16. Spieltag   Saison 2002/2003

VfB Leipzig

1

1.FC Magdeburg

1

Spieldaten
Datum 30. November 2002
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 2.937
Schiedsrichter Zwayer (Berlin)
Torschützen 1:0 Sadlo (5./Foulelfmeter), 1:1 Probst (80.)
Gelb Freund, Renn, Embingou - Woitha, Holze, Bengs
Gelb-Rot Keine
Rot Keine
Aufstellung
VfB Leipzig: 1.FC Magdeburg:
Gunnar Grundmann Jan Burmeister
Jörn Lenz Heiko Bengs
Torsten Jülich Mario Kallnik
Peter Freund Nico Dürstel (ab 80. Sebastian Prosovsky)
Alexander Blessin Stephan Schulz (ab 76. Kai Kühne)
Olaf Renn Benny Woitha (ab 58. Henning Stary)
Nico Kanitz Christian Uffrecht
Matthias Breitkreutz (ab 78. Matthias Großmann) Marcel Probst
Alexander Blessin Carsten Horn
Mike Sadlo Benjamin Holze
Peter-Sebastian Gunkel (ab 69. Branko Marcetic) Michael Kullat
Trainer
Hans-Jürgen Dörner Martin Hoffmann
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (VfB-Trainer) "Wir sind enttäuscht über das Ergebnis. Wir haben das Spiel über lange strecken bestimmt und sind verdient in Führung gegangen. Leider haben wir es versäumt in unserer Drangphase das 2:0 nachzulenken. Dann haben wir bei einer Standart-Situation geschlafen und leider das 1:1 kassiert. Meine Mannschaft hat heute über 90 Minuten gut gekämpft und nun dürfen wir den Kopf nicht hängen lassen und drei Punkte in Dresden holen. Ich äußere mich nicht zu Leistungen von Schiedsrichtern, aber er war ein ziemlicher junger, der gegenüber den Spielern ziemlich provokant aufgetreten ist. Dies muss er unbedingt abstellen!"
Martin Hoffmann (FCM-Trainer) "Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis! Wir haben ein Spiel gesehen, dass unter sehr schwierigen Bedingungen abgelaufen ist und beide Mannschaft hatten damit enorme Probleme, woraus viele Fehlabspiele resultierten. Ich habe vor dem Spiel meiner Mannschaft gesagt, dass es besser ist in dieser Situation zum Spitzenreiter nach Leipzig zu fahren, als zum Beispiel nach Grimma. Hier in Leipzig hatten wir nix zu verlieren. Wir haben uns den Punkt im zweiten Durchgang verdient, obwohl Leipzig die besseren Spielanteile besaß. Aber wer seine Chancen nicht nutzt, wird im Fußball halt bestraft!"
Marcel Probst (FCM-Spieler) "Wir haben selbst nicht mit dem Punkt gewinn gerechnet, dass es aber doch geklappt hat, ist schon klasse!"
Mike Sadlo (VfB-Spieler) "Wir haben ja förmlich ums 1:1 gebettelt. Magdeburg hat hier zurecht einen Punkt geholt!"
Reinhard Bauernschmidt (VfB-Präsident) "Die Mannschaft hat klasse gekämpft. Ob uns die zwei Punkte fehlen, werden wir am Saisonende merken."
Wertung

2,5 Sterne (Bei strömenden Regen und schwer bespielbaren Platzverhältnissen entwickelte sich nur ein mäßiges Spiel! Der VfB besaß zwar die größeren Spielanteile, konnte die Torchancen aber nicht nutzen und schlief bei einer Standartsituation!)

62 Fotos und 2 Videos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!
Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3
Jörn Lenz 3
Torsten Jülich 3+
Peter Freund 3
Alexander Blessin 3
Olaf Renn 3+
Nico Kanitz 3+
Matthias Breitkreutz (bis 78.) 3+
Rock Embingou 3
Mike Sadlo 3
Peter-Sebastian Gunkel (bis 69.) 3-
Branko Marcetic (ab 69.) 3
Matthias Großmann (ab 78.) keine Wertung

Spielbericht

Die Serie von sechs Siegen in Folge endete für den VfB Leipzig mit einem 1:1 (1:0) Unentschieden im letzten Heimspiel des Jahres vor 2.937 Zuschauern (darunter ca. 350 FCM-Fans) gegen die junge Truppe vom 1.FC Magdeburg. Der Gastgeber war in einem mäßigen Oberliga-Spiel bei strömenden Regen und schwer bespielbaren Boden (kein Wunder das fast alle anderen Partien abgesagt wurden) deutlich spielbestimmend, nutzte aber seine Torchancen nicht konsequent genug. Nach dem frühen Führungstreffer per Foulelfmeter durch Mike Sadlo schlief die VfB-Abwehr bei einem Freistoß in der 80. Minute und fing sich so den etwas unglücklichen Ausgleich ein (da die Gäste bis dahin kaum gefährlich vor dem Tor von Gunnar Grundmann auftauchten). Trotzdem kämpfte die Elf von Dixie Dörner über die gesamten 90 Minuten (an guten technischen Fußball war bei den Platzverhältnissen heute nicht zu denken) und scheiterte nur an der mangelnden Chancenauswertung am wichtigen "Dreier" in Richtung Herbstmeisterschaft. Die Gäste aus Magdeburg zeigten viel Einsatz und Ehrgeiz, doch man merkte der jungen Mannschaft die spielerischen Probleme gegen die erfahrenen VfB-Kicker an. Aber nun zum Spielverlauf:

VfB-Trainer Hans-Jürgen Dörner hatte bei richtig ekelhaften Regenwetter und tiefen Boden nach dem tollen 2:0 Erfolg in Zwickau kein Grund zur Änderung seiner Stammformation. Der ehemalige Magdeburger Dirk Hannemann fiel weiter verletzt aus! Der Gastgeber lief wieder in weißen Trikots auf - erneut machte der Begriff "das weiße Ballett" seine Runde. Das Spiel begann gleich furios: Nach Flanke von der linken Seite von Mike Sadlo zupft Heiko Bengs (neben Mario Kallnik der erfahrenste Kicker in Reihen der Magdeburger) Matthias Breitkreutz am Trikot und der junge Schiedsrichter Felix Zwayer aus Berlin zeigte auf dem Elfmeterpunkt. Clever gemacht, vom ehemaligen Bundesliga-Spieler! Torjäger Mike Sadlo tritt gegen FCM-Publikumsliebling Jan Burmeister an - und schießt den Keeper mit einem Flachschuss links unten mehr oder weniger an. Doch der Ball springt über Burmeister noch ins Tor - die frühe 1:0 Führung für den sehr schwungvoll beginnenden Gastgeber und der 12. Saisontreffer für den Torschützenkönig aus der letzten Saison. Die Leipziger spielten weiter nach vorn und versuchten nachzulegen - ohne sich erst einmal größere Torchancen zu erspielen. Auf der anderen Seite sorgte Nico Dürstel mit einem Schuss aus 18 Metern zum ersten Mal für Gefahr, doch der Ball ging deutlich über das VfB-Gehäuse (16.). In der 21. Minute köpft Benjamin Holze nach einer Flanke von links von Stephan Schulz knapp links vorbei. Im direkten Gegenzug packt Kapitän und Libero Jörn Lenz bei einem Freistoß aus 22 Metern von halb rechts den "Hammer" aus - doch die Kugel zischte knapp über das Tor vom starken Jan Burmeister. In der 32. Minute musste Gunnar Grundmann im VfB-Tor dann das erste mal richtig eingreifen, als er einen Flachschuss von Benjamin Holze von halb links sicher abfing. Knappe drei Minuten später sieht Matthias Breitkreutz Stürmer Mike Sadlo völlig frei auf rechts, doch Jan Burmeister zeigt bei dem Schuss aus 8 Metern eine Glanzparade - das 2:0 war eigentlich fällig gewesen. Das war's im ersten Durchgang - der VfB ging mit einer verdienten Führung in die trockne Kabine.

In der zweiten Halbzeit standen die Elbestädter sicherer in der Abwehr und kamen auch im Spiel nach vorne besser in die Partie. So hatte der Gastgeber aus Probstheida viel Glück bei einem Freistoß von Benjamin Holze aus 20 Metern - Grundmann fliegt ins linke Eck, aber Torsten Jülich fälscht den Ball ab, der knapp am rechten Pfosten vorbei rollte (54.). In der 56. Minute sieht Rock Embingou den freien Peter-Sebastian Gunkel, dem aber freistehend das Selbstvertrauen fehlte und statt selbst zu schießen, den Ball zu Mike Sadlo in die Mitte ablegte. Aber statt Sadlo kam Routinier Mario Kallnik an die Kugel und springt knapp ins Aus. Dann passierte in beiden Strafräumen lange nicht viel - bis zur 78. Minute: Nico Kanitz bringt den Ball von links in die Mitte, Olaf Renn zieht von der Strafraumgrenze direkt ab, doch die Kugel zischte um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Das wäre die Entscheidung gewesen - statt dessen plötzlich Freistoß (nach umstrittnen Foul von Olaf Renn) auf der anderen Seite. Mario Kallnik bringt den Freistoß von der Grundlinie Richtung langen Pfosten, wo Marcel Probst völlig frei aus Nahdistanz zum 1:1 einschieben kann - Schlafeinlage der VfB-Abwehr! Kurz nach dem Wiederanpfiff waren die drei Punkte für den Gastgeber plötzlich wieder zum greifen nah, den Rock Embingou zieht aus 16 Metern ab und der Ball klatschte nur gegen die Querlatte - diesmal Pech für den VfB. Die letzte Chance im Spiel besaß der eingewechselte Matthias Großmann mit einem Schuss von der Strafraumgrenze, der aber knapp rechts vorbei ging. Schluss, Aus und die Magdeburger konnten den etwas überraschenden Punktgewinn (nach drei 2:3 Niederlagen in Folge) ausschweifenden feiern...

Fazit: Schade - der VfB war spielbestimmend, nutzte die Torchancen aber nicht konsequent aus. Eine Schlafeinlage in der Hintermannschaft des Gastgebers bei einer Standartsituation kosteten den schon fast sicher geglaubte Sieg. Damit verpasste die Kicker aus Probstheida den Ausbau der Tabellenführung, der bei den vielen Spielausfällen psychologisch wohl sehr wichtig gewesen währe. Nun können Jena und der FC Sachsen von Punkten wieder gleichziehen bzw. sogar vorbei ziehen. Aber die Saison ist noch lang und die beiden schärfsten Konkurrenten müssen ihre Spiele gegen Zwickau (schon abgesagt) und in Plauen auch erst einmal gewinnen. Die Leipziger überzeugten trotz des Punktverlustes mit großen kämpferischen Einsatz, nur mangelte es diesmal bei der Chancenauswertung. Nächste Woche beim FV Dresden-Nord (Achtung: Spiel wurde kurzfristig auf Sonntag, den 8. Dezember um 13 Uhr verlegt) kann die Mannschaft wieder drei Punkte holen und damit optimistisch in die Winterpause gehen.

(Spielbericht von Ronny John)

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