21. Spieltag   Saison 2002/2003

FV Dresden Laubegast

0

VfB Leipzig

2

Spieldaten
Datum 05. März 2003
Uhrzeit 19.00 Uhr
Spielstätte Rudolf-Harbig-Stadion (Dresden)
Zuschauer 420
Schiedsrichter Bley (Sehmatal)
Torschützen 0:1 Sadlo (56.), 0:2 Renn (88.)
Gelb Kohlschütter - Hannemann
Gelb-Rot Keine
Rot Keine
Aufstellung
FV Dresden Laubegast: VfB Leipzig:
Robert Rinke Gunnar Grundmann
Robert Heiße Jörn Lenz
Jens Flügel Jens Werner
Sascha Lense Torsten Jülich
Dirk Oberritter Dirk Hannemann
Rico Glaubitz Frank Räbsch
Boris Lucic Olaf Renn
Andre Kohlschütter Rock Embingou
Rene Sluka (ab 66. Marco Kolbe) Matthias Breitkreutz (ab 84. Lars Weißenberger)
Michael Taatz (ab 77. Daniel Fischer) Alexander Blessin (ab 58. Peter-Sebastian Gunkel / ab 76. Nicky Adler)
Alexander Eißrich Mike Sadlo
Trainer
Bernd Fröhlich Hans-Jürgen Dörner
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (VfB-Trainer) "Es war das erwartet schwere Spiel gegen einen defensiv eingestellten Gegner. Laubegast hat die erste Halbzeit gut verteidigt und uns kaum Räume gelassen. Nach dem Tor haben wir dann mehr Platz gehabt und besser gespielt. Besonders im ersten Durchgang haben wir einfach zu wenig gemacht und uns zu wenig bewegt - da hätte ich mir viel mehr gewünscht!"
Bernd Fröhlich (Laubegast-Trainer) "Wir hatten es selbst in der Hand im ersten Durchgang bei unseren Chancen. Wenn wir da in Führung gehen, läuft das Ding ganz anders."
Jörn Lenz (VfB-Spieler) "Es war eine schwere Geburt! Wir haben uns im ersten Durchgang zu wenig bewegt. Aber am Ende zählt nur das Ergebnis und die drei Punkte!
Wertung

2 Sterne (Pflichtsieg - mehr aber nicht! Besonders im ersten Durchgang enttäuschten die Leipziger, konnten sich aber steigern und gewannen noch verdient!)

59 Fotos und 1 Video vom Spiel in der Galerie!
Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 3
Jörn Lenz 3
Jens Werner 3-
Torsten Jülich 4
Dirk Hannemann 4+
Frank Räbsch 5
Olaf Renn 3+
Rock Embingou 4
Matthias Breitkreutz (bis 84.) 4
Alexander Blessin (bis 58.) 4
Mike Sadlo 3+
Peter-Sebastian Gunkel (ab 58. / bis 76.) keine Wertung
Nicky Adler (ab 76.) 2 (trotz "nur" 14 Minuten-Einsatz)
Lars Weißenberger (ab 84.) keine Wertung

Spielbericht

Im dritten Versuch hat es also geklappt - es wurde gespielt und der VfB fuhr im ehrwürdigen und fast leerem Rudolf-Harbig-Stadion drei Punkte beim FV Dresden Laubegast ein. Nach einer ganz schwachen ersten Halbzeit (Laubegast hätte sogar in Führung gehen können), gewannen die "roten Teufel" (die VfB-Kicker agierten zum ersten Mal in dieser Saison komplett in rot) am Ende noch mit 2:0 (0:0) vor nur 420 Zuschauern (darunter immerhin 180 VfB-Fans). Torjäger Mike Sadlo erhöhte sein Trefferkonto auf 13 Tore in dieser Saison und sorgte im Prinzip in der 56. Minute schon für die Vorentscheidung. Zum Glück ist der Torgarant nach seiner Sperre wieder zurück - sonst wäre die Partie wohl 0:0 ausgegangen. Aber so kann man sich in Probstheida über die Tabellenführung in der Oberliga freuen, auch wenn man ein Spiel mehr hat als Jena. Aber nun zum Spielverlauf:

