

VfB Leipzig

2

Spieldaten
Datum 23. November 2002
Uhrzeit 13.30 Uhr
Spielstätte Westsachsenstadion (Zwickau)
Zuschauer 2.392
Schiedsrichter Wenkel (Mühlhausen)
Torschützen 0:1 Embingou (77.), 0:2 Sadlo (90.)
Gelb Mewes, Düring, Trochocki - Freund, Kanitz
Gelb-Rot Keine
Rot Keine
Aufstellung
FSV Zwickau: VfB Leipzig:
Mark Mewes Gunnar Grundmann
Tino Findeisen Jörn Lenz
Stefan Chudzik Peter Freund
Jörg Böckel Torsten Jülich
Alexander Köcher Olaf Renn (ab 82. Matthias Großmann)
Holger Krauß Matthias Breitkreutz (ab 68. Marcel Gebhardt)
Mark Gerloff Nico Kanitz
Steffen Vogel Alexander Blessin
Björn Düring (ab 81. Sebastian Arzt) Rock Embingou
Mario Weiß Mike Sadlo
Matthias Trochocki Peter-Sebastian Gunkel (ab 72. Branko Marcetic)
Trainer
Robby Doege Hans-Jürgen Dörner
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (VfB-Trainer) "Ich möchte beiden Mannschaften ein großes Kompliment aussprechen. Auf diesem extrem schwer bespielbaren Boden haben beide nicht nur kämpferisch alles geboten, sondern haben auch spielerisch sehr viel gezeigt. Insgesamt haben wir verdient gewonnen und vor allem in der ersten Halbzeit sehr überlegen gespielt, nur keinen Treffer erzielt. In der Abwehr haben wir heute sehr stabil gestanden und wenige Fehler gemacht. Das war ein ganz wichtiger Punkt auf diesem Boden! Matthias Breitkreutz war wieder ganz stark am Ball und hat tolle Pässe gespielt und Flanken geschlagen. Rock Embingou ist im Moment in einer sehr guten Verfassung. Er arbeitet viel nach hinten, versteht es das Spiel zu beruhigen oder Tempo reinzubringen. Er ist einfach aus der Mannschaft nicht weg zu denken! Es war ein sehr wichtiger Sieg nach dem 0:0 von Jena in Halle. Jetzt haben wir noch zwei schwere Spiel vor uns und müssen versuchen, auch diese zu ziehen! Uns wurde ein reguläres Tor aberkannt. Abgesehen davon hätten wir in den ersten 45 Minuten schon mit 2:0 in Führung gehen müssen. Die Herbstmeisterschaft währe schon schön - es ist immer gut, von vorne weg zu spielen."
Robby Doege (FSV-Trainer) "In der ersten Halbzeit haben wir spielerisch wenig zu Stande gebracht. Im zweiten Durchgang lief es dann besser für uns und es war klar, dass derjenige, der hier den ersten Treffer erzielt, das Spiel auch gewinnen wird. Die Leipziger haben insgesamt verdient gewonnen, obwohl ich vor dem ersten Tor ein klares Foul von Rock Embingou gesehen habe. Am Ende waren die Gäste spielerisch einfach ein Tick besser und abgezockter. Da ist der Niveau Unterschied zwischen beiden Mannschaft erkennbar gewesen! Fortuna war uns heute nicht holt, gerade bei den vielen Ausfällen. Vom spielerischen Aspekt her war der VfB die stärkste Mannschaft, die ich bisher gesehen habe (Anmerkung: Für dieses Kompliment versprach VfB-Trainer Dörner einen Kasten Bier). Wenn die Leipziger weiter so geschlossen auftreten, werden sie von der Konkurrenz auf Dauer schwer zu halten sein. Unser Ziel ist es nun, die Aufbruchstimmung weiter aufzubauen. In den nächsten ein, zwei Jahren können wir mit der jungen Truppe hier etwas aufbauen!"
Alexander Blessin (VfB-Spieler) "Eigentlich hätte auf so einem Spielfeld gar nicht angepfiffen werden - aber wir haben es Zwickau doppelt gezeigt!"
Reinhard Bauernschmidt (VfB-Präsident) "Es war ein sehr gutes Spiel unserer Mannschaft - der Sieg ging klar in Ordnung. Ich bin sehr zufrieden! Wir waren drückend überlegen. Alle Spieler haben durchweg gekämpft und gezeigt, dass sie ein wahres Team sind. Auch die verpassten Chancen haben uns nicht aus der Bahn gebracht. Allerdings muss ich die Spielbedingungen kritisieren: Ein Acker ist nichts dagegen! Als Nummer eins in die Winterpause zu gehen, wäre vor allem psychologisch ungemein wichtig."
Mario Weiß (FSV-Spieler) "Ich bin sehr enttäuscht, weil dem ersten Tor ein Foul vorausging! Aber: Der VfB hat mehr Druck gemacht und verdient gewonnen."
Mike Sadlo (VfB-Spieler) "Bei dem Boden habe ich mich nicht getraut, vorher zu schießen - deshalb das Solo über 60 Meter!"
Wertung

