19. Spieltag   Saison 2002/2003

FC Carl Zeiss Jena

0

VfB Leipzig

0

Spieldaten
Datum 07. Februar 2003
Uhrzeit 20.00 Uhr
Spielstätte Ernst-Abbe-Sportfeld (Jena)
Zuschauer 5.012
Schiedsrichter Hoyzer (Berlin)
Torschützen Fehlanzeige!
Gelb Benedetti - Freund, Blessin, Embingou, Lenz
Gelb-Rot Keine
Rot Keine
Aufstellung
FC Carl Zeiss Jena: VfB Leipzig:
Tino Berbig Gunnar Grundmann
Alexander Maul Jörn Lenz
Steven Sonnenberg (ab 46. Jan Zimmermann) Peter Freund (ab 28. Jens Werner)
Joachim Schwabe Torsten Jülich
Markus Grasser Dirk Hannemann
Olaf Holetschek Olaf Renn
Stefan Treitl Marcel Gebhardt (ab 46. Frank Räbsch)
Vito Benedetti Rock Embingou
Dirk Hempel Matthias Breitkreutz (ab 66. Branko Marcetic)
Miroslav Jovic (ab 63. Kais Manai) Alexander Blessin
Carsten Klee Peter-Sebastian Gunkel
Trainer
Joachim Steffens Hans-Jürgen Dörner
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (VfB-Trainer) "Ich bin natürlich zufrieden mit dem Ergebnis, mit dem Spiel meiner Mannschaft aber weniger! Mit dem 0:0 können wir leben. In der Abwehr haben wir gut gestanden, besonders Jörn Lenz auf der Liberoposition hat nichts zugelassen und. war im Kopfballspiel sehr stark. Es ist uns wenigstens gut gelungen die Räume zu verengen. Dagegen war das Spiel nach vorne, trotz unserem spielstarken Mittelfeldes, fast überhaupt nicht vorhanden. Auch unsere beiden Stürmer konnten sich gegen die Abwehr von Jena nicht durchsetzen! Nun wollen wir nächste Woche gegen Sondershausen den Bock umstoßen und auch wieder einen Treffer erzielen. Jena hat aber auch sehr druckvoll gespielt und haben uns kaum zur Entfaltung kommen lassen. Wir haben aber auch viele Fehler gemacht und werden dies in der kommenden Woche auswerten. Ich erwarte einfach das von Embingou, Breitkreutz und Hannemann mehr Sicherheit ausgestrahlt wird."
Joachim Steffens (Jena-Trainer) "Ich muss nicht ganz so viel sagen, denn jeder hat gesehen, das die Jenaer eine Träne in den Augen haben. Aber wir haben den Tabellen-Zweiten auf Distanz gehalten! Mit dem 0:0 kann man leben bzw. muss man leben. Das ärgerliche heute ist, dass wir den Pfosten treffen oder um wenige Zentimeter das Tor verfehlten - wer keine Tore schießt, sieht am Ende dumm aus. Wir haben dem VfB nicht eine Chance gelassen und das zeigt, wie sicher wir in der Defensive standen. Leipzig hatte glaube ich nicht einen Eckball gehabt! Jetzt haben wir zwei Spiele nicht verloren, aber nur zwei Punkte errungen. Im letzten Jahr hatten wir einmal gewonnen und einmal deftig verloren - und hatten drei Punkte! Die Meisterschaft beginnt deshalb für uns erst am kommenden Freitag gegen Pößneck!"
Rainer Zipfel (Jena-Präsident) Es hätte nur einen Sieger geben dürfen: Das war unsere Mannschaft! Ich bin zuversichtlich, dass wir in den kommenden Spielen die nötigen Punkte einfahren werden und diese zwei Unentschieden vergessen machen!"
Reinhard Bauernschmidt (VfB-Präsident) "Das Beste für uns war in der Tat das Ergebnis."
Wertung

2 Sterne (Fußball Magerkost am kühlen Freitag Abend bei glitschigen Rasenbedingungen - glücklicher Punktgewinn für den VfB!)