VfB-Trainer Hans-Jürgen Dörner baute seine Mannschaft gegenüber dem letzten Kick gründlich um! Im Sturm setzte er wieder auf den Rot gesperrten Mike Sadlo - Peter-Sebastian Gunkel nahm nach seiner Verletzung erst einmal nur auf der Bank Platz. In der Abwehr musste Peter Freund wegen einer Grippe passen, dafür rückte Jens Werner auf die Manndecker-Position. Im Mittelfeld durfte Rock Embingou wieder wirbeln (nach seiner 5. gelben Karte zuletzt)! Beim Gastgeber fehlten mit Matthias Mauksch (Muskelfaserriss) und Thomas Weidner (Oberschenkelzerrung) zwei bekannte Namen. Trotzdem präsentierten sich die Dresdner sehr abwehrstark und sorgten für viele Probleme beim VfB - obwohl der vom Hochwasser schwer betroffne Dresdner Stadtteilklub nur auf dem 16. Tabellenplatz derzeit steht. Auf dem zwar tiefen, aber relativ gut bespielbaren Rasen im Harbig-Stadion besaß der Gastgeber durch André Kohlschütter nach sechs Minuten die erste kleine Torchancen (Schuss aus 25 Metern ging links vorbei). In der 9. Minute rettet ein Dresdner Abwehrbein vor Alexander Blessin, nach einer guten Flanke von Olaf Renn von links. Danach passierte nicht mehr viel, erst der Dresdner Rico Glaubitz sorgte in der 23. Minute mit einer gefährlichen Flanke von links für Gefahr, doch VfB-Keeper Gunnar Grundmann packte sicher zu. Drei Minuten später die einzige gute Gelegenheit für den Favorit aus der Messestadt - doch Mike Sadlos Schuss aus 20 Metern ist eine sichere Beute für Robert Rinke im Tor von Laubegast. In der 29. Minute versucht sich Dirk Hannemann von halb rechts mit einem Gewaltschuss, der aber deutlich über das Tor von Rinke streicht. Dann die 32. Minute: Nach einem Konter setzt sich Alexander Eißrich bis zur Grundlinie durch, doch seine Eingabe schießt der völlig freistehende Robert Heiße aus 10 Metern noch über den VfB-Kasten - das hätte die 1:0 Führung für den Gastgeber sein müssen - Glück gehabt! Die letzte Chance vergab wieder ein Kicker von Laubegast, doch Boris Lucic schließt den Konter zu schwach ab (36.). Die 180 mitgereisten VfB-Fans schickten ihre Kicker mit entsprechend enttäuschten Rufen in die Kabine...

