20. Spieltag   Saison 2002/2003

VfB Leipzig

5

Eintracht Sondershausen

0

Spieldaten
Datum 15. Februar 2003
Uhrzeit 14.00 Uhr
Spielstätte Bruno-Plache-Stadion (Leipzig)
Zuschauer 902
Schiedsrichter Mattig (Frankfurt/O.)
Torschützen 1:0 Breitkreutz (6.), 2:0 Breitkreutz (27.), 3:0 Gunkel (61.), 4:0 Breitkreutz (87.), 5:0 Blessin (88.)
Besonderes Vorkommnis Hannemann verschießt Foulelfmeter (25./VfB)
Gelb Hannemann - Werner
Gelb-Rot Keine
Rot Keine
Aufstellung
VfB Leipzig: Eintracht Sondershausen:
Gunnar Grundmann Daniel Menzel
Jörn Lenz Lars Plachy (ab 84. Andre Bohne)
Torsten Jülich Denny Silabetzschky
Peter Freund Tino Gerschewski
Jens Werner Frank Tanne
Dirk Hannemann Sven Baumann
Olaf Renn Dennis Demmer (ab 76. Dirk Holzapfel)
Frank Räbsch Christian Krug
Matthias Breitkreutz Andreas Wille (ab 46. Marc Werner)
Alexander Blessin Sebastian Casper
Peter-Sebastian Gunkel Maik Franz
Trainer
Hans-Jürgen Dörner Burkhard Venth
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (VfB-Trainer) "Die Platzverhältnissen waren sehr kompliziert für beide Mannschaften. Jetzt bin ich froh, dass trotz der Verhältnisse angepfiffen wurde. Es war ein verdienter Sieg, auch in dieser Höhe - auch wenn es lange nicht nach den fünf Treffern aussah! Wir hatten schon im ersten Durchgang verpasst, dass Ergebnis deutlichere zu gestalten. Insgesamt haben wir über 90 Minuten wenige Fehler gemacht - den Riesenfehler von Jülich ausgeklammert. Sonst haben wir so gespielt, wie man auf diesem Boden spielen muss. Es ist für mich sehr erfreulich, dass ein Mittelfeldspieler wie Matthias Breitkreutz torgefährlich ist. Er kam mit seiner sehr guten Technik auf dem Boden natürlich gut zu Recht."
Thomas Rießland (Co-Trainer Eintracht) "Glückwunsch an die Leipziger! Wir sind natürlich nicht mit der Erwartung hier her gekommen, fünf Tore zu bekommen. Wir wollten die Niederlage in Grenzen halten, aber das Ergebnis entspricht am Ende dem Spielverlauf. Unsere personelle Situation ist als prekär zu bezeichnen, aber wir hoffen trotzdem die nötigen Punkte gegen den Abstieg in der Rückrunde zu holen. Wir müssen unsere Punkte woanders holen!"
Reinhard Bauernschmidt (VfB-Präsident) "Wir werden mit diesem Trainer die Runde zu Ende spielen! Eine tolle Leistung. Die Gespräche haben gefruchtet, wir glauben wieder an den Aufstieg."
Matthias Breitkreutz (VfB-Spieler) "Ich bin halt doch ein typischer Goalgetter. Ich hoffe, dass die Diskussionen um den Trainer jetzt aufhören! Er ist der richtige Mann für uns."
Wertung

3 Sterne (Auf schwer bespielbaren Boden sahen die VfB-Fans endlich wieder ein ganz unterhaltsames Spiel ihrer Mannschaft - ein vollkommen verdienter Heimsieg, auch in dieser Höhe!)

In der Galerie findet Ihr 63 Fotos und 1 Video vom Spiel!
Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 2
Jörn Lenz 3+
Torsten Jülich 4-
Peter Freund 3-
Jens Werner 3
Dirk Hannemann 2-
Olaf Renn 2
Frank Räbsch 2-
Matthias Breitkreutz 1-
Alexander Blessin 3+
Peter-Sebastian Gunkel 2