61 Fotos vom Spiel findet Ihr in der Galerie!
Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 2
Jörn Lenz 2
Peter Freund (bis 28.) 5
Torsten Jülich 3
Dirk Hannemann 4
Olaf Renn 3-
Marcel Gebhardt (bis 46.) 5
Rock Embingou 5
Matthias Breitkreutz (bis 66.) 4
Alexander Blessin 3-
Peter-Sebastian Gunkel 3-
Jens Werner (ab 28.) 3
Frank Räbsch (ab 46.) 4+
Branko Marcetic (ab 66.) 3-

Spielbericht

"Verlieren verboten" - so titelte die BILD Zeitung vor dem Spitzenspiel des VfB beim FC Carl Zeiss Jena. Zumindest dies wurde erreicht, aber am Ende kann man das 0:0 vor 5.012 Zuschauern im Ernst-Abbe-Sportfeld nur als eher glücklichen Punktgewinn einstufen. Dazu gib es erneut einen lachen Dritten: Den FC Sachsen (so lange sie ihr Heimspiel gegen Cottbus gewinnen)! Die VfB-Kicker hatten kurz vor Schluss bei einem Pfostentreffer von Kais Manai auch viel Glück, was sie sich aber durch viel Engagement auch etwas verdient hatten. 800 mitgereiste Leipziger sahen allerdings nicht eine echte Torchance im Fußball-Klassiker von ihrer Mannschaft - ein "Armutszeugnis" für ein Team, was um den Aufstieg kämpft und von vielen vor der Saison als Topfavorit bezeichnet wurde. Damit ist der VfB seit knapp 11 Jahren ohne Sieg in Jena, was heute nicht an der Abwehr oder dem Sturm lag, sondern am kreativen Mittelfeld um Hannemann, Embingou und Breitkreutz. In der gut stehenden Abwehr räumte besonders Libero Jörn Lenz alles ab und beide Stürmer waren sehr lauffreudig, bekamen aber kaum Bälle aus dem Mittelfeld. Der Knackpunkt waren also die erfahrenen Spieler im VfB-Mittelfeld und die leider wieder schwache linke Seite. Aber nun zum Spielverlauf:

Hans-Jürgen Dörner konnte wieder auf Libero und Kapitän Jörn Lenz zurück greifen. Ansonsten spielte die Stammelf aus dem Pößneck-Spiel - nur Weißenberger musste wieder auf der Bank Platz nehmen. Viel Brisanz im Spiel war auch durch das erste Aufeinandertreffen von Achim Steffens und dem Klub aus der Messestadt. Steffens präsentierte sich in "alter Form" - lautstark tobend an der Seitenlinie. Die erste Chance sollte dann auch der Gastgeber aus dem Saalethal haben als Peter Freund einen Freistoß von Olaf Holetschek beinah ins eigne Tor beförderte (4.). Bei dem anschließenden Eckball steigt Joachim Schwabe am höchsten, doch Rock Embingou kann retten. Kurz darauf wieder ein paar eher unschöne Szenen im Gästeblock: Drei Leuchtraketen wurde Richtung Jena-Fans gezündet, dazu noch einige bengalische Feuer in den Innenraum katapultiert. In der 10. Minute sorgte Olaf Holetscheck per Freistoß von halb rechts für Gefahr, doch VfB-Keeper Gunnar Grundmann reagierte glänzend. Knappe 60 Sekunden später zieht Jena-Stürmer Miroslav Jovic aus 20 Metern ab und verfehlte das VfB-Tor nur knapp (links vorbei). Dann kehrte etwas Ruhe in Sachen Torchancen ein, dafür ging es in Sachen Fouls hoch her. Der bereits gelb verwarnte Peter Freund senzte Joachim Schwabe in der 25. Minute auf Höhe der Mittellinie von hinten um - für so ein Foul zeigen die meisten Schiedsrichter sofort die Rote Karte. Aber nicht so Robert Hoyzer aus Berlin - Freund blieb auf dem Spielfeld und wurde klugerweise drei Minuten später von Trainer Dörner vor dem Platzverweis bewahrt und (etwas überraschend) bekam Nachwuchsspieler Jens Werner wieder eine Chance in der Defensive (und erledigte sein Aufgabe mit sehr viel Engagement). Sein letztes Pflichtspiel in der ersten Mannschaft bestritt er am ersten Spieltag in Pößneck! Kurz nach der Einwechslung von Werner köpft Alexander Maul, nach einem Freistoß von links, nur knapp über das VfB-Gehäuse - der Ball landete zum Glück auf dem Tornetz. Jena blieb weiter spielbestimmend, während die Gäste aus der Messestadt eher darauf bedacht waren das Spiel zu zerstören. Die einzige VfB-Chance (im gesamten Spiel!) besaß Peter-Sebastian Gunkel in der 40. Minute mit einem eher schwachen Flachschuss aus 20 Metern - leichte Beute für Zeiss-Keeper Tino Berbig.