Zur Halbzeitpause wartete dort die lautstarke Kabinenpredigt von Trainer Dixie Dörner - er stauchte seine Jungs nach dieser extrem miesen ersten Halbzeit kräftig zusammen. Es half anscheint - plötzlich war viel mehr Bewegung im VfB-Spiel und auch endlich Druck hinter den Angriffen. So bringt Olaf Renn in der 51. Minute eine Flanke von links Richtung Strafraummitte, wo Alexander Blessin per Kopf verlängert, aber Frank Räbsch aus 12 Metern am Keeper scheiterte. Dann die Erlösung für den mitfiebernden VfB-Präsidenten Reinhard Bauernschmidt an der Seitenlinie und den mitgereisten Fans in der 56. Minute: Olaf Renn flankt von links Richtung langen Pfosten wo Stürmer Alexander Blessin lauerte. Der Schwabe versetzt Boris Lucic und zieht aus 12 Metern ab - Rinke im Tor der Gastgeber kann den Ball nur abprallen lassen und in der Mitte steht Torjäger Mike Sadlo wieder goldrichtig und schiebt aus 8 Metern den Ball zum 1:0 ins leere Tor (13. Saisontreffer). Zwei Minuten später zieht Matthias Breitkreutz nach einer VfB-Ecke aus 22 Metern ab, doch diesmal hat Robert Rinke den Ball sicher. In der 61. Minute rutscht dem eingewechselten Stürmer Peter-Sebastian Gunkel eine Flanke ab, die aus fast unmöglichen Winkel noch die Oberkante der Querlatte berührt. Nicht einmal 60 Sekunden später bedient Gunkel Mittelfeld-Techniker Rock Embingou, doch sein Schuss aus 18 Metern streift knapp am linken Außenpfosten vorbei. Danach war es mit der Fußball-Herrlichkeit leider vorbei - das einzige (negative) Highlight war die Verletzung von Peter-Sebastian Gunkel nach einem "Luftduell" mit Laubegast-Keeper Rinke. Gunkel verletzte sich am Rücken und an der Leiste - dafür gab der erst 17jährige Nicky Adler aus der A-Jugend sein Debüt in der Oberliga-Mannschaft und machte seine Aufgabe sehr gut. Doch bevor Adler seine große Szene hatte, musste in der 84. Minute noch einmal gezittert werden - doch der Freistoß von Rico Glaubitz ging abgefälscht über das Tor von Gunnar Grundmann. Vier Minuten später dann die Entscheidung, als sich Dirk Hannemann im Mittelfeld den Ball erkämpft und den freien Nicky Adler sieht. Der wieselflinke VfB-Stürmer macht sich auf dem Weg Richtung gegnerischem Strafraums und legt dort elegant zurück auf Olaf Renn, der aus 16 Metern das erlösende 2:0 erzielt. Große Freude über den ersten Pflichtspieltreffer für den Mittelfeldspieler und den nun sicheren drei Punkten... Allerdings besaß Alexander Eißrich in der Nachspielzeit noch die Chance auf den Anschlusstreffer, vergab aber frei aus 8 Metern kläglich!

Fazit: Ein wichtiger, aber kein schöner Sieg. Die VfB-Kicker spielten heute in der Landeshauptstadt leider nur 15 bis 20 Minuten wie ein Spitzenreiter. Besonders im ersten Durchgang lief fast überhaupt nichts zusammen. Die rechte Seite (Frank Räbsch und Jens Werner) war total abgemeldet und wirkte sichtlich nervös. Durch die Mitte fand man gegen die kompakte und erfahrene Abwehr von Laubegast auch keinen Weg. So konnte eigentlich nur Olaf Renn von links für Gefahr sorgen - der so ja auch die erlösende 1:0 Führung einleitete. Danach lief es endlich für den Favoriten und der am Ende nicht ganz unverdiente Sieg konnte noch eingefahren werden (der Gastgeber konnte in der Riesenschüssel Harbig-Stadion einfach keine Akzente nach vorne setzen). Heute verhinderte nur das Glück (oder das Unvermögen?!) einen Rückstand im ersten Durchgang - so eine schwäche Phase darf man sich in Zukunft nicht mehr leisten. Beste Leipziger waren heute Olaf Renn und auch wieder Torjäger Mike Sadlo. Auch Jörn Lenz und Gunnar Grundmann sorgten in der Abwehr wieder für viel Ruhe und Souveränität! Ein kleines Sonderlob verdiente sich der unbekümmert spielende Nicky Adler, der sicherlich nach der Verbannung von Branko Marcetic in die zweite Mannschaft noch öfters seine Chance bekommen dürfte. Beim Gastgeber ragte Boris Lucic heraus (trotz seines kleinen Patzer vor dem 1:0)! Aber wie sagte Oliver Kahn so schön: "Mund abputzen und drei Punkte mitnehmen" - und in Grimma vielleicht auch spielerisch überzeugen!

(Spielbericht von Ronny John)

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