3,5 Sterne (Auf extrem schwer bespielbaren Boden entwickelte sich ein klasse Oberliga-Spiel - neben dem kämpferischen, stimmte auf beiden Seiten auch die spielerischen Aspekte. Insgesamt ein verdienter Auswärtssieg!)

In der Galerie findet Ihr 92 Fotos und 4 Videos vom Spiel!
Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 2
Jörn Lenz 3
Peter Freund 2-
Torsten Jülich 3
Olaf Renn (bis 82.) 3
Matthias Breitkreutz (bis 68.) 2
Nico Kanitz 2-
Alexander Blessin 2-
Rock Embingou 2
Mike Sadlo 2
Peter-Sebastian Gunkel (bis 72.) 3+
Marcel Gebhardt (ab 68.) 3
Branko Marcetic (ab 72.) keine Wertung
Matthias Großmann (ab 82.) keine Wertung

Spielbericht

Der VfB Leipzig beendete heute den "Fluch von Zwickau" und gewann die Schlammschlacht (und das ist beinah noch untertrieben) im Westsachenstadion vor 2.392 Zuschauer (darunter ca. 500 VfB-Fans die kräftig Stimmung machten) gegen den FSV Zwickau am Ende verdient mit 2:0 (0:0). Die Gäste aus Leipzig waren auf dem schweren und tiefen Boden (von Rasen wollen wir an dieser Stelle gar nicht mehr reden) feldüberlegen und spielerisch den Zwickauern überlegen. Insgesamt entwickelte sich dank starken Leistungen von beiden Seiten ein klasse Oberliga-Spiel - da hat es richtig Spaß gemacht, zu zugucken! Vor allem überzeugten beide Teams nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch (soweit dies durch die vielen Ausfälle bei Zwickau möglich war) - ein echtes Spitzenspiel, mit dem der VfB endlich "den Bock umgestoßen" hat (O-Ton Trainer Dixie Dörner) und seit über fünf Jahren wieder in Zwickau gewann. Nach dem 0:0 von Carl Zeiss Jena beim HFC konnten die Leipziger durch eine geschlossene Mannschaftsleistung die Tabellenführung ausbauen und landete sogenannte "Big Points" im Kampf um Platz eins. Aber nun zum Spielverlauf:

VfB-Trainer Hans-Jürgen Dörner musste auf die verletzten Dirk Hannemann (nach der 5. Gelben Karte ohnehin gesperrt) und Frank Räbsch verzichten. Den bessern Auftakt erwischte aber der Gastgeber aus Westsachsen. Nach einer Flanke von links köpft Matthias Trochocki am langen Pfosten aus 14 Metern auf das VfB-Tor, aber Keeper Gunnar Grundmann ist auf den Posten (4.). Vier Minuten später setzt Matthias Trochocki zu einem gefährlichen Konter an, scheitert mit seinem Schuss aber wieder am starken Grundmann. Dann der erste Warnschuss vom VfB nach knapp zehn Minuten von Torjäger Mike Sadlo, der von links aus 18 Metern an FSV-Keeper Mark Mewes scheiterte. Nach einer kurzen Ecke schießt Olaf Renn von halb links aus knapp 16 Metern knapp über die Querlatte hinweg (14.). In der 20. Minute konnten die VfB-Fans plötzlich jubeln - nach einem Freistoß von Matthias Breitkreutz von rechts legt Rock Embingou den Ball an der Außenlinie zurück auf Stürmer Mike Sadlo, der frei ins FSV-Tor einschieben kann. Doch Schiedsrichter Wenkel aus Mühlhausen sah den Ball schon über der Torauslinie - eine knappe Entscheidung und wie ihr in der Galerie als Video sehen könnt, aber eine Fehlentscheidung! Im direkten Gegenzug zieht Björn Düring aus knapp 20 Metern ab, doch Gunnar Grundmann boxte den Ball noch über die Querlatte (21.). In der 26. Minute kommt Peter-Sebastian Gunkel an der Strafraumgrenze, nach einem Abwehrpatzer, an den Ball - doch sein Schuss wird von Mark Mewes sicher abgefangen. Zwei Minuten später kommt Matthias Breitkreutz auf links an den Ball, schießt den Ball aus spitzen Winkel an Mark Mewes vorbei, aber leider auch am langen Pfosten. Die Drangphase der Leipziger nahm nach einer halben Stunde kaum ein Ende - immer wieder zischten die Flanken von Peter Freund, Rock Embingou oder Nico Kanitz in den Strafraum. Aber es mangelnde noch an den Großchancen! In der 30. Minute prüfte der ehemalige Leipziger Mario Weiß dann Schlussmann Gunnar Grundmann aus 16 Metern, doch der VfB-Keeper konnte den Ball erneut über die Querlatte boxen. Im Gegenzug spielt Matthias Breitkreutz auf Mike Sadlo, der freistehend aus Nahdistanz von halbrechts am FSV-Keeper scheiterte - die dickste Chance wohl bis dahin. Dann kehrte wieder etwas Ruhe ein - bis zur 42. Minute: Ein Freistoß von Matthias Breitkreutz von links segelt zu Alexander Blessin am langen Pfosten, doch sein Kopfball landete im Aus.

Zu Beginn von Halbzeit zwei kommt Mario Weiß aus 16 Metern zum Schuss, doch der gut aufgelegte Gunnar Grundmann zeigte eine tolle Parade (49.). Kurz darauf legt Matthias Trochocki von links für Mario Weiß auf, doch sein Schuss landete über dem Tor (52.). Dann wieder der VfB: Olaf Renn bringt einen Freistoß von links in den Strafraum, Mike Sadlo legt per Kopf zurück auf den freien Peter Freund. Der Manndecker zielte von der Strafraumgrenze aber knapp über den FSV-Kasten! Nach einer knappen Stunde kommt Mario Weiß nach einem Stehlungsfehler von Torsten Jülich auf halb rechts zum Schuss, schießt aber knapp am langen Pfosten vorbei. Im Gegenzug eroberte sich Rock Embingou gegen Jörg Böckel den Ball, schiebt ihn zu Nico Kanitz auf Linksaußen, der am langen Pfosten den freien Peter-Sebastian Gunkel bedient, doch der VfB-Stürmer trifft nur das Außennetz. In der 65. Minute schlägt Olaf Renn einen Eckball von links in den Strafraum, aber Rock Embingou köpft aus 12 Metern knapp rechts vorbei. Kurz darauf verließ Spielmacher Matthias Breitkreutz den Platz - nach seiner Verletzung fehlt noch die Fitness für 90 Minuten (Marcel Gebhardt kam für die rechte Außenbahn ins Spiel). In der 70. Minute versuchte es VfB-Libero und Kapitän Jörn Lenz bei einem Freistoß von links mit Gewalt, doch die Kugel zischte deutlich über das FSV-Tor. Zwei Minuten später sieht Olaf Renn Stürmer Peter-Sebastian Gunkel, der aus der Drehung abzieht und den Ball aus 18 Metern gegen die Unterkante der Latte nagelte - leider sprang der Ball wieder aus dem Kasten und es blieb weiter beim 0:0! In der 74. Minute zieht Björn Düring aus 22 Metern einfach mal und Gunnar Grundmann im VfB-Kasten zeigte erneut eine grandiose Parade und lenkt den Ball mit den Fingerspitzen noch über die Querlatte. Nur eine Minute später köpft nach einem Eckball von links Matthias Trochocki auf das VfB-Tor, aber der kleine Nico Kanitz kann den Ball noch von der Torlinie schlagen - knapp war's. Dann die "historische" 77. Minute: Rock Embingou geht hart in einen Zweikampf gegen Stefan Chudzik, aber Schiedsrichter Wenkel ließ weiterspielen. Der Ball landete auf links bei Nico Kanitz, der geht bis zur Grundlinie und flankt den Ball in den Rücken der Abwehr. Als ein Manndecker der Zwickauer vorbeispringt ist Rock Embingou zur Stelle und köpft aus 8 Metern ins linke untere Eck zur umjubelten 1:0 Führung. Nun war nach dem sechsten Saisontreffer des Kongolesen für die 500 mitgereisten Leipziger nur noch feiern angesagt! Der FSV warf nun noch einmal alles nach vorn - aber die Chancen hatte nur noch der Gast aus der Messestadt. So scheiterte Branko Marcetic (wurde kräftig ausgepfiffen nach seiner Einwechslung) an seiner alten Wirkungsstätte mit einem Kopfball aus 8 Metern (nach Flanke von Alexander Blessin). Dann die letzte Spielminute und Freistoß für Zwickau - sogar Keeper Mark Mewes kam mit vor in den Leipziger Strafraum. Doch der Freistoß wird von Nico Kanitz abgefangen - der bringt den Ball zu dem aus der eignen Hälfte startenden Mike Saldo. Sadlo hat freie Bahn und sprintet über den halben Platz um dann die Kugel ins leere Tor zu schieben - sein 11. Saisontreffer und der umjubelte 2:0 Endstand.

Fazit: Ein am Ende verdienter Sieg für die Leipziger, dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung und der spielerischen Überlegenheit des VfB. Beide Teams überzeugten kämpferisch auf diesem schwer bespielbaren Boden und sorgte für eine klasse Partie, die zwar hart geführt wurde, aber nie brutal war. Nur Schiedsrichter Wenkel aus Mühlhausen wirkte heute teilweise überfordert, aber die Szene mit Rock Embingou vor dem 1:0 kann man durchaus laufen lassen - trotzdem wird dies noch für viel Gesprächsstoff sorgen. So recht kann man heute keinen Leipziger herausheben - alle liefen sie bis zum umfallen, gingen energisch in die Zweikämpfe und waren stark am Ball. Die Abwehr stand relativ sicher und im Mittelfeld überzeugten die Techniker Alexander Blessin, Rock Embingou, Nico Kanitz und Matthias Breitkreutz. Aus der Abwehr sind besonders noch Peter Freund und Keeper Gunnar Grundmann herauszuheben - auch beide Stürmer zeigten heute viel Laufbereitschaft. Peter-Sebastian Gunkel wurde kurz vor seiner Auswechslung mit seinem "Lattenunterkante Treffer" nicht ganz belohnt - Mike Sadlo dagegen mit dem Treffer in der 90. Minute ins leere Tor. Dieses Spiel wird man nicht so schnell vergessen - wer heute nicht mit war, hatte echt was verpasst. Die Hürde Westsachsenstadion ist damit nach über 5 Jahren wieder erfolgreich genommen wurde - ein gutes Omen? Jetzt heißt es im Heimspiel gegen Magdeburg nachzulegen ... und vielleicht hilft Zwickau uns ja und holt einen Punkt in Jena. Das der FSV sehr guten Fußball zeigen kann, konnte man heute ja sehr gut sehen - die Leipziger waren aber einfach noch stärker!

(Spielbericht von Ronny John)

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