Spielbericht

Nach 361 Oberliga-Minuten trafen die VfB-Spieler endlich wieder ins gegnerische Tor - und am Ende gewannen sie das Heimspiel vor 902 Zuschauern (darunter ca. 15 Gäste-Fans) gegen Eintracht Sondershausen ganz souverän und vollkommen verdient mit 5:0 (2:0). Die erschreckend schwachen Gäste aus Thüringen hatte heute, trotz des tiefgefrorenem und schwer bespielbaren Platzes im Bruno-Plache-Stadion, nicht den Hauch einer Chance. Ein Grund war aber auch die prekäre Personalsituation bei den Gästen, die ihre Ersatzbank nur mit Spielern aus der Zweiten Mannschaft bzw. der A-Jugend noch auf vier Mann aufgefüllt bekamen. Der VfB bot diese Saison zwar schon bessere Spiele, doch besonders der Bundesliga-erfahrene Matthias Breitkreutz nutzte die zahlreichen Torchancen diesmal besser aus. So konnte sich der Gastgeber sogar erlauben, einen Foulelfmeter zu verschießen (25. Minute/Dirk Hannemann). Nun gilt es für die Truppe von Trainer Dixie Dörner (die bis Sonntag erst einmal wieder Tabellenführer ist) auch in den nächsten Spielen gegen die vermeintlich "Kleinen" nachzulegen, um wieder eine Chance auf den Staffelsieg zu haben. Aber erst einmal zum heutigen Spielverlauf:

Nach der Verbannung von Branko Marcetic und Marcel Gebhardt setzte VfB-Trainer Hans-Jürgen Dörner auf der linken Außenbahn auf Olaf Renn. Auf rechts rückte dafür Edelreservist Frank Räbsch in die Startformation. Für den gelbgesperrten Rock Embingou durfte sich Nachwuchstalent Jens Werner im defensiven Mittelfeld beweisen (und machte seine Sache wieder recht ordentlich). Auf der Bank nahm das erste Mal der erst 17jährige Stürmer Nicky Adler aus der A-Jugend Platz. Gegen die indisponierten Gäste, die beide Spiele in der Rückrunde verloren hatten, besaß der Gastgeber gleich nach wenigen Sekunden die erste Möglichkeit - doch ein Schuss von Dirk Hannemann aus 18 Metern ging über das Eintracht-Tor. Dann die 6. Minute: Regisseur Matthias Breitkreutz tritt aus 24 Metern zu einem Freistoß an - der Flachschuss senkt sich ins linke Eck zum frühen 1:0 (bei diesen Bodenverhältnissen sehr wichtig) und Eintracht-Keeper Daniel Menzel machte nicht den sichersten Eindruck. "Matze" war dies egal und der ehemalige Bundesliga-Spieler freute sich über seinen ersten Pflichtspieltreffer für den VfB! Aber weiter geht's mit "Einbahnstraßenfußball" in Probstheida Richtung Eintracht-Tor. In der 13. Minute bringt Denny Silabetzschky Alexander Blessin im Strafraum zu Fall - hier hätte Schiedsrichter Oliver Mattig auf Frankfurt/Oder durchaus auf den Punkt zeigen können. 60 Sekunden später bringt Dirk Hannemann von links eine Flanke Richtung langen Pfosten, doch Stürmer Peter-Sebastian Gunkel wird von Frank Räbsch behindert und schießt rechts vorbei. In der 23. Minute zieht Mittelfeld-Rambo Dirk Hannemann volley von den Strafraumgrenze ab, doch der abgefälschte Schuss zischt rechts vorbei. Zwei Minuten später zeigt Schiedsrichter Mattig dann auf den Elfmeterpunkt - Lars Plachy brachte Peter-Sebastian Gunkel mit einem heftigen Schupser zu Fall. Trotzdem: Diesen Elfer muss man nicht unbedingt geben. Sei's drum: Dirk Hannemann schnappt sich den Ball - aber der ehemalige Magdeburger zirkelt den Strafstoß am rechten Pfosten vorbei - die Chance auf die Vorentscheidung leider knapp vergeben! Die sollte in der 27. Minute fallen: Alexander Blessin setzt sich im Strafraum durch, doch sein Schuss wird von Daniel Menzel pariert - den Abpraller nimmt Breitkreutz aus knapp 20 Metern volley und erneut senkt sich die Kugel flach ins linke Eck - 2:0! Danach bringt Dirk Hannemann einen Freistoß von links Richtung Strafraum, doch Alexander Blessin scheitert mit seinem Kopfball aus 7 Metern an Eintracht-Keeper Daniel Menzel (34.). Sechs Minuten später steht wieder Hannemann bereit - diesmal bringt er den Ball von rechts in die Strafraummitte, wo Stürmer Peter-Sebastian Gunkel lauerte, doch aus 6 Metern per Kopf am besten Eintracht Spieler, Daniel Menzel, scheiterte.