Zur Halbzeit nahm VfB-Trainer Dörner den schwachen Marcel Gebhardt vom Platz und brachte für die rechte Seite Frank Räbsch - Olaf Renn rückte dafür auf Linksaußen! Auch Achim Steffens brachte mit Jan Zimmermann einen neuen Stürmer und Jena sollte weiter die klar spielbestimmende Mannschaft bleiben - die Leipziger überzeugten dagegen weiter nur in der Abwehr und in der "Spielzerstörung". Nach einem kleinen Fehler von Jörn Lenz kam der gerade eingewechselte Zimmermann aus 18 Metern zum Schuss, doch die Kugel ging deutlich links vorbei (47.). In der 51. Minute bereitete Carsten Klee für Sturmpartner Miroslav Jovic vor, doch Jovic zögerte zu lange und traf nur das Außennetz. In der 61. Minute bringt Dirk Hempel von links den Ball Richtung Strafraum wo Markus Grasser am langen Pfosten lauerte, doch der setzt den Ball rechts vorbei. Dann konnten sich die Leipziger etwas befreien, ohne große Gefahr auszustrahlen. In der 70. Minute die einzige Offensiv-Aktion der Leipziger, doch selbst Dirk Hannemann mit einem Gewaltschuss per Freistoß aus 25 Metern scheiterte. Acht Minuten später kommt der eingewechselte Kais Manai aus 18 Metern (nach Vorarbeit von links) zum Schuss, doch zu schwach um Gunnar Grundmann auf dem rutschigen Geläuf zu bezwingen. Die letzte Chance im Spiel sollte es in sich haben - und wie sollte es nicht anders sein, gab es die für die klar bessere Mannschaft: Jena! Jan Zimmermann schlägt einen Freistoß von links Außen in die Strafraummitte und Kais Manai köpft aus 7 Metern völlig freistehend an den linken Pfosten - Pech für die Thüringer und Glück für einen wenigstens tapfer kämpfenden VfB.

Fazit: Ein eher glückliches Remis für die Leipziger, die sich den Punkt aber durch viel Engagement und eine gute Abwehrleistung noch etwas verdienten. Im Spiel nach vorne gab es (bis auf die kleine Chance von Gunkel im ersten Durchgang) nicht eine gefährliche Aktion, was leider am blassen kreativen Mittelfeld lag, dass eigentlich mit Leuten wie Hannemann, Breitkreutz und Embingou gerade in solchen Spielen gefordert ist. Die bittere Bilanz: Nicht einen einzigen Eckball heraus geholt - Jena dagegen acht! So fuhren die gut 800 VfB-Fans enttäuscht Richtung Heimat - wenigstens bedankte sich fast die gesamte Mannschaft für die Unterstützung. Das Team scheint die Wichtigkeit der eignen Fans erkannt zu haben - weiter so! Besonders die Leistung der VfB-Abwehr ist heute zu loben (inklusive Torwart Gunnar Grundmann), die trotz unzähliger Freistößen und Eckbällen kaum etwas anbrennen ließ. Vom (kreativen) Mittelfeld war heute fast gar nix zu sehen - deshalb kann man den Stürmern auch keine große Schuld zu sprechen. Das Unentschieden hält wenigstens noch alle Chancen in Richtung Tabellenplatz eins offen, auch wenn der FC Sachsen erneut als lachender Dritter aus der Partie ging. Nach dem dritten 0:0 in Folge (!! - wann hat es das schon einmal gegeben) kann man in Probstheida nur hoffen, dass gegen Sondershausen endlich wieder der Knoten platzt. Fehlen wird da Rock Embingou, der seine 5. Gelbe Karte sah!

P.S.: Lars Weißenberger darf sich diese Spielbericht nicht zu sehr zu Herzen nehmen - aber darüber reden wir noch ;-)

(Spielbericht von Ronny John)

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