18. Spieltag   Saison 2002/2003

VfB Leipzig

0

VfB Pößneck

0

Spieldaten
Datum 1. Februar 2003
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 1.183
Schiedsrichter Scheibel (Breitenhagen)
Torschützen Fehlanzeige!
Gelb Renn, Hannemann, Freund - Bartholme, Ceesay
Gelb-Rot Busse (88./Pößneck)
Rot Keine
Aufstellung
VfB Leipzig: VfB Pößneck:
Gunnar Grundmann Veit Wohlfahrt
Torsten Jülich Uwe Bartholme
Lars Weißenberger Gunnar Daum
Peter Freund Kemo Ceesay
Dirk Hannemann Thomas Lässig
Olaf Renn Nico Busse
Marcel Gebhardt Peter Heidler (ab 89. Torsten Förster)
Rock Embingou Marcus Fritzsche
Matthias Breitkreutz (ab 65. Frank Räbsch) Dirk Stumpe (ab 75. Mirko Ludwig)
Alexander Blessin (ab 75. Branko Marcetic) Christian Reimann (ab 73. Torsten Heynig)
Peter-Sebastian Gunkel Jürgen Walther
Trainer
Hans-Jürgen Dörner Toni Vogel
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (Leipzig-Trainer) "Wir sind natürlich enttäuscht über das Spiel und vor allem über das Ergebnis. Wir hatten so viele Chancen, dass wir 5 Spiele hätten damit gewinnen können. Daran müssen wir arbeiten, da wir es einfach nicht geschafft hatten, den Ball wenigstens einmal über die Linie zu bekommen. Ich bin an der Außenlinie natürlich fassungslos gewesen - kein Spieler hat einmal die Ruhe bewahrt hat und auch mal gezielt in eine Ecke geschossen,  gerade bei diesen Bodenverhältnissen ist so etwas wichtig. Heute kam natürlich auch viel Pech dazu, aber wenn man die Chancenanzahl über 90 Minuten sieht muss man einfach ein Tor machen. Die Leidenschaft hat gestimmt und die Mannschaft ist auch viel gelaufen - wir haben das Mittelfeld schnell überbrückt bei dem Boden, dass hat alles gut funktioniert. Aber wir sind einfach an unserem eignen Unvermögen gescheitert!"
Tino Vogel (Pößneck-Trainer) "Es war für uns das erste Mal, dass wir Auswärts zu null gespielt haben. Es war ein verdienter Punkt, da von unserem 23-Mann-Kader heute nur 15 Spieler einsatzfähig waren. Wir haben uns den Punkt verdient und über 90 Minuten toll gekämpft. Ich bin hochzufrieden, obwohl Leipzig natürlich die spielerisch bessere und überlegenere Mannschaft war. Leipzig hat heute natürlich auch etwas Pech gehabt - es kam halt alles zusammen!"
Olaf Renn (Leipzig-Spieler) "Das war heute ein Scheibenschießen! Jeder durfte mal, und jeder hat den anderen im Auslassen von Chancen übertroffen. Das waren die bittersten Punkte, die wir bisher liegen gelassen haben."
Reinhard Bauernschmidt (VfB-Präsident) "Unvorstellbar, unentschuldbar! Wieder kein System, wieder keine Ordnung, leider keine Fortschritte nach der Winterpause. Darüber müssen wir reden."
Wertung

2 Sterne (Bei einer dicken Schneedecke auf dem Rasen sündigte der Gastgeber mit seinen Chancen - man kann es wirklich nur Unvermögen nennen, dass nicht eine der mindestens 10 Großchancen genutzt wurden!)

In der Galerie findet Ihr 44 Fotos vom Spiel!
Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3
Torsten Jülich 3
Lars Weißenberger 4+
Peter Freund 3-
Dirk Hannemann 4
Olaf Renn 4
Marcel Gebhardt 5+
Rock Embingou 3-
Matthias Breitkreutz (bis 65.) 3-
Alexander Blessin (bis 75.) 3-
Peter-Sebastian Gunkel 4+
Frank Räbsch (ab 65.) 3-
Branko Marcetic (ab 75.) keine Wertung

Spielbericht

Leipzig - Probstheida ein "Wintermärchen" - leider ließen die Bedingungen beim Rückrundenauftakt bei einer 5 cm dicken Schneedecke gegen den VfB Pößneck kein "märchenhaftes" Spiel zu. Im Gegenteil: Der Gastgeber rutschte böse aus und kam am Ende nur zu einem 0:0 (0:0) Unentschieden gegen den Tabellen-Zwölften aus Thüringen. Vor 1.183 Zuschauern (darunter 20 Gäste-Fans) im Bruno-Plache-Stadion erspielten sich die Leipziger Großchancen für fünf Spiele, scheiterten aber immer wieder am eignen "Unvermögen" (O-Ton Trainer Dörner nach dem Spiel) vor dem Tor. Besonders bitter: Auch Spitzenreiter Jena patzte mit einem 0:0 beim FV Dresden-Nord und machte Lokalrivale FC Sachsen zum Gewinner des Spieltages, obwohl ihr Spiel in Hoyerswerda ausfiel. Am Einsatz und der Laufbereitschaft lag es heute nicht - einfach nur an der Chancenauswertung. Besonders kurz vor dem Halbzeitpfiff und Mitte der zweiten Halbzeit gab es sogenannte Hundertprozentige im Minutentakt (und das ist nicht übertrieben). Aber bange machen gilt nicht - vielleicht entschädigt uns die Mannschaft schon in Jena für die ausgelassnen Chancen. Übrigens: Fast die gesamte Mannschaft bedankte sich nach dem Schlusspfiff trotzdem bei den Fans im Fanblock - das wollen wir nun immer sehen, egal wie die Spiele ausgehen! Und: Nie wieder einen roten Ball - dieser schien heute wie verhext zu sein. Aber nun zum Spielverlauf:

VfB-Trainer Hans-Jürgen Dörner musste heute den gesperrten Libero Jörn Lenz (5. Gelbe) ersetzen - für ihn spielte Torsten Jülich und Torwart Gunnar Grundmann übernahm die Kapitänsbinde. Als zweiter Manndecker kam der Blondschopf Lars Weißenberger zu seinem ersten Saisoneinsatz! Für den verletzten Nico Kanitz besetzte Marcel Gebhardt die linke Außenbahn - leider heute nicht gerade überzeugend. Im Sturm setzte Dörner auf Peter-Sebastian Gunkel neben Blessin (Mike Sadlo ist die ersten drei Spiele noch Rot gesperrt).  Die erste Torchance im Spiel gab es für den Gastgeber aus Probstheida: In der 8. Minute lenkte Gunnar Daum einen Freistoß von Matthias Breitkreutz beinah ins eigne Tor. Fünf Minuten später bereitet Alexander Blessin per Hakentrick für Dirk Hannemann vor, doch der der Mittelfeldrambo trifft aus 10 Metern von links nur das Außennetz. In der 17. Minute zieht Alexander Blessin völlig frei nach einem Konter aus knapp 20 Metern ab (obwohl er noch hätte gehen können), doch der Flachschuss war leichte Beute für Veit Wohlfahrt im Tor von Pößneck. Danach kommt Matthias Breitkreutz nach Vorarbeit von Peter-Sebastian Gunkel aus knapp 12 Metern an den Ball, doch statt direkt zu schießen tanzt er erst einmal drei Gegenspieler aus und scheitert dann ebenfalls am Schlussmann der Thüringer (27.). Nach einer halben Stunde probiert es Rock Embingou mit einem Fernschuss aus 22 Metern, doch knapp drüber! In den letzten 5 Spielminuten in der ersten Hälfte dann Großchancen fast im Minutentakt: Nach einem "doppelten Doppelpass" zwischen Breitkreutz und Blessin schießt der Schwabe aus 12 Metern ganz knapp links vorbei (41.). Sekunden später bereitet Alexander Blessin für Breitkreutz vor, aber der abgefälschte Schuss streicht um Zentimeter am linken Außenpfosten vorbei (42.). In der 43. Minute rettet ein Pößneck-Spieler kurz vor der Torlinie bei einem Schuss von Olaf Renn aus 16 Metern für den geschlagnen Veit Wohlfahrt. Weiter ging's: Aus 12 Metern zieht Alexander Blessin von rechts ab, doch erneut streicht der leicht abgefälschte Schuss am langen Pfosten vorbei - Wahnsinn! Sekunden vor dem Halbzeitpfiff setzt dann Torsten Jülich einen Kopfball (nach Ecke von Marcel Gebhardt) aus 6 Metern freistehend noch neben das Tor - knapper ging es nicht mehr (45.). Durchatmen war angesagt und eigentlich schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis das erste Tor fällt...

Im zweiten Durchgang immer noch nichts zu sehen von Pößneck, dafür vom VfB aus Leipzig. Nach einer Flanke von Dirk Hannemann von rechts steigt Alexander Blessin am langen Pfosten am höchsten, doch er bekommt den Ball aus 8 Metern nicht richtig gedrückt - wieder leichte Beute für Wohlfahrt (54.). In der 58. Minute zieht Matthias Breitkreutz aus 18 Metern ab, doch der Schuss geht links vorbei. Zwei Minuten später scheiterte Rock Embingou nach einem Eckball von links per Kopf - erneut ging die "verhexte" rote Kugel nur um wenige Zentimeter am linken Außenpfosten vorbei. In der 64. Minute legt Matthias Breitkreutz für Dirk Hannemann auf, der zieht aus 16 Metern ab, doch Keeper Wohlfahrt bekommt den Ball noch irgendwie um den Pfosten gelenkt. Wenige Sekunden später köpft Peter-Sebastian Gunkel aus 8 Metern nach einem Eckball sogar gegen die Querlatte - so viel Pech kann man nicht haben, dass kann man heute einfach nur als "Unvermögen" bezeichnen, so kann man nicht aufsteigen! Aber weiter ging's mit den Großchancen, aber auf einmal fast der mögliche Siegtreffer für die Gäste aus Thüringen. Bei ihrer einzigen echten Torchance im Spiel kommt Kemo Ceesay nach einem Eckball aus dem Getümmel zum Kopfball, doch Peter Freund rettet in letzter Sekunde vor der Torlinie (75.). Dann ein sehr werkwürdiger Wechsel von Trainer Dixie Dörner - statt einen dritten kopfballstarken Stürmer zu bringen (bei den zahlreichen hohen Bällen sicherlich ein gutes Mittel), nimmt der VfB-Trainer Stürmer Blessin für Marcetic raus. In der Schlussphase trotzdem weitere hochkarätige Torchance für den Gastgeber! Erst legt der eingewechselte Branko Marcetic für Olaf Renn auf, der aber vollkommen frei aus 8 Metern am Torhüter scheiterte (82.). Dann kann Gunkel aus 5 Metern den Ball im fallen nicht an Veit Wohlfahrt im Pößneck-Tor vorbei stochern (83.). 88. Minute: Olaf Renn bekommt auf der rechten Seite den Ball und wird von Nico Busse (Neuzugang aus Jena bei Pößneck) recht brutal von den Beinen geholt und sieht nach dem wiederholten Foulspiel zu Recht die Gelb-Rote Karte! Dann die Schlusssekunde: Dirk Hannemann schlägt den Ball von rechts hoch in den Strafraum, Branko Marcetic kommt mit der Stirn noch an der Ball, aber wie sollte es anders sein - erneut schrammt die "verhexte" Kugel am langen Pfosten vorbei. Das war's und riesen Jubel bei Pößneck über den mehr als unerwarteten Punktgewinn!

Fazit: Laufbereitschaft und Einsatz stimmten heute beim Gastgeber - aber die Chancenauswertung kann man nicht einmal mit "unterirdisch", geschweige den als Pech bezeichnet werden - auch die schwierigen Bodenverhältnissen helfen nicht als Ausrede. Es war einfach "Unvermögen" und was noch unverständlicher war: Trotz einer Großzahl von erfahrenen Spieler (Breitkreutz, Blessin, Renn, Jülich... spielten alle schon einmal in der 2. oder sogar 1. Bundesliga) kam einfach keine Ruhe ins Spiel. Den besten Eindruck machten heute noch die Leistungen von Alexander Blessin (obwohl mit riesigen Abschlussschwächen heute), Matthias Breitkreutz und Torsten Jülich. Lars Weißenberger (hat aber seine Sache in der defensive gut gemacht) und Marcel Gebhardt konnten sich nicht unbedingt für weitere Einsätze von Anfang an empfehlen - aber auf der linken Seite gibt es nach der Verletzung von Nico Kanitz keine Alternative mehr für Gebhardt. Nun können wir nur hoffen, dass sich die VfB-Kicker die Tore für das Spitzenspiel am kommenden Freitag in Jena (20 Uhr) aufgehoben haben und die Serie von nun schon drei sieglosen Pflichtspielen in der Oberliga Nordost gebrochen wird und der Ball diesmal nicht "verhext" rot ist! Danach wartet erneut ein defensiver Gegner - Eintracht Sondershausen, es schwant einen jetzt schon nichts gutes ...

(Spielbericht von Ronny John)

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