25. Spieltag   Saison 2002/2003

VFC Plauen

1

VfB Leipzig

0

Spieldaten
Datum 21. März 2003
Uhrzeit 19.00 Uhr
Spielstätte Vogtlandstadion (Plauen)
Zuschauer 3.148
Schiedsrichter Oehme (Witzschdorf)
Torschützen 1:0 Krasselt (66./Foulelfmeter)
Gelb Gleis - Lenz, Breitkreutz, Werner
Gelb-Rot Keine
Rot Keine
Aufstellung mit Rückennummern
VFC Plauen: VfB Leipzig:
1 Jens Golle 1 Gunnar Grundmann
5 Rene Krasselt 28 Jörn Lenz
8 Marco Hölzel 2 Peter Freund
9 Thomas Risch 7 Torsten Jülich
13 Thomas Pannach 5 Jens Werner
14 Rene Schulze 6 Olaf Renn
16 Carsten Paulick (ab 77. 23 Irakli Gemazashvili) 11 Dirk Hannemann
18 Andreas Richter 15 Rock Embingou (ab 57. Alexander Blessin)
17 Skerdilaid Curri 4 Matthias Breitkreutz (ab 76. Branko Marcetic)
11 Andrij Zapyshnyi (ab 57. 20 Alexander Gleis) 24 Nicky Adler
10 Catalin Popa (ab 86. 21 Daniel Fahrenholz) 20 Mike Sadlo
Trainer
René Müller Hans-Jürgen Dörner
   Interviews
Hans-Jürgen Dörner (VfB-Trainer) "Gratulation an Plauen, denn es war ein verdienter 1:0 Erfolg! Meine Mannschaft hat nicht mit der berühmten Durchschlagskraft im Mittelfeld gespielt und konnten so für zu wenig Entlastung in der Abwehr sorgen im ersten Durchgang. In der zweiten Halbzeit sind unsere zwei Spitzen zu wenig aus dem Mittelfeld unterstützt wurden und die Plauener Mannschaft hat sich so ein klares Übergewischt erspielt und ist verdient in Führung gegangen!"
René Müller (VFC-Trainer) "Der Sieg für meine Mannschaft ist verdient, aber wir haben im ersten Durchgang noch zu viele Fehler gemacht. Wir haben nur die ersten sieben Minuten etwas gewackelt und dann den VfB beherrscht. Den Elfmeter haben wir Jörn Lenz zu verdanken, aber wir hatten schon davor eine Großzahl von Chancen. Ich hätte mir gewünscht, dass wir unsere Konter besser ausgespielt hätten. So hätten wir entspannter in die Schlussphase gehen können und hätten den Zuschauern einen möglichen Herzanfall erspart!"
Torsten Jülich (VfB-Spieler) "Das war's dann wohl! So viele Patzer wird sich Jena nicht mehr erlauben."
Reinhard Bauernschmidt (VfB-Präsident) "Einfach erschreckend! Wir waren in jedem Zweikampf unterlegen. Und das gegen Halbprofis. Hans-Jürgen Dörner steht nicht zur Disposition - basta. Man muss sich jetzt schon die Frage stellen, ob es Sinn macht, weiter auf erfahrene Spieler zu setzen."
Dirk Hannemann (VfB-Spieler) "Wir haben verdient verloren. Eine Katastrophe war's."
Wertung

2,5 Sterne (Es spielte ab der 5. Minute nur eine Mannschaft - Plauen! Der Gastgeber gewann verdient in einem mittelmäßigen Spitzenspiel.)