Unverändertes Bild im zweiten Durchgang: In der 49. Minute entschärft Menzel im Eintracht-Kasten einen Freistoß von Dirk Hannemann von halb rechts aus knapp 16 Metern. Dann die 54. Minute und die einzige Torchance für die Gäste aus Thüringen im gesamten Spiel - aber diese sollte es gleich richtig in sich haben: Torsten Jülich mit einem Katastrophen-Fehler kurz vor dem VfB-Strafraum genau auf Stürmer Sebastian Caspar. Der beste Torschütze der Gäste macht sich völlig frei auf den Weg Richtung VfB-Keeper Gunnar Grundmann, doch dieser behält die Nerven und hält meisterlich. Den Abpraller schnappt sich der eingewechselte Marc Werner - der steht ebenfalls völlig frei, doch erneut hält Grundmann glänzend und wird deshalb verdientermaßen noch Minuten vom Publikum (das heute mit einer Sparausgabe des Stadionmagazins auskommen musste - nur 4 Seiten!) gefeiert. Danach diktierte aber nur noch der Gastgeber bei Temperaturen um minus zwei Grad und eisigen Wind... In der 61. Minute spielt Jens Werner genau in den Lauf von Olaf Renn, der scheitert aus 10 Metern aber frei an Eintracht-Keeper Menzel - doch Stürmer Peter-Sebastian Gunkel steht goldrichtig und staubt aus 5 Metern zum 3:0 ab. Damit war die Entscheidung gefallen und die Partie verflachte zusehnst. So sorgte erst Olaf Renn mit einem Schuss aus 16 Metern für Gefahr, der aber sicher von Menzel entschärft wurde (74.). Zwei Minuten später flankt Matthias Breitkreutz von links, aber Torjäger Gunkel scheitert mit seinem Kopfball aus 7 Metern. In der 87. Minute krönt Breitkreutz seine überragende Leistung mit seinem dritten Treffer - Dirk Hannemann schlägt den Ball von links Richtung langen Pfosten, dort lauert Frank Räbsch, der klug auf Breitkreutz am 5-Meter-Raum rüberlegt und der Mittelfeld-Regisseur versenkt die Kugel sicher aus 5 Metern zum 4:0. Die schönste Kombination im ganzen Spiel! Den Schlusspunkt setzte aber Alexander Blessin mit seinem dritten Saisontreffer - nach einem langen Pass kommt Olaf Renn aus leicht abseitsverdächtiger Position auf links frei an den Ball und bedient auf der anderen Seite den Schwaben im Dienste des VfB, der sicher aus 8 Metern verwandelte.

Fazit: Drei "Pflichtpunkte" eingefahren und nach 361 Minuten endlich wieder das gegnerische Tor getroffen. Dazu bewiesen die VfB-Kicker, dass sie auch so ein Spiel auch einmal sehr deutlich gewinnen können. Da sah heute schon wieder etwas nach Fußball aus, obwohl im zweiten Durchgang die "Luft" etwas raus war. Olaf Renn und Frank Räbsch sorgten für viel Belebung im VfB-Spiel, obwohl immer noch zu viel durch die Mitte ging. Überragender Spieler an diesem eisigen Tag: Matthias Breitkreutz - nicht nur wegen seiner drei Treffern, sondern wegen vielen guten Ideen und sicheren Pässen auf dem schwierigen, gefrorenem Geläuf (viele Spieler beklagten nach dem Schlusspfiff Schmerzen in den Füßen). Dazu hält Torwart Gunnar Grundmann sein Tor seit 360 Minuten in der Oberliga "sauber" - hoffen wir, dass er diese Serie auch bei Dresden Laubegast ausbauen kann und im Sturm weiter etwas für die (am Ende vielleicht wichtige) Tordifferenz getan werden kann. Überzeugt haben heute auf VfB-Seite noch Dirk Hannemann (trotz des verschossenem Elfmeters) und auch Nachwuchsspieler Jens Werner spielte mit viel Ehrgeiz im Mittelfeld (warum gab Dixie Dörner eigentlich heute nicht noch mehr Nachwuchsspielern eine Chance?!). So dürfte er sicherlich zu einer festen Größe in der ersten Mannschaft werden. Am Ende musste man aber noch einen negativen Punkt beklagen: Außer Olaf Renn, Alexander Blessin (der noch lautstark nach den Mitspielern schrie) und Jens Werner kam kein VfB-Kicker zu den Fans auf der Gegengerade - man sollte sich gerade bei den wenigen, so treuen Fans nach einem guten Kick bedanken!

(Spielbericht von Ronny John)

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