17. Spieltag   Saison 2002/2003

FV Dresden-Nord

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VfB Leipzig

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Spieldaten
Datum 08. Dezember 2002
Uhrzeit 13.00 Uhr
Spielstätte Stadion an der Wurzener Straße (Dresden)
Zuschauer 505
Schiedsrichter Oehme (Witzschdorf)
Torschützen Fehlanzeige!
Gelb Scholze - Breitkreutz, Jülich, Blessin, Gunkel, Lenz
Gelb-Rot Keine
Rot Sadlo (77./VfB)
Aufstellung
FV Dresden-Nord: VfB Leipzig:
Rene Groß Gunnar Grundmann
Frank Gaunitz Jörn Lenz
Reimund Linkert (ab 62. Martin Streiber) Matthias Großmann
Jens Georgie Torsten Jülich
Elvir Jugo (ab 90. Andre Heinisch) Olaf Renn
Tino Gaunitz Matthias Breitkreutz
Mirko Soltau Nico Kanitz
Ivo Kostadinov Alexander Blessin
Dirk Härtig Rock Embingou
Mario Scholze Mike Sadlo
Daniel Ackermann Peter-Sebastian Gunkel
Trainer
Thomas Baron Hans-Jürgen Dörner
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (VfB-Trainer) "Wir haben heute ein gerechtes 0:0 gesehen. So ein Ergebnis war bei diesen Bodenverhältnissen vorauszusehen, da beide Mannschaften sich auf eine gute Abwehrleistung konzentrierten. Da es beiden gelang, sah man auch kaum Torchancen. Mit dem Abwehrverhalten war ich heute zufrieden, wir haben kaum etwas zugelassen! Allerdings hätte ich mir mehr Druck nach vorne gewünscht. Hatten wir in Halbzeit eins noch zwei, drei Gelegenheit, so nahmen diese im zweiten Durchgang immer mehr ab. Nicht akzeptieren kann ich die Anzahl der Gelben Karten - die Rote Karte für Sadlo war aber okay. Wenn ein Breitkreutz deutlich gehalten wird und dann Gelb sieht, fasse ich mir an den Kopf! Wir sind aber weiter vorn dran in der Meisterschaft und ich bin mir sicher, dass diese Meisterschaft erst am 34. Spieltag entschieden wird. Wir dürfen jetzt nicht die Nerven verlieren - ich werde sie auf jeden Fall nicht verlieren! Allerdings darf einem erfahrenen Mann wie Mike Sadlo so eine Dummheit nicht passieren."
Peter Schöne (FV-Co-Trainer) "Wir können mit dem Punkt leben und sind mit dem 0:0 zufrieden. Heute hätte auch keine Mannschaft den Sieg verdient gehabt. Auf dem Boden ist auch sehr schwer zu spielen und so spielte auch das Glück eine große Rolle! Ich kann aber meine Kollegen Dixie Dörner verstehen, der solche Spiele unbedingt gewinnen muss, während uns ein Punkt gegen den Spitzenreiter reicht. Da kam uns der Boden sehr entgegen! Wir haben unsere Heimserie - noch keine Niederlagen - weiter ausbauen können. Hervorheben will ich Keeper Große und Tino Gaunitz. Enttäuscht war ich von der Schuhwahl von Linkert, der nur über den Platz gerutscht ist."
Wertung

2 Sterne (Ein gerechtes 0:0 bei minus 6 Grad und schwer bespielbaren Boden - Halbzeit eins war aus VfB-Sicht noch ganz okay, umso enttäuschender die Leistung im zweiten Durchgang!)

In der Galerie findet Ihr 54 Fotos und 1 Video vom Spiel!
Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3
Jörn Lenz 3
Matthias Großmann 3
Torsten Jülich 3-
Olaf Renn 3-
Matthias Breitkreutz 4
Nico Kanitz 4
Alexander Blessin 3
Rock Embingou 4
Mike Sadlo 4-
Peter-Sebastian Gunkel 4

Spielbericht

Der VfB Leipzig verspielte am letzten Spieltag der Hinrunde im "Kühlschrank" (minus 6 Grad und eisiger Wind bei strahlenden Sonnenschein) Stadion an der Wurzener Straße im Dresdener Stadtteil Pieschen vor 505 Zuschauern durch ein gerechtes 0:0 Unentschieden beim FV Dresden-Nord die Herbstmeisterschaft. Unter den 250 mitgereisten VfB-Fans befanden sich auch circa 40 Fans, die sich als Weihnachtsmänner verkleideten - eine tolle Idee, weiter so! Neben den mitgereisten Fans konnte man aber nur mit Halbzeit eins aus VfB-Sicht auf tiefgefrorenen Boden einigermaßen zufrieden sein. Im zweiten Durchgang enttäuschten die Schützlinge von Trainer Dixie Dörner - nach vorne lief fast gar nichts und negativer Höhepunkt war die (berechtigte) Rote Karte gegen Torjäger Mike Sadlo wegen Nachtretens. Dazu kann sich Libero Jörn Lenz nach seiner fünften Gelben Karte über eine verlängerte Winterpause "freuen" (fehlt beim Rückrunden-Auftakt am 1. Februar in Pößneck). Obwohl man mit der Abwehrarbeit zufrieden sein konnte, war es einfach zu wenig. Es fehlte das Durchsetzungsvermögen im Mittelfeld und die Ideen. Die Stürmer hingen buchstäblich in der Luft und bekamen kaum Bälle! Aber erst einmal zum Spielverlauf:

VfB-Trainer Hans-Jürgen Dörner brachte für den gesperrten Peter Freund (5. Gelbe Karte) Matthias Großmann als zweiten Manndecker. Die Leipziger waren von Anfang an spielbestimmend, ohne sich klare Chancen herauszuspielen - es fehlte der "finale Pass". In der 11. Minute prüfte Stürmer Mike Sadlo (nach Vorarbeit von Matthias Breitkreutz) mit einem Schuss aus 18 Metern das erste Mal Keeper Rene Große. Sechs Minuten später zieht Olaf Renn nach einer kurzen Ecke von der Strafraumgrenze ab, doch kein Problem für den Schussmann der Gastgeber. In der 23. Minute verlängert Stürmer Peter-Sebastian Gunkel einen Eckball von Nico Kanitz per Kopf - Jörn Lenz steht aus 14 Metern bereit, aber für den geschlagnen Keeper rettet Jens Georgie kurz vor der Torlinie. Die wohl beste VfB-Chancen im ganzen (!) Spiel... Nach einer halben Stunde zieht Alexander Blessin von halb rechts ab - der Ball geht an Keeper Rene Große, aber auch am langen Pfosten vorbei. In der 31. Minute ist es wieder Alexander Blessin der diesmal aus 22 Metern zum Schuss kommt, doch die Kugel geht deutlich über die Querlatte. In der 34. Minute vernascht Rock Embingou mit seiner besten Szene im ganzen Spiel seinen Gegenspieler auf der linken Außenbahn und spielt den Ball flach in den Strafraum, wo Peter-Sebastian Gunkel aus 8 Metern zum Schuss kommt - aber zu schwach um Keeper Rene Große zu bezwingen, da hätte mehr Dampf dahinter sein müssen! In der 43. Minute dann die erste Gelegenheit für den Gastgeber, doch ein Freistoß von Mario Scholze von halb links geht knapp über das Tor von Gunnar Grundmann. Dann ging es endlich zum aufwärmen in die Kabine bzw. für die Pressevertreter in den "VIP-Raum" (mit einer guten gastronomischen Verpflegung ;-)!

Wer dachte, die Leipziger würden nun noch mehr Druck entwickeln sah sich enttäuscht. Das Geschehen spielte sich nun hauptsächlich im Mittelfeld ab - die VfB-Kicker konnten sich kaum noch gegen die Gaunitz & Co. durchsetzen. So sollte die erste Chance im zweiten Durchgang auch den Gastgebern vergönnt bleiben, doch Elvir Jugo köpft nach einem Eckball von links aus 6 Metern über den VfB-Kasten (59.). Im direkten Gegenzug legt Matthias Breitkreutz für Nico Kanitz auf links auf, doch statt zum freien Mike Sadlo am langen Pfosten zu spielen, versucht sich Kanitz mit einem Schuss von der Strafraumgrenze, der deutlich am langen Pfosten vorbei strich. In der 64. Minute konnte der ehemalige Bundesliga-Spieler Matthias Breitkreutz bei einem Freistoß von links aus 18 Metern für große Gefahr sorgen, doch Keeper Rene Große fischte den Ball noch aus dem unteren linken Eck. Eine Minute später verspringt dem völlig freien Martin Streiber (gerade eingewechselt) der Ball in aussichtsreicher Position - das erste Mal Glück für den VfB! Dann der wohl negative Höhepunkt des Spiels: Nach einem Zweikampf von Mike Sadlo mit Dirk Härtig entlädt sich der Frust beim VfB-Stürmer und er tritt genau vor den Augen vom Linienrichter nach - und sieht zu Recht von Schiedsrichter Oehme die Rote Karte und wird so wohl mindestens zwei Spiele fehlen! Kurz vor Schluss großes Glück für den VfB: Frank Gaunitz bedient von links den freien Elvir Jugo der unbedrängt am linken Pfosten aus 8 Metern vorbeischießt (87.). Das kurze aufbäumen in der Nachspielzeit brachte für den Gast aus der Messestadt leider auch nichts mehr zählbares - außer das sich Jörn Lenz wegen Meckerns wohl eine taktisch wichtige 5. Gelbe Karte abholt. So fehlt er "nur" gegen Pößneck, dafür nicht zum Beispiel in Jena zum Spitzenspiel.

Fazit: Ein gerechtes Remis auf tief gefrorenem Boden - und eine herbe Enttäuschung für die VfB-Kicker und seine Fans. Damit verspielten die Leipziger nicht nur die Herbstmeisterschaft, sondern auch eine kleine Euphorie, die sich nach dem 2:0 in Zwickau aufbaute (aber schon vom 1:1 zu Hause gegen Magdeburg etwas gedämpft wurde). Man geht also mit einem unguten Gefühl in die Winterpause - aber in Sachen Meisterschaft ist noch überhaupt nichts entschieden, jetzt darf man die Nerven nicht verlieren. Positiv kann man heute nur die Abwehrleistung bewerten, die nur eine echte Chance für den Gastgeber zu ließ. Enttäuschung nach dem Schlusspfiff übrigens bei den mitgereisten Fans nicht nur über den Verlust von zwei wichtigen Punkten Richtung Platz eins, sondern auch weil sich keiner der VfB-Kicker bei den Fans blicken ließ. Besonders die tolle "Nikolausaktion" (Spiel war ja eigentlich für Freitag, den 6. Dezember geplant) von circa 40 Fans hätte gewürdigt werden müssen. Allerdings sorgten Rufe wie "Schämt Euch was" von einigen Fans auch für großen Frust bei den Spielern, der sich bei Torwart Gunnar Grundmann besonders lautstark entlud.

(Spielbericht von Ronny John)

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