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Spieler-Noten
Gunnar Grundmann 2-
Jörn Lenz 3
Peter Freund 4
Torsten Jülich 4-
Jens Werner 4-
Dirk Hannemann 5
Olaf Renn 5
Rock Embingou (bis 57.) 6
Matthias Breitkreutz (bis 76.) 5
Nicky Adler 2-
Mike Sadlo 4
Alexander Blessin (ab 57.) 3
Branko Marcetic (ab 76.) keine Wertung

Spielbericht

Das war wohl der Todesstoß in Sachen Aufstieg - und vielleicht auch für VfB-Trainer Hans-Jürgen Dörner, dessen Rausschmiss von den knapp 600 mitgereisten Leipziger Fans noch Minuten nach dem Schlusspfiff gefordert wurde. Auslöser war die enttäuschende und bittere 0:1 (0:0) Niederlage vor 3.148 Zuschauern im Vogtlandstadion gegen den VFC Plauen - die erste Pleite nach 15 Spielen ohne Niederlage und nach 706 Oberliga-Minuten wieder ein Gegentreffer für Grundmann. Der Gastgeber gewann vollkommen verdient diesen Oberliga-Kracher und belegt nun vorerst den ersten Platz in der Tabelle. Die Gäste aus der Messestadt präsentierten sich lustlos und ohne jegliche Durchschlagskraft im Mittelfeld - eine einzige Enttäuschung in diesem so wichtigen Spiel, doch die "Big Points" landeten heute im Vogtland, die sich wieder berechtigte Hoffnung in Sachen Aufstieg machen können (dazu passten auch die Spruchbänder beim Einlauf der Mannschaften im VFC-Block "Wir glauben an den Aufstieg"). Die Zukunft für den VfB sieht dagegen mehr als schwarz aus und den mitgereisten Fans ist mit Gesängen wie "Wir haben die Schnauze voll" endgültig der Geduldsfaden gerissen - hoffen wir, dass sich die Mannschaft spätestens in den für die Fans so wichtigem Derby wieder zusammenreißt! Zum heutigen Spielverlauf:

Bei kühlen Temperaturen konnte VfB-Trainer Dixie Dörner wieder auf die zuletzt gesperrten Alexander Blessin, Matthias Breitkreutz (5. Gelbe) und Torsten Jülich (Ampelkarte) zurückgreifen. Auch Dirk Hannemann war nach einer einstweiligen Verfügung wieder mit von der Partie! Doch außer in den ersten fünf Minuten bewirkten die neuen nicht viel - so köpfte ein Plauener Abwehrspieler eine gute Flanke von Olaf Renn von rechts gerade noch so zur Ecke (3.). Dann spielte aber nur noch Plauen! In der 5. Minute prüfte Zapyshnyi von halb links aus 12 Metern Gunnar Grundmann, doch der VfB-Schlussmann parierte sicher. Fünf Minuten später zieht der starke Catalin Popa aus 16 Metern aus der Drehung ab, doch die Kugel zischte deutlich über das VfB-Tor. In der 12. Minute war ein Fernschuss von Thomas Risch aus 24 Metern kein Problem für Grundmann. Dann kehrte etwas Ruhe in die Partie - Plauen wirkte noch etwas nervös, aber viel engagierte. Bei den Gästen ging besonders im Mittelfeld fast gar nichts mehr! So konnte Zapyshnyi ohne Probleme Catalin Popa in der 23. Minute frei spielen, zielt aber aus 12 Metern von halb links knapp vorbei. Fünf Minuten später legt Popa nach einem Abwehrschnitzer der Leipziger für den quirligen Skerdilaid Curri auf, doch der verzieht von links ganz knapp. In der 36. Minute dann die erste und einzige (!) gefährliche Aktion für die Messestädter im ersten Durchgang: Nach einem Konter über den flinken und erst 17jährigen Nicky Adler kommt Matthias Breitkreutz von halb rechts aus 14 Metern frei zum Schuss, doch Jens Golle im Tor des VFC entschärfte die Kugel noch. Kurz darauf wurde der von den Plauener Fans ständig ausgepfiffne Dirk Hannemann richtig laut - und dies richtete sich besonders an Matthias Breitkreutz, der immer zu weit von seinem Gegenspieler weg stand.

In der zweiten Halbzeit machten wenigstens die ersten zehn Minuten etwas Mut im VfB-Lager, doch danach spielte nur noch Plauen und die Fans im Gästeblock wurden von Minuten zu Minute unruhiger - und das bei dieser indiskutablen Leistung vollkommen zu Recht. In der 59. Minute senzte  Rene Schulze einen Schuss aus 12 Metern noch über den VfB-Kasten. Dann die 65. Minute: Curri wird kurz vor der Strafraumgrenze angespielt, Kapitän und Libero Jörn Lenz macht sich auf die Verfolgung und senzte den Plauener Chefdribbler auf eine leider etwas dumme Art im Strafraum um - der etwas kleinlich pfeifende Schiedsrichter Oehme aus Witzschdorf zeigte sofort auf den Punkt und Lenz die Gelbe Karte! Den fälligen Strafstoß versenkte VFC-Kapitän Rene Krasselt mit einem straffen Schuss in die Tormitte und sorgte für den ersten Gegentreffer nach 706 Minuten in der Oberliga für Keeper Gunnar Grundmann vom VfB. Wenigstens ergab sich der Gast nun nicht total in sein Schicksal und schaffte in der 69. Minuten (!) den ersten Mini-Torschuss durch Dirk Hannemann auf das Tor von Jens Golle. Dann wieder Plauen - aber der eingewechselte Alexander Gleis scheiterte mit einem sehenswerten Schuss aus 22 Metern an Grundmann, der den Ball gerade noch so zur Ecke lenkte (70.). Den anschließenden Eckball von rechts bringt Curri ins Spiel und VFC-Kapitän Rene Krasselt nagelte den Ball per Kopf aus 6 Metern freistehend gegen die Querlatte! Glück für die Leipziger, denn das hätte eigentlich die Entscheidung sein müssen - statt dessen in der 75. Minute sogar Pech (aber was anderes hatte man nach so einer Leistung auch nicht verdient) für den VfB als Torjäger Mike Sadlo nach einer Flanke von Breitkreutz von rechts aus 5 Metern per Flugkopfball eigentlich den Ausgleich erzielen musste - doch Jens Golle hielt meisterlich! Danach passierte nicht mehr viel, nur noch der eingewechselte Branko Marcetic sorgte in der 79. Minute mit einem Flachschuss aus 16 Metern noch für etwas Gefahr. Dann pfiff Schiedsrichter Oehme die Partie und die Aufstiegsträume des VfB ab...

Fazit: Eine vollkommen verdiente Niederlage, nach einer indiskutablen Leistung im Spitzenspiel der Oberliga. Vom (für das Überleben ganz wichtigem) Traum Regionalliga kann man sich nun verabschieden - wenn Jena alle Nachholspiele gewinnt hätten die Thüringer schon sieben Punkte Vorsprung auf den "großen" Favoriten aus der Messestadt. Besonders das "kreative" und so erfahrene Mittelfeld enttäuschte heute auf ganzer Linie und könnte so für das vorzeitige Ende der "Ära" Hans-Jürgen Dörner beim VfB Leipzig gesorgt haben. Jedenfalls forderten die mitgereisten und wieder einmal total enttäuschten Leipziger Fans minutenlang "Dörner raus" und kritisierten auch lauthals das Team ("Wir haben die Schnauze voll" usw.). Außer Torwart Gunnar Grundmann, mit abstrichen Jörn Lenz und den sehr beweglichen Nicky Adler blieben heute ALLE unter ihrem Leistungsniveau. Für so ein wichtiges Spiel einfach vollkommen unverständlich - einige Kicker schienen schon regelrechte Angst vor dem Versagen zu haben. Ein Kopfproblem, was wiederum auch eine Sache des Trainers währe! Wir dürfen "gespannt" sein, was sich in den nächsten Tagen so tut. Aber besonders Präsident Reinhard Bauernschmidt und Siegbert Zeh wirkten nach dem Schlusspfiff extrem betroffen und niedergeschlagen. Am Mittwoch steht nun aber erst einmal das Nachholspiel gegen Chemnitz an, bis es zum Derby gegen den FC Sachsen kommt. Die VfB-Fans hoffen nun, dass sich die Mannschaft für die zuletzt zahlreichen schwachen Spiele mit einem Derbysieg "entschuldigen"... 

(Spielbericht von Ronny John